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6906) Freitag den 31. Oktober, Abends 7 Uhr, beginnt die Fortbildungsschule ihren Unterricht.
Zum Besuch desselben sind alle Knaben verpflichtet, die in den letzten drei Jahren aus der Volksschule entlassen worden sind. Die Knaben im Alter von 14 Jahren haben sich im Schulsaal Nr. 2 am Asterweg, die fünfzehnjährigen im Schulsaal Nr- 3 ebendaselbst, die sechszehnjährigen im Schulsaal Nr. 4 der Knabenschule in der Schulstraße, einzufinden, sämmtlich mit Feder und Papier versehen, um geprüft und in ihre Abtheilung etnge- wiesen zu werden.
Etwaige Gesuche um Dispensation sind an Großh. Krets-Schulcommission Gießen zu richten.
Die Meister, Lehrherren und Arbeitgeber sind verpflichtet, den Knaben die zum Besuch der Fortbildungsschule nothwendige Zeit einzuräumen.
Wir ersuchen die Lehrherren, Meister und Arbeitgeber, ihre Gehülfen, Lehrlinge und jungen Arbeiter auf die Wichtigkeit dieses Unterrichts aufmerksam zu machen und sie zu einem regelmäßigen, pünktlichen Besuch der Schule anzuhalten, weil nur alsdann etwas Ersprießliches geleistet werden kann.
Mr den Schulvorstand Gießen:
A. Bramm, Bürgermeister. Vigelius, Schulinspektor.
Eingesandt.
Die Uhr auf dem Rathhause dahier ist in jeder Beziehung ein tadelloses Werk und -macht dem Verfertiger alle Ehre. DaS rasche Schlagen der Uhr liegt nur an der Behandlung derselben.
Ein schnelleres oder langsameres Schlagen der Uhr wird dadurch erzielt, daß man die leicht stellbaren Flügel der Windfänge entsprechend dreht; soll die Uhr schnell schlagen, so müssen die Flügel so gestellt werden, oaß fie die Luft durchschneiden, anderenfalls, daß sie die Luft fangen.
— Am Eingänge einer Kirche treffen sich die Leidtragenden eines BegräbntffeS und die Patenschaft einer Taufe. Ein Bettler will von diesem Zusammentreffen so vieler Personen auch seinen Nutzen ziehen und so wendet er sich an den Mann, den er für den glücklichen Vater des Täuflings hält, mit den Worten: „Vergeßen Sie den Armen nicht, damit auch er heute glücklich fet wie Sie?" — „Gewiß, gewiß!" antwortete der Angeredete, und eine reiche Gabe gleitet in des Bettlers Hand. „Aber," murmelt dann der Wohlthäter, „woher weiß der Kerl, daß ich heut .... meine Schwiegermutter begrabe?"
— iGerichtSscene.) In einer neulichen Schlußverhandlung in einer ungarischen Stadt, erzählt „Debreczrn", war ein Bauer zu drei Monaten Gefingniß verurthetlt worden. Nach Pubiicirung des Urtheils richtet der Gerichtspräsident die Frage an ihn, ob er appelliren wolle. Angeklagter: „Halten zu Gnaden, Herr Präsident, wie viel muß ich dafür bezahlen?" — Präsident: „Nicht einen Kreuzer habt Ihr dafür zu zahlen." — Angeklagter: „Na, da wird's auch nichts nützen. Nein, gnädiger Herr, ich appellire nicht."
Hildburghausen. Der Landtag des Herzogthums hat dem unter Aufsicht deS Staates stehenden Technikum Hildburghausen, welches eine Maschinenbau- und Baugewerkschul« umfaßt, in Anbetracht der für die Industrie und das Gewerbe so wichtigen theoretischen Ausbildung junger Techniker und der anerkannten Leistungen der Anstalt eine fortlaufende StaatS- Unterstützung bewilligt.
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Gießen, den 18. October 1879. Großherzogliches Kreisbauamt Gießen. 6869) Holzapfel.
Handel und Verkehr.
Gießen, 21. October. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 1,10 bi« Hühnereier per Stück 7 H, Käse per Stück 5—7 H, Käsematte per Stück 3 -5h Erbsen 1 Liter 18 H, Linsen 1 Liter 22 H, Tauben das Paar 50—70 Hühner per Stück 0.75—1, Halmen per Stück 0.50 1, Enten per Stück JÄ 1.70, Gänse JL 3—5, Kartoffeln per 100 Kilo JL 6-7, Weißkraut, 100 Stück Jt 6, Zwiebeln per Gentner 5-6, Milch per Liter 16 und 18 H, Ochsenfletsch 70 H per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 52—56 Kalbfleisch 50—54 H, Hammelfleisch 60—70 H, Schweinefleisch 60—64 Truthähnen per Stück 4 - 5
Frankfurt, 20. Octbr. (Fruchtbertcht.) Mehl Nr. 1 43, Nr. 2 JL 41, Nr. 3
JL 35, Nr. 4 JL 31, Nr 5 JL 25, Roggenmehl o/i (Berliner Marke) JL 25.50, do. I (Berliner Marke) 23.50—24.—, do. II (Berliner Marke) JL 18.50—19.50. Weizen effectiv hiesiger ab Bahnhof hier JL 25-25 —, ab unserer Umgegend JL 23.50—24.—, do fremder je nach Qualität 24—25.25, Roggen, je nach Qualität JL 17.50—18.50,
Gerste >^ 20, Hafer 14—14.50, Kohlsamen 24—27.50, Erbsen JL. 19—27,
Wicken JC. 16—17, Linsen JL 20-40, Bohnen, weiße, 23—25, Roggenklete JL —, Wetzenklete, grobe und feine JL —, Rüböl, detail, JC. 62. Stimmung abwartend. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offertrt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo )
Frankfurt, 20. October. Der heutige Biehmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 260 Kühe und Rinder, 270 Kälber und 350 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 68—69, 2. Qual. JL 64—66, Kühe und Rinder 1. Qual. JL 58—60, 2. Qual. JL 54-56, Kälber 1. Qual. Jü 53—55, 2. Qual. 50—52, Hämmel 1. Qual. JL 60—62, 2. Qual. JL 48 50 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund —
Das Pfund Bratwurst kostet 1 at; fünf Pfund werden zu dem ermäßigten Preis von. 90 $ offerirt. Hasen werden mit JL 4.50—HO bezahlt-
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