Oesterreich.
Wien, 22. SeptLr. Meldungen der „Polit. Corresp." Aus Bu- karest: Der Fürst von Bulgarien verläßt heute Sofia, um den Fürsten von Rumänien zu besuchen, wird fich sodann nach Siltstrta, Rustschuk, Sistowa und Wtddtn begeben und über Lom-Palanka hetmkehren- — Aus Belgrad: Die bezügliche Enquete. Commission empfiehlt die Offerte der österreichischen Staatsbahn der Skupschtina zur Annahme vorzuschlagen. Alimptc ist mit Ausarbeitung des betr. Gesetzentwurfes betraut.
— Abends. Die „Wiener Zeitung" reproducirt folgende in der Zü- tungsschau der „Polit. Corresp." enthaltenen Bemerkungen: Sämmtliche gestrigen und heutigen Morgenblätter knüpfen an die Anwesenheit des Fürsten Bismarck in Wien Ausführungen wärmster Sympathie sowohl für den deut- schen Reichskanzler, wie für den Staat, deffen äußere Politik er leitet. Sie hoffen von dem Besuche die Befestigung des freundschaftlichen Verhältniffes beider Staaten und erblicken in dieser Intimität sowohl den getreuen Ausdruck der beiderseitigen Staatsintereffen und Volkswünsche, als auch ein reales werthvolles Unterpfand für die Erhaltung des europäischen Friedens, indem sie den vollständig inoffensiven Charakter der österreichisch-deutschen Freundschaft einerseits und anderseits deren außerordentliches Gewicht im politischen Systeme Europas lebhaft hervorheben.
Pesth, 22. Septbr. Ministerpräsident v. Tisza begibt sich heute Abend zu mehrtägigem Aufenthalte nach Wien; derselbe wird morgen wahrscheinlich dem Fürsten Bismarck einen Besuch abstatten.
AranKreich.
Perpignan, 22. Septbr. Gestern sand die feierliche Enthüllung der Statue Franz Arago's statt. Der Unterrichtsmintster Ferry und Proust feierten Arago als Politiker und Verthetdiger des allgemeinen Stimmrechts.
England.
London, 22. Septbr. Der „Standard" meldet aus Alikheyl vom 21. d.: Die Gesandtschaft des Emirs, Jakub Khan, ist mit Versicherungen der Freundschaft und Treue hier etngetroffen. — „Daily News" meldet: Das britische Lager am Shuturgardanpaffe wurde am 19. d., Nachts, angegriffen. Die Verluste waren unerheblich. — „Times" meldet aus Rangoon vom 21. d.: Die britische Mission in Mandalay wurde angewiesen, sobald als möglich abzuretsen. — Der „Times" zufolge bleibt König Cetewayo bis aus Weiteres Staatsgefangener in der Capstadt.
London, 22. Septbr. Meldung des „Reuter'schen Bureaus" aus Ha- vannah vom 20. d.: Durch Tagesbefehl des General-Capitäns wird Folgen- des bekannt gemacht: Rebellen, unterstützt durch Localsreiwtlltge, griffen das Dorf Majari an; die Garnison leistete trotz ihrer geringen Stärke drei Tage hindurch Widerstand, worauf Verstärkungen eintrafen und die Rebellen geschlagen wurden.
Italien.
Madrid, 22. Septbr. Die Eröffnung der Cortes ist auf den 3. November festgesetzt. Mehrere Sclavenbesitzer auf Cuba richteten eine Eingabe an die Regierung, worin sie die Ergreifung umfaffender Maßregeln verlangen, widrigenfalls sie genöthtgt wären, alle Sclaoen sretzulaffen, um das Niederbrennen ihrer Besitzungen zu verhindern. Die Regierung antwortete telegraphisch, sie hoffe, die Sclavenbesitzer würden in Uebereinstimmung mit der cuba- nischen Regierung handeln und sich hierbei von ihrem Patriotismus letten laffen.
Serbien.
Belgrad, 20. Septbr. Die Ergänzungswahlen für die Skupschtina finden am 22. October statt. — Der russische Bauunternehmer Baranoff ist mit mehreren Banquiers wegen Erwerbung der serbischen Bahnen hier etngetroffen.
Australien.
Sidney, 17. Septbr. Die australische Weltausstellung ist in Gegen- wart der australischen Gouverneure, der fremden Commiffäre und eines zahl- reichen Publikums heute feierlich eröffnet worden._______________________________
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Correspondenz - Bureau.
Darmstadt, 23. Septbr. Der Prinz von WaleS ist heute um 5 Uhr nach Kopenhagen abgereist. Der Großherzog und der Erbgroßherzog reisten gleichzeitig nach Balmoral ab, nachdem sich der Großherzog, sowie der Prinz von WaleS vorher bet der Kaiserin von Rußland in Jugenheim verabschiedet hatten.
Berlin, 23. Septbr. Ein Wiener Privattelegramm der „Nsrdd. Allg. Zig." meldet bezüglich der gestrigen mehrstündigen Konferenz des Fürsten Bismarck mit dem Grafen Andraffy, beide Staatsmänner seien sehr lebhaft befriedigt von der Coincedenz der beiderseiltgen Meinungen in den von ihnen besprochenen Fragen.
Stuttgart, 23. Septbr. Der „Staats-Anz." publicirt eine Verordnung, wonach vom 1. Januar 1880 an in den öffentlichen Sitzungen des Oberlandesgerichtes, der Land- und Schwurgerichte von den Richtern, Gertchts- schreibcrn und Staatsanwälten der schwarze Talar und das Barett getragen werden soll. Für die Rechtsanwälte bleiben bis auf Weiteres die bisherigen Bestimmungen in Geltung.
Straßburg, 23. Septbr., Vormittags 9 Uhr. Gestern Abend hat der Kronprinz die Commission, welche der Kaiser im Mai 1877 Hierselbst empfangen und zur Erinnerung an den Aufenthalt des Kaisers im Elsaß beim Diner am Samstag eine Gedenk-Medaille überreicht hat, zu sich beschieden. Se. katserl. Hoheit unterhielt sich mit den Mitgliedern der Deputation längere Zeit auf's Herzlichste; er ba<te ihnen für den Empfang im Elsaß und für alle ihm bewiesene Aufmerksamkeit und sprach schließlich die Zuversicht aus, daß die Verhältntffe sich für das Reichsland günstig weiter entwickeln würden und es ihm vergönnt sein werde, einmal einen längeren Aufenthalt hier zu nehmen. — Diese Worte des Kronprinzen machten ans die Versammelten den
besten Eindruck.
Wien, 23. Septbr. Aus guter Quelle verlautet: Fürst Bismarck und Graf Andraffy haben sich, um ein freundschaftliches Verhältniß zwischen
Oesterreich-Ungarn und Deutschland auch auf dem Gebiete der materiellen Jntereffen zum Ausdruck zu bringen, bei ihren Pourparlers principtell geeinigt, möglichst weltgehende Tarifs- und Verkehrserleichterungen zwischen beiden Staaten eintreten zu laffen, zu deren Vereinbarung specielle Delegirte sogleich entsendet werden, um die betr. Vorlagen noch im Laufe des nächsten Jahres vor die Parlamente bringen zu können.
— Der ungarische Ministerpräsident v. Tisza ist mit dem heutigen Fmh- zuge hier eingetroffen und hat im Laufe des Vormittags den Grafen Andraffy besucht. Derselbe wird an dem heutigen, von dem Grasen Andraffy zu Ehren des Fürsten Bismarck gegebenen Diner theilnehmen. — Die ungarischen Ml- nister Pecchy, Bedekowich, Kemeny und Scapary werden morgen früh ebenfalls hier eintreffen, um an den übermorgen beginnenden gemeinsamen Minister- Conferenzen theilzunehmen. Gestern Abend empfing Fürst Bismarck den Besuch des Grafen Andraffy, der erst kurz vor 11 Uhr das Hotel verließ. Heute arbeitete der Fürst und empfing den Prinzen Reuß, mit welchem er daö Dejeuner einnahm.
Wien, 23. Septbr. Bei dem gestrigen Hof «Diner zu Ehren des Fürsten Bismarck waren Prinz Reuß, Graf Andraffy, v. Haymerle, Gras Taaffe, v. Orezy, Oberstküchenmeister Graf Kinsky, General-Adjutant v. Beck, v. Teschenberg, v. Calice, v. Schwegel und die Mitglieder der deutschen Botschaft zugezogen. Punkt 43/4 Uhr traf Fürst Bismarck im Schloßhose von Schönbrunn ein, wo bereits ein nach Hunderten zählendes Publikum seiner wartete. Fürst Bismarck trug die preußische Cuirassieruniform, die Brust mit dem Stern des Stephan-Ordens geschmückt. Die Tafel fand in der großen Galerie des Lupschloffes statt. Zur Rechten des Kaisers saß Fürst Bismarck, zur Linken Prinz Reuß, diesem zunächst Gras Taaffe und v. Haymerle. An der Seite des Grafen Audraffy, der zur Rechten des Fürsten Bismarck saß, befanden sich v. Berehem und v. Orczy. Das Diner währte nahezu eine Stunde, woraus der Kaiser bis 7 Uhr im Rosenztmmer Cercle hielt. Fürst Bismarck kehrte dtrect in das Hotel Imperial zurück. Seine Abreise direct nach Berlin ist für Donnerstag Abend in Aussicht genommen.
London, 23. Septbr. „Daily News" melden aus Shuturgardan vom 22. d.: Afghanen vom Stamme der Mangols überfielen eine Proviant-Co« lonne in der Nähe von Shuturgardan, tödteten die Escorte, sowie 16 Maul- eseltreiber und erbeuteten 84 Maulesel.
Metz, 23. Septbr., 8 Ubr Abends. Der Kaiser ist soeben unter dem Donner der Kanonen und dem Jubel der Bevölkerung hier etngezogen. Am Bahnhofe wurde Se. Majestät durch den Prinzen Karl, die Generalität und die Spitzen der Behörden empfangen. Die Fahrt nach der Präfektur fand durch die glänzend erleuchtete Triumphstraße statt. Die Begrüßung deS Kaisers durch die zahlreich versammelte Bevölkerung war sehr enthusiastisch.
Metz, 23. Septbr., Abends. Unter dem Donner der Feftungsgeschütze und dem Jubel der Bevölkerung ist Se. Maj. der Kaiser in Begleitung des Kronprinzen, des Prinzen Wilhelm, der Großherzöge von Baden und Mecklen- burg-Schwertn, des Kronprinzen von Schweden und des Prinzen G^org von Sachsen um 73/4 Uhr hier eingetroffen. Zum Empfange waren auf dem Bahnhofe anwesend Prinz Karl von Preußen, der Gouverneur Generallieutenant Gras Schwerin, die Generalität, Bezirkspräsident v. Rettzenstetn, Polizeidtreetor Stöphafius, Bürgermeisterei-Verwalter Freiber, Landgerichts-Präsident Schiller u. A. Die auf dem Perron des Bahnhofs aufgestellte Ehrencompagnie war aus nicht preußischen Truppen combinirt. Der Küser fuhr im offenen Wagen durch die Via triumphalis nach der Präfectur. Deutsche Vereine bildeten Spalter. An der Präfectur war eine Ehrencompagnie mit Fahne vom 29. Regiment aufgestellt. Die Stadt ist glänzend tlluminirt.
London, 24. Septbr. „Reuters Bureau" meldet aus Simla: Die Avantgarde der russischen Expedition gegen die Tekke- Turkmenen wurde bei Gheokepb geschlagen und verlor 700 Mann.
Lokales.
Gießen, 23. Septbr. In der Woche vom 14. bis 20. September 1879 erfolgten in Gießen 6 Todesfälle: 1 an Scharlach, 1 an acuter Tuberkulose, 2 an Schlagfluß, 1 an Ge- bärmutterkrebs. Bet einem Kind Todesursache nicht angegeben (1 todtgeboren.) S.
Gießen, 24. Septbr. Gestern Nachmittag faßte die Schutzmannschafl auf dem Bahnhof einen jungen Mann ab, dessen Signalement auffallend auf den muthmaßlichen Dieb paßte, welcher im Einhorn das Geld gestohlen hatte. Derselbe gab sich für einen Herrn v. Balser aus, führte auch Visitenkarten auf denselben Namen bei sich und hatte sich Logis bereits hier gemiethet, wie auch im Gasthaus unter obigem Namen logirt. Bei näherer Untersuchung stellte es sich heraus, daß der Bettoffene kein Herr Baron, sondern ein Schneideraeselle H. B. von Reuschenberg ist, welcher einmal den Cavalier spielen wollte. Eine Studentenmütze und zwei dto. Bänder hatte er aus seiner Mietwohnung mitgehen heißen. Vorläufig ist er in polizeilicher Obhut verblieben, da man einen ausgefeimten Schwindler in dem Jnhaftirten vermuthct.
Bermischt-S.
Mainz, 17. Septbr. In der Neustadt wurde gestern Abend ein kaum djahriger Knabe von der Polizei als herrenlos aufgegriffen und die Nacht über auf der Polizetwachtstube verpflegt. Da« Kind erklärte nämlich — und die Angaben sollen auch vollständig der Wahrheit entsprechen — daß sein Vater und ferne Mutter auf die Kirchweihe gegangen seien unv die Kinder hungernd zu Hause bleiben mußten. Als am anderen Tage die „braven" Eltern nach Hause kamen, schlug die Mutter dem Schwesterchen des Knaben mit einem schweren Instrument auf den Kopf und erklärte gleichzeitig dem Jungen, wenn er nicht davonginge, würde sie ihm auch auf den Kopf schlagen. Der Kleine zog es aber vor, den Mißhandlungen seiner Mama zu entgehen und hungernd und frierend wurde das Kind von der Polizei aufgegttffen. Leide, erhielten die Eltern heute den armen Knaben wieder zurück.
— Einem begüterten Bauer in der Umgeg*nb von Düffeldorf, Besitzer großer Teiche und Liebhaber von Forellen, passirte folgende ergötzliche Affaire: Der Mann lieft in einem Berliner Blatte, daß Jemand das Mittel entdeckt habe, durch Einstreuung eine« bloßen Pulver- in jedem Teiche Forellen zu erzeugen. Das Pulver selbst koste nur 6 JL und fei der Erfinder bereit, diese Summe sofort zurückzuerstatten, sofern das Mittel nicht den gewünschten Erfolg habe. Der Grundbesitzer, dem nach Forellen bereits der Mund wäfferig wird, hat nichts Eiligeres zu thun, alS das verlangte Geld einzusenden, um sich hierfür die umgebende Zusendung des Mittels auszubitten. Nach einigen Tagen kommen die 6 Jt zurück mit folgenden Worten: , Es thut mir leid, Ew. Wohlgeboren das versprochene Mittel nicht senden zu können. Die ganze "Angelegenbett bettaf nur eine Wette. Ich hatte nämlich mit einem Freunde gewettet, man könne daS unsinnigste Zeugen drucken, eS fänden sich allezeit.....die eS glaubten. Ew
Wohlgeboren sind bereits der neununddreißigste."
— Als Auszeichnungen für hervorragende Leistungen bei der Landes-Gewerbe-Ausstellung »u Offenbach sind vorgesehen: 1) Goldene (in Silber ausgeprägte und vergoldete) Medaillen; 2) Silberne Medaillen; 3) Bronze-Medaillen und 4) Anerkennungs-Diplome. — Als besonders iu berücksichtigende Gesichtspunkte bei Beurtheilang der Ausstellungsgegenstände bezeichnet das Programm zur Regelung der Geschäfte der Beurthetlungs-Lommission: Neuheit des Gegenstandes und des Verfahrens bei seiner Erzeugung; Neuheit des angewendeten Stoffes; Schönheit und Eiaenthümlichkeit der Form; Güte und Vollendung der Arbeit, Verbesserung m der Metbode der Erzeugung; Gebrauch neuer oder verbesserter Werkzeuge oder Maschinen bei deren Herstellung; Umfang oder Masse der Produttion, verhältnißmäßige Wohlfeilheit, Proben br-
Wir mach« mb Grünberg SroßherzeMe"
Rm
Us» tti K SWU Hi -Bö . hrt
ifeten .(heilt und ’
M w’ Leithes
Mten rul A 1
Munster ^bkstrnJahriasth
ÄeDM"liat. äb gespannt darauf, zur Warnung iiliem-__
am
Der schoi Markt vvw ,
Lich, den
6180)
Montag de
Nachmltiagt soll das städtisch Liepftn unb $in AMlödkl-, Oiei Steinbacher- und m dm Anlagen, 1 Bäulnrn am vtistelgert merder Die Zujawm Wiü(fr.
Tiehen, den 2 Tlohherzoal. Bi W)
Mm
Montag de
von Mvr soll das her h stehende Obst, L'men und Nüff Der Anfang \


