Herrn Grasen von Erbach-Fürsteuau zu; die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Pfirschbach mit einem Gehalt von 900 «X Das Präsentatio srecht KU dieser Stelle steht dem Herrn Grafen von Erbach-Schönberg in Gemeln- schast mit dem Herrn Fürsten von Löwenstein-Weilheim-Rosenberg zu; die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gütlersbach mit einem Gehalt von 900 «X Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grasen von Erbach-Fürstenau zu; die Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Hürtenthal mit einem Gehalt von 900 eX Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen von Erbach-Fürstenau zu; die mit einem k.th Lehrer zu besetzende zweite Lehrersteüe an der Gemeindeschule zu Sulzheim mit einem Gehalt von 900 «X; eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Leihgestern mit einem Gehalt von 900 <X; die Lehrersteüe an der Gememdeschule zu Hartershausen mit einem Gehalt von 900 -X Das Präsentatlonsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grafen von Schlitz, genannt v. Görtz, zu; die Leh- rerstelle an der Gemetndeschule zu Höllerbach mit einem Gehalt von 900 «X. Das Präsentationsrecht zu dieser Stelle steht dem Herrn Grasen von Elbach- Schönberg in Gemeinschaft mit dem Herrn Fürsten von Löwenstein-Wertheim- Rosenberg zu; die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Knoden-Schannenbach mit einem Gehalt von 900 «X; die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Wolfshetm mit einem Gehalt von 900 *X
15. Sterbefälle. Gestorben sind: am 15. Novbr. 1878 der Schullehrer Johannes Streng zu Armsheim; am 19. Decbr. der Schullehrer Jo- Hannes Dietschler zu Bobenhausen; am 25. Decbr. der Schullehrer F iedrich Maywald zu Viernheim; am 27. Decbr. der Stadtrichter Friedrich Bö ticher zu Gießen; am 28. Decbr. der Hosmustker i. P. Anton Ackermann zu Darmstadt ; am 30. Decbr. der Kretswundarzt Johannes Sulzmann zu Darmstadt.
Luxemburg.
Luxemburg, 22. Januar. Die Leiche des Prinzen Heinrich ist heute Nachmittag um 2 Uhr hier eingetroffen und bleibt bis Freitag hier. Die Gemahlin des Prinzen Heinrich reist mit ihrem Vater nach dem Haag ab.
Arankreich.
Paris, 22. Januar. Nach Berichten aus Neu-Calebvnien, die dem Marineministerium aus Sidney vom 21. d. zugegangen sind, ist die dortige Lage eine günstige; französische und mobile Colonnen trieben die Aufständischen auf die steilen Felsen des Cap Gaulvain und erstürmten letztere nach lebhaftem R impfe, in welchem 2 Franzosen tobt blieben.
Außland.
Petersburg. Aus Odessa kommt die Nachricht, daß auf Befehl des K iisers die gegen das Lieferanten-Consortium Cohan, Greger und Horwitz "egen Betrugs eingeleitete Untersuchung niedergeschlagen und daß die Auszah- iung der von ihnen liquidirten Beträge angeordnet tst. Nur wer mit den bezüglichen Verhältaiffen gänzlich unbekannt ist, kann von dieser Nachricht überrascht werden. Daß die Unterschleife nicht ohne die Mitwirkung hoher und höchstgestellter Officiere und Beamten stattfiaden konnten, liegt in der Nitur der Sache und ist auch von keiner Seite bestritten worden. Wir erinnern n ir an den Wirklichen Staatsrath und Chefintendanten der mobilen Armee, Herrn Arends, der, wie eine angeftellte Untersuchung ergab, sich während eines I ihres zwei Millionen Rubel „erspart" hatte, eine Summe, die wahrscheinlich noch viel zu niedrig angegeben ist. Von dem Fortgang dieser Untersuchung hört man aber nichts; wahrscheinlich ist sie gleich der gegen Cohan, Greger und Horwitz eingestellt. Wenn man sich nun fragt, wie dies bei den offen zu Tage liegenden Unterschleifen denn möglich sei, so lautet die Antwort einfach dahin, daß die Angeklagten mit der Bloßstellung so vieler und so hochgestellter Männer gedroht haben werden, daß man zur Vermeidung eines Riesen- ftandals von einer weiteren Untersuchung abstehen zu muffen glaubte. Die unglaubliche Anzahl und die hohe Stellung vieler bei den Unterschleifen Betheiligten ist schuld daran, daß solche Prozeffe fast niernils zu einer Bestrafung sichren. Wer sich nicht in Voraussicht einer etwaigen Anklage einen hohen Gönner angeschafft hat, muß schon ein sehr dummer Betrüger sein; schlimmstenfalls kann er aber die Versäumniß auch noch nachholen.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Eorrespondenz- Bureau.
Berlin, 23. Januar. Abgeordnetenhaus. Vor Eintritt in die Tagesordnung erklärt H. Meyer (Arnswalde), er bedauere, neulich den Ausdruck „Frechheit" bezüglich dritter Personen, die als Abwesende sich nicht vertheivigen könnten, in der Erregtheit gebraucht zu haben; er nehme den Ausdruck zurück (Beifall). — Bei Berathung des Antrages Heeremann betr. den Entwurf über die Disciplinargewalt des Reichstags stellen die Nationalliberale und die Fortschrittspartei den Antrag: das Abgeordnetenhaus möge unter Ablehnung des Antrages von Heeremann erklären, daß die bestehenden Garantien der Redefreiheit und die selbstständige Ordnung des Geschäftsganges im Parlament und der Disciplin der Mitglieder die unerläßlichen Grundlagen der preußischen wie der Reichsverfassung bilden, und daß gegenüber dem im Bundesrathe etngebrachten Gesetzentwürfe dem deutschen Reichstage die Wahrung der ihm ver- fasiungsmäßig zustehenden Rechte vertrauensvoll zu überlasten ist.
Antragsteller v. Heeremann begründet in längerer Ausführung seinen Antrag. Dice- präsident des Staatsministeriums Graf Stolberg erklärt: Die Regierung hält es nickt für zweckmäßig und zulässig, über Entwürfe von Reichsgesetzen, welche dem Bundesrath bereits Aorliegen, sich außerhalb des Bundesrathes zu äußern. Im Namen des Staatsministeriums erkläre ich. daß, falls beabsichtigt wäre, Aeußerungen der Staatsrcgierungen über den Inhalt des dem Bundesrathe vorliegenden Gesetzentwurfes zu beantragen, die Regierung es ablehnen müßte, auf eine Erklärung über den Inhalt des Entwurfes selbst oder ihre Stellung zu demselben einzugehen. — Stengel beantragt einfache Tagesordnung; dieser Antrag wird in namentlicher Abstimmung, die seitens des Centrums beantragt war, mit 299 gegen 62 Stimmen abgelehnt; dafür stimmen die Conservativen.
Lasker begründet und empfiehlt den von den Nattonalliberalen und der Fortschrittspartei gestellten Antrag. Windthorst (Meppen) wenoet sich gegen einzelne Ausführungen Laßkcr's und tritt für den Antrag v Heeremann ein. Hänel weist die Einwürfe Windthorst's zurück. Der Antrag der Rationalliberalen und der Fortschrittspartei wird darauf in seinen einzelnen Theilen und im Ganzen genehmigt. — Heute Abend 7 Uhr folgt eine zweite Sitzung.
Wien, 23. Januar. Meldungen der „Polit. Corr." aus Konstantinopel 23. d.: Die Pforte erhielt die Nachricht, daß eine aus 12 Albanesen bestehende Deputation der Liga von Prizrend auf dem Wege nach Konstantinopel fei, um dem Sultan eine Petition tim Gewährung mehrfacher die künftige Selbstverwaltung der albaneflschen Territorien gewährleistender Privilegien zu unterbreiten. Der ehemalige Givßvezir Mehemet Ruschdi Pascha liegt im Sterben. — Aus C ttinje vom 23. ds.: Seit dem Eintreffen der türkischen Commiffäre haben sich die Aussichten auf eine friedliche Abwickelung der Ueber- gab.-Operatiou betreffs der an Montenegro fallenden bisher türkischen Gebiete wesentlich gebeffert. Zum diplomatischen Vertreter Frankreichs in Montenegro
ift nunmehr definitiv der bisherige diplomatische Agent Frankreichs in Belgrad St. Quentin ernannt worden.
— Die Besprechungen zwischen dem deutschen Delegirten Finkelnburg einerseits und dem Hofrath Schneider, sowie Seckioasch f Bceisky'ö andererseits über Vorkehrungen gegen die Pest wurden heute Vormittag fortgesetzt. Die eigentlichen Verhandlungen beginnen morgen Vormittag 11 Uhr unter Vorsitz des Ministerpräsidenten Auersperg. Er handelt sich dabei um Feststellung der Grundsätze für Einrichtung eines Gcenzcordons und einer Quaran- taine gegen Rußland, sowie Absendung einer ärztlichen Commission in die verpesteten Gegenden. Daneben wird, wie die „Preffe" vernimmt, von ginfein* bürg der Antrag gestellt werden, der ärztlichen Commission von jeder betheiligten Regierung auch einen diplomatischen Vertreter beizuordnen, damit diese Abordnung alle Rechte diplomatischer Mi'fion genieße und ihr Verkehr mit ihren Regierungen ein birecter und ununterbrochener sei.
Wien, 23. Januar. Abgeordnetenhaus. Fortsetzung der General- Debatte über den Berliner Vertrag. Hofer, Peez und Obentraut sprechen gegen, Pirquet und Auspitz für den Antrag der Majorität der Commission. Hofer vertheidigt die Competenz des Reichsrathes und erklärt, der Berliner Vertrag sei beffer als fein Ruf und unter den gegebenen Verhältnissen noth- wendig gewesen. Der Krieg mit Rußland sei aber auf die Dauer doch unvermeidlich; Oesterreich muffe daher ein engeres Freundschaftsverhältniß mit Deutschland anstreben. Auspitz, welcher Herbst scharf angreift, schließt mit einer energischen Vertheidigung der Politik Andraffy's. — Morgen Fortsetzung der Debatte.
Kalkutta, 23. Januar. General Biddulph marschirt gegm Girischk vor. General Stewart setzt die Recognoscirungen in der Richtung auf Kalai- Ghilzai foet.
Versailles, 33. Januar. Deputirtenkammer. Ein Antrag von Lai- fant (Linke) wegen Herabsetzung der militärischen Dienstzeit auf 3 Jahre wird in E' wägung genommen; derselbe wird also zur Discusston gestellt werden, doch glaubt man in den parlamentarischen Kreisen nicht an feine Annahme. Gegen Schluß der Sitzung beantragt Laroche-Joubert (Bonapartist), baß die Kammer bis zum Eintreten milderer Temperatur (gegenwärtig fällt dichter Schnee) in Paris tage. Das Haus beschließt jedoch, sich morgen wieder in Versailles zu vereinigen.
Berlin, 23. Januar. Das Abgeordnetenhaus setzte in der Abendfltzung die zweite Lesung oes Capitels 136 a d.'s Caltus-Etats, betr. das technische Unterrichts wesen, fort und beschloß, gemäß dem Anträge der Commission, über die Petitionen preußischer Architecten und Ingenieure um Aufhebung der Verfügung des H indelsministers, wonach die Abiturienten der Gewerbeschulen mit 9jährigem Cursus zu den Staatsprüfungen im Ingenieur- und Hochbaufache zugelaffm werden können, unter Anerkennung des von dem Handelsminister besch--ttten?n Wrges zur Tageöorvnuig überzugchen. Das Haus genehmigte den R'st M Etats unverändert.
Wien, 23. Januar. Wie die Blätter melden, wird die Fecdinand- Nordbahn vom 25. d. an den Verkehr ihrer birecten (durchgehenben) W igen zwischen Wim und W'rsch iu via ® canica m helft ber Eilzüge Nr. 1 und 2 und der P rio lenzüge Nr. 11 und 12 einstellen.
Brüssel, 23. Januar. D r A'flsei-G'rlchtshof von Brabant erkannte gegen den Grafen Langrmd-Dumonceau in contumatiam auf 15jährige (Sin» schließmag und 2000 Francs Geldbuße.
Lokales.
Gieren, 2t. Januar. Wir hatten heute Nacht und heute Morgen ein Glatteis, wie solches in langer Zeit nicht vorgekommen ist. Zahllose Hin: und Unfälle find in F>lge dessen zu verzeichnen. Möchte doch jeder Hausbesitzer für rasches und öfteres Bestreuen der TrottoirS und Wege sorgen, damit namentlich die Kleinen, welche um 8 Uhr früh zur Schule müffen, vor dem Hinfallen bewahrt bleiben.
— — Wegen Diebstahls wurde gestern Abend ein Bettler verhaftet.
--Wir berichteten zu Anfang dieses Jahres unseren Lesern von einem tragikomischen Vorfall, welcher in der Neujahrsnacht sich in Leihgestern zugetragen haben sollte und dessen Hauptperson in der hiesigen Klinik Aufnahme gefunden. Der Mann ist nun gestern als geheilt entlasten worden und theilte uns derselbe mit, daß die frühere Mittheilung auf vollständiger Unkenntniß der Sache beruhe. Er habe sich Morgens zwischen 4 und 5 Uhr im Kreise von Freunden und seiner Familie beim Kaffee befunden und an einem alten Fimtenlauf, welcher geladen aber nicht loszubringen gewesen sei, manipulirt. Durch das Ausstößen des Laufes auf den Tisch sei der Hahn zugeschnappt und dadurch der Schuß dem Unvorsichtigen zum Kinn hineingedrungen und habe die untere Gesichtshälfte verletzt. Von Selbstmord aus Eifersucht sei keine Idee vorhanden. Wir berichtigen dieses recht gerne zur Rehabilitirung des Mannes.
Gießen, 24. Januar. Wir entnehmen der „Göttinger Zeitung" Folgendes: Nach langen vergeblichen Bemühungen, ein wgenanntes Amerikanisches Doctor-Diplom im Original zu Gesicht zu bekommen, ist ein solches zufällig in unsere Hände gelangt, und wir hoffen, durch Mittheilung desselben zur Beseitigung dieses Schwindels beantragen. Das Diplom ist litho- graphirt in großem Format auf Pergamentpapier gedruckt und nachstehend getreu wiedergegeben, die gesperrten Worte stehen genau so darin, die mit fetter Schrift sind in größeren Buchstaben, die cursiven sind hineingeschrieben.
Livingstonae Universitatis Americanae.
Quam in omnibus Acadam i cis, rite Legitim eque Constitutls aut hic aut ubique gentium usus laudabilis et antiquus esset, ut viri qui vel literis vel artibus ingenuis vel quibuslibet studiis liberalibus non minus diligenter quam feliciter operam dederunt se interea recte atque honeste gereutes adornorentur alique eximeo honore et ad meritam diguitatem attol lerter quam nos, per leg es Reipublleae IVostrae Potentialem amplissimam insigniendi decorandique titulis Acadenaicis; et promovendi ad gradus in sa -.ra Theologin Artibun ae Hedieinia viros bene merentes tenamus, nos igitur, hac auctoritate praediti, ususque antique haud immemores, judicavimus atque, concilio convocato decrevimus, virum egregium studiis optimis deditum (Name) de cuius profectu m Literis et Artibus et pro bis moribus satis compertum exploratumque habemus dignum atque idoneum qui honoretur ut Vir Doctus altissimo dignitatis gradu, quare uno animo et creavimus et feoimus eum Philosophiae Doctorem eique omnia jura et privilegia quae ad illium gradum attinent, dedimus et concessimus.
Haec Omina Qu idem et Singula vobis bona fide testamur per literas presentes, sigillo nostro et chirographo Praesidis Universitatis praefatae com- munitas, hoc quintodecimo die mensis Augusti Annoque Domini nostri millesime octingentesimo septuagesimo septimo.
Mit dem Siegel Livingston University America und neun Unterschriften versehen. Hierzu gehört auf einem Quartblatt eine Beglaubigung über die Ausstellung des Diploms mit der Unterschrift des Chancellor of the University Haddonfield, New-Jersey. Wo dieser Ort liegt, ob er überhaupt existirt und eine Universität hat, ist nicht zu ermitteln gewesen. Dem mit diesem Diplom Beschwindelten ist es von seiner vorgesetzten Behörde untersagt, den Doetor- Titel zu führen.
Vermischtes.
Mainz, 21. Januar. Es ist hier in der letzten Zeit häufig bemerkt worden, daß an Sonntagen die in den Schaufenstern ausgelegten Maaren nicht derart verdeckt sind, wie es die bestehenden Bestimmungen über die Sonntagsfeier vorschreiben. Die Polizeioerwaltung hat daher Ende verflossener Woche angeordnet, daß die Schaufenster sämmtlicher Geschäfte solcher-


