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Rußland.

müssen.

Zergeht das Püttern der hungernden Vögel nichU

Hunger Mm.E ^rtheilte heute 709 Portionen. Hiervon wurden 199 verkauft, die

übrigen 510 an Arme, Kinder und Handwerksburjchen vertheUt.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. Corresponden- Bureau.

Berlin, 22. December. DerRetchs-Anz." publictrt das Gesetz über kett Erwerb mehrerer Prtvat-Eisenbahnen für den preußischen Staat.

Kalkutta, 22. Decbr. General Gough meldet, daß ein Gefecht mit t cn Ghtlzats, welche von Azmatullah Khan geführt wurden, stattgefundm hat; die Gbilzais wurden zurückgefchlaqen.

Rom, 22. Decbr. Die Deputirtenkammcr hat die Regierungsvorlage betreffs Bewilligung von 12 Millionen zur beschleunigten Ausführung öffent- licher Arbeiten angenommen, tie Ermächtigung zur provisorischen Ftnanzver- waltung für Januar und Februar 1880 ertheilt und sich sodann bis zum 19. Januar vertagt.

Pari», 22 Decbr. Das JournalTemps" meldet: Grevy hat daS EntlaffungSgesuch des Cadtnels noch nicht angenommen, und Freycinet hat sich noch nicht darüber ausgesprochen, ob er den Auftrag zur Bildung des Tabivets annimmt.

Pari», 23. December, Nachts. Freycinet hat den Auftrag zur Bil­dung eines neuen Cabinets nicht angenommen. Grevy ersuchte Waddington, Eonseilpräfident zu bleiben und das Cabinet zu reorganisiren. Waddington erbat sich eine 24stündige Bedenkzeit und bat Grevy, den Finanzminister Say »tt Bildung des neuen Eabinets zu beauftragen.

Men.

Kalkutta, 21. Decbr. General Roberts beauftragte General Gough, sofort vorzurücken. Zwischen Jagdallag und Kabul sieht kein Feind. Gough rückt mit 1400 Mann und 4 Kanonen vor und nimmt in Lataband weitere 700 Mann mit 2 Kanonen auf.

Menn was Gott verhüten wolle, bei unserer jetzigen sibtrychcn Temperatur Feuer zu« Aus­bruch 'kommen sollte, könnte unabsehbares Unglück entstehen Betrachtet man z. B. vee emzetnen Zugänge zum Stabtbach, so sinD Vie Treppen fast fußhoch mit Els belegt. D"nstboten und andrere ^Personen schütten das Abfallwasser einfach v,e Treppe hmumer anstatt daß solches htnabgetragen wird W nn nun vielleicht mitten in der Nacht Feuer ausbrache, dl- Feuerwehr 'ite an die offenen Stellen des Stadtbachs behufs Einlegung Der Schlauche zu den Wasser- 7ub n°-rn u !. w7 wi. «oll-u bi. S.ute btnunt.ttonw, oh». ®. ttjr zu laufen out, (le Hals und B-in b-.ch-n? Bedenk- man dach i-lches und uermeide tue die s-lge diele Uub.d-cht- iamfell,J»d*= ft* M«'1*"Öb.rfchl-st.u gingen weiter bei uns ein: SBfateer Sannet gui _ Q 10 u N-cktSanwalt Dorn eiff 0 ,iL.

Vermischtes.

Würzburg, 17. December. Zwanzig Jahre lang blieb unseren Mauern Die traurige Berühmtheit erspart, den Schauplatz einer Hinrichtung abgeben zu müssen. Vielleicht bedurfte es aber auch gerade in unserer Stadt eines solch ernsten Hinweises auf die Achtu^, welche den staatlichen Verordnungen gebührt; baden ja doch ganz besonders in hiesiger Stadt die Verbrechen wider das Leben der Nebenmenschen in neuerer Zeit so uberhaud genommen, daß ein Beispiel aufgestellt werden mußte. Eine schwere Schuld hatte der 22iahrige Johann Kas­par Hollebcr aus Thüngersheim zu sühnen einen Raubmord, einen aJ.0Tb0eT'J'"J ' Verbuchen zum Versuch des Todtschlags. Als Zett der Hinrich ung war die 8 Mo genstunde anberaumt Der Gang zum Fallbeil und die Hinrichtung wahrten l1/? Minuten. (W. Pr.)

Remscheid, 16. December. Die seit Samstag vermißte "eine Clara Weber wurde Sonntag Nachmittag vom Hunde eines Flurschützen im Osterbujch bei Remscheid aufgchmrt und vom Fiurschützen in ihre elterliche Wohnung gebracht. Die Kleine war auf Schulwege begriffen gewesen und saß unter Strauchwerk zusammengekauert erfroren da. Sie trug ihre

Schulta^che mWimter/j^ Der Bahnmeister Schöberle von München-Östbahnhof fLaidhausen) wird seit dem 12. d. M. vermißt und besteht die Vermuthung, daß er bei dem an diesem Tage stattgehabten Schneesturme bei Begehung seiner Strecke von der Bahn ab und in die Schneewehen geraihcn sei. - Die Münchener Polizeidirectton ist auf die 9Ute Idee ge­kommen , daß sie sämmtliche bettelnden Handwerköburschm zum Schneeschaufeln anhalle» laßt Arbeiten schändet nicht und ist immer besser, als Betteln. Auf der Donau hat sich oberhalb Passau eine jo starke Eisdecke gebildet, daß z. B. bei Heining die schweiften Fuhrwer e Don einem zum anderen Ufer verkehren können und auch wirklich fahren. «u8 aeschrieben: Vor einigen Tagen hatten sich mehrere Sperlinge auf eme Wagenkette gesetzt und waren - darauf festgefroren Nur mit großer Mühe konnten sich die Thiere wieder befreien. In Italien ist der Schneefall fortwährend ein ungeheuerer. In Neapel dauerte derselbe drei Tage und sämmtliche Eisenbabnzüge erlitten Unterbrechungen; bet ®enewento ^nette ein oun .in cvn Rom fällt seit dem 2. December kein Schnee mehr, dagegen friert seitdem fortwährend In Venedig beginnt die Lagune sich vollständig mit Eis zu überziehen wie es eit 1864 nickt mehr der Fall war. In Mailand sind mehrere Menschen erfroren, in Flor nz eine Schildwache. Auf vielen Feldern in Ober- und Mittelitalien erreicht der Schnee eine WC D- In dem^Tagebuche eines kürzlich verstorbenen Kasseler Bürgers findet folgendes hübsche Geschichtchen von dem letzten hessischen Kurfürsten. Es war am 20. Augustsheißes darin, am Geburtstage unseres Landcsfürsten. 2" Kassel sollte der Tag alljährlich gefettr werden. Vorbereitungen zur Illumination waren schon überall getroffen. Auch ich^wollte mit mehreren Freunden den Tag feierlich begehen; wir waren zu diesem Zwecke von d m Hofkeller, meister eingeladen, die Meine des kurfürstlichen Kcllertz zu problrcn. Nachdem wir uns schon längere Zett der fröhlichen Stimmung hingegeben hatten, wozu der reichliche Genuß d-S tresslich-n Weines beiaetragen hatte, wurden wir von dem Diener, welcher Wache stehen mußte damit wir nicht von unberufener Seite überrascht würden, durch die Schieckens- kunde' dem Kurfürsten sei unsere Anwesenheit im Hoskeller verrathen, aus unserer Äcinüth- lichkett a Usscn. 1 Als wenn eine Kanne voll Wasser über uns ausgc,chü i-t worden war o war unsere heitere Laune verraucht. Doll EntsAen sahen wir unS rathlos an. Da w r fast lauter Hofbeamte wo,en, stand für uns das Höchste auf Dem Spiel. Wa es doch kannt daß Friedrich Wilhelm, unser letzter Kurfürst, Denjenigen, welcher seinen Zorn durch irgend ei"c vnalücklichc Veranlassung, und wäre es Der geringfügigste Urnstaiid gewesen, wach- aerufenbatte" sicher darauf rechnen konnte, daß es ihm nicht gut bekam. E.n lunger Kauf­mann welcher durch den Zorn des Kurfürsten nichts zu verlieren hatte, war Der Einzige, we ch!r den Muth nicht verloren hatte. Indem wir Andern in einer verzweifeltenl Stimmung waren war er von unserem verstörten Aussehen im höchsten Grad« erheitert. Er bat uns, waren, war er von i ' bc8 Kurfürsten schon abkuhlen; wir sollten nur

Wm Bch'piele folgen unD die Köpfe nicht hängen lassen. Bald hörten «trSriedrich Wilhelm mit polternden Schritten die Kellertreppe herunterkommen und gleich darauf trat et mit D n .bend ausaestoßenen Worten :Jbr verfluchten Kerls, sauft mir meinen Wem, euch soll doch aloick^^da/^Drnrnerwetter holen!" tn' unsere Mitte. Rasch erhob sich der junge Kaus.nann und, n Glas «bebend rief er mit feierlicher Stimme:Wir trinken auf Königliche Hoheit Ge^ undbeit ' Gott möge uns unseren geliebten Landesfürsten noch lange erhalten und ihn diesen t®mal t?ld>m lafi,n! Kinigllch- H°h.» fotl leben!»"> W*

i Kurfürst von Einem zum Andern, dankte freundlich und gmg hinaus. Diesmal war noch

: sät« gut °"rüberg«gangtn. wir v.hm-u uni aber tat, ui.nalt w«d« btn W-iu im Hos-

VeterSb«»«, 21. December. Die russische Politik gleicht zur Zett einem JanuSkops; das doppelte Gesicht, welches sie überall zeigt, ist keines- . wcgs geeignet, belonderes Vertrauen zu erwecken. Wenn man hofft-.daß der Zusammentritt eines Kronrathe« -in gretsbares Ergebntß bieten wurde, s hat man sich getäuscht. Thalsache ist bisher nur. daß der kzar wi zu er warten war. nach dem Attentate jeder R-sorm abhold ist, «°d daß di. R hi- g w« ^''^Ü L.Ech tO Rtch.-unwatt D°rn,,iff .0^,

UBct sich daher da« traurige Verdienst zuschretben könr.en, den alten Ab^ u . ^®'2 s g8tl- a Trapp u Jt, Frau Sttuerrach Sckust-r I» je, H I.

ti«tnu8 und mit demselben auch Fürst Gorischaloff auf s-mem wankenden Litze , K @ ,0 3. 4 JL - Untenn brennenden WerdnachtSdanm, wenn Frcuoe

. , . hrtRpn ^ebenfalls BletBt OOiIäuflfl ber greise Diplomat < I herrscht gedenke man der Armen und Nothleidenoen, welche der Freude entbehren

bit^/uM^März^ nächst^JrhrE^brs ^zmn 25jährigen Regierung«.JubiläieM des I «hriMdletn auch ihnen re.che Hülfe bringen und Pen unbarmherzrg.n

Czaren unangefochten aus feinem Platze. Für das wnere Rußland bedeutet die« d-S Andauern des Veruichtungskampfe« g-geu den Nihilismus.lerd-r aber auch die Vertagung aller Concessionen an dt- gemäßigten Parteien, welche in einer Htnübersührung des ruisischen Slaaies in »nstitutton lle germtn die einzig mögliche Rettung des Czarenreiches aus dem inneren Wtrr- fd M6S« das führen muß, wird die Zukunft lehren. Zu verwundern ist e- nicht, daß die Wogen der Erregung aus Anlaß des Moskauer AltentatL bockaeben' es ist verzeihlich, daß die rohe Gewalt ihre letzten Trumpfe auf beiden Seiten ausspielen wird, und die Folgen dieser heillosen Wirthschaf^ so bedauerlich sie jedem Menschenfreunde find, sind gleichwohl ein heilsames Abschreckungsmittel für alle Völkerschaften, welche mit dem Panslavismu« licb- Lnaeln. Die Reform, die an Haupt und Gliedern noththut, kann nicht zu ihrem Recht kommen, und darum wird auch die Revolution mch^: auf- HSren. Wie bezeichnend ist hierfür die Kühnheit, mit welcher d e Nchilisten soeben mit neuen Drohungen, mit neuen Mordanschlägen und mit neuen ge­heim gedruckten Revolutions-Zeitungen heroortreten! a .

P E.ne seltsame Illustration zu diesen Verbältniffen bietet die auswärtige russische Politik. Während Gortschakoff im Auslande durch die russischen Vertreter alle Nachrichten über V-rwaltungs Reformen dementtren läßt, reist Graf Schuwaloff umher, wird vom deutschen Kaiser tn Berlin und von Bis­marck in Varzin ehrenvoll empfangen, und hat augenscheüiltch eine politische Mission. Gortschakoff und Schuwaloff! Sind sie wirklich Feinde oder reprä- sentiren sie nur die russische Doppelchngigkeit? Man nennt schuwaloff einen ehrenvoll verbannten und gestürzten Staatsmann, gleichzeitig aber agckut er t« Auslande, und wer Fürst Bismarck kennt, weiß auch, daß er seine Zelt * .......«..! Schuwaloff habe di- Ausgabe, Rußland und Deutschland zu v°rsShn-n - ->n Einvernehmen über die orientalische Frage zu schaffen und sogar die russische Politik tn Eentralasien klarzulegen, endlich solle er in erster Linie zur Rege- luna des demsch - russischen Grenzverkehrs mit Berücksichtigung der Memel, Dampfschifffahrt beitragen. Diese ganze Werbung ist plump angelegt. iDchtckt aber Rußland einen seiner gefalle- en Diplomaten um ihn desto le-.chter des- avouiren zu können, so widerspricht dem der Umstand cer Klugheit und Be­deutung des Grafen Schuwaloff. Aber wie die Dinge auch liegen "wogen^so hat es leider den Anschein, als gedenke Rußland den krummen Weg der trtguei^nicht^zu ^rl^ffen. Pxtersbourg" meldet: Alle Mächte haben bei der Pforte lebhafte Vorstellungen gemacht, damit die Stipulationen des Berliner Vertrags hinsichtlich Gussinjes und Plawas mcht länger ein tod er Buchstabe bleiben. Das Blatt schreibt ferner, die Behauptung desDaily Telegraph" tn Betreff der Reise eines außerordentlichen persischen Ges-^dten nach Europa wegen der Atrekgren;e entbehre jeder Begründung. Die Regie­rung des Schah habe nicht die geringste Absicht mauisistirt, Rußland das Recht zu der int letzten Sommer stattgefnndenen Expedition tn das Atrekgeotet zu bestreiten und denke jetzt ebenso wenig daran.

Lokale».

GteHen, 23. December. Bczüqlick des kürzlich beobtichtcten Meteors theilt uns ein «Ufleniieu«e weiter mit, daß cs ihm voraekommen, als sei über Der L o tz scken Brauerei eine kopfaroße Leuchtkugel aufgestieqen; dieselbe bewegte fick dann in einer^ Hohii von circa 50 Meter horizontal über Dem M u h l schm Hause hin bis zur Wieseck und löste sich mit leichtem Knall in 3 kleineren, alSbalD »crschwindenDen Kugeln auf. Ob dies das von Darmstadt auS ge­meldete Meteor war, ist doch sehr zweifelhaft.

®(cycn 23. December. Gestern Nachmittag drohte tn einem Hause der Lowengasse «n Brand auSz'ubrechen. Durch die Wandwärme aufmerksam gemacht, ging man der Ursache derselben nack und fand einen brennenden Riegel, welcher du-ch das schadhafte-Kaonn entzündet W« Bei dieser Gelegenheit möchten wir auf einen argen Mißstand aufmerksam machen.

keller zu^probirni vom 15. December wird von DerHartung'schen Zeitung

folgende niedliche Geschichte erzählt: Ein allgemein HWtt Menbote

Ud)tdt un» ÄUtWeii d-S att.n «unrtt.n M.nutS baut unb feiner Bert., -nh.it ab. helfen wollte.

Eine vols«thnmll»e Heilmelbode. Wir sind in d-r Vage, dt. Aufm.rkfam- feit der Leser heute auf ein Buch zu lenken, welches die obige Bezeichnung naUaul »erbient denn bei der gerade auf diesem Gebiete h-mchenden Rioalitai ,on,l,,l*irT b r Mat nur eine solche Heitmethobe derVolksihumltchkeit- rühmen, w che wirk, lich unb nachweislich in alle Gefellschastsfchichten gebrungen tfi unb h-r «esten Fuß ncfn&t hat Unzweifelhaft acht aber diese Annahme aus der Thatsache hervor, daß das i U ^i?LtboTbeVprein?be%ud) bereits die 120 Auflage erlebt hat unb in mehre­ren UeberfcUunaen vorliegt, die gleichfalls wiederholte Auflagen erfahren haben- Wenn diesen vielsagenden Thaftachen einige allsprechende Urtheile gegenüberstehen so beslat gt dies nur wieder die alle Erfahrung, daß gerade epochemachende Unterne^ vm (Keifte des wissenschaftlichen Fortschrittes brodneidischen und mißgünstigen Tadel am sich lenken. Daß das Buch trotzdem stetig an Verbreitung und Popularität gewlnnt beweist wie machtlos derartige Nörgele cn des Zunftgeistes einer praktisch tausendfach bewährten S?che gegenüber bleiben.Dr. Airy's ^aturbeilmCtbDbe" nun, Gesunden die RegUn beobachten, welche zur Erhalmng und B-feft,gung fesundhett dienen, wahrend den Leidenden die kürzesten und, wie aus den gelieferterBeweisen zu ersehen .st, sichersten Wege zur Genesung gezeigt werden; es wird damtt,auck em« wegs die Anpreisung von io6e .anntenWundermitteln" bezweckt, der Lesn melmey mit ärztlich erprobten Hausmitteln bekannt gemacht, zu welchen feder Kranke mit dew größten Verttauen erfüllt werden wud. Wie wir Horen, ist auch die neue, , 120 Auflage vonDi. Airy's Natmheilmethode" schon wieder zum grötzten Thett oer- griffen, was wohl am besten für die Beliebtheit dieses Buches spricht. Es mag Hier­allerdings der Umstand beitragen, daß der Preis des 550 ©eiten starken. re$ . ; ftrirten Werkes so billig gestellt ist (1 <X), daß die Anschaffung Jedermann mog ch wird, und glauben wir deshalb Allen, welche sich für dies nützliche Buch 'nteresN , ratben zu sollen, sich solches ehestens unter Beifügung non 1 JC. 20 tn Br'^ma von Richter's Derlags^Anstalt in Leipzig zu verschreiben.