Handel und Verkehr.
Gießen, 22. Juli. Auf dem heutigen Wochenmarkke kostete: Butter per Pfd JL 0 75 bi« X 0,83, Hühnereier per Stück 5 Enteneier, per Stück 6 X Käse, per Stück 4—8 Kasematte, per Stück 3 X Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 21 A Tauben, das Paar 75 X. Hühner, per Stück 1.10, alte Hahnen, per Stück JL 1,10, surme
Hahnen, per Stück 70 X Enten, per Stück JL 1,80, Kartoffeln, alte per 100 Kilo JL 10.- neue Kartoffeln 12.— per 100 Kilo, Zwiebeln, per Centncr 10, Milch per Liter 16 bis ^b'bnfleisch 70 X per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 56-60 X. Hammelfleisch 60 bis 70 X. Schweinefleisch 56—60 X- Kalbfleisch 46—50 X Kirschen per Pfd. 11—14 X,
Frankfurt, 21. Juli. (Fruchtbericht.) Wir werden seit gestern wieder von schweren Regengüssen hcimgesucht und war unser heutiger Markt in Folge dessen sehr fest, namentlich für Weizen und Roggen, die höher bezablt wurden. Prima Weizen macht sich sehr knapp. Course bleiben. Wir notiren heutige Preise: Mehl Nr. 1 JL 40, Nr. 2 JL 38, Nr. 3 32, Nr. 4 28, Nr. 5 JL 22. Roggonmehl % j Berliner Marke) 22.50, do I
(Berliner Marke) «X 20.50—21, do. II (Berliner Marke) 15.50—16.50, Wetzen effectiv hiesiger ab Bahnhof hier JL 22.50—23, ab unserer Umgegend 21.75—22, do. fremder je nach Qualität .M 20—22.75, Roggen, je nach Qualität JL 13.25—15.75, Gerste 3L 16.50- 17.50, Hafer 14.25—15.50, Kohlsamen JL 26y2—27, Erbsen 19—27, Wicken X 14—16, Linsen JL 17—36, Bohnen, weiße, 19.50, Roggenkleie JL —, Weizenkleie, grobe und feine —, Rüböl, detail, JL 62. Stimmung fester. ' Negenwetter bringt Hausse. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offerirt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht = 100 Kilo.) y
Frankfurt, 21. Juli. Der heutige Vichmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen, 200 Kühe und Rinder, 220 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. Jt. 67—69, 2. Qual. 63—65, Kühe und Rinder 1. Qual. lAL 60 62, 2. Qual. <//£ 52 — 54, Kälber 1. Qual, v/4 52—54, 2. Qual. 48—50, Hämmel 1. Qual. v4l. 60—62, 2. Qual. 48-54 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine das Pfund zu 54 X-
Ein ncueS Heilmittel. Daß in jetziger Zeit jedes neu auftauchende Präparat vom Publikum anfänglich mit einem gewissen Mißtrauen beobachtet wird, liegt in den Zeitverhältnissen, wo neue Heilmittel ebenso schnell auftauchen wie verschwinden. Wir können jedoch nicht verneinen, daß uns das Pflanzenreich mit den kräftigsten Mitteln unterstützt und es liegt nur an tüchtigen Chemikern, die Kraft dieser und jener Pflanze und Wurzel zu ergründen. So hat ein Dresdner Chemiker, Herr Nieske, ein Alkaloid-Präparat mit Namen „Menyl" zusammengestellt, welches mit außerordentlicher Heilkraft auf die Haut wirkt und nebenbei durch Frost, Ansammlung scharfen Blutes rc. herrührenden rothen Hautstellen die normale blasse Hautfarbe wiedergiebt, indem dieses Menyl durch die Poren der Haut eindringt und in Folge seiner außerordentlich starken antiseptischen Wirksamkeit jede Ansammlung von scharfem Blut zer- theilt, Blüthen, Mitesser rc. beseitigt- Ein großes Contingent der Abnahme stellten, wie uns bekannt ist, unter anderen namentlich in den letzten Jahren russische Offiziere, welche durch innere und äußere Einwirkung der Kälte die normale Hautfarbe der Nase einbüßten. Mit Vorliebe wenden besonders Special-Aerzte dieses unschädliche und dabei doch so wirksame Mittel an, welches ohne bombastische Anpreisungen bereits in allen Kreisen Anklang fand, und können auch wir unsererseits gern auf dasselbe aufmerksam machen.
trouillen aus. — Schon glaubte man, daß Alles beigelegt sei, als Dienstag früh um 6 Uhr aus Anlaß des Schichtwechsels sich eine große Menschenmenge (ca. 1000 Personen) vor dem Zechen- hausc ansammelte. Die Arbeiter weigerten sich, in die Grube einzufahren und verlangten, bevor sic Dies thätrn, die Zusicherung höherer Löhne. Wiederholte Aufforderungen, entweder einzu- fahren oder nach Haus zu gehen, blieben unbeachtet, und als ein Theil der Arbeiter auf das Dach stieg und Miene machte, mit Steinen zu werfen, blieb nichts übrig, aU das Zechenhans gewaltsam zu räumen. Hierbei kam es zum Handgemenge und die Ulanen machten, um Herren des Platzes zu bleiben, von den Waffen Gebrauch. Hierdurch und durch fortgesetzte Verhaf. tungen wurde bie Ruhe wieder hergestellt. Ein weiteres Resultat ist, daß 17 verwundete Arbeiter in das Lazareth ausgenommen werden mußten, von denen zwei schwer darniederliegen, da der eine einen Lanzenstich durch den Hals, der andere durch die Lunge erhielt. Todesfälle sind bisher nicht zu beklagen, dagegen bevorstehende Zahlenangaben ganz zuverlässig. Eine größere Anzahl Arbeiter mit leichten Wunden flüchtete, so daß die Zahl von 50 Verwundeten nicht zu hoch gegriffen sein dürfte. Die vielen Verhafteten sind durch Ulanen auf Leiterwagen in die Beuthener Gefängniffe abgeführt worden und werden ihre Unbesonnenheit schwer büßen müssen. Außer dem Demoliren des HauseS des Obersteigers haben die Arbeiter nichts zerstört, -insbesondere sind die Wohnungen der anderen Beamten und die zahlreichen Kauf- und Schänk- laden unbehelligt geblieben. Die Arbeiter auf Prinz-Schöneich-Schacht, dem Genannter vorsteht, waren hauptsächlich unzufrieden, und soll Herr Rittmeister v. d. Osten am Montag einzelne Beschwerden auf Grund der Lohnbücher als gerecht anerkannt haben. — Eine strenge Untersuchung wäre hier am Platze und erfährt man auch, daß Herr Berghauptmann Ottiliae aus Breslau bereits etngetroffen ist und Herr Ober-Berghauptmann Serlo aus Breslau erwartet wird. — Heute, Mittwoch, ist Alles ruhig und die meisten Arbeiter gingen auf die Zusicherung höherer Löhne hin an ihre gewohnte Thätigkeit. — Von den Ulanen ist nur noch rtn Theil hier geblieben.
Die Mineralgerbung, von welcher jüngst in den Blättern die Rede war und die berufen zu sein scheint, eine vollkommene Umwälzung in der Gerberei hervorzurufen, hat seit Prof. Knapps berühmter Erfindung weitere Fortschritte gemacht. Dr. Heinzer- ling in Frankfurt a. M. hat -in neues Verfahren erfunden, welches ganz ausgezeichnete Er- gebniffe liefern soll und das Knapp'schc insofern ergänzt, als es sich vorläufig auf Oberleder erstreckt, während nach jenem bis jetzt nur Sohlleder fabrictrt wurde. Dieses neue Verfahren hat auch schon von sachkundiger Seite Anerkennung gefunden, indem es auf der Ausstellung von Bedarfsartikeln des Schuhmacher-Gewerbes zu Dessau prämiirt wurde. Das Hrinzerling- sche Leder, welches bereits von 2 Gerbereien in Aschaffenburg und Biedenkopf, sowie von der Firma Heinzerling & Comp. in Frankfurt a. M. geliefert wird, ist ebenso geschmeidig und weich, wie lohgares, aber wafferdichter, wovon sich selbst der Late leicht überzeugen kann und von größerer Dauerhaftigkeit. Dabei kostet es 20—25 o/o weniger, als jenes und bietet dem Gerber noch sonst große Vorthetle. Die Gerbstoffe (Chrom, Ferrocyankalium etc.) kosten sechsmal weniger als Lohe, der Gerbprozeß dauert nur 3 Tage bei leichten und 5 Tage bei schweren Häuten. Große Anlagen und viel Kapital sind daher nicht mehr nöthig; auch weniger bemittelte Gerber können viel produciren: es wird sich also in Folge deffen eine ziemlich tief greifende Veränderung in dem ganzen Gewerbe vollziehen, auf die jetzt schon aufmerksam zu machen, zweckmäßig sein dürfte.
Briefkasten.
D. D. Mit Ihrem „Eingesandt" einverstanden, können wir trotzdem so lange keinen Gebrauch davon machen, bis Sie uns gegenüber aus Ihrer Anonymität heraustreten.
Die Redactton.
Allgemeiner Anzeiger.
Köln-teener Eisenbahn.
4882) Vom 1. August er. ab werden zwischen Gießen und Wetzlar folgende Schnellzüge gefahren werden:
I. Schnellzug 168: Wetzlar Abfahrt 1244)
Gießen Ankunft U \ ^achm.
II. Schnellzug 177 : Gießen Abfahrt 76_ , Wetzlar Ankunft 721 l Abends.
Die bisherigen Personenzüge 177 und 176 (von Gießen 72. Abends, von Wetzlar 8^l Abends) fallen von genanntem Tage ab aus.
Köln, 18. Juli 1879. Die Direktion.
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Geschäfts-Uebernahme.
Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich das Gasthaus (4885
„Zum Schwanen66
dahier am IS Juli er. übernommen habe. Ich werde nach Kräften bestrebt sein mir die Zufriedenheit der verehrten Gäste zu erwerben und zu erhalten.
Ich empfehle einen guten Mitlagstisch ä 60 und 85 Speisen ä la carte zu jeder Tageszeit, sowie an Getränken ein gutes Glas Bier und einen reingehaltenen Wein»
Gleichzeitig empfehle dem reisenden Publikum meine auf das Beste eingerichteten Zimmer zum Logiren bei billigster Berechnung und reellster Bedienung.
Mich dem Wohlwollen eines geehrten Publikums bestens empfehlend zeichne Hochachtungsvoll
Wetzlar._______________L. Fgic.gl.
Vollmacht.
4879) Herr Hofgerichtsadvocat T. Barst in Gießen, Wall- thorstraße Nr. 153, ist von mir bevollmächtigt, mein Guthaben für Medikamente für mich einzuziehen und für mich zu quittiren und können Zahlungen hinfort nur dort geschehen.
Hannover, 17. Juli 1879.
Dr. C. Laubiftg
früherer Bescher der Engelapotheke;u Gießen.
ES) Offenbach, a. M.
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altes gutes Haus, bekannt durch reelle Bedienung. Civile Preise.
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Einem verehrten Publikum zur Anzeige, daß ich mein Geschäft in mein erkauftes Haus, Eike der Jtö rUtarkt-
straste, verlegt habe und halte mich bestens mit allen Neuheiten in großer Auswahl empfohlen.
4846)_________________M. Wdir. jr.
Krieger Be t
l* euer al- Ve - * f/ 2 .7 3» » g
Mittwoch den 23. Juli, Adei..ds £M/2 Ahr bet Fuhr (Cafe Kbin).
Tagesordnung: 1) Geschäfts- und Rechenschaftsbericht vom ersten Halbjahr 1879.
2) Bethetligung an der Feier der Enthüllung deS 4834) Landeskrtegerdenkmals.


