Lrsolge begleitet |tnb. Vatz übrigens tn den letzten Jahren unter dielen Raubthieren tüchtig aufgeräumt wurde, ergiebt sich daraus, daß von 1872 bis Ende 1877 an Schußgeldern 3293 und 1878 80'.) X bezahlt wurden. Eine vollständige Ausrottung dürfte übrigens noch eine Reibe von Jahren in Anspruch nehmen, da der große Waldbestand Lothringens dem Raubwtld Aünsttg ist.
Andernach, 10. Deeember. Gestern Nachmittag gegen 4 Uhr entstand in der Pro- ^inzial.Jrrenanstalt und zwar im Speicherraume des Gebäudes für unruhige Frauen, ein Brand, der im Verlaufe mehrerer Stunden das Gebäude bis auf die Umfasiungsmauern zerstörte' während die Gefahr trotz der Schwierigkeit des Löschens bei der strengen Kälte durch die vereinigten Kräfte des Anstaltspersonals und desjenigen der benachbarten Bewahranstalt St. Thomas schnell beseitigt wurde. Sämmtliche das Gebäude bewohnenden Personen wurden ohne die geringste Beschädigung und mit größter Ruhe und Ordnung in anderen Wohnungsräumen untergebracht und auch das Mobiliar gerettet.
— (Spielbank in Florenz j Da sich die Stadt Florenz, wie männiglich bekannt, fortwährend in dem Zustande eines untilgbaren Defieits befindet und nicht weiß, wie sie von ihren desperaten und finanziellen Verhältnissen loskommen könnte, soll das Ministerium der italienischen Negierung auf die verzweifelte Idee gerathen sein, in der hartbedrängten Stadt .... eine Spielbank zu gründen, die natürlich für Florenz sehr gewinnbringend sein müßte. Der König will, so meldet wenigstens die „Frankfurter Zeitung", für diese Spielbank die Lizenz von nur wenigen Jahren gewähren, aber das Ministerium möchte die Lizenz auf 25 Jahre erstrecken. Man würde in dem neuen Spielhause „Roulette, Baccarat und Trente et Quarante“ spielen. Die Stadt der Medicäer würde, sollte dieses finanzielle Auskunftsmittel practische Gestaltung -annehmen, in den Augen der Welt keinesfalls gewinnen.
— In Athen starb vor wenigen Tagen, wie dortige Blätter melden, die Hauseigen- thümerin Athanassin in dem schönen Alter von hundertunddreißig Jahren. Als 1821 der griechische Freiheitskrieg ausbrach, nahm sie den lehhaftesten Antheil an dem Aufstande, an welchem sich auch einige ihrer Söhne, Enkel und Urenkel beteiligten. Die Greisin erfreute sich noch bis vor wenigen Jahren voller Rüstigkeit.
Die Heilung der Schwindsucht.
St. Man schreibt uns aus Innsbruck:
Vor einigen Wochen publicirte bekanntlich der Assistent am Innsbrucker Uni- persitätshospital Dr. Krozak: „Wir haben ein Mittel zur Heilung der Schwindsucht -entdeckt! Nicht allein in der betheiligten Krankenmelt und in medicinischen Fachkreisen, sondern im Allgemeinen rief diese Mittheilung ein um so größeres Aufsehen hervor, als hinter dem Assistenten der leitende Arzt Professor Dr. von Rokitansky, ein Sohn des weltberühmten Wiener Mediciners, stand, und Dr. Krozak sich auf geheilte Fälle bezog. — Mit der Publikation begann ein heftiger Kampf in der wissenschaftlichen Welt: die einen sprachen von gemeiner Beutelschneiderei, vom höchsten Triumphe der Wissenschaft die anderen. Das epochemachende Mittel war bekanntlich das benzoesaure Natron, die Form der Zuführung die Inhalation. Das fein gestäubte Salz sollte cin- geathmet die Lunge afsiziren und allmälig die kranke Stelle ausheilen. Die Gegner der Heilmethode beriefen sich aber auf das gewichtige Zeugniß des Prof. Skoda, welcher ausführt, daß der kranke Theil der Lunge nicht funktionirt und daher Medikamenten nicht zugänglich ist, — und die „Wiener Medicinische Presse" verhöhnte den „Rummel in Innsbruck". — Nachdem indessen eine große Anzahl Schwindsüchtiger in Innsbruck eingetroffen ist, um die Kur zu versuchen, und, wie festsieht, viele der- -selben Erleichterung gefunden haben, dürfte es sich doch lohnen, zu untersuchen, ob nicht diesmal die Praxis der Wissenschaft gegenüber Recht behält. Nach Veröffentlichungen des Prof. Dr. v. Rokitansky ist nämlich das benzoesaure Natron allein nicht der Retter der Schwindsüchtigen. Nebenher geht ein völlig neues System der Behandlung, welches die bisherige Methode geradezu auf den Kopf stellt und jedenfalls bei einer großen Anzahl Schwindsüchtiger gute Resultate erzielt hat. Das benzoesaure Natron muß täglich mehrmals eingeathmet werden, gleich darauf müssen die Kranken in das Freie oder reine Zimmerluft, wenn Kälte und Sturm Spaziergänge verhindern. Außer der frischen Luftzufuhr und körperlichen Bewegung bildet eine gute und kräftige Er
Näherung, ganz im Gegensatz zu der bisher verordneten knappen Diät, eine Hauptve- dingung der Kur. -- Auf den Wunsch Rokitansky's und in Erkenntniß der Wichtigkeit der Sache hat die Innsbrucker medicinische Fakultät eine Commission eingesetzt welche genaue Controle über das neue Verfahren führt, und man darf wohl auf den ersten Bencht dieses Kreises von Sachverständigen gespannt fein. Auffällig ist es jedenfalls daß das Univerfitats-Hospital seit der Anwendung des benzoesauren Natrons und der damit verbundenen Heilmethode keinen Todesfall an Schwindsucht gehabt hat Allerdings wird man bei der Tuberkulose niemals von völliger Heilung sprechen können' aber auch eine Verharschung kranker Theile, die Rettung des noch nicht angegriffenen Lungenflügels, eine Lebensverlängerung ist bei der bisher für unheilbar gehaltenen Lungenschwindsucht em großartiger Fortschritt. Die „Heilung" ist also nur etwa so zu verliehen, als eine He-lung durch Abnahme eines Fußes oder Armes, dessen Krankheit den ganzen Organismus bedroht. Der Gerettete lebt mit 3/4 ober 1 8 Lunge ober er lebt. Jedenfalls bleibt Rokitansky das Verdienst, die Fachgenossen auf einen neuen Weg einer hoffnungslosen Krankheit gegenüber aufmerksam gemacht zu haben.
SeJnlfiTsberlchtt. Mttgetbeilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd G. W. Dietz in Gießen.
Newyork, 12. Deeember. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Rhein, Capt. H. C. Franke, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 30. November von Bremen und am 2. Deeember von Southampton abgegangen war, ist heute 10 Uhr MorgenS wohlbehalten hier angekommen.
Baltimore, 12. Decbr. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Ohio, Capt. G. Meyer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 26. November von Bremen abgegangen war, ist heute wohlbehalten hier angekommen.
Handel und Verkehr.
Gießen, 16 Deeember. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X 1,10 bis X 1.25, Hühnereier per Stück 7 Käse per Stück 5—1 . Käsematte per Stück 2—3 -4, Erbien 1 Liter 26 H, Linsen 1 Liter 24 Tauben das Paar 60 H, Hühner per Stück Jü 0.75—1, Hahnen per Stück X 0.70—1.20, Enten per Stück X 1.50—0.00, Gänse pr. Pfund 45—65 Kartoffeln per 100Kilo X 6.00—0.00, Weißkraut, 100 St. X 6-m, Zwiebeln pr. Ltt. Jü 8—0, Milch per Liter 16 und 18 Ochsenfleisch 68 per Pfd., Kuh. und Rindfleisch 4o — 56 Kalbfleisch 45 — 50 A, Hammelfleisch 50 — 60 Schweinefleisch 60 A, Truthähnen per Stück - X
Frankfurt, 15. Decbr. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 43, SKt. 2 X 41, Nr. 3 35, Nr. 4 31, Nr 5 A 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) X. 28—28 50, do.
I (Berliner Maike) 27.00—OO.uO, do. II (Berliner Marke) .<•; 20.0"—21.00. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 24.25 Oi), ab unserer Umgegend X 23—23.25, do fremder je nach Qualität X 21.50—24.75, Roggen, je nach Qualität X 18—20.25, Gerste X 17 00-21, Hafer X 13.00—15, Kohlsamen X 27—28 "0, Erchen X 19—27, Wicken X 16—17, Linsen X 20-24, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X —, Weizenkleie, grobe und feine X —, Rüböl, detaih X 65. Stimmuna' fist. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offerirt: (Die Preise verstehen sich chmmtlich ver
200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.)
Frankfurt, 15. Decbr. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrteben waren ca 350 Ochsen und Stiere, 210 Kühe und Rinder, 220 Kälber und 500 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—70, 2. Qual. X 64—66, Kühe und Rinder 1. Qual. X- 58-60, 2. Qual. X 50 -52, Kälber 1 Qual. X 54-56, 2. Qual. 48—50, Hämmel 1 Qual. X 0—54, 2. Qual. X< 40 42 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund -
Vergeßt das Iüttern der hungernden Vögel nicht!
Bekanntmachung.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von Iben bei der hiesigen Spar- und Leihkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar:
Mittwoch den 17. Decbr. 1879.
Donnerstag „ 18. „ „
Samstag „ 20. „
Dienstag „ 23. „ „
Mittwoch „ 24. „ „
Samstag „ 27. „ „
Dienstag „ 30. „ „
Mittwoch „ 31. „ „
sowie
Samstag den 3. Januar 1880.
Dienstag „ 6. „ „
Mittwoch „7. „ „
Donnerstag „ 8. „ „
Samstag „ 10. „ „
Dienstag „ 13. „ „
Mittwoch „ 14. „ „
Donnerstag „ 15. „ „
Samstag „ 17. „ „
Die Jnteressenden werden daher auf- zefordert die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legitimiren.
Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Jnteressenden der Stadt Gießen, dagegen die übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihrer Gemeinde auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 28. November 1879.
Der Rechner der Spar- und Leihkasse: Kehr.
Schellfische
empfiehlt (8164
Emil Fischbach.
Kastanien, Haselnüsse, Wallnüffe, Wachsstocke u. Lichte empfiehlt (8107
Fritz Flimm,
Materialist. Wallthor.
Allgemeiner Anzeiger.
Perfiauf von Hau , Rutz u. Memcholz im Forste Grünberg.
Es sollen im Submissionswege vergeben werden:
aus der Oberförsterei
I. Hainbach
II. NicderOhmen
III. Schiffcnberg
Stämme
Scheiter
Knüppel
Kiefern- Schnitt- holz
Kiefern- unb Fichten- Bau- und Nutzholz
Hainbuchen- Werkholz
Roth- buchen
Hain- buchen- Rund- scheit- holz
Aspen
Roth- buchen
Aspen
Festmeter
Raummeter
-
-
30
500
| 50
1 -
1000
-
-
60
500 -
I I
I 1
I 1 —
100
1 -
I 1
100
Das Holz sub I und II lagert 3 — 10 Kilometer von den Stationen Ehringshausen, Nieder-Gemünden, Mücke und Grünberg der Oberhessischen Eisenbahn, das Holz sub III lagert ca. 4 Kilometer von Gießen.
Kaufliebhaber wollen sich wegen Besichtigung des Holies rc. an die betr. Oberförstereten wenden und ihre Gebote pro Feftmtr. resp. pro Rmtr. ver- schlosien franco entweder bis zum 3. k« M. bei der unterze chneten Ober- försterei oder im Termin am 8. k. M. im Gasthause zum wilden Mann dahier einreichen, woselbst Morgens 10 Uhr die Eröffnung der Gebote in Gegenwart der etwa erschienenen Submittenten erfolgen soll.
Grünberg, am 14. December 1879.
Großherzoglich Hessische Oberförstern Nieder-Ohmen.
8156)Hüter.
Bekanntmachung.
Für die hiesige Spar- und Leihknffe, eingetragene Genossenschaft, ist Geschäftstag jeden Mittwoch von Nachmittags 1 bis 4 Uhr. Zinsen von Einlagen können im Januar erhoben, und Zinsen von Darlehen können im Januar ohne Kosten zur Kasse bezahlt werden.
Watzenborn-Steinberg, im December 1879.
8151) Burk, Rechner.
Ein nltrenom- mirtes Geschäft in bester Lage der Stadt ist zu verkaufen durch (7677)_______J. Blitz.
8018) Eine Causeuse, sowie sehr schöne
Sophas und Spiegel billig.
I. Rothenberger, Lindenplatz.
8056) Pferde-Tepptcke in allen Größen und Qualitäten empfiehlt
C. W. Dietz^
Elastische
Verdichtungssträngc
zu 3, 5 und 6 4 per Fuß empfiehlt
8043) Chr. Neider, Kreuz.
Versteigerungen.
Montag den 22. lfd. MtS., von Vormittags 9 Uhr an, sollen für die nächsten S Vierteljahre im alten Rathhaus versteigert werden:
1) die laufenden Taglobnarbetten,
2) das Reinigen der Oefen tn den städtischen Gebäuden,
3) das Kleinmachen des Holzes für die städtischen Anstalten,
4) das Kehren der öffentlichen Plätze und Straßentheile,
5) das Wegfah'en des sämmtlichen Kehrichts und sonstige laufende Fubrleistungen.
Gießen, den 16. December 1879.
Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 8157) A. 23 ramm.
8067) Zur feinen Bäckerei empfiehlt:
Ammonium,
Anis und Anisöl, Citronen u. Citronenöl, Citronat, Mandeln, Orangeat, Potasche, Poudre-Raffinade, Kst. gestoßene Raffinade, Vanille u. Vanille-Zucker.
Fr. Seibel, ik ik Mäusdueg
von der Großherz. Saline Bad Nauheim aus gradirter Soole dargestellt, ausgezeichnet durch seine Schärfe und Leichtlöslich- keit, ist stets vorrälhig und zu den billigsten Preisen zu beziehen bei Herrn Kaufmann J « ■>. Bapst aus dem Markt in Gießen. (196
Großherzogl. Salinen- und Bergamt Bad Nauheim.


