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In Gemäßheit Allerhöchster Entschließung wird dieses hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht.

2. Verzeichnis der Vorlesungen, Hebungen und Praktika, welche im Winter-Semester 1879/80 in den fünf Fachabtheilungen der Großherzoglichen technischen Hochschule zu Darmstadt gehalten werden.

3. Ordensverlechungen. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädigst geruht: am 16. Juli dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Michel­bach Konrad Wagner VI. das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: Für langjährige treue Dienste", am 3. August dem ersten evang. Pfarrer zu Gießen, Dr. Wilhelm Seel, das Ritterkreuz 2. Klaffe des Ludewtgs-Ordens, am 5. August Sr. Durch!, dem Fürsten Bruno zu Isenburg und Büdingen das Großkreuz des Ludewigs-Ordens zu verleihen.

4. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.

5. Namensveränderungen.

6. Dienstnachrtchten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- gnädtgst geruht: am 6. Juli den von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein- Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die evang. Pfarrstelle zu Kirch-Brombach, im Dekanate Reinheim, präsentirten Pfarrer Ernst Heinemann zu Hopfgarten für diese Stelle zu bestätigen; am 31. Juli den von dem Herrn Fürsten von Solms-Braunsels auf die evang. Pfarrstelle zu Gambach, im Dekanate Hungen, präsentirten evang. Psarramts- candidaten Karl Fink aus Laubach für diese Stelle zu bestätigen.

Am 26. Juli wurde dem Schulamtsaspiranten Heinr. Christ aus Lörz­weiler die Lehrerstelle an der kath. Schule zu Alsheim übertragen; an dems. Tage wurde der von dem Herrn Fürsten zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach-Schönberg auf die Lehrerstelle an der Ge­meindeschule zu Pfirschbach präsentirte SchulamtSasptrant Sebastian Bundschuh aus Heubach für diese Stelle bestätigt; am 30. Juli wurde dem Schullehrer Peter Gockel zu Angersbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Landen­hausen dem Schulamtsasptranten Karl Otto aus Beuern die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Treis a. d. Lda. am 3. August wurde dem Schullehrer Johannes Epplö zu Ockstadt eine Lehrerstelle an der kath. Schule zu Heldenbergen dem Schulamtsasptranten Michel Hyacinth Winter aus Klein-Welzheim die Lehrerstelle an der Schule zu Dorndtel am 11. August wurde dem Schulamtsaspiranten Heinrich Völsing aus Ober-Seibertenrod die Lehrerstelle an der Gemetndeschule daselbst dem Schullehrer Johannes Walther zu Altenstadt eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Rendel dem Schullehrer Hermann Karpf zu Holzmühl die Gemeinde-Schulstelle zu Eschenrod dem Diener bei dem physiologischen Institute der Landesuniver- sität Heinrich Balser die Stelle eines Anatomtedieners bei derselben am 14. August wurde dem Schulamtsasptranten Heinrich Södler aus Steinfurth eine Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Dauernhetm dem Lehrer Hein­rich Etling zu Hergersdorf die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Heidel­bach dem Schullehrer Leonhard Dttter zu Mümling-Grumbach die erle­digte Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu L>alz am 16. August wurde dem Jacob Gockel aus Spachbrücken die Stelle des Dieners am chemischen Laboratorium der technischen Hochschule übertragen; am 19. August wurde der von der Frau Gräfin zu Erbach-Fürstenau auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Hesselbach präsentirte SchulamtSasptrant Johannes Gck aus Fischm-ih-*> ffiv fcdtfc stelle ver vvn oer Frau Gräfin zu Erbach- Fürstenau aus die Lehrerstelle an der Gemetndeschule zu Schöllenbach präsen- ttrte SchulamtSasptrant Adam Müller aus Momart für diese Stelle bestätigt; am 22. August wurde der Finanzaspirant Karl Steinbrecher zum Steueraus­seher ernannt; am 20. August wurde dem Schulamtsasptranten Karl Hübner aus Nteder-Florstadt eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Alten-Buseck am 25. August wurde dem Schullehrer Georg Gaub zu Ltederbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Fischbach dem Schullehrer Friedrich Becker zu Gedern eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bellersheim übertragen.

7. Militärdienstnachrichten. (Schluß folgt).

Rußland.

Petersburg, 13. Septbr. Der Minister des Innern, Makoff, hat Petersburg mit Genehmigung des Kaisers zeitweilig verlassen und die Führung der Geschäfte seinem Gehülsen Martinoff übertragen. DemGolos" ist der seit dem 13. Februar entzogene Straßenverkauf wieder gestattet worden.

telegraphische Depeschen.

««guer's telegr. Torresp-uvenr- Bure««.

Berli», 15. Septbr. Das heute herausgegebene Gesetzblatt für Elsaß- Lothrtngen publtctrt die Verordnung vom 23. Juli, betreffend die Einrichtung des Ministeriums für Elsaß-Lothringen.

Mit dem Kaiser und der Kaiserin werden den Manövern bei Straß­burg beiwohnen: Der Kronprinz, die Prinzen Wilhelm, Karl, Friedrich Karl und Albrecht, der Großherzog und die Großherzogin von Baden, der Groß- Herzog von Mecklenburg-Schwerin, der Kronprinz von Schweden, Prinz Georg von Sachsen, Prinz Heinrich von Heffen, Feldmarschall von Moltke, Krtegsmtntster v. Kamecke, die Generale v. Podbielskt, v. Tümpling und o. Biehler.

Haag, 15. Septbr. Die Thronrede, mit welcher heute die General­staaten eröffnet wurden, hebt die sehr freundschaftlichen Beziehungen zu den fremden Mächten hervor und bezeichnet die Resultate des Krieges mit Atchin als zufriedenstellende. Der auf Industrie, Handel und Schifffahrt lastende Druck, sowie die minder ergiebige Ernte dürsten den Rückgang des Erträgniffes ewiger Steuern im Gefolge haben und neue Zuführungen zum Staa sschatze bedingen. Die Regierung werde zur Hebung des Wohlstandes an dem heil­samen Grundsätze der Freiheit von Handel und Industrie festhalten und auf Verbefferung der Handelswege hinarbeiten. Maßregeln zur Unterdrückung der Viehseuchen seien ergriffen. Der Strafgesetzentwurf werde aufrechterhalten, der Gesetzentwurf über den Prtmär-Unterricht nach Beendigung der Vorbereitungs­arbeiten vorgelegt werden. Die Lage von Ntederländisch-Jndien sei im All­gemeinen günstig. Die daselbst begonnenen großen Arbeiten schreiten vorwärts. Die Finanzen dieses Gebietes erheischen große Umsicht. Die Einwanderung von Kulis nach Surinam und die Entwickelung des Mineralreichthums Cura^aos seien nothwendlg.

London, 15. Septbr. Ern Telegramm desDaily Telegraph" aus Stmla behauptet, daß der Emir von Afghanistan an der Metzelei in Kabul mitschuldig sei. In Kabul sei Ordre erthetlt, jegliche dtrecte Verbindung mit

den Engländern abzuschneiden, Große Streitkräfte feindlicher Mohmunds be« setzten Dakka Der Weg nach Kabul sei von einer großen afghanischen Armee besetzt.

Wien, 15. Septbr. Meldung derPreffe" aus Banja: Die Con- ferenzen des Herzogs von Württemberg mit Husni Pascha laffen die defini­tive Austragung der schwebenden Differenzen als unmittelbar bevorstehend erscheinen.

Osficiell. Pripolje, 14. Deptbr. Die combinirten Colonnen der ersten und zweiten JnfanteUe-Brigade find heute Vormittag um 11 Uhr gleich- zeitig hier eingetroffen und wurden von Seiten der Stadtvertretung und der Bevölkerung freundlich und entgegenkommend empfangen.

New-Uork, 15. Septbr. Der dem Norddeutschen Lloyd gehörige DampferLeipzig", auf der Fahrt von Baltimore nach Bremen begriffen, ist mit zerbrochenem Schaft nach New-Dork bugstrt worden.

Wien, 15. Septbr. Meldungen derPolit. Corresp." Der Herzog von Württemberg und Husni Pascha befichttgten die beiderseitigen Posttionen in Triboy und conferirten gestern. Aus Konstantinopel: Anläßlich der blutigen Ereigniffe in Ostrumelten herrscht große Aufregung. Mehrere Bot­schafter machen die Pforte verantwortlich, weil sie viele Flüchtlinge mittellos und ungeleitet ohne vorherige Benachrichtigung absendete. In Aidos sind 15 ostrumelische Gensdarmen getödtet worden. Die Berichte der Consuln über die La,e der mohamedanischeu Bewohner lauten sehr ungünstig. Die Pforte beabsichtigt eine Ctrcularnote an die Mächte zu richten und von Aleko Aufklärungen zu verlangen. Aus Athen. Die griechischen Bevollmächtigten in Konstantinopel erhielten neuerdings die Weisung, die Verhandlungen «it der Türkei fortzusetzen, am Congreßprotocoll festzuhalten und in Detailfragen die Vermittelung der Mächte anzurufen.

London, 15. Septbr.Times" erfährt, der Emir von Afghanistan werde aufgefordert werden, mit dem Vormarsch der britischen Armee zu coopertren und die Gerechtigkeit wie Zweckmäßigkeit der Maßregeln zur Be­strafung der Mordthaten anzuerkennen.Daily News" meldet aus Rangun vom 14. ds.: Das Personal der britischen Mission hat Mandalay noch nicht verlassen. Meldungen desDaily Telegraph" aus Stmla vom 14. ds.: Afghanische Truppen marschiren auf Jellalabad. Da8 Gros der britischen Truppen beginnt den Vormarsch in 25 Tagen und wird Kabul wahrscheinlich am 20. October erreichen.

New-Uork, 15. September. Nachrichten aus Santiago de Cuba zufolge verlangten die Sclaven auf den Plantagen die Freiheit, welche die Sclaveneigner auch versprachen, im Falle jene sich verpflichteten, drei Jahre gegen Löhne zu arbeiten. Die Sclaven desertiren. Die Behörden haben den Generalcapitän hinsichtlich der Ergreifung von bez. Maßregeln um Rath ersucht. Eine Madrider Depesche besagt, die Regierung beabsichtige in den Cortes die Emanctpation der Sclaven vom Juli 1880 ab unter der Bedingung sieben­jähriger zwangsweiser Arbeit gegen Löhnung zu beantragen.

Agram, 15. Septbr. Die deutsche Kronprinzessin ist wieder von hier abgereift.

Wien, 15. Septbr. DerPresse" wird aus Belgrad von heute ge­meldet :Die Einberufung der großen Skupschtina wird aus politischen Grün­den Verschoben."

London, 16. Septbr. DerTimes" wird aus Kandahar vom 15. Septbr. telegraphtrt: Ein afghanischer Edelmann, aus der Umgegend von Kabul kommend, meldete, daß der Emir Truppen aus Herat und Baltt, sowie die Ghilgetstämme nach Kabul berief behufs Proclamirung des hei­ligen Krieges gegen England.

Lokales.

Gießen, 16. September. Se. Majestät der Kaiser trifft Donnerstag Früh 6" mittelst Extrazug auf hiesigem Bahnhof ein und reist nach halbstündigem Aufenthalt 7^ nach Straßburg weiter.

Gießen, 16. September. Tagesordnung für die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag den 18. September 1879# Nachmittags 1 Uhrr

1. Straßenbenennungen.

2. Das Beerdigen der zu wiffenschaftlichen Zwecken auf der Anatomie verwandten Leichen.

3. Gesuch des Kaufmanns August Montanus um Erlaubniß zur Erbauung eines Nebengebäudes.

4. Reparaturen in dem früheren Pfandhaus.

Der hiesige Verein selbstständiger Schuhmacher, welcher bezweckt, das Handwerk in ge­werblicher und moraliscker Hinsicht zu heben, beschloß in einer früheren Generalversammlung zu diesem Zweck eine Ausstellung und Prämtirung von Lehrlingsarbetten im September dieses Jahres zu veranstalten. Dieselbe hat nun am gestrigen Abend im Gasthaus zum Deutschen Hof auf dem Neuenweg stattgefunden und kann Einsender dieselbe nur in lobender Weise er­wähnen. Die Arbeiten waren mit sehr viel Fleiß und Sorgfalt ausgeführt und dürfte sich ein« solche Ausstellung für jedes Handwerk als bestes Mittel zu Hebung und Förderung des Ge­werbes empfehlen.

Vermischtes.

WormS, 10. September. Seit gestern Vormittag herrscht ein bewegtes militärisches Leben in hiesiger Stadt. Während nämlich gestern Vormittag 9 Uhr schon eine Schwadron heff. Leib-Dragoner die Stadt passirt hatte, rückte gleich darauf daS 116. (Hess.) Infanterie- Regiment mit klingendem Spiele, sowie eine Compagnie Pioniere hier ein. Beide Truppen­körper bezogen hier Quartiere und rückten heute Früh kurz vor 7 Uhr wieder ab, um in Ost­hofen, Bechtheim, Rhein-Dürkheim rc. Quartiere zu beziehen. Die treffliche Capelle obigen Regiments gab gestern Abend in Worret s Etubliffement ein gut besuchtes Concert und fand gute Aufnahme. Kaum war heute Früh der prachtvolleRadetzky" des drückenden 116. Regiments verklungen, so passirte des hessische Leibgarde-Regiment mit klingendem Spiele unsere Stadt. Es war ein prachtvolles Regiment, kräftige Mannschaften, stramme Soldaten mit der beliebten Adam'schen Capelle an der Spitze. Sie marschirten nach Pfifftighetm und Umgegend. Ihnen folgte eine Batterie Feldartillerie. Von vielen der über Nacht hier einquarticrten Mannschaften wurde heute Früh bittere Klage geführt, über einzelne Quartiere, in welche sie von vermögenden Leuten gewiesen worden wären und welche in Bezug auf Reinlichkeit Alles zu wünschen übrig gelasien hätten. Wir selbst wurden heute Nacht nach 12 Uhr noch von einem Soldaten, in Begleitung unserer eigenen Einquartierung, um Nachtquartier gebeten mit der Bemerkung, daß in seinerHerberge" am Hellen Tage die Wanzen vor ihm Spalier gebildet hätten und er sich lieber in's Freie, als in ein solches Bett legen würde. (N. W. Z)

Hildburghausen. Notizen, das Technikum betreffend. Trotz der augenblicklich noch andauernden ungünstigen Lage der Industrie ist der Sommerbesuch des Technikums Hild­burghausen, einer noch jungen technischen Lehranstalt, welche eine Maschinenbau- und Baugewerk­schule umfaßt, ein recht erfreulicher. 41 Schüler besuchen die Anstalt, und zwar aus Preußen 19, aus Meiningen 10, aus Schwarzburg - Sondershausen 6, aus Sachsen, Bayern, Mecklenburg, Greiz, Schweiz und Amerika je einer. Am Ende des Wintersemesters hat die staatliche Prü­fungs-Commission, Herr Ober Baurath Hoppe, welcher gleichzeitig von Seiten des Staates die Schule beaufsichtigt, sich anerkennend über die Leistungen der Anstalt, sowie über den Ausfall der freiwilligen Techniker- resp. Meisterprüfung ausgesprochen. Ein gleiches allgemein günstiges Urtheil wurde der vor Ostern veranstalteten Ausstellung der Schülerarbeiten des Technikums zu Theil; dieselbe war ungemein zahlreich auch von Fachleuten besucht. Es sind jetzt schon mehrere junge Leute zum Besuche des Winter-Semesters angemeldet.

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