Reservatrechtes bei der vorliegenden Frage nicht betheiligt — sich diesem ablehnenden Votum anschließen werden."
Der „Berliner Actionär", ein Blatt, welches in dem Rufe steht, häufig Anschauungen zu vertreten, welche sich mit denjenigen des preußischen Handelsministeriums decken, spricht sich indesien darüber in folgender Weise aus:
„Es wird dabei der Titel II der Reichsversassung übersehen, der über- Haupt die Grundsätze für die „Reichsgesetzgcbung" regelt. Nach Art. 4 Nr. 8 unterliegt der Beaufsichtigung und der Gesetzgebung des Reichs das gejammte Eisenbahnwesen; nur zu Gunsten Bayerns ,st hierbei der Vorbehalt gemacht, daß ein Theil der im Titel VII über das Eisenbahnwesen gegebenen Special- bestimmungen dort nicht zur Anwendung gelangen soll. Die Reichsverfasiung beschränkt daher materiell die Reichsgesetzgebung über das Eisenbahnwesen nicht nur nicht, sondern sie gewährt derselben geradezu den weitesten Raum. Die Specialbestimmungen des Titel VII können nicht als solche Einschränkungen geltend gemacht werden; sie regeln nur einzelne Fragen des Eisenbahnwesens von vornherein. ohne die Regelung weiterer Fragen auszuschlteßen. Was insbesondere den Art. 45 anbelangt, auf welchen die Gegner sich vornehmlich berufen, so entspricht es weiter nicht der thatsächlichen Lage, wenn behauptet wird, dem Reiche stehe danach nur die Controle über das Tarifwesen zu. Der Artikel verpflichtet vielmehr ferner ganz ausdrücklich das Reich, „dahin zu wirken, daß die möglichste Gleichmäßigkeit und Herabsetzung der Tarife erzielt werde/' Die Wege zur Erreichung dieses Zieles sind nicht vorgeschrteben und selbstredend muß es der Entscheidung des Reiches selbst überlasten werden, welche Wege dastelbe wählen will. Finden die Factoren der Retchsgesetzgebung gegen- wärtig nach mancherlei anderen mehr oder minder fruchtlosen Bemühungen, daß die öffentlichen Interessen die Beschreitung des Weges der Gesetzgebung erheischen, so hat es dabet lediglich sein Bewenden. Irren wir nicht, so ist übrigens die Competenzfrage bereits bet der Tartfreform angeregt. Bekanntlich hat sich der Bundesrath dadurch nicht abhalten lassen, über das Tartf- system Vorschriften zu erlassen."
Vermischtes.
Marburg, 20. Juni. Nach dem Studeuteuoerzcichnisse für das diesjährige Sommersemester nehmen an den Vorlesungen unserer Hochschule Theil überhaupt: 544 Studirende, davon studiren 63 Theologie, 98 Jurisprudenz, 126 Medicin, 122 Philosophie, Philologie und Geschichte, 81 Mathematik und Naturwissenschaften und 47 Phar- macie und Zahnheilkunde, außerdem besuchen noch 7 Hörer mit Genehmigung des Rectors die Vorlesungen. Im laufenden Sommersemester wurden neu immatriculirt 190. Von den 537 Studirenden gehören an: 460 dem Königreich Preußen, 62 den übrigen Reichsländern, 11 den übrigen europäischen Staaten und 4 außereuropäischen Ländern.
Mainz, 18. Juni. Heute Nacht brannte es in der Neuthor-Caserne; das Feuer zerstörte den Dachstuhl und damit zugleich einen bedeutenden Theil der Bestände des 118. Infanterie-Regiments.
— Uebertrumpft. In den Laden eines ehrbaren Berlin» Schlächtermeisters tritt dieser Tage ein vielgereister Freund. „In Cincinnati", erzählt Letzterer, „haben sie's mit dem Schlachten doch weit gebracht. Eine große, sehr complicirte Maschine ist da ausgestellt, die durch Dampf getrieben wird, da hinein wird durch eine große Klappe das Schwein gejagt, »te Maschine tobtet dasselbe, reinigt es, wirfr an einer Seitenstelle dte Borsten hinaus, laßt an einer anderen das Blut ab, zerhackt und sortirt Fleisch und Speck, läßt heiße Dämpfe darüber, kurz: auf der Endseite der Maschine kommt die fertig gestopfte Wurst heraus, um dann von einer zweiten Maschine geräuchert zu werden." Der Meister hatte durchaus ernsthaft dm mteresianten Bericht angehört. Ohne eine Miene zu verziehen erwiderte er nun: „Det is noch jarnischt! Son5ie Maschine haben wir hier schon lange, aber mit eene neie Verbesserung. Nämlich wenn die Wurscht rauskommt, wird se jekostet. Un schmeckt se nid) jleich ganz scheen — bums! fliegt se wieder 'rin in den Kasten, und des Schwein kommt natürlich auf die Vorderseite lebendig un verjnügt wieder 'raus!"
Eine Pulververschwörung in der Kirche. Der Pfarrer des unweit von Ravenna gelegenen Städchens Fontana Elice ist am Sonntag v. W. mit knapper Noth der Gefahr entgangen, während des Gottesdienstes in die Luft gesprengt zu werden. Als nämlich der Meßner Sonntag Morgens die Kirche betrat, verspürte er einen brandigen Geruch in derselben, was ihn veranlaßte, das Gotteshaus sogleich zu durchsuchen. Er fand nun unter dem Altäre ein Säckchen Pulver liegen, an dem ein brennender Aachsstock befestigt war, der aber noch für eine kurze Zeit ausreichte. Also gerade während des Gottesdienstes hätte eine Explosion erfolgen müssen. Da die Bewohner des Städchens stets in Zwietracht mit ihrem Seelsorger lebten, so vermuthet man, daß einige derselben das Complot angestiftet haben.
— In Neapel stürzte während der Frohnleichnamsproccsfion ein Balkon, auf welchem sich die Herzogin von Sangra befand, auf die Straße. Die Herzogin brach das Rückgrat und starb nach wenigen Stunden. Die anderen kamen mit leichten Verletzungen davon.
Allgemeiner Anzeiger.
Herren-Wäsche,
als: weiße u. bunte Hemden, Kragen, Manschetten, Chemisetten für Herren und Knaben, baumwollene und wollene Sommer-Unterjacken und Unterhosen, Filetjacken in allen Größen und Weiten, sowie alle Nrten Shlipse und Cravatten, Hosenträger, Glace- und Sommerhandschuhe, empfiehlt in reicher Auswahl zu sehr billigen Preisen 2832)II. Rübsamen.
Frankfurter Zeitung und Haudelsblalt.
Auflage der täglichen „Frankfurter Zeitung" 22800 Auflage des „Wochenblatt der Franksurter Zeitung" 6700
Gesammt-Auflage 29500
4030) Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung der Expedition der „Frankfurter Zeitung" mache ich hiermit bekannt, daß ich die ständige Vertretung der „Frankfurter Zeitung" auf hiesigem Platze übernommen habe.
Abonnements auf die „Frankfurter Zeitung" für das mit dem 1. Juli c. beginnende III. Quartal werden ä Mk 8.23, für zwei Monate ä Mk. 5 30 und für einen Monat ä Mk. 2.75 von dem Unterzeichneten entgegengenommen. Der Abonnementspreis des „Wochenblattes der Frankfurter Zeitung" betragt Mk. 1.25 pro Quartal.
Diejenigen, welche bei mir abonniren, haben den Vortheil, daß sie das Abendblatt, welches die Post erst des anderen Morgens ausgiebt schon 7V2 Uhr Abends erhalten, die Beilage mit dem Morgenblatt um 8 Uhr früh, also ebenfalls 3 Stunden früher als durch die Post. Dasselbe enthält u. A. den vollständigen Reichstagsbericht des vorigen Tages, welcher auf dem für die „Frankfurter Zeitung" refervirten Specialdraht übermittelt wird, sowie den ebenfalls telegraphirten Berliner Eourszettel, zahlreiche politische und commercielle Specialtelegramme. Bei wichtigen Ereignissen erscheinen Extra- Telegramme, die den betreffenden Abonnenten sofort bei Ankunft übermittelt werden. — Der Stadt - Anzeiger (Beilage zur Frankfurter Zeitung) wird den bei der Agentur ! abonnirten Lesern gratis beigegeben.
Die Zeitung kann entweder bei der Agentur abgeholt, | oder durch Trager überbracht werden (Letzteres gegen 50 ! Bestellgeld pro Quartal.)
Die Agentur nimmt Anzeigen für die Frankfurter Zeitung ä 30 Pfg pro Zeile entgegen
GrieSBen, den 14. Juni 1879.
Du Agentur der Frankfurter Zeitung
Julius Wallach,
Marktplatz B. 3Zi.
Steppdecken „ollH.rg,
Stets frisch gebrannten Kaffee,
1990) per Psd. Mk. 1,60, Mk. 1,80 und Mk. 2,-,
„Reingeschmack garantirt",
empfiehlt Bob ert Stuhl, Marktstraße 23.
tllock’sdie Motoren
stationär oder locomobil.
Cokes verbrauch 2 Kilo stündlich pro Pferdekraft.
Absolute Gefahrlosigkeit, kein Wasser, kein Dampf, kein geprüfter Heizer, keine besondere ", Wartung, keine behördliche Concession. Stärke 1 bis 4 Pferdekraft.
3835) Frospecte gratis.
Maschinenfabrik von Julius Hock (t Co., Wien,
Landstrasse, Hauptstrasse 109.
RmiteauxstamM imö -Rotten
3850) Eröffnung am T. Juli 1878
Landes - Gewei he - Ausstellung des Grossherzogthums Hessen in Offenbach am Main unter dem Protectorat Seiner K. Hoheit des Grossherzogs.
emvfi-hll billiqst LOtliS LOH),
,-4017)__Holzwaarenlagcr.___________
Photographie! hm
Geschästs Verlegung.
Einem geehrten Publikum hiermit die ergebene Anzeige, daß ich meine photographische Anstalt in das von mir erkaufte Haus,
Kaplansgasse 218,
verlegt habe und bitte ich, das seit dem zehnjährigen Bestehen meines Geschäfts so reicklich geschenkte Vertrauen mir auch in meinem neuen Locale zu bewahren. Durch den Bau eines der Neuzeit ectsprechenden Ateliers und aus- gestattet mit den besten Apparaten, bin icd in den Stand gesetzt, allen Ansprüchen auf diesem Gebiete Genüge zu leisten.
Achtungsvoll,
4035)__________Frwnc
Plauüio s ii. (laviere Piavo^-Geschäft
sg») von Gg. D. Gebauer jun. i« Alsfeld.


