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Ar 163, Donnerstag den 17. Juli 1878.

Mchmer Anzeiger

A»Mk- Md Amtsblatt fit dk« Kreis Gießen.

-..... ~" Prei^vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.

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Amtlicher Hh eil.

Bekanntmachung.

Von Großherzoglichem Ministerium des Innern und der Justiz ist derAllgemeinen Sptegelglas-Versicherungsgesellschaft" in Mannheim die Sriaubniß zum Geschäftsbetrieb im Großherzogthum Heffen auf Widerruf erthetlt worden.

Gießen, am 14. AM 1879 Großherzogliches Kreisamt Gießen.

p ' Dr. Boekmann.

Bekanntmachun g.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach § 10 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Kreisausschuß während der Zeit vom 21. dieser gemn können in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen

Fristen dadurch nicht unterbrochen.

Gießen, am 9. Juli 1879.

Der Kreisausschuß des Kreises Greßen.

Dr. Bo eck mann. _ _ ______

"Bekanntmachung.

Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß nach Z 12 des Regulativs vom 26. Februar 1875 der Provtnzialausschuß während der Zeit dieser Ferien können^ in öffentlicher Sitzung nur schleunige Sachen zur Verhandlung gelangen, dagegen wird der Lauf der gesetzlichen

d.dm« -ich,Der d« Ota«..-

am r,. jdii io * Dr Poekmann, Provinzial-Director.

politisch

Nach -em Reichstags-Schlufse.

Nach langer und mühevoller Session ist der Reichstag geschloffen worden. Die angestrengte Arbeit der deutschen Volksvertreter bietet ein positives und greifbares Resultat. Mehr als wir jetzt schon fühlen, wird die bejchloffene Zoüreform in eine Menge von realen Verhältntffen unsere« wirthschastlichen Gebens und nationalen, wie internationalen Verkehrs eingreifen; manche Ver­änderung in der industriellen Production, wie in dem Handel, welche einzelne Erwerbszweigc betrifft, wird sich dem größeren Publikum durch die Preise von Bedarfsartikeln und Fabrikaten am deutlichsten bemerkbar machen. Ein Urtheil über die ganze Reform wäre unter allen Umständen voreilig, denn selbst ein- z.lne Klagen über wirthschaftliche Nachthctle, welche bei einem Umschwünge der , esammten Zollpolitik nicht ausblciben werden, können dem Gesammtbilde rnserer nationalen Production, dem neuen Gesicht unserer Industrie und unseres Handels, deffen Züge erst im Werden sind, nicht den Gesammt-Charakter geben. Gerade auf dem wirthschastlichen Gebiete ist die Unzufriedenheit an sich noch nicht «in schlimmes Zeichen, und speciell der Hand-lrstand wird gut thun, sich des historischen Beispiels zu erinnern, daß die englischen Kaufleute unter fortwährendem Jammern über die Zerstörung ihrer Existenz und unter ewigen Klagen gegen alle gesetzlichen Neuerungen schließlich die reichsten Leute der Welt geworden sind. Niemand wird leugnen können, daß bei uns in Deutschland in den landwirthschastltchen und industriellen Kreisen, mit wenigen localen Ausnahmen und mit Beschränkung einiger weniger Exportindustrien, ein Gesühl der Befriedigung (? I) über das Erreichte kund giebt.

Den Werth oder Unwerth der gegenwärtigen Anschauungen kann bet Natur der Sache nach erst die Zukunft klarstellen. Ob Freihandel oder Schutz­zoll ist auf Jahre hinaus eine müßige Frage geworden, weil wir festen und vor der Hand unabänderlichen Verhältntffen gegenüberstehen. Dte That- sachen legen den Schwerpunkt des Aufblühens von Handel und Industrie und damit die Frage über dte Hebung des materiellen Wohlstandes unseres Vaterlandes, für welchen dte Lage der Landwtrthschaft von hohem Einfluß ist, zunächst zurück in dte Grundbedingungen einer gesunden Vvlkswtrthschaft. Als solche find Fleiß und Sparsamkeit, vermehrte Sittlichkeit und Moral des Volkes in Rechnung zu ziehen, die allein das Vertrauen aus sich selbst und aus eine beffere Zukunft wieder fest zu begründen vermögen. Dieses allge­meine Vertrauen kann aber nur erschüttert werden, wenn dte politischen Par­teien, anstatt mit den gegebenen Verhältntffen zu rechnen, die Beschlüffe des Reichstages fortgesetzt als unglückselige und verderbenbringende htnstellen. Es wird Niemand es einzelnen Fraktionen verargen können, wenn ste auch außer­halb .des Reichstages anderer Ansicht bleiben, als die Regierung und dte Majo- rltät des Parlaments, deren Zusammensetzung auch Manchem nicht gesällt, der trotzdem mit der Zvllrcsorm einverstanden ist und dieselbe Gabe lieber aus der Hand der alten und bewährten Parteien entgegengenommen hätte, welche bisher als dte nationale Stütze der Retchsregtcrung gegolten haben. So wird man auch nichts dagegen haben können, wenn die Opposition in Zukunft Aenderungen des Tariss anprrben wird; aber im Allgemeinen kann es als kein verdienstliches Werk gelten, wenn etwa durch schleunige und forctrte Agi- ratton von Neuem Unruhe in das Land getragen wird. Gerade In Bezug auf unsere wirthschastlichen Verhältntffe möchten wir sür ein Jahr der Ruhe plä- dtren. In der Politik ist die Ruhe, die Stagnation der Anschauungen ein

er Hheil.

der

schlechtes Zeichen und kann eine Versumpfung oder einen bedauerlichen Jndiffe- rentismus erzeugen; im wirthschaftlichen Leben aber ist sie die Ouint- essenz öconomtscher Weisheit und das einzige feste Fundament des nationalen Wohlstandes. Und nur dieserhalb verlangen wir sür eine wirthschastliche Reform, selbst wenn dieselbe Mängel hat, auch von der Opposition Nachsicht, auf daß eine Zeit der Ruhe und Erholung sür die gehetzten und durch Wirth- schastliche Unsicherheit in der allerjüngsten Zeit schwer geschädigten Erwerbs- gebiete der Landwtrthschaft, der Industrie und des Handels etntrete.

Aeutschland.

Darmstadt, 14. Juli. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Beil Nr. 17) enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern und der Justiz, dte Abänderung der Statuten der Bank für Handel und Industrie betreffend. . ,

2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, den Verkehr zwischen dem Großherzogthum Heffen und den angrenzenden Vereins- staatcn mit steuerpflichtigen Getränken betreffend.

3. Bekanntmackmng Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen, die Errichtung eines Nebenzollamtes sür Poststücke zu Büdingen betreffend.

4. Uebersicht der für das Jahr 1879 von Großherzoglichem Ministerium des Innern und ter Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung von kom­munal - Bedürfnissen in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Schotten.Ueber^cht fcag ^hr 1879 von Großherzoglichem Ministerium

des Innern und der Justiz genehmigten Umlagen zur Bestreitung ^on Som» munal - Bedürfnissen in den israelitischen Religion« - Gemeinden des Kreises

6. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Dieburg, die Umlagen israelitischen Religions-Gemeinde zu Schaafheim für 1878 beretffend.

7. Ordensverleihungen. , , .

8. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen ftemder Orden.

9. Namensveränderungen.

(Schluß folgt.) ,,

Darmstadt, 15. Juli. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben all ^^^^d^Hauptsteueramts-Assistenten 1. Elaste bei dem Haupt- steueramte Mainz Wilhelm Dornseiff zum Revisions-Juspector bei diesem Amte, sowie den Hauptsteueramts-Assistenten 2. Elaste bet dem Hauptsteueramte Darmstadt Heinrich Daniel S t a u s ck zum Hauptstemram s-AWe^-n 1. Elaste daselbst zu ernennen: am 4. Juli das diesseitige Mitglied der Directwn der Main-Weser-Eisenbahn zu Castel, Regierungsrath Adolf Schulz, »um vor- tragenden Rath bei der Abtheilung des Ministeriums der Fmanzen für Bau­wesen mit dem AmtstitelOberfinanzrath» zu ernennen i°wbe demse ben zu­gleich dte Stelle des ersten Regterungs-Commtstatrs bet der Hessischen Ludwigs

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