Ausgabe 
20.4.1879 Zweites Blatt
 
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Straße et» Grabstetnlager errichten will, sollen befürwortet werden. Einer Aenderung eines Bauprojekts des Herrn Ferd. Kreiling wird zugestimmt. Desgleichen da- Tc nch ves Herrn Ph. Kreiling um Erlaubniß zur Errichtung einer Einfriedigung an seinem Hause in der Wetzstetngasse, sowie da-jenige der Firm» Kauffmann & Comp. zur Aufführung einer Mauer gutgehetßen. Auch das Gesuch der Firma E. W. Fernie um Erlaubniß zur Jntriebsetzung eines Locomobil-Dampfkeffels wird, obschon der fragt. Kessel bereits steht und arbeitet, genehmigt. Herrn Ehr. Haubach wird gestattet, daß er eine Ueberbrückung eines städt. GrabcnS am Krofborfer Weg, sowie eine Umzäunung an seinem erkauften Hause, der früheren Herbert'schen Bleiche, vornehmen darf. Die Straßenbeleuchtung anlangend, so erbietet sich Herr Andr. Euler für je 50 JL per anno drei Ltgrotnlampen bedienen zu lassen und zwei erforderliche Candelaber zum Preise von je 18 JL anzufertigen und aufzustellen. Die Versammlung erklärt sich hiermit einverstanden. Der Voranschlag des Stadtbaumeisters über Errichtung von Petroleumlaternen in der Schwarzlach und am Riegelpfad im Betrage von 156 JL wird ge­nehmigt. Herr Ad. Noll macht bet dieser Gelegenheit auf die Versumpfung der Schwarzlach resp. die Stagnation des Wassers in dortiger Gegend aufmerksam. Ihm wird bemerkt, daß das Kreisgesundhcitsamt auch schon ein Schreiben an die Bürgermeisterei in diesem Betreff erlassen habe, welches demnächst zur Verhandlung gelange. Verschiedene Kostendecreturen werden genehmigt. Bei einer derselben wünschte ein Petent mündlich, daß ihm zu den von der Stadt früher gelieferten Wasserstiefeln nunmehr auch die nothwendigen Vorschuhe bewilligt werden möchten. Es erregte dieses Verlangen Heiterkeit, doch konnte der Bitte nicht entsprochen werden. Verschiedenen Gesuchen um Errichtung von Grabdenkmälern wird stattgegeben. Hin Gesuch der Garnison-Verwaltung um Erlaubniß zur Anlage eines Brunnens am Pulver­hause in der Nähe des Schießplatzes, wird nach dem Anträge des Herrn Oberförsters Lang genehmigt. Eine Uebcrfahrt am Krofdorfer Weg, welche sehr schavhaft geworden, soll durch eine neue steinerne Ueberbrückung ersetzt werden. Der Voranschlag von 1030 JL zur Her­stellung des Mauerwerks an 3 Ein- und Ausgerinnschleuscn wird genehmigt. Geheime Sitzung.a-

Vermischtes.

Am 8. April ist in Neubrandenburg der älteste deutsche Burschenschafter, ja der Gründer der ersten Burschenschaft in Jena, der Pastor Carl Horn, M Jahre alr, gestorben. Er war s. Z. der Waffengefährte und Freund Theodor Körner's.

(Ein historischer Hecht.) Zur Fisch-Ausstellung nach Berlin wurde aus Kaiserslautern ein ungeheurer Hecht aus Blech geschickt. Derselbe wurde in der fidelen Faschings­

zeit der 40er Jahre angefertigt, um al- bleibende- Facfimile eines der historischen Fisch-Exemplare zu dienen. Am 5. Oct. ves Jahres 1230 setzte Friedrich II in Den Woog (Weiher), der noch heuteKaiserwoog" beißt, einen schönen Hecht, umgürtet mit einer künstlerisch gearbeiteten Kette, die sich mit dem Wachsthum des Fisches erweitern konnte. Auf euer Platte trug sie die griechische Inschrift:Ich bin unter allen Fischen der erste, der von der Hand Kaiser Friedrich II. in dielen Woog gesetzt wurde am 5 October 1230." Bei einet Entwässerung des Wooges im Jahre 1497 wurde der Fisch gefunden und ihm vom Lhronisten eine Länqe von 19 Fuß bet einer Schwere von 350 Pfund beigelegt. Zur Erinnerung an diesen Fang wurde das wohlgetroffene Bildniß des Riesenfisches im Sckloffe zu Lautern aufgehängt. Er selbst wurde nach Heidelberg transportirt, um dort als Leckerbiffen verzehrt zu werden. Ohne Zweifel wird der Nachgeamte unter den Besuchern der Ausstellung Aufsehen erregen.

Wiernsheim (Württemberg), 12. April. Am Gründonnerstag erschien vor dem hiesigen Schultheißen eine Frau in betrunkenem Zustande und erklärte kurz und bündig, sie habe ihren Mann todtgeschlagen, weil er dem Trünke ergeben sei. Am Thatorte angelangt, fand der Sckultpeiß eine große Blutlache auf dem Stubenbovcn und den Mann der Uebelthäterin blutüberströmt im Bette liegend, zwar nicht tobt, aber mit zwei schweren Kopfwunden. Die Verletzung war demselben mittels einer leeren Schnapsflasche beigebracht worden! Die Ehe­gattin sitzt natürlich hinter Schloß und Riegel und hat Zeit zur Reue, von der sie vorerst wenig geplagt zu werden scheint, denn auf den Vorhalt ihrer verbrecherischen That erwiderte sie ge- laffen:Der ist wohl hin."

Frankfurt, 15. April. Ein hiesiger Lohnkutscher fuhr einen Fahrgast nach einer benachbarten linksmainischen Gemeinde, die einige Stunden südlich von Frankfurt liegt. Er spannte daselbst aus, ging in's Wirthshaus, trank einen Schoppen, spannte wieder ein und fuhr gen Frankfurt. Als man am anderen Morgen den Wagen öffnete, fand man tief schnarchend den Wächter der Nacht mit seinem Horn darin. F. Z.

Scliiflfaberichl. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd ($. W. Dietz in Gießen.

Southampton, 16. April. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Donau, Capt. R. Bussius, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 5. April von Newyork abgegangen wat, ist heute 5 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen und bat nach Landung der für Southampton bestimmten Paffagiere, Post und Ladung 7 Uhr Morgens die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Donau überbringt 116 Paffagiere und volle Ladung.

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