gteunbe derselben opponiren würden- — Das Oberhaus nahm die irische Universttätsbill in dritter Lesung an.
Wien, 15. Juli. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: Die französische Regierung hat Ismail Pascha's Ansuchen, in Algier wohnen zu dürfen, abgeschlagen. Derselbe soll entschlossen sein, in Nizza seinen Aufent. halt zu nehmen. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Philippopel: Di- russischen Truppen haben vorgestern Philippopel verlassen. — Aus Bukarest meldet die „Polit. Corresp." : Die Sektionen der rumänischen Kammer wählten 7 Deputirle zur Anbahnung eines Compromifles mit der Regierung in der Judenfrage. Heute soll Bratiano mit dem österreichisch-ungarischen Gesandten in der Judenfrage conferiren.
Berlin, 16. Juli Fürst Bismarck ist mit seiner Gemahlin und seinem zweiten Sohne, Graf Wilhelm, heute Morgen um 8>/, Uhr nach Kissingen abgereist.
Lokales.
Gießen, 16. Juli. Dom 6. bis 12. Juli hatten wir in Gießen im Ganzen sechs Todesfälle. Ein Kind im ersten Lebensjahre starb an Bronchienentzündung, von zwei von auswärts bierhergebrachten Kindern starb das eine (P/a Jahre alt) an häutiger Bräune, das andere (3 Jahre alt) an Diphterie. Erwachsene Personen starben drei, nämlich eine an Bronchien- Erweiterung, eine an Brightischer Nierenkrankhett und eine endete ihr Leben selbst durch Vergiftung mit Eyankalium. 0.
Vermischtes.
Offenbach, 14. Juli. Der Mittelrheinkreis, welcher am 2., 3. und 4. August in -unserer Stadt sein 11. Kreis-Turnfest begebt, umfaßt gegenwärtig folgende Gebietstheile: Die Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhesien, das Gebiet der Stadt Frankfurt, den ganzen Regierungsbezirk Wiesbaden einschließlich Kreis Biedenkopf, den südlichen Theil des Regierungsbezirks Kastel, den Kreis Wetzlar, von Bayern die Gegend von Aschaffenburg und Miltenberg, den Theil der Rbeinprovinz südlich der Mosel. Coblenz, Neuwied und Umgegend, fcte Gegend der Nahe und Saar und endlich die Stadt Metz. Die äußersten Punkte des Kreises sino demnach Miltenberg, Gelnhausen, Alsfeld, Marburg, Neuwied, Coblenz, Metz, Saarbrücken und Worms. Dermalen ist derselbe in folgende 10 Gaue eingethetlt: Hessen, Maingau, Main- und Rheingau, Rheinhesten, Südnastau, Nahe- und Saargau, Frankfurt, Offenbach, Rhein-, Mosel- und Labn-Dillgau. Im verflossenen Jahr zählte der Mtttelrheinkrets <a. 150 Turnvereine mit mebr als 11,000 Mitgliedern. Wir finden in dem Kreis die großen Städte Frankfurt, Hanau, Offenbach, Aschaffenburg, Darmstadt, Mainz, Worms, Bingen, Gießen, Marburg, Coblenz, Wiesbaden, Kreuznach, Oberstein, Metz, Friedberg u. f. w.
— Frankfurt, 15. Juli. Es wird uns mitgetheilt, daß der Raubanfall in der Bendergastc möglichlicherweise schon Tags zuvor beabsichtigt war. Als nämlich der Bote für die Posteinzahlungen am Sonntag einen kleinen Betrag an die Adresse des Herrn „Müller" in dem Zimmer auszahlte, quittirte dieser ganz eilig; der Postbote hatte aber, da ihm die schlechte Luft des Zimmers nicht gefiel, die Thüre offen gelassen und die Hausbewohner konnten daher vernehmen, was im Zimmer vorging Auffallend ist es jedenfalls, daß die Thater zwei solcher Briefausgaben bewirkten und daß sie alsdann gerade an den Unrechten geriethen. Das Letztere hat seinen Grund vielleicht in der Thatsache, daß in kleineren preußischen Städten die Einrichtung der Trennung der Bestellungen (durch den Posteinzahlungsboten und durch die Packet- post) nicht besteht, dieselbe vielmehr nur in den größten Städten üblich ist. Posteinzahlungen werden in Preußen sonst ebensowohl wie die Werthbriefe durch die Paketpost bestellt. Daraus könnte man schließen, daß die Thater hier fremd und nur mit kleineren Post-Einrichtungen vertraut sind. Auf alle Fälle ist die Unsinnigkeit des Angriffs auf einen Beamten auffallend, der weder eine Geld-Tasche noch einen weiteren Geldbrief bei sich trug, was die Beiden doch sofort sehen mußten. (Frkf. Jrnl.)
Frankfurt, 10. Juli. Kartenschlägerinnen, die eben ihr Wesen treiben, verüben großen Unfug; dieselben finden nicht allein bei den Dienstboten, sondern zuweilen auch bet den „Madamen" gläubige Ohren. Kommt der Mann des Abends nach Hause, so macht die Frau ein Gesicht; der Mann fragt: Warum? worauf die Antwort kommt: Ich weiß Alles! Warst Du bei der Blonden? — Natürlich wird der Mann unwillig, forscht nach und erhält dann
von den Kindern die Auskunft, daß sich die Mama die Karte habe legen lassen. Nicht immer geht jedoch die Sache so friedlich vorüber, denn in einer gestern stattgehabten Scene geriethen Frau und Mann sich in die Haare und verursachten einen Zusammenlauf sämmtlicher Hausbewohner, die, als sie die Ursache des Streites erfuhren, in helles Gelächter ausbrachen.
— (Kinder-Totletten.) Ein Wiener Blatt bringt folgende zeitgemäße Predigt: „Willst du wissen, was sich ziemt, so frage nur bet edlen Frauen an", sagt Goethe. So möge denn die Anfrage an unsere Frauen und Mütter gestattet sein, ob sie wirklich meinen, daß es sich ziemt, wenn sie die Füße ihrer zarten Sprößlinge in voller fleischfarbener Natürlichkeit belassen und diese unbekleideten Piedestale der Knaben oder Mädchen rücksichtslos der Atmosphäre, sowie den Blicken der übrigen Menschen aussetzen. Es ist da schwer, keine Satire zu schreiben, wenn man die extreme Entblößung der untern Extremitäten bet Kindern betrachtet, eine Entblößung, welche mitunter so weit geht, daß sie jenen rückseitigen Körpertheil erreicht, welcher in seiner Bescheidenheit stets ungenannt und ungesehen zu bleiben wünscht. Diese Preisgebung zarter Kinderhäute hat ja keinen Sinn und keinen Zweck. Wird der Knabe später ein rauher Krieger, so verlangt das Vaterland nicht von ihm, daß er seine Haut nackt zu Markt trage, sondern bekleidet die bei der Assentirung marschtüchtig befundenen Beine mit der Uniformhose. Bei den erwachsenen Mädchen aber tritt die Einschränkung an Stoff später bekanntlich nicht unten, sondern oben ein, und es wird also auch bei ihnen die Abhärtung ganz am unrechten Ende angefaßt!
— Von der Kinzig. In Gelnhausen ist, nach der „C. Tpst.", eben eine Einrichtung ins Leben getreten, die dem ganzen Kreis zum Segen gereichen kann und Nachahmung verdient. Der Obergärtner der Herrn Gebrüder Schösser, Herr Hohm, ist durch seine 11jährige Praxis in Gelnhausen zu der Ueberzeugung gekommen, daß sich der Kreis Gelnhausen sowohl durch Lage und Klima als durch Bodenbeschaffenheit vorzüglich zur Obstbaumzucht eigne, und daß viel mehr darin geleistet werden könne, als seither geschah. Um nun zum allgemeinen Besten eine größere und zweckmäßigere Thätigkeit zu erzielen, entschloß sich genannter Herr, den Lehrern des Kreises.unentgeltlich einen Cursus in der Pomologie und Gartencultur zu ertheilen und zwar derart, daß jeden Mittwoch Nachmittag sich die Lehrer bei ihm versammeln, um in einigen Stunden sowohl durch Theorie als Praxis über genannte Cultur Belehrung und Hebung zu erlangen. Herr Hohm gewann den Herrn Landrath für seine Ideen und dieser lud die Lehrer des Kreiles durch das Kreisblatt zu einer Besprechung des Gegenstandes ein. Eine große Zahl erschien und erklärte sich mit dem Vorschlag einverstanden. Am Mittwoch, den 2. d. M. fand der Anfang des Cursus statt, und wurde derselbe mit der Rosencultur, da jetzt die beste Zeit zum Oculiren der Rosen ist, gemacht. Nach einer kurzen Belehrung wurde die Manipulation sehr deutlich gezeigt und dann mußte jeder an einigen ihm zugewiesenen Stämmchen seine Kunst probiren. Auch bekam jeder Lehrer auf Wunsch einige edle Augen mit nach Hause, theils um sich da zu üben, theils um durch Selbstzüchtung schöner Rosen das Interesse an der Sache zu beleben und zu stärken. Jeder Anwesende war durch diesen Anfang sehr befriedigt. Das Unternehmen ist dadurch sehr erleichtert, daß Herr Hohm selbst ein großes Grundstück für seine Rechnung zu diesem Zwecke cultivirt hat, auf welchem alles gezeigt und nun zur Uebung des zu Erlernenden zu seiner Zeit benutzt wird. Auch ist es sehr anzuerkennen, daß Herr Schösser bereitwillig seine herrlichen Anlagen und Gewächshäuser zur anschaulichen Belehrung zur Verfügung gestellt hat. Um später dem ganzen Kreis durch das hochherzige Unternehmen zu nützen, werden die Gemeinden veranlaßt werden, dem Lehrer eine angemessene Fläche zur Bemühung zu stellen. In vielen Gemeinden könnte manche wüste, unbenutzte Fläche eine gute Einnahmequelle abgeben, wenn sie zweckmäßig mit Obstbäumen bepflanzt würde. Hoffentlich- wird auch Königliche Regierung wie auch der Landwirthschaftsverein das zeitgemäße Unternehmen des Herrn Hohm nicht unbeachtet und unbelohnt lassen.
Stiftungsfest des Akademischen Gesang-Vereins. Doppel-Coneert.
, (Fortsetzung des gestrigen Artikels.)
In Betreff des „Künstlerconcertes" am 26. Juli in Wenzel's Garten, dessen Programm eine der nächsten Nummern unseres Blattes bringen wird, bedarf es kaum der Bemerkung, daß dieses Concert in Anbetracht der bedeutenden Solisten, sowohl für Vocalmusik, als auch für Streichquartett, einen musikalischen Genuß ganz seltener Art gewähren wird.
Die Vorbereitungen zu den beiden Concerten sind bedeutend, die Kosten für unsere Verhältnisse geradezu enorm. Möge das kunstsinnige Publikum unserer Stadt, sowie der Umgegend dies richtig würdigen und seinerseits nach allen Kräften dazu beitragen, daß das Fest unseres Akademischen Gesangvereins einen Verlauf nehmen möge, der nach allen Seiten hin befriedigt. Namentlich für die auswärtigen Besucher der Concerte sei mitgetheilt, daß wie früher Eintrittskarten in oer Rick er'schen Buchhandlung und Rudolph'schen Musikalienhandlung zu beziehen sind und auch schon Sperrsitze vorher fest bestellt werden können.
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