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feftiaal eisgefunden. Zu ihnen gesellten sich verschiedene Abgeordnete, Rickert, Lasker, Richter, Löwe-Berlin, Karsten, Langcrhans, Zelle, Zimmermann u. A. Auch Herr von Forckenbeck war da in seiner doppelten Eigenschaft als Präsident und als Oberbürgermeister von Berlin. Wahrend bei den Verhandlungen am Samstag der Ton ein gemeßener, ja, ernster zu nennen war, aerieth am Freitag Abend die Unterhaltung balo in heitere Bahnen. Ein rheinischer Deputier hatte einem biedern Collegen aus dem Osten das Märlein aufgcbunden, Bismarck werde den Städtetag nicht dulden, sondern ähnlich wie bei dem berühmten Abgeordnetenfest in Köln die Versammlung auflSsen.Er wird doch nicht!" meinte ganz erschreckt der Angeredete,glauben kann man heutzutage Alles."Da kommt Rickert, dem die Haare noch immer nicht zu Berge stehen!" deducirte ein Anderer. Als Forckenbeck auf das Katheder steigt, um zu sprechen, meint ein Pommer:Also doch, ich dachte, er wolle von dem Städtetag nichts wisien, darum habe er die Begrüßung Duncker überlassen." Wer sagt denn das? sagt ein Anderer.Das hat in schutzzöllnerischen Blättern gestanden." Dann muß es wahr sein, u. s. w. Forckenbeck's Begrüßungsrede, sein Hinweis auf die ernste Zeit und die Schwierigkeit der gegenwärtigen Lage drängte für eine Zeit lang den Humor zurück, der bald aber wieder die Oberhand gewann. Noch sind die Getretdezölle ja nicht votirt, erklärte ein Bürgermeister entschuldigend, sobald die -kommen, vergeht uns das Lachen von selber. Gegen 10 Uhr Abends trennte sich die Ver­sammlung, auf der bet frischem Trunk manche Verbindungen zwischen den einzelnen Gauen unseres Vaterlandes angeknüpft woroen sind. (Trib )

Frankfurt, 19. Mai. Die Indianer werden im Zoologischen Garten noch bis zum Freitag den 23. d. Abends zn sehen sein. Am folgenden Tage werden dieselben sich nach Düsseldorf begeben, um im dortigen Zoologischen Garten sich zu zeigen. Am gestrigen Fünfzig- Pfennigtag lösten 7200 Personen Eintrittskarten zum Zoologischen Garten und die gleiche Zahl besuchte die Indianer-Ausstellung.

Eingesandt.

Gießen, den 21. Mai. In Erwiderung eines Artikels derOberhessischen Nach­richten", worin dieHöflichkeit" der Schutzleute in der bewußten Affaire gerühmt wird, bemerken wir, daß, da bereits eine Untersuchung wegen der Benennungerbärmliche Person" gegen den betreffenden Schutzmann etngeleitet ist, es sich bald zeigen wird, ob Höflichkeit auf jener Seite

wirklich beobachtet worden ist. Außerdem fügen wir noch die Eröterung bet (welche vielleicht nicht ohne Wichtigkeit ist) daß die betreffenden Studenten an dem fraglichen Abende nicht aus einem Cafö, sondern aus der Wohnung eines Kommilitonen, wo sie musizirt hatten, gckoNmren sind; auch kamen sie nicht zur bloßen Meldung des Verlustes, sondern auch zur Nachfrage nach einem etwaigen Funde des abhanden gekommenen Geldes; daß die Meldung Nachts gemacht worden ist, muß einer Polizei-Wache denn doch einerlei sein, da man nicht befürchten darf, sie in süßem Schlummer zu stören. Etwas Gesetzwidriges lag nicht in unserem Verhalten.

Schließlich erklären wir noch, daß, da wir hiermit diese Angelegenheit als erledigt an­sehen, wir alle weiteren Erörterungen von gegnerischer Seite als überflüssig und müßig betrachten werden. Wir wiffen unsere Zeit besser anzuwenden, als dieselbe mit unnöthiger Fortsetzung eines Federkrieges zu vergeuden Rn.

Briefkasten.

Herrn H. F. Ihrer Anfrage dienend, haben wir kein Inserat von Seiten der Direktion der Main-Weser Bahn erhalten, wonach Retourbillete Samstags gelöst, 3 Tage Gültigkeit be­sitzen. In der Darmstäder Ztg. hat ein solches gestanden, obgleich Darmstadt keine Sta­tion der Main-Weser-Bahn ist. Vielleicht glaubt man mit dieser Insertion in der betr. Zeitung den ganzen hessischen Stationen gebient zu haben. In der Marburger Zeitung war das Inserat ebenfalls enthalten. Speciell für Gießen, als eine Hauptstation der Main-Weser-Bahn wäre eine diesbezüglicke Publikation, unserer Ansicht nach, geboten gewesen. D. Red.

Den betr. Jnteressenten im Gartfeld diene zur Nachricht, daß nach genauerer Erkundigung an competenter Stelle, es als selbstverständlich betrachtet wird, daß die fragl. Parallelstraße, weil schon angefangen, auch nunmehr fertig gebaut wird.

SchliTsfoerficht. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Aoyd (£. W. Dietz in Gießen.

Newyork, 15. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. C. Franke vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 4. d. M. von Bremen und am 6 d. M. von Southampton abgegangen war, ist heute 4 Uhr Nachmittags wohlbe­halten hier angekommen.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

In Anschluß an die Bekanntmachung vom 16. d. Mts. werden noch folgende Kursveränderungen bekannt aegeb?n:

1) Personenpost AltenstadtNieder Wöllstadt I: aus Altenstadt 1 Nachm., in Nieder-Wöllstadt 250 Nachm.

2) Personenpost HanauHeldenbergen: aus Heldenbergen 630 Vorm., in Hanau 815 Vorm.

3) Personenpost HersseldSchlitz:

aus Hersfeld 620 Nachm., durch Nieder-Aula 7|9 Nachm., in Schlitz 93o Abends.

aus Schlitz 615 Vorm., durch Nieder-Aula 8^ Vorm., in Hersseld 920 Vorm.

Gießen, dm 20. Mai 1879.

Kaiserliches Postamt.

Lochmann.

Oeffeuttiche Aufforderung.

3323) Nachdem Friedrich Mümmel von Wieseck, dessen Vermögen nach dem aufgenommenen Status um 2652 «X überschuldet ist, tritt der Mehrzahl seiner nicht bevor­zugten gerichtsbekannten Gläubiger heute ein Arrangement abgeschlosten,wonach er, unter Bürgschaftsleistung seiner Ehesrau, 25% aller unbevorzugten Forderungen in 4 jährlichen Zielen Martini 1879, 1880, 1881, 1882 sich bereit erklärt hat, so werden nunmehr alle übrigen dem Gerichte bis jetzt noch unbekannten Gläubiger aufgefordrrt, etwaige Ein­wendungen gegen besagtes Arrangement binnen 4 Wochen an unterzeichnetem Gericht vorzubringen, widrigenfalls das Arr ingement gerichtlich bestätigt und iinn Vollzug gebracht werde.

Gießen, 7. Mai 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen.

I. V- d. L-:

Dr. Trapp, Landger.-Assessor.

3505) Nach der Entscheidung des Rerchs- Eisenbahn-Amts ist die wissentliche lieber; laduna der Eisenbahn-Güterwagen über die markirte Tragfähigkeitsziffer hinaus ohne Rücksicht auf das Maß der Ueber- ladung für unzulässig M erachten. Es ist hiernach die seitherige Gestattung eines Uebergewichts von 5% aufgehoben, und dürfen die Versender bei Meldung der reglementmäßigen Conventionalstrafen die Guterwagen nur bis zu der an denselben bezeichneten Tragfähigeit beladen.

Cassel den 17. Mai 1879.

Königliche Dtrection der Main-Weser-Bahn.

Waldgras- Bersteigerrrng.

3503) Die diesjährige Grasnutzung von den Schneisen und Blösen des Gießener Stadtwaldps soll .

Samstag den 24. b 3.,

Vormittags 11 Uhr, im Rathhaussaule versteigert werden.

Gießen, den 20. Mai 1879.

Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm.

Donnerstag den 19. Junt, Nachmittags 2 Uhr, soll der Acker des Adam Beinborn Flur 24/75 1994 Meter auf den Brand­graben meistbietend versteigert werden.

Gießen, den 7. Mai 1879. Großherzogliches Ortsgericht Gießen. Muller. (3148

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Für daS ÄtnderhoSpital in Nauheim für arme fkrophulöse Kinder sind aus Gießen eingegangen von S- K- X 2, E- K- X 10, L- K. x 10, Landrichter Erdmann X 5, Schulinspector Vigelius X 10, Frau Steuerrath Schuster X 20, I. B- X 10, A. M. X 3, L- B. X 5, Frau M. Neiß Wwe. X 3, Mitpredigtzr Lips X 5, Bergwerkbesitzer Fernie X oO, Director Wilson X 5, Dr. Baur X 5, Dr. Buch­hold und Angehörige x 5, Frau Schwan X 3, Stabsquartiermeister Kalbfleisch x 5, Dr. Buchner X 10, Professor Thaer x 1, Frau Professor V. X 3, Fr. v. T. X 4, Frau Adami X 7, S- X 2. In Summa X 183.

Außerdem hat der Verein für innere Mission für Gießen und Umgegend aus den Beiträgen seiner Mitglieder für die Einrichtung und ersten Bedürfnisse des Nau Heimer Kinderhospitals bis jetzt verausgabt X 350.

Mit dem herzlichsten Dank für oben erwähnte Gaben verbinden wir unsere dringende Bitte um weitere Beiträge, die, soweit sie von hier eingehen, in diesem Blatt von Zeit zu Zeit quittirt werden.

Gaben von hier für das Nauheimer Kindcrhospital nehmen außer dem Unter­zeichneten entgegen:

Dr. Baur, praft. Arzt- L- Bücking, Rentner. Dr. Kritzler, Hof­gerichtsrath. Kullm ann, Bezirtt'strafrichter. Dr. Re atz, Hofgerichtsadvokat. Dr. Seel, Pfarrer. Schlosser, Pfarrer. Stamm, Gymnasiallehrer. Dr. Thaer, Professor. G. Windecker, Kaufmann. G- Wortmann, Bankvorstand.

I. A. des geschäftsführenden Ausschusses. Der Rechner:

Eugen Kauffmaun.