Land wirtschaftliches.
Aälberzucht. Man bemüht sich heutzutage auf'8 Redlichste, die neueren Beobachtungen und Forschungen auf dem Gebiete der Landwirthsämfi mehr und mehr auch der ganzen Masse des Landwirthschaft treibenden Standes durch gedruckte und mündliche Beiehr- angen zu Theil werden zu lassen. Und das ist recht. Allein man darf dabei nicht unterlassen, allmählich auch mehr und mehr, die noch in der Masse herrschenden Verkehrtbeiten in das rechte Licht zu stellen und ihre Beseitigung anzustreben. Zu den Verkehrtheiten gehört es aber nun, die erste Milch, welche sich im Euter der eben geboren habenden Kuh befindet, wegzuschütten, wie es in vielen deutschen Gegenden thatsächlich jetzt noch wie von altersher geschieht Diese eiste Milch welche sich durch eine gelbliche Farbe auszetchnet, enthält denjenigen Stoff, den die Natur dazu bestimmt hat, das Lösungsmittel für die im Magen des neugeborenen Kalbes befindlichen Verhärtungen, den sogenannten Darmkoth, zu sein. Man bat immer beobachte', daß diejenigen Kälber, denen man aus Unkenntnifi die erste Milch nicht gibt, längere Zeit hindurch ein rauhes, struppiges Haar und ein mattes, glanzloses Auge behalten, während diejenigen, die durch den Genuß der ersten Milch von ihrem Darmkoth befreit werden, sich bald hären und dann ganz gut entwickeln.
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Wirtschaftliches.
Heber daS Färben der Thone. Zum Färben der Thone, aus welchen man feinere Gegenstände, wie Verblendziegel, Ornamente, Kunstsachen u. s. w. Herstellen will, empfiehlt M. Avril im Moniteur de la c6ramique die Anwendung von Eisensalzlösungcn, specicll Eisen- chlorür, Eisenchlorid und schwefelsauren Eisensalzen. Diese Eisenlösungen sollen entweder mit den Thonen sehr innig gemischt oder es sollen die Oberflächen der fertig geformten Gegenstände tn diese Lösungen eingetaucht werden, die mehr oder weniger concentrirt sein müffen, je nach der Zusammensetzung der Thone selbst und entsprechend den Farbennüancen, welche man zu erhalten wünscht. Die Farbentöne, welche durch diese Behandlung der Thone zu erzielen sind, sollen zwischen rosa und blaßgelb bis zu scharlachroth und dunkelbraun wechseln.
Zur Mehlprüfung. Als qualitative Prüfung des Mehls ist nach Bcrnb. Iegel bis auf Weiteres die zuverlässigste und am raschesten ausführbare die Prüfung mit Chloroform. Durch Chloroform wird das Mehl nicht chemisch verändert und liegt deffen specifisches Gewicht -wischen dem des Mehls und dem der erdigen Zusätze. Scküttelt man daher reines Mehl in
einem Reagensglase mit Chloroform, so erhält man eine trübe Flüssigkeit, in der bei ruhigem Stehen das Mebl langsam aufsteigt. Schüttelt man dagegen mit erdigen Bcstandthetlen gefälschtes Mehl mit Chloroform, so setzen sich die erdigen Bestandtheile schon in einer Minute zu Boden. W,,d die trübe Flüssigkeit abgegossen, so kann der Absatz weiter geprüft werden. Schon 2 Procent Thonzusatz z. D. geben sich hierbei ourch einen Versuch, welcher 2 Minuten in Anspruch nimmt, zu erkennen
Handel und Verkehr.
Gießen, 13 Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. 90 bis 95 Hühnereier, per Stück 4^,2 Stück 9 H, Gänseier, per Stück 9 Enteneier, per Stück 5 H, Käse, per Stück 5—10 H, Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 21 Tauben, das Paar 75 H, Hühner, per Stück X 1.3", Hahnen, per Stück X 1.50, Enten, per Stück X 2.80, Kartoffeln, per 100 Kilo X 8,50, Zwiebeln, per Centner X - , Milch per Liter 16—18 Ockstnfletfch 70 H per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 56—60 , Schweinefleisch 58—60 H, Kalbfleisch 46 50
Frankfurt, 12. Mai. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 40, Nr. 2 X 38, Nr. 3 X 32, Nr. 4 X 2-, Nr. 5 X 22. Roggenmehl o/t (Berliner Marke) X 22 50, do. I (Berliner Marke) X 20.5t», do. II (Berliner Marke) VK, 15.50— 16 50. Wetzen, effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 22—22 25, ab unserer Umgegend X 21,75—22, do. fremder je nach Qualität it 20,50—22,50. Roggen, je nach Qualität X 13,75 — 15.75, Gerste X. 17-18, Hafer X 14 — 15, Koh'lsamen X 28 — 29, Erbsen '19 —27, Wicken X 14—16, Linsen X 17—36, Bohnen, weiße, X 19.50, Noggenkleie X 10, Weizenkleie, grobe und feine X 8—9, Rüböl, detail, X. 6«. Stimmung fest Dringend off ernt - Hauptsächlich gekragt war Prima Weizen (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — lOu Kilo.)
Fran kku rt, 12. Mai. Der heutige Viehmarkt war gut befahren. Angetrteben waren ca. 370 Ochsen, 220 Kühe und Rinder, 190 Kälber und 230 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 61—66, 2. Qual. X 6"—62, Kühe 1. Qual. X 60 bis 62, 2. Qual. X 56 58, Kälber 1 Qual. X 60 — 62, 2. Qual. 58—60, Hämmel 1. Qual. X 62—63, 2. Qual X 52 — 54 per 100 Pfund Fleischgewicht. Schweine das Pfund 54—55 Pfg.
Oeffeutlilhe AuMkruug.
Nachdem Gr. Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Philipp Hammel von Bersrod den förmlichen Concursproc^ß erkannt bat, werden dessen Gläubiger aufge- fordert im Termin
Mittwoch den 16. Juli 1879,
Nachmittags 3 Uhr, ihre Forderungen nebst Vorzugsrechten Lei Me-dung Ausschluffes von der Maffe geltend zu machen.
Im genannten Termin soll die Güte versucht, Glänbiqerausschuß und Maffe- curator gewählt und wegen Versilberung der Maffe Beschluß gefaßt werden. Von den nicht erschienenen resp. nicht vertretenen Gläubigern wirb angenommen, daß sie den Beschlüffen der Mehrheit der Erschienenen betreten.
Gießen, den 8. Mai 1879. Großherzogltches Landgericht Gießen.
I. V. d. L.:
vr. Trapp, (3291 Landgericktsaffeffor.
Edictalladung.
Nachdem Gr. Hofgerichr der Provinz Obeiheffen über das Vermögen des Kaspar Stein III. von Dmern den förmlichen Concurs erkannt bat, werden diejenigen, welche Ansprüche an dieses Vermögen zu bilden haben, zur Anmeldung und Begründung ihrer Forderungen, sowie zur Geltendmachung ihrer Vorzugsrechte auf
Donnerstag den 24. Juli l. I.,
Vormittags 9 Uhr, hierher vorgeladen bei Meivung des stillschweigend erfolgenden Ausscdliffes von der Concursmaffe und der Unterstellung des Verzichts auf Vorzugsrechte.
In dem Termin sollen zugleich wegen Bestellung eines Maffecurators, Ver- stlberung der Maffe rc. Beschlüffe gefaßt werden-
Von den nicht erschienenen oder durch gehörig legiiimirte Bevollmächtigte - icht vertretenen Gläub gern wird angenommen, daß sie den Beschlüffen der Mehrheit der Erschienenen auch bezüg lich eines zu Stande kommenden Arrangements — beigetreien seien.
Die Anmeldung eimr Forderung in dem vorausgegangenen Schuldenwesen macht die Anmeldung in di. fern Concurse nicht überflüssig.
Gießen, den 9. Mai 1879. Großherzogliches Landgericht Gießen.
V. d. L.:
vr. Trapp, (3292 __________Landgerichtsaffessor.
Aepfelwein,
'N Gebinden, verkauft (2,43
<fr«il ScKmall, Frankfurter Hof
Allgemeiner Anzeiger.
Lieferung.
Mittwoch den 21. Mai d. I..
Vo^nnt ags um 10 Uht, werden dahier:
16 Cent er frische Butter, sowie
10 Centner weiße und
2 Centner schwarze Hammelwolle, zur Liesrung öffentlich »ersteigert.
Mariensckloß, den 11. Mai 1879. Großh. Landeszuchtbaus - Direciion.
S c r i b a. (3301
Bekanntmachung.
Bei mißlungenem Güteveriuche wird über den Nachlaß des dahier verstorbenen Buchdruckereibesitzers B. E. Sipmann der förmliche Concurs erkan >t, und werden sämmtliche Nachlaßgläubig r vargeladen, ihre Forderungen im Termin (2972
den 28. Mai I. I.,
Vormittags 9 Uhr C Z, dem Con radictor gegenüber unter dem R chisnachtheil der Ausschließung von de^ Masse anzumelden, und zu begründen.
Marburg, am 28. April 1879.
König!. Amtsgericht, Abteilung III.
Versteigerungen.
Samstag den 1*7. l. Mts.,
Vo-mittags 11 UbT, soll lm alten Rathhaussaale das Ausweisen von Schullokalln, veranschlagt zu 547,42 versteigert werden.
Gießen, den 13 M st 1879. Grofiherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 3302) A. Bramm. __
Holzversteiqerung.
Freitag den 16. d. Mts.,
Mvr e»s 8 Uhr, sollen in h'esigrm Gemetndewald versteigert werden:
23 Rmtr. Nadel-Spetter. 159,3 Wm. Nadel K üppel 57,5 Nadel-Stöcke, 5150 Nadel - Wellen, 15 Nadel- Stämme und 1250 Nadel Stangen (Bohnenstangen).
Anfang und Zusammenkunft im D'strict Mühlberg oberhalb der Rsids- mül le.
Leihgestern, den 13. Mai 1879.
Großh. Bürgermeisterei Leihgest rn.
_________Heß._______(3295
Heute, Mittwoch den 14. Mai,
Nachmittags 2 Uhr, kommen die zum Nachlaß der Frau S. Kaufmann Wittwe gehörenden
Möbel
zur Versteigerung. (3296
Gras Versteigerungen.
Die diesjährigen Grasnutzungen an den Gräben und Böschungen nachbenannter Straßen sollen in den dabei bemerkten Terminen an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden und zwar:
1) Mittwoch den 14. Mai auf der Straße von Gießen über Reiskirchen, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des Sckützenhofes.
2) Freitag den 16. Mai auf der Straße von Gießen über Lich gegen Langsdorf, Anfang Morgens 8 Uhr in der Nähe des Gi-'ßener Friedhofs
3) Dienstag den 20 Mai auf der Straße von Lich gegen den Hessenbrückerhammer, Anfang Morgens 9 Uhr in der Nähe des Friedhofs zu Lich.
4) F eitaq den 24. Mai auf der Straße Lich bis Hof-Gill, Anfang Morgens 9 Uhr in der Nähe des Estenbahn-Viaducts.
Die resp. Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht diese Versteigerungen im Interesse ihrer Gemeinde besonders bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 1. Mai 1879.
Großherzogliches Kreisbauamt Gießen.
In Vertretung:
M. Wahl, (3010
Großherzoglicher Kreisbauaufseher.
Aeikgebotenes.
3288) Soeben ist vollständig erschienen:
Perls, Prof. Dr., — Lehrbuch der allg. Pathologie, 2 B e. eX 24
Vorräthig in der
Ferber’schen Univ.-Buchh.
in Giessen.
Verkauf
einer Mahlmühle.
Die im Amtsbezirk Herborn bei Eisemroth gelegene Mahl- und Oelmühle, die sogenannte Schaafsmühle, beabsichtigt der Besitzer aus freier Hand zu verkaufen. Dieses Anwesen besteht:
a. aus einem zweistöckigen Wohnhaus nebst Mahl- und Oelmühle;
b. einer Scheuer, zwei Ställen und Hofraum ;
c. circa 67 Ruthen Garten und
d. circa 2 Morgen Ackerland.
Die Mühle ist fihr gut gelegen, außerdem noch nicht5 Minuten entfernten Eisemroth befinden sich noch mehrere Dörfer in der Nähe. Die Perkaufsbcdingungen sind günstig und wolle man sich dieserhalb wenden an IohS Peter V.,
3237)________________in Eisemroth
Gothaer Cervelatwurst, Westpdäl. Schinken empfiebl' vi besten Q alikäten (3282
Emil Fischbach.
FrisdieÄprteen
empfiehlt (3304
Die Delicatessenhandlung
von
Carl
”2883) Empfehle ein vorzügliches GlaS Gießener Actten-Bi r, sowie ausgezeichneten BorSdorfer Aepfelwein
Ehr. NoU III., Eanzleiberg.
Dortmunder Bier u. Erlanger
im Zapf im (3307
-frankfurter Hof.
Spargel,
täglich frisch, verkauft (3305
Oeconom Simon, Bahnhofstraße.
Dachziegel, Kalk, Backsteine (Ofenbranv), Fress-Steine
sind zu den billigsten Preisen zu haben auf der Ziegelei zu Waldgirmes bei
3286) Andrea» »rescher II.
Eonfirmanden Anzüge
in den besten Stoffen und gediegener Arbeit, sehr billig, empfehlen
3122) Gebr. Stamm.
VörzögL Aepfehveiu
empfiehlt H@il
3210)_______Schloßgaffe.
2884) Bei freier Lieferung in's Hans empfehle:
Gießener Actien - Export - Bier Per Flasche 23 Pfg.,
Gießener Lager-Bier per Fl. 20 „
Sicher Export-Bier „ 20 „
Gg. Dörr Ww., Flaschenbiergeschäst, Eanzleiberg B. 60.
379
Spiegelfabrik Ä r** von ***
Carl Leib, Vergolder,
Glessen (hinter der Kirche2, unterhält Lager aller Arten
Spiegel, KUderrahmeu,
Tistbe mit larmorplilten,
Gold- und Politurloüten, Alle Sorten Spiegelglas.
Das Einrahmen von Bildern wird billigst ausgeführt.
Neu vertro) (langen werden auf das Solideste bald gefertigt. I
3243) Ein Leonberger Hund von sehr schöner Farbe ist preismürdig zu verkaufen.
Näheres bei der Exped. d. Bltts.
3123) Schwarze
Cachemirs u. Alpaccas bester Qualität, zu febr billigen Preisen, empfehlen fSebr. Stamm.
Hemden
für Eonfirm and en, unterm Fabrikpreise, bei 2695) A Haubach, Mäusburg.


