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. Dienstag den 22. Juli 187».

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Ailstigr- «ni> Amishistt sir den Kreis Gießen.

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Amtlicher HHeit.

Nr. 25 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 17. l. M., enthält:

(Nr. 1317.) Gesetz, betreffend den Bau von Eisenbahnen von Teterchen nach Diedenhofen und von Buchsweiler nach Schweighausen, sowie den Ausbau des zweiten Geleises zwischen den Bahnhöfen Teterchen und HargartenFalk. Vom 9. Juli 1879.

(Nr. 1318.) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Errichtung des Reichsschatzamts. Vom 14. Juli 1879.

Gießen, am 21. Juli 1879. Großherzogliches Kretsamt Gießen.

_______________Dr. Boekmann._____________

2ln die Großherzoalichen Ortsaerichte Garbenteich, Groß-Linden, Hausen, Heuchelheim, Steinbach und Wieseck.

Wir muffen Sie wiederholt um umgehende Einsendung der Cultur- und Bauveränderungsverzeichniffe ersuchen, widrigenfalls solche für nächstes Jahr nicht mehr benutzt werden können.

Gießen, den 19. Juli 1879. Großherzogliches Steuer-Commifsariat Gießen.

__________________________________________________________Süffert._____________________________________________

Gefundene Gegen st ander

4 kleine Schlüssel, ein Stückchen von einer goldenen Uhikette, 3 Taschentücher, 1 Taschenmesser, 1 Handtasche, 1 Notizbuch und 1 Strümps, 1 Geldbeutel mit Inhalt, 1 Rodhacke, 1 Messinghalsband, 1 Portemonnaie mit Inhalt, 1 Bierzipfel mit Inschrift: Th. Nebel s./l. Leibf. W. Volp z. f. E. Lud. S. S. 1877.

Gießen, den 21. Juli 1879. Polizei-Wachtmeister.

~ Uolitt sch er Hheil.

Zur allgemeinen politischen Lage.

Wie der Schluß des deutschen Reichstags in die Gewitterschwüle unserer inneren Lage einen frischen Luftzug gebracht hat, so ist um dieselbe Zeit auch em erfreulicher Umschwung in der öffentlichen Meinung über die angeblichen Gefahren der allgemeinen politischen Lage eingetreten.

Was den Orient betrifft, so hat der Fürst von Bulgarien durch die -attvolle Art und Weise, wie er sich beim Antritt seiner neuen Stellung be­kommen, das Vertrauen der Mächte zu ihm nur erhöht, und wenn man sich ui Rußland darüber beklagt, daß er die Dankbarkeit gegen dies Land zu wenlg m den Vordergrund gerückt, wenn besonders der bisherige Gouverneur des Landes, Fürst T ondukoff-Korsakoff, der den Berliner Frieden seiner Zeit als Offenbachffche Musik bezeichnete, recht unzufrieden von seinem Nachfolger ge­schieden ist, so beweist das nur, daß das Land unter Führung des Letzteren um so sicherer einer ruhigen, gedeihlichen Entwickelung entgegengeht. Die Nachrichten über das üble Verhältniß des Gouverneurs von Ostrumelten einerseits zur Pforte, andererseits zur internationalen Commission heben sich offenbar gegenseitig auf. Die griechische Frage bat zwar in letzter Zeit keinen Schritt vorwärts, aber auch keinen rückwärts gethan, und wenn auch das kleine Griechenland von Zett zu Zett kriegerische Demonstrationen macht, zumal auf Janina nimmermehrverzichten" zu können erklärt, so wird es sich schließlich doch der Entscheidung der Großmächte fügen. Haben sich die Schwierigkeiten der egyptischen Frage endlich angeblich dadurch gemehrt, daß die Pforte nicht blos den Ferman von 1873, sondern alle überhaupt seit 1841 erlassenen als aufgehoben betrachtet, so darf man doch in der Gewiß­heit, daß die Verhandlungen über diese Frage zwischen allen Großmächten geführt werden, die Westmächte jedenfalls nicht isoltrt tu derselben vorgehen wollen, eine Gewähr schließlicher friedlicher Erledigung sehen.

Auch die Beziehungen der europäischen Mächte unter einander zeigen augenblicklich ein Bild, mit dem man wohl zufrieden sein kann. Eine den Weltfrieden gefährdende allzu starke Annäherung Englands an Frankreich ist, abgesehen von der egyptischen Frage, für die nächste Zett wenigstens, geradezu unmöglich geworden, seitdem die Franzosen sich über das mit so großem Pomp'veranstaltete Leichenbegängniß des Prinzen Louis Napoleon ent­schieden piquirt zeigen und die beschwichtigenden Erklärungen der englischen Presse von dem französischen Publikum äußerst kühl ausgenommen worden sind. Die Lösung des Drei-Kaiser-Verhältnissis gehört, allen Bemühungen der Friedensstörer ungeachtet, mehr in das Reich der frommen Wünsche, als in das der Thatsachen. Mag immerhin zwischen dem Berliner und Petersburger Cabtnet eine gewisse Verstimmung herrschen, so ist dagegen die Intimität zwi­schen Berlin und Wien gegenwärtig notorisch um so enger, und Graf Andrassy wird sich voraussichtlich die Aufrechterhaltung des bisherigen, Verhältnisses jetzt ebenso gern zur besonderen Aufgabe machen, wie früher Fürst Bismarck.

Die Hauptsache ist indeß unsers Erachtens, daß bet der Wiederkehr des Jahrestages der Unterzeichnung des Berliner Friedens von entscheidendster Seite ein erfreuliches Einvernehmen der Mächte über eine loyale Ausführung des Berliner Friedens constatirt worden ist. Die englische Regierung hat soeben erst im Parlament auf die rasch fortschrei­tende Räumung aller vormals türkischen Gebiete Seitens der russischen Trup­pen htngewiesen und Marquis Salisbury spectell schon vorher erklärt: wenn auch das friedliebende England in gegenwärtiger Zeit natürlich nicht entwaffnen könne, sondern aus einen Krieg gerüstet bleiben müsse, so habe er doch die Ueberzeugung, daß der Sturm der letzten Jahre sich allmältg legen, Europa die Beschlüsse des Berliner Congreffes acceptiren und damit eine Periode der Ruhe beginnen werde, während deren Wohlstand und Industrie sich heben würde.

Noch wichtiger scheint uns, daß gleichzeitig von Berlin aus officiös bemerklich gemacht worden ist, wie unerwartet weit die Ausführung des Ber­liner Vertrages im Laufe eines Jahres vorgeschritten sei und wie Deutsch­land sich als Maklergebühr das Vertrauen aller Mächte erworben habe. Darum habe auch die anfängliche Weigerung der französischen Regierung, sich an der Münchener Kunstausstellung zu betheiligen, um so weniger zu be­deuten, als jene Regierung sich nachträglich als Ausstellerin angemeldet, Frankreichs auswärtiger Minister überhaupt Alles thue, um die freundschaft­lichen Beziehungen zwischen beiden Reichen zu fördern, und die sacttsche Ueber- einstimmung beider Regierungen in fast allen den Orient betreffenden Fragen beweise, wie hoch der Werth eines solchen Einvernehmens beiderseits ge­schätzt werde.

So steht denn zu hoffen, daß die allgemeine politische Lage sich von Tag zu Tag mehr klären und das Vertrauen tu eine friedliche Weiterentwtcke- lung der europäischen Staaten, welches in letzter Zeit etwas in Wanken gekom­men war, sich von Neuem befestigen werde.

Deutschland.

Berlin, 19. Juli. DieNordd. Allg. Ztg." meldet, in den letzten Tagen habe im Ministerium des Innern eine umfaffende Berathung über die Frage der Verwaltungsreform unter dem Vorsitze des Ministers begonnen, nachdem das Material aus Grund der vorliegenden Berichte von den einzelnen Dezernenten vorbereitet worden sei.

Köln, 19. Juli. Der Vertrag über die Stadterweiterung ist heute Mittag IV2 Uhr vorbehaltlich der Genehmigung des Stadtverordneten-Colle- giums und des Consortiums von Seiten der Stadt durch den Oberbürger- meister und einer Commission der Stadtverordneten, für das Consortium durch dessen Vertreter unterzeichnet worden.

München, 19. Juli. Heute Vormittag 11 Uhr hat die feierliche Eröffnung der internationalen Kunstausstellung im Auftrage des Königs durch den Prinzen Luitpold im Glaspalaste unter Betheiligung aller anwesenden Prinzen, der Prinzessin Gisela, der eingeladenen Ehrengäste, Mitglieder des diplomatischen Corps, beider Kammern, der Chefs der obersten Hof- nnd Landes-, sowie der Militär- und Civilbehörden stattgefunden. Professor Lin- denschmidt hielt eine kurze Anrede über die Aufgabe und Bedeutung der Kunst­ausstellung. Prinz Luitpold antwortete und schloß mit einem Hoch auf den König. Unter den Klängen der National-Hymne machte der Prinz einen Rundgang, worauf die Ausstellung dem allgemeinen Besuche geöffnet wurde

Schweiz.

Bern, 19. Juli. Der Gotthardbahn-Bauunternehmer Favre ist heute im Tunnel am Herzschlage gestorben.

Arankreich.

Versailles, 19. Juli. Der Senat nahm mit 153 gegen 116 Stim- men den Gesetzentwurf, betr. den Sitz der Kammern in Paris, mit der von der Kammer beschlossenen Modistcatton an, wonach den Präsidenten der Kam­mern das Recht der directen Requisition der bewaffneten Macht zugestan­den wird.

Die Deputirtenkammer genehmigte einen Credit von 35,000 Frcs. für die internationale Kunstausstellung in München. Der Gesetzentwurf, betr. die Zusammensetzung des höheren Unterrichtsraths wurde von der Kammer mit 363 gegen 116 Stimmen angenommen.

DieEstafette" veröffentlicht ein Beileidschreiben des Prinzen Jerome an die Kaiserin Eugenik.

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