Ausgabe 
16.3.1879 Erstes Blatt
 
Einzelbild herunterladen

lich korrekt. Redner glaubt, die Depesche werde mit anderen Schriftstücken oorqelegt werden, bittet jedoch um spätere Wiederholung der Anfrage. Northcote erneuert auf Befragen versch edener Mitglieder die Veisicherung, dnß die Regierung ohne Zustimmung des Parlaments keine orientalische Anleihe garanliren werde. D'.e Noth des egyptischen Volkes sei nicht vergrößert durch vte jüngsten Finanzoperationen, sondern durch die lange Mißwirtschaft der Regierung. Northcote steht kein Hinderniß, befähigte Beamte der türkischen Regierung zu empfehlen. Die jetzige Stellung Wilfon's sei noch ungeregelt; Generalkonsul Vioian sei angewiesen, ihn moralisch zu unterstützen.

Versailles, 14. März. Der Senat nahm den G-setzentwurf an, wo­durch die Eil^gangszölle für gewisse ausländische Artikel festgesetzt werden.

Würzburg, 14. März, Abends. Unterofficier Pude, welcher den Studirendeu Sicken erschossen batte, ist freigesprochen worden.

Paris, 14. März, Abends. Das JournilSoir" meldet: General Berthaut, Krtegsmtnister in dem Cabinet vom 16. Mat, seither Commandeur des 18. Armee-Corps, habe in letzterer Eigenschaft seine Entlastung gegeben.

Lyon, 14. März. Heute Mittag zogen 150 Arbeiter nach dem Rath­baus und schickten sechs aus ihrer Mitte als Abgesandte zu dem Präfecten mit der Forderung nach Arbeit oder Unterstützung. Der Präfect machte ihnen begreiflich, daß jede gegen die Ordnung verstoßende Kundgebung geeignet sei, ihre Leiden zu verschlimmern. Die Abgesandten entfernten sich hierauf und auch die Arbeitergruppen gingen sogleich auseinander.

Saarbrücken, 14. März. In dem Marpinger Proceß stellte der Staatsanwalt am Schluste seiner vierstündigen Rede folgende Anträge: Gegen die Eltern der Wunderkinder: Wtttwe Kunz 3 Jahre Gefängn-ß, Eheleute Hubertus und Wittwe Leist je 2 Jahre, Pastor Neureuther, Nikolas Rekten­wald und Anton Hahn je 2 Jahre, Pastor Schneider 1% Jrhr, Kaplan Dicke, Dr. Thömes, Jakob Leist, Nikolas Leist, Klotz und Ames je 1 Jahr Gefängniß zu erkennen; dagegen die Pastoren Eich und Schwab, die Lehrertw Andre, den Förster Altmeyer und Margaretha Kunz freizusprechen.

Die Katastrophe von Szegedin.

Vollgültigster Beweis für die ganze Entsetzlichkeit der Ueberfluthung Szegebins ist das spärliche Eintreffen ausführlicherer Nachrichten, denn eben noch ist der Kampf um's nackte Dasein zu groß, um schon für das Unglück der Mitleidenden Sinn und Auge zu haben

In einem der letzten officiellen Telegramme befand sich der überraschende Schlußsatz: Zur Sicherung des Privatvermögens ist Vorsorge getroffen." Eine Erklärung dieser Mit­theilung gibt eine Depesche derTimes", derzufolge der Verdacht sich erhoben habe, daß die schon gemeldete Feuersbrust von ruchlosen Händen angelegt wurde, um in dem Wirrwar und Schrecken sich mit fremdem Gut zu bereichern.

Die letzten Nachrichten desB. T." reichen bis zum 13., Mittags 12 Uhr, und lauten so:

Pesth. Gestern Abend noch war den Nachrichten aus Szegedin zufolge die Hoffnung vorhanden, daß ein geringer Verlust von Menschenleben zu beklagen sei- Die inzwischen ein­getroffenen weiteren Berichte machen diese Hoffnung zu Schanden. Die Mittheilungcn aus Szegedin lauten immer düsterer. Die Leichen ganzer Familien sino gefunden. Kaum ein Procent der Häuser steht noch Außerdem ist in weitester Ausdehnung die Umgebung von Szegedin überschwemmt. Ein Territorium vom Umfange eines deutschen Hcrzogthums steht unter Wasser. Die Bevölkerung ist decimirt und die noch Ueberlebenden sind an den Bettel­stab gebracht. Die fürchterliche Noth spottet jeder Beschreibung.

Wien. Die hier eintreffenden Hiobsposten aus Szeaedin lauten immer entsetzlicher. Szegedin ist total vernichtet. Die ganze reiche Handelsstadt ist jetzt eine schwimmende Trümmer- maffe. Privatdepeschen zufolge sind Tausende von Menschen umgekommen. Das Kranken-"

haus ist eingestürzt, 500 Kranke wurden dabei unter den Trümmern begraben. Ebenso ist bei

dem Einsturz der Synagoge eine ähnlich große Anzahl von Flüchtlingen von dem stürzenden Gemäuer erschlagen worden. Die vergangene Nacht war buchstäblich eine Todcsnacht. Es fehlte an Beleuchtung, denn die Gasanstalt befand sich unter Wasser. Fackeln waren unge­nügend vorhanden und erlöschten schnell bei dem brausenden Sturme. In tiefster Finsterniß flohen die Geängstigten. Das Gejammer der Kinder, die Hülferufe der Weiber waren ent­setzlich ; der furchtbare Orkan, das dumpfe Brausen der sturmgepeitschten Wassermenge übertönte die Commandorufe der hilfebringenden Schiffer. Leider waren zu wenig Rettungsboote vorhanden, so daß viele ertrinken mußten. Das Elend ist herzzerreißend. Die Lebensmittel sind aus­gegangen. Jetzt wird freilich das Nettungswerk in großartiger Weise organisirt, aber es ist zu spät. Ungefähr 10 Quadratmeilen sind überschwemmt.

Lokales.

Gteß'N, 15. März. (Sitzung der Stadtverordneten am 13. März.) Anwesend: Herr Bürgermeister ® ramm, die Herren Beigeordneten Keller und Heß; von Seiten der Stadtverordneten: die Herren B a ist, D ier y, Gail, Grünebcrg, Han st ein, Hoch, Hornberger, Kauf, Ad. Noll, Aug. Noll, Pfannmüller, Scheel, Schopbach, Wenzel und Wortmann. Der Herr Bürgermeister theilte der Versammlung mit, daß ihm von Leipzig eine Anzahl Brochürcn, bett. Folterkammern der Wissenschaft, übersandt worden seien und daß dieselben unter den Stadtverordneten ctrculiren sollten. Die Stadt­verordneten werden ferner zur Prüfung der Fortbildungsschule am 13. und 14. März, Abends von 79 Uhr eingeladen. Sodann wird noch mitgctheilt, daß die verstorbenen Georg Reibers Eheleute der Kleinkinverschule und dem Krankenunterstützungs- und Sterbckasse- Verein ein Legat von je 400 fl. ausgesetzt hatten mit der Bestimmung, daß, wenn das Legat nicht angenommen würde, solches an die Stadt zur Unterstützung der Armen falle. Der letzt­genannte Verein besitzt nun kein Corporationsrecht und konnte in Folge dessen von Großh. Ministerium das Legat nicht bestätigt werden. Der Verein steht nun vor der Alternative: entweder sich Corporationsrechte zu verschaffen oder das Legat an die Stadt fallen zu sehen, welch' letzterer Fall von den Stadtverordneten wohl aceeptirt wird. Eme anderthalbstündige Debatte ruft Punkt 1 der TagesordnungViehtransport an Sonn- und Feiertagen" hervor. Wie bekannt schloß sich die Stadtverordneten-Versammlung in einer Sitzung am 2k. Nov. v. I. einem Antrag der hiesigen Polizei-Verwaltung an, wonach das Viehtreiben an Sonn- und Feiertagen von Morgens 9 bis Nachmittags 3 Uhr zu verbieten und der Transport durch die Stadt möglichst zu vermeiden sei. Gegen diesen Beschluß erhoben nun eine Anzahl Viehhändler und Metzger Beschwerde bei Großh Ministerium mit dem Petitum: daß der Viehtransport in Gießen an Sonn- und Feiertagen keiner Beschränkung unterliegen solle. Die Be­schwerde wird erläutert durch verschiedene Erschwerungen beim Bahntransport :c. und eine Parallele gezogen zwischen Bierwagen, Eiswagen rc., welche mehr Geräusch und Störungen verursachten als der Viehtransport. Die Polizei-Verwaltung, welche zuerst sich gutachtlich über diese Beschwerde äußern soll, bemerkte, daß sie von ihrer"ersten Auffassung nicht avgehen könne und darauf beharren müsse. Die Bürgermeisterei, nun auch zum Gutachten aufgefordert, wandte sich an eine Anzahl Städte, wie Aschaffenburg, Cöln, Mainz, Offenbach, Worms^ Coblenz, Straßburg, Mannheim, Darmstadt, Hamburg, Dresden, Würzburg ?c. um zu erfahren wie es dorten gehalten werde. Die Antwort lautete verschieden. Theils existiren dort gänzliche Verbote, theils theilweise und in einigen gar keine Beschränkungen. Nach, wie oben schon bemerkt, langen Debatten, werden heute drei Anträge in diesem Betreff gestellt, i) Antrag Hornberger, Namens der Handelskammer, den Viehtransport nur während des Gottes- dienstes zu verbieten und den Transport innerhalb der Stadt möglichst zu vermeiden; 2) Vermittelungsantrag Diery: den Viehtransport von 9 bis 3 Uhr innerhalb der Stadt zu verbieten dagegen außerhalb derselben freizugeben und 3) bei dem früheren Beschlu- zu verharren. Der erste Antrag wird abgelehnt, dagegen der 2. Antrag in folgender Fassung: der Viehtransport von 9 bis 3 Uhr durch die Stadt ist untersagt, dagegen kann bcr;e'fce j er och im Interesse der hiesigen Viehmärkte auf von der Polizei zu bestimmenden Wegen am ganzen Tage gestattet werden", mit 9 zu 9 Stimmen angenommen, wobei die Stimme res Vorsitzenden den Ausschlag gab. Der 3. Antrag wurde in Folge dieses Beschlusses hinfällig. Die Vertheilung der Krug'schen und Lony'schen Stiftungszinsen wird, wie früher, der Armen­commission zu Vorschlägen überlassen. Der evangel. Kirchen-Gesang-Verein bittet um Ueberlassung eines Schulsaales zur Abhaltung von Hebungen. Das Geruch wird jedoch, aus verschiedenen Gründen, welche wir hier nicht wiedergeben wollen, abgelehnt. Das Bleich- leihen betreffend, soll der mit dem jetzigen Inhaber, unter Zustimmung der Erden und übrigen

Mitcontrahenten, über die Hilgardt'sche Bleiche bestehende Vertrag bestehen bleiben. Eine Offenbacher Firma hat Requisiten für Die hiesige freiw. städt Feuerwehr geliefert, wobei sich nach Angabe des Hauptmanns gedachter Feuerwehr, Anstände über Qualität einzelner Gegen­stände ergaben. Die Rechnung soll nun nach dem Antrag der Commission für das Feuerlö'ch- wesen nach Abzug von 4«> JL kvent. Austausch der beanstandeten Stücke bezahlt werden Eine weitere Anschaffung für die Feuerwehr wird bewilligt. Im Laufe der Verhandlung wird ein Inventar von ter Feuerwehr verlangt und bemerkt hierauf der Herr Bürgermeister, daß die Aufstellung desselben öfters monirt aber noch nicht eingesendet worden sei. Die Fertigung von 100 ledernen Feuereimern nach Muster wird der Firma Wittich & Walz zum Preise von 850 übertragen. - In die Commission für die Besteuerung des Weines werden die alten Mitglieder wieder bestimmt. Bewohner und Besitzer von Grundstücken am sogen. Briefträgergäßchen im Gartfeld bitten um Aufnahme ihrer Parcellen in den allgemeinen Bau­plan. Nach dem Antrag der Baudeputation lehnt die Versammlung jedoch das Gesuch ab. Herr Bauaufseher Körner will in seinen Garten an der Schoor neben Homberger's Fabrik bauen. Es wurde demselben früher die Auflage gemacht, daß er dann den Schoorgraben vor seinem Hause überbrücken müßte. Heute nun wirft er die Frage auf, ob ihm nach lieber; brückung, auch das Gelände der Ueberbrückung zum Eigenthum würde, im anderen Falle er auf einen Steg rc. verzichte und seine Einfahrt durch seinen Garten von der Neustadt aus nehmen würde. Die Versammlung ist mit der letzteren Position einverstanden. Herr Konrad Rinn III. will in der Mühlgasse ein Backhaus (nicht Bade Haus wie in dem uns zugesandten Manuseript stand» erbauen und findet dieses Projekt die Zustimmung der Versamm­lung. Die Baugesuche der Herren Heyligenstädt, Bterau und Spenglermeister Schneider sollen befürwortet werden; gleichermaßen wird das Gesuch des Herrn Wilh. Schäfer um Erlaubniß zur Anlegung einer Einfriedigung an seinem Wohnhaus in der Schwarzlach genehmigt. Das Gesuch des Herrn Christ. Helm um Erlaubniß zur Ab­führung von Wasser nach der Wieseck wird nicht genehmigt, dagegen wird dem Bittsteller der Rath ertheilt: er möge das Abfallwasser längs der Ostseite seines Hauses nach der Bismarck ftraße herleiten und seinen Hof entsprechend auffüllen. Einem Gesuch um Entfernung der Barriere in Der Wetzsteingasse am Dr. Weber'schen Hause wird entsprochen, dagegen ein weiteres Gesuch um Bewilligung einer Durchfahrt durch den Oswald's Garten abgelehnt. Es wird ferner beschlossen, das Spalier am Dr. S t ein'scken Garten, weil nunmehr zwecklos, niederzulegen. Zur Instandhaltung der Friedhofsmauer sind 161 vorgesehen und wird der bctr. Voranschlag genehmigt. Zur Instandhaltung der Einfallsteine in den Straßengossen der Lindengasse werden 1*70 Jt. verwilligt- Den Garten am neuen Realschulgebäude an- langend, werden 300 Jt. für Anlagen und Anpflanzungen und 600 JC für Höherlegen des Spielplatzes hinter der Realschule bewilligt. Ein Baugesuch des Herrn Ferd. Kreiling welcher in den ehemals Stein'.schen Garten am Oswaldsberg bauen will, findet die Zustimmung, der Versammlung. Die Musikhalle auf dem Lenz'schen Felsenkeller, soll, weil bei der vor­genommenen Versteigerung ein zu geringes Gebot erfolgte, nochmals versteigert werden. Mehrere Bewohner der Schwarzlach richteten eine energische Beschwerde gegen den Beschluß der Stadtverordneten, welcher dahin ging, daß die Stadt sich nicht für verpflichtet erachtete für Entwässerung dieses Stadttheils zu sorgen. Sie verlangen Canalisirung und Straßenanlage resp. Pflasterung für Diese verwaiste und zurückgesetzte Gegend (?) wo mehr Häuser ständen als beispielsweise in der Ludwigsstraße, wo doch auch für Canalisirung und Pflasterung gesorgt sei. Die Stadtverordneten lehnen jedoch das Gesuch vorerst wiederum ab. Die Straße müsse erst aufgefüllt und dann gepflastert werden und solle die Entwässerung Durch offene Straßen­rinnen erfolgen Die Aborte in der neu erbauten Mädchenschule anlangend, beschließt die Versammlung, daß eine Tonnen Anlage hier zu vermeiden sei. Der Aktien - Brauerei wird die Erbauung einer Faßhalle genehmigt. Herr Photograph Gerbode will in seinem von Herrn Kauf erkauften Hause in der Kaplansgasse in der Mansarde ein Photograph. Atelier Herrichten und soll ihm solches gestattet werden. Ein Baugesuch des Herrn Balth. Lenz, welcher ein Gebäude auf dem Felsenkeller neben das Wasserschleben'sche Haus, errichten will, wird der Bau-Deputation zur Begutachtung und Antragstellung überwiesen. (Bei dieser Ge­legenheit wollen wir noch beiläufig bemerken, daß die Gegenschrift über das Expropriations- verfahren nicht weniger als 72 Seiten zählt.) Geheime Sitzung.a.

Vermischtes.

Darmstadt, 12. März. Gestern kam vor dem Hofgericht eine Anklagesache gegen mehrere hiesige Bäckermeister wegen Uebertretung des § 148 pos. 10 der Gewerbeordnung (hier Mangel geeigneter Schlafstellen für die Bäckergesellen unD Lehrlinge) zur Verhandlung. Großh. Stadtgericht hatte die Beklagten zu 3 J4 Strafe verurtheilt, gegen welches Unheil aber von Seiten der Staatsbehörde appellirt und auf Verhängung einer höheren Strafe angel tragen wurde, welchem Ansinnen auch das Hofgericht Rechnung trug und in einem Falle die Strafe auf 25 erhöhte; im anderen Falle wurde die Verhandlung vertagt.

Von der Entlarvung einer Simulantin durch den galvanischen Strom erzählt die Pos. Ztg.": Bekanntlich wird der Galvanismus in der Heilkunde mit vielem Erfolge ange­wandt ; ein so durchschlagender Erfolg jedoch, wie vor Kurzem im Krankenhause der Staot Posen mittels des galvanischen Stromes erzielt worden ist, dürfte wohl in Den Annalen der Heilkunde selten verzeichnet worden sein Es wurde nämlich Seitens des Posener Kreisgerichts Dem städtischen Krankenhause zur Beobachtung oder Heilung eine Frau überwiesen, welche sich seit einiger Zeit im Posener Gcrichtsgefängnisse befand und vollkommen taubstumm erschien; eine Verständigung mit ihr war nur mittels Aufschreibens möglich. Aus den Aufzeichnungen der Frau ging hervor, daß sic früher ganz gut hören und sprechen gekonnt, plötzlich aber Gehör und Sprache verloren habe. Nachdem sie drei Wochen lang im städtischen Krankenhause be­obachtet worden war, während dieser Zeit aber kein einziges Wort gesprochen, hatte sich all- mälig die Ansicht befestigt,'daß man es mit einer äußerst hartnäckigen und consequenten Simu­lantin zu thun habe Es wurde nun zur Anwendung des Galvanismus geschritten, unD zwar ein recht kräftiger Strom von einer Seite des Gesichts zur andern geleitet. Es hatte dies Den Erfolg, daß die Frau einen dumpfen Schrei von sich gab, während bisher kein einziger Ton von ihr gehört worden war. Nachdem auf diese Weise festgestellt war, daß die Fähigkeit, Töne zu bilden, noch nicht erloschen sei, wurde in Gegenwart Der Frau für dcn nächsten Tag ein noch kräftigerer galvanischer Strom angeordnet. Aber schon diese einmalige Anwendung de« Galvanismus hatte eine wunderbare Wirkung; kaum sah die Frau am nächsten Tage Den Jnductions Apparat, so fing sie an zu lallen und erklärte, die Sprache und das Gehör icbeine sich bei ihr wiedergefunden zu haben Am darauf folgenden Tage, als sie noch immer lallte und Der Jnductions-Apparat, um die Heilkraft der Natur zu unterstützen und ein vollkommeneres Sprechen berbeizufübren, auf's Neue in Thätigkeit gesetzt werden sollte, stellte sich heraus, daß die Wortbildung schon bedeutend besser vor sich ging, so daß vom Galvanisiren Abstand ge­nommen wurde. Schließlich nach einigen Tagen ergab sich, daß die Frau bereits vollkommen geläufig sprach, und besonders dann, wenn der Jnductions-Apparat herbeigebracht wurde, einen Redefluß an den Tag legte, der selbstverständlich die Anwendung des galvanischen Strome- auö- schloß. So konnte denn die Frau, Die als eine vollkommene Taubstumme das Krankenhaus betreten batte, nach einigen Wochen als vollkommen geheilt in's Gefängniß wieder abgeliefert werden.

Der Brocken wirth, dem jetzt die Gelegenheit geboten ist, mittelst ^^s Tele­graphen Lebenszeichen nach unten zu geben, klagt über den Schnee, der dort noch nie in Massen gefallen ist. Vor einigen Tagen hat er die Parterrewohnung geräumt, da der Schnee die Fenster vollständig verdeckte. Falls es noch einige Zeit so fortschncit, so wird er wiederum eine Etage höher Quartier nehmen müssen, wenn er das Tageslicht sehen will. Die Kühe und Ziegen soll der Wirth auf Zimmer Nr. 4 einquartiert Haben, da es in dem völlig ver­schneiten Stalle stockfinster war und man sich durch den Schnee nicht mehr Bahn zu ihm brechen konnte.

Wie groß die Amerikaner in der Geographie sind, kann man besonders auch aus dem in vielen amerikanischen Schulen cingeführten Atlas von Mitchell vom Jahre 1877 sehen. Aus Dem ihm beigegebenen Text hebt dieWestl. Post" Folgendes hervor: Berlin mit selner Million Einwohner ist nicht genannt; diese Ehre genießen unter den Städten Deutschlamis nur Hamburg, Lübeck, Bremen und Frankfurt. Frankreich ist als Kaiserreich aufgeführt. Wien >st nur mit einer Bevölkerung von 560,000 angesetzt. Straßburg gehört noch zu Frankreich. Der Atlas unterscheidet zwischen Städten, die in Deutschland, und solchen, Die in Württemberg oder Hessen-Darmstadt liegen Darmstadt wird als dänische Stadt bezeichnet, soll auf einer fruchtbaren Insel im Ochözkischen Meere liegen und einen trefflichen Hafen haben. Seine Ein­wohner nähren sich vom Walfischfang und sprechen den isländischen Dialect.

Theater.

Sonntag den 16. März d. I. findet die Aufführung der beliebten unb hier gerne ge- gesehenen Posse:(Siner von unsere ficuf* statt. Im Zwischenakte wird Herr Anton» Mariani vom Alhambratheat-'r in Brüssel als ^Ath! et^ auftreten. S)te unä b0^8^'e9 Kritiken lassen einen in seinem Fache ganz außerordentlichen Künstler vermuthen, so daß em Publikum an Dem Abend ein doppelter Genuß geboten wird. Herr Mananr ist rn neuerer Zeit am Victoriathcater in Frankfurt mit großem Beifalle aufgetreten.

SteßeN/

. äs S Huhn" 7 q 4, Mn»a"c,

MM SUS!

8. Marz- c spitlrrin Amw' Schauspielers Jo Horn mit Wlheli

7. März- lacobine Elisabet fiang von Gießen

Z. März- 1 Wilhelm Johans «öln-Mindener Z 6öln-Mindener B latturs Philipp

Vornamen.

Tochter des Ellen übliches Kind von !Margarethe, em a «IlShners Peter W Morg, ein äußere! ^itine rochier, noch ol

5. Der Gül

3. 1 M. 25 T. ÜMnschwarz, K !2 L all, Ehefrau 5A J.5M. 22 T. -Srobn. 8. Alice,

Wann

II

14

16

2

103

1648) Wir suche wird über Mttire des H Hannchen ge' ! btt sömliche C I fottitn

[ vvrMen, ihr

Vorlegung der B den,

Vom.1 ; dem ConlrMr t Rech/snachthech ler Masse anzui

Marburg, ai IM!. Amtsc

Holzve 101 Wainilar , Donnerst rsreitag den | jotömal von

fr** W "ni)e Mfor Mwt toetttn, I?°nnerst. iHautnrntt

2953 "

1100 "

12750

56 2 "

: 4i

9

1,74 feÄ

'M":