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grenzenlosen Elends ausgefüllt. Die Scenen so erzählt einer derselben deren Zeugen wir während der letzten 24 Stunden gewesen sind, waren grauenhaft und entsetzlich. Ich sah eine Mutter, welche ein herzerschütterndes Geschrei ausstieß, als sie ihre zwei Kinder vom Wasier fortgerissen sah, Frauen und Männer, Vie, bis zu den Schultern im Wasser, ihre Arme emporhoben und mit Wehgeschrei die Luft erfüllte«. Ich sah weiter eine Matrone, die ein fünfjähriges Enkelkind aus dem Wasier zog und den Leichnam mit wahnsinnigem Gelachter emporhob. Viele Menschen flüchteten auf die Thürme der Kirchen und mußten von dort herab- gcholt werden. Die sichersten Orte sind gegenwärtig die hier stationirenden Dampfer. Die­selben nahmen blos Weiber und Kinder auf, während die Männer die Nacht auf den Dämmen verbringen mußten. Dabei gab «s Scenen, die dem Zeugen derselben das Blut in den Adern erstarren machten, wenn so die Gattin vom Gatten, Kinder von ihrem Vater getrennt werden mußten. Jetzt sind die Bewohner schon williger, sich forttransportiren zu lasten. Gestern allein wurden 2000 Menschen nach Temesvar abgeschickt. Gestern rettete Oberlieutenant ZubovitS eine aus 10 Personen bestehende Familie, welche auf Baumzweigen achtundvierzig Stunden verbracht hatte Mehrere derselben waren bereits erstarrt. Ebenso wurden gestern 62 Menschen, welche in Baumkronen hockten, heruntergeholt. Man fürchtet, daß sich noch jetzt Manche in dieser gräßlichen Situation befinden und vor Kälte oder Hunger sterben. Das auf den Dämmen befindliche Volk leidet furchtbar von Kälte und Nässe, da die Leute ohne ge­nügende Kleider sind; sie holen sich von den Dächern nasies Stroh und Rohr, um sich damit während der Stürme in der Nacht zuzudecken. Graf Karalyi sendete gestern aus Pesth 1000 Decken, die sofort vertheilt wurden. Räubereien dauern fort, insbesondere des Nachts, wo die Kähne ohne Fackeln herumfahren und die verlassenen Häuser ausgeplündert werden. Der Regierungs-Commissär erklärte, es seien sechs solcher Uebelthäter gestern in Mako erschossen worden; doch ist dies nicht wahr und wurde blos gesagt, um heilsamen Schrecken einzujagen. Die amtliche Angabe, daß es nur 15 Tode gebe, ist lächerlich. Bürgermeister Palfi glaubt, daß unter den Trümmern der Vorstadt Rochus und der oberen Stadt mindestens 6000 (?) Leichen sich befinden. Es ist unmöglich, die Trümmer gegenwärtig zu untersuchen. In der Derproviantirung ist noch immer keine Ordnung, die Leute hungern. Unter Trommelschlag ward verkündet, daß die Schildwachen angewiesen sind, auf Jeden zu feuern, der nach 8 Uhr AbendS auf dem Wasier fährt. Die Jlloray'sche Windmühle ist zusammengestürzt; von 56 da­selbst untergebrachten Personen retteten sich blos Jlloray, dessen Frau und Kinder und neun Gehilfen; die Uebrigen werden vermißt.

rr 9ranofcr rti> ^9. März, ©eftern Abend gegen 9 Uhr brach wahrend der Vor- stellung von Lessings Nathan der Werse" in dem mit dem Theater selbst verbundenen Coulisienhaus unter dem mit Zink bedeckten Dach an drei Stellen zu aleicber Seit äe.uOuL D°"k der Geistesgegenwart des Künstler und des Publikum/ist obschon be. 300 Kinder im Hause waren, kein Menschenleben zu beklagen. Die Feuerwehr war rasch zur Stelle und mittelst der Hydranten, die über das ganze Haus verbreitet sind, war die Gefahr bald beseitigt. Der Schaden beschränkt sich auf verkohlte Dack- balken und einige Coulissenftücke. . v

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