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Donnerstag den 16. Oktober

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Deutschland.

m. Darmstadt, 14. Oclbr. Der an Stelle des zum Oberlandes- gerichtsrath ernannten Herrn Görz zum Abgeordneten des 3. Wahlbezirks -er Provinz Rheinheffen (Wöllstein-Alzey) gewählt- Rentner Haag tn Wons- heim hat die Annahme deö Mandates abgelehnt.

Berlin. Man hat darüber gestritten, ob der bekannte Brief des Henn Falk vom 2. September mit oder ohne seine Erlaubniß in die Oeffent- ltchkeit gelangt sei. Auch Gesinnungsgenossen des Herrn Falk glaubten aus der Form des Briefes schließen zu können, daß er nicht mit der Absicht, ihn veröffentlichen zu lasten, abgefaßt sei. Diese Msicht bestätigt sich. Als die Redaction derDeutschen Revue" ihn um Hne Mitarbeiterschaft ersuchte, ant­wortete er durch jenen Brief, worauf Dr. Fleischer, Redacteur derDeutschen Revue", um Erlaubniß bat, das Schreiben in seiner Monatsschrift zu>ver­öffentlichen. Er fügte hinzu, daß, wenn binnen 8 Tagen der ehemalige Mini­ster nicht im entgegengesetzten Sinne an ihn schreibe, er die Erlaubnis als ertheilt ansehen werde. Dieser Brief gelangte damals aber nicht in Fatts Hände, da er Berlin bereits wegen einer Erholungsreise verlosten hatte. So war Falk selbst nicht am wenigsten erstaunt, in einem süddeutschen Blatte seinen Brief abgedruckt zu finden. Daß seit Falk's Abgänge eine andere Richtung im Unterrichts-Ministerium zur Herrschaft gelangt ist, davon haben wir eben emen neuen auffallenden Beweis erhalten. Die Stadt Elbing hatte trotz der finanziellen Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen hat, sich große, schöne Schulhäuser erbaut, tn welchen die Knaben aller Confesstonen gemeinschaftlich unterrichtet wurden, während nur der Religionsunterricht nach den Confesstonen gesondert ertheilt wurde. Am 8. October sollten die letzten paritätischen Schulen eröffnet werden. Die Kinder wurden aber von der Thüren der

Schulen zurückgewiesen, weil der neue Cultusminister v. Puttkamer im letzten Arigenblick beschloflen hat, die Umwandlung der städtischen Schulen in Stmul- tanschulen rückgängig zu machen. In Folge besten haben die betr. Schulen auf unbestimmte Zett Ferien erhalten.

Berlin, 11. Octbr. Gegenüber den abfälligen Urtheüen, namentlich der französischen Fachpreste, über die Fußbekleidung der deutschen Infanterie, erinnert die Voss. Ztg." daran, daß die Militär-Verwaltung fett geraumer Zett einer verbesserten Fußbekleidung unserer Truppen ein«- besondere Beach­tung zuwendet. Es ist eine besondere Commtfsion ersetzt, welche in um­fassender Weise mit einer Prüfung der vorhandenen Mangel und deren Ab­stellung beschäftigt ist. Zunächst beabsichtigt man die im Gebrauch befindlichen kurzschäftigen Stiefel ganz abzuschaffen, dann aber liegt noch eine ganze Reche weiterer Verbesterungs Vorschläge vor, für deren Ausführung die bei der Kaiserparade tn Straßburg gemachten Erfahrungen sicher nicht verloren sein U'erdem^ Octbr. Der Viceprästdent des Staatsministeriums, Graf ,u Stolberg, kehrt morgen aus Wernigerode hierher zurück und am Dienstag oder Mittwoch wird bann die Sitzung des Staatsministertums.stattfinden, in welcher die Etseubahnvorlage zum Abschluß gelangen soll.

Mindener Eisenbahngesellschaft über den Verkauf an den Staat schlüssigge­worden, wird wohl tn der bevorstehenden Generalversammlung der Potsdam- Mazdeburg-Halberstädter ein gleicher Beschluß kaum ausbletben. Von^ Setten Bremens ist bei dem Bundesrath beantragt worden, der Bundesrath wolle beschließen- Ctgarrenktsten - Bretter sind der Position 13 c 2 des Zolltarifs und damit einem Zollsatz von 0,25 für 100kg unterstellt. Die Motive betonen, daß im Bremischen Freihafengebtet 9 Fabriken liegen, welche so che Bretter auferti^en und in's Zollgebiet abführen, und zwar in einemi Gewicht von 22V2 Mill. Ktlogr. jährlich. Bet der jetzt etngetretenen Revision des amtlichen Waarenverzeichntstes sind Cigarrenkisten-Bretter gegen «Ues Erwarten der Fabriken mit einem Zollsatz von 3 «X, bezw. 4 <X. belegt und alsFour nierc" bezeichnet worden. Die Fabriken, welche einen Werth von etwa 1 Mill. ^X. darstelleu, können den Zoll nicht tragen, ohne daß ihr Geschäft zu Grunde sichtet würde. Ueberdtes besteht keine außerdeutsche Concurrenz und ein SckuNzoll ist durchaus ungerechtfertigt. Die Ausrechthaltung des hohen Zoll?^)i^lde Vielleicht die Verlegung der Bremischen Fabriken in das Zollge­biet zur Folge haben; dabei würde das tu den Fabriken angelegte Capital verloren gehen, ohne daß die Zollerhöhung für das Reich eine^finanzE B°- Leulung gewönne.^ Die Tabaks-Interessenten, welche tn Kassel ver­

sammelt waren, haben u. A. solgenden, für weitere Kreise Interesse beenden Beschluß gefaßt:Die Versammlung erklärt, daß es bei den neuen Steuer- Men und der hohen Preislage aller Rohtabake fernerhin nicht durchführbar ist, zu den bisherigen Preisen unverringerte Qualitäten zu liefern.. Umden deutschen Tabaksfabrikanten ihr gutes Renommee zu erhalten und die Consu- menten vor unreeller Maare zu schützen, hält sie es mit S^stlwmlMtfur notbwendig, daß überall in der Branche eine den veränderten Verhältniffen entsprechende Steigerung der FabrikatSpreise vorgenommen wird.

1 64uIftra|e B. 18.

Friedliche Aussichten.

Mrst Bismarck zieht sich tn einem Augenblicke in die Stille des Land- lebens zurück, in welchem nicht nur die inneren politischen Verhältnisse-des preußischen Staates ihm hohe Befriedigung gewähren, sondern auch der bedroh­liche Charakter der auswärtigen Fragen fast ganz geschwunden ist. Die fran­zösische Republik ist offenbar gewillt, an Waddington und seiner friedfertigen Politik festzuhalten, und wenn auch selbst Gambetta zuweilen die Gelegenheit benutzt, um den Franzosen zu zeigen, daß er im Grunde des Herzens, wie sie alle, den Deutschen haßt, so ist das nur noch ein fcpiel mit bem immer mehr verglimmenben Feuer bet Revanche. Die ofN"ellen Beziehungen sind iedenfalls, wenn auch zum Aerger aller Feinde der Republik, vorzügliche und Fürst Bismarck konnte mit Recht gegenüber dem General Chancy feine hohe Befriedigung über das Verhältniß Frankreichs zu Deutschland aussprechen.

Ebenso ist eine, wenn auch mit süß saurer Miene ausgeubte freundschaft­lichere Haltung Rußlands eingetreten. Die Vorgänge, welche den Umschwung berbeiaeführt haben, liegen noch keineswegs klar, nenn man Qu$ mtt $7$* den Schlüssel zu den Räthseln der deutsch>russischen Wandlungen der Politik m der Zusammenkunft von Alexandrowo erblickt. Der-Politikei, dem oft

erst nach Jahrzehnten volle Aufklärung über diplomatische Vorgänge wird, kann sich nur an offenkundige Thatsachen halten; solche sind aber daß die russische Preffe ihr Gekläff gegen Deutschland eingestellt hat, daß die Pansla- visten und Großruffen sehr still geworden sind, und daß endlich in einer ge- fien lehr hoben Personenfrage Bismarck an entscheidendster Stelle in Ruß­land Entgegenkommen gefunden hat. Vielleicht löst sich das Räthsel_ Del unterbliebenen Zusammenkunft der Kanzler von Deutschland und Rußland dadurch klar auf daß Fürst Gortschakoff bereits ein politisch odter Mann iu teinem Vaterlande geworden ist; an Andeutungen darüber fehlt es nichr.

Es mag vielleicht befremden, daß die österreichische Thronrede mit keinem Wort der doch von Oesterreich selbst besonders begeistert begrüßten Allianz mit Deutschland enthält. Dem kundigen Thebaner in der Politik bewe^ das beredte Schweigen aber lediglich, daß die Beziehungen zwischen beiden Reichen w aefestigt sind, daß es der Worte nicht bedarf, um dies besonders heivor- -uheben. Dagegen athmet jene Thronrede Wohlwollen 9e6en galten, obwohl bekanntlich Italien Oesterreich gegenüber keineswegs ganz reinlich und zweifels­ohne dasteht und von seinen nationalen Agitationen, die mit Venedig nicht zufrieden sind, nicht abläßt. Italien treibt leider keine zielbewußte nationale Politik oust würde es den Anschluß an Oesterreich und Deutschland und damit die Vollendung der mittel-europäischen Allianz bester zu würdigen ver­stehen. Es wird übrigens die Hoffnung laut, daß der Aufenthalt des deut­schen Kronprinzen in Italien zur Erkenntniß der richtigen Stellung Italiens im europäischen Concert der Mächte beitragen werde. 3» Wien lenkt inzwi­schen Baron Haymerle den Staatswagen ganz im Andrasty scheu Geleise.

Bedenkt man, daß wir auch mit allen ubngen großen und kleinen Mächten in besten Beziehungen leben, wie rasch die Wolken der Couflicte mit den Nachbarn im Oste» und W.ste» sich zerstreuen, so k°n>>l man un-rm Reichskanzler die Anerkennung nicht versagen, daß er Deui,chland trefflich leitet und auch hier sein Wort wahr macht:Heben wir Deutschland erst in den Sattel, so wird es auch retten können!"

----------------------------- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brmgerwhn. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 P^

Hefterreich.

Wien, 13. Octbr. Meldung derPolit. Corresp." aus Konstantinopel. Der Mintsterrath hat das Projekt einer inneren durch die Zoll-Einnahmen garantutsu Anlethe v°iw°rs«n. Auch bte m-ist-n Botschafter sind jege« rine solche Anleihe, weil hierdurch die auswärtigen Gläubiger der Turke, gescha- dtat würden. Wegen der Ablehnung di-s-S Projektes gab Zuhdt Pascha eine Entlassung, die indeß vom Sultan nicht angenommen wurde. Mit Bankiers in Galata soll wegen Gewährung neuer durch die Einkünfte der Provinzen Smyrna und Salonichi gedeckter Vorschusie verhandelt werden. Man glaubt, daü die griechischen Commissäre in der nächsten Conferenz der letzten Erklä- rung de? türkischen Delegirten mit geringem Vorbehalt beitreten werden.

Italien.

Rom, 13. Oltbr. Man erzählt sich, der Papst habe dieser Tage gemerkt, daß seine Gebeimkämmerer ihn, soweit sie konnten, vom Vrrkehr mit ntcktsesuitischen Prälaten abbtelten, indem sie den letzteren den Zu. gang sperrten unter dem Vorwande, der heilige ^-r wolle sie nicht empfan­gen Es sollen einige ebenso gründliche wie gerechtfertigte Rüffel das Ergebntß der Entdeckung gewesen sein. Ueber den Fortgang der Unterhandlungen mit Deutscdiand ist noch immer nicht viel zu sagen. Man hört von Hoffnungen m,d gutem Willen, aber ntcht^von positiven Abmachmigen.

^elegraphischeHieschen^

Wagner's telegr. Correfpondenz - Bureau.

Berlin. 14. Octbr. Die Synode beschloß bei B-rathung der Vor- läge des Obeiktrchenraihs bezüglich der Sonntagsheiltgung einstimmig so g-nd° Resolution- Der Oberkirchenraih wolle bie Regierung ersuchen, baß die Ge- sttze und Verordnungen über die Sonntagsseier zur vollen Anwendung gebracht

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Jt eine schön gelegene, Dünung von wenigstens unb Zubehör, für den

Offenen an die

(6703- ologe, mit den vorzügl. Tätigkeit in Schulen [eilt billigen u. grimdl. Gefl Off. durch die

ans ist zugelaufen, tank, Caserne.

ne die Beleidigung gegen oon Oberbcssingen hier- ,urüd.

»Hannes Leip, ledig.

Schuldscheine der Loge 50 ff. sind zur Rückzah- ?79 berufen.

ober 1879.

____________Mail- _ (Sambtitiuö, tingasse. (6735

Mrwvch den 15. Ott/.

braten.

Tphil. erhalt gegen Wp fNianers zu dessen Schul- >hnung. ,. .

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d. Zochheiin.

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