und schloß mit den Worten: der Ausspruch des alten Römers: Imperium et Liberias sei auch das Programm, wonach das jetzige Ministerium Englands i «derzeit handeln werde.
Straßburg, 10. November, Abends. Die Gemahlin bei Statthalters Keldmartckalls von Manteuffel ist heute 7 Uhr Im Alter von 64 Jahren gestorben.
Athen, 10. November, Abends. Da« französische Geschwader verließ den DtrLus und begab sich nach Volo und Salonicht.
Berlin, 11. November. Der französische Botschafter Graf St. Ballier begab sich heute früh nach Var,in, um dem Reichskanzler einen Besuch abzustatten.
Lokales.
Gießen, November. Der Hirsch, welcher vorige Woche von dem Portal der Ltrschavotheke gestohlen wuroe, hat sich wiedergefunden. Eine anonyme Postkarte belehrte Hrn. vr Hempel, daß sich derselbe im - Stadtbach, in der Nahe der Fortsch schen Brauerel be- Änbe. Reinlich (?) und unversehrt wurde er hier aus seiner naffen Lagerstätte herausgezogen. ' — Wie massenhaft die Handwerksburschen eben laufen, möge dadurch lllustrirt werden,
Laß heute Nacht in den beiden hiesigen Herbergen nicht weniger denn 69 solcher Leute logirten.
— Ueber den Ärückeneinsturz bei Heldenbergen wird dem „Franks. Journal" unterm 9 dss. berichtet: Nachdem bereits vor einigen Wochen der auf der Eisenbahnstrecke Hanau- ^riedbera im Bau begriffene Viaduct bet Heldenbergen durch Emstürzen eines Gerüste- zwei Personen das Leben gekostet, hat sich gestern abermals daselbst ein furchtbares Unglück ereignet. Kaum war die Verschaalung aus einem eben vollendeten Bogen entfernt, als derselbe durch Nachgeben der Widerlager gelockert, etnstürzte und durch die aus einer Höhe von 24 Meter herabstürzenden Steine b Arbeiter sofort gelobtet wurden, der 9 ist heute Nacht seinen Leiden -rleaen- 20 andere sind mehr oder minder schwer verletzt; die Verunglückten sind meistentheilS -verbeirathet, und sollen die zum Theil mit ihren Kindern auf dem Arm zur Unglück^atte eilenden Frauen einen herzzerreißenden Anblick dargeboten haben. Die Behörde hatte Mühe, die banleitenden Personen vor der aufgeregten Menge zu schützen. Von Vilbel ist sofort, nach Bekanntwerden de« traurigen Vorfalls, die Staatsanwaltschaft zur Untersuchung an Ort und Stelle abgeqangen. (Unter den bei der Katastrophe Getbdteten befindet sich auch ein Wtesecker Einwohner, Heinrich Rohm, welcher eine Wittwe mit sieben Kindern tn dürftigen Verhältnissen hinterläßt. Red.)
Verwischtes.
Mainz, 9. November. Ueber die bei der Etsenbahnkatastrophe bei DischofSbeim Ge- tödteten und Verletzten theilt der „Mainzer Anzeiger" Folgende- mit: Der Zugführer Kern wurde am Kopf stark verletzt. Getödtet wurden : die verehelichte Tochter unseres Mitbürgers Herrn Buchhalter Neuhauser (verehelichte Garrisch), nebst ^jährigem Kinde; der Körper der Mutter war bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, während da- Kind kerne Spuren äußerlicher Verletzung zeigte, sondern jedenfalls in den Armen der Mutter den Erstickungstod fand. Ferner wurde getödtet ein Bremser der Rheinischen Bahn, der sich nicht dienstlich, sondern rn Prrvat-
angelegenheiten in Frankfurt aufgehalten hatte. Schwer verwundet wurde der Techniker Klein aus der Gasfabrik in Bingen, sowie deffen Frau und Schwiegermutter; Herr Klein hat schwere Verletzungen am Kopfe erlitten. Herr Schmidt von hier, aus dem sogenannten „Herrgottchen" erlitt ebenfalls zwei Beinbrüche, in Folge deren, wie wir vernehmen, heute früh die Amputation beider Beine vorgenommen werden mußte. Ein Engländer erlitt einen Schenkelbruch, zweifachen Rippenbruch und Coutusionen am Rückgrat. Schwer verwundet wurde ferner der Heizer Enzerling aus Groß-Gerau; derselbe wurde zu einem in Bischofsheim wohnenden Zugführer verbracht. Der Maschinenführer Braun kam mit leichten Verletzungen davon, das gleiche Glück hatten verschiedene Mainzer Mitbürger, die sich auf dem Zuge befanden.
Handel und Verkehr.
Gießen, 11. November. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter per Pfd. X0,90 bis X 1.00, Hühnereier per Stück 7 Käse per Stück 5—9 H, Käsematte per Stück 3 H, Erbsen 1 Liter 22 H, Linsen 1 Liter 25 H, Tauben das Paar 60 Hühner per Stück X 0.75, Hahnen per Stück X 0.80—00, Enten per Stück X 1.30—00, Gänse pr. Pfund 40—50 H, Kartoffeln per 100 Kilo X 5.40—6.60, Weißkraut, 100 St. X 3—6, Zwiebeln pr. Ctr. X 6—7, Milch per Liter 16 und 18 H, Ochsenfleisch 70 H per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 5» — 56 H, Kalbfleisch 50 — 54 Hammelfleisch 50 — 66 H, Schweinefleisch 60 H, Truthähnen per Stück 5-6 X
Frankfurt, 10. Novbr. (Fruchtbericht.) Mehl Nr. 1 X 43, Nr. 2 41, Nr. 3
X 35, Nr. 4 31, Nr 5 X 25, Roggenmehl % (Berliner Marke) X 25 50, do.
I (Berliner Marke) X 23.50—24.—, do. II (Berliner Marke) X 18.50—19.50. Weizen effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 23.50—00, ab unserer Umgegend X 23—23.00, do. fremder je nach Qualität X 23—24.00, Roggen, je nach Qualität X 17.25—18.75, Gerste X 17-19, Hafer X 13—15.25, Kohlsamen X 26.00—27:25, Erbsen X 19—27, Wicken X 16—17, Linsen X 20-40, Bohnen, weiße, X 23—25, Roggenkleie X —, Weizenkleie, grobe und feine X —, Rüböl, detail, X 62. Stimmung unentschieden. Hauptsächlich gefragt war: —. Dringend offertrt: —. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht — 100 Kilo.)
Frankfurt, 10. November. Der heutige Vtebmarkt war gut befahren. Angetrieben waren ca. 400 Ochsen und Stiere, 260 Kühe und Rinder, 300 Kälber und 700 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 68—69, 2. Qual. X 66—67, Kühe und Rinder 1. Qual. X■ 58—60, 2. Qual. X 50-52, Kälber 1. Qual. X 54—56, 2. Qual. 50—52, Hämmel 1. Qual. X 60-65, 2. Qual. X 4b 50 per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine je nach Qualität das Pfund —
— ^Postalische- ] Es kommt nicht selten vor, daß die Absender von Briefen nicht genau auf die Schwere derselben achten und so einen über 15 Gramm wiegenden Brief nur mit einer Marke im Werthe von 10 H bekleben. Dergleichen Sendungen werden aber nach den Bestimmungen der Postordnung als unfrankirte behandelt und mit einem Strafporto von 20 H belastet, welches, wenn der Adressat die Annahme verweigert, vom Absender getragen werden muß. Im Interesse der Letzteren wird es daher liegens die von ihnen abzusendenden Briefe vorher genau in Bezug auf ihre Schwere — ob doppelt, ob einfaches Gewicht — zu prüfen und darnach zu frankiren. Anderseits scheint nicht genügend bekannt zu sein, daß ein Stadtbrief nur :> H Porto kostet, auch wenn er mehr als 15 Gramm (bis zu 250 Gr.) wiegt.
Mzoersteigerunff im Giesterrer Stadtwalde.
Montag den 17. November,
von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Distrtcten Neuheege u. Heegstrauch nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
A. Brennholz:
Scheich. Prügelh. Stockh. Retsh. Raummeter. Wellen.
Eichen — 5 — 120
Nadel 6 100,2 15 —
12100 Durchsorstungsreiser,
N. Bau-, Werk- und Nutzholz:
2 Fichtenstämme mit 0,20 Festm., 1850 Fichtenstangen mit 7,39 Festm.
und darunter 1200 Bohnenstangen.
Die Zusammenkunft ist auf der Sicher Chaussee an der 1. Schneise.
Gießen, den 11. November 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 7394) A. Bramm.
Versteigerung.
Freitag den d. Dkts.,
Vormittags 11 Uhr, werden im hiesigen Pfandlokal folgende Gegenstände:
1 goldene Damenuhr mit Kette,
1 goldene Uhrkette,
1 zweithüriger Weißzeugschrank öffentlich meistbietend versteigert-
Gießen, den 11. November 1879.
7357) Geißler, Gerichtsvollzieher.
Versteigerung.
Freitag den 1ZL ds. Mts., | Vormittags 11V: Uhr,
soll in dem hiesigen Pfandlokal ein schwerer Wagen öffentlich meistbietend versteigert werden-
Gießen, den 11. November 1879. 7381) Geißler, Gerichtsvollzieher.
PstanMverkauf.
Im akademischen Forstgarten sind verkäuflich 3—tOMrtge Achten, Eicken, Birken, Wetßerlen, Aho-ne, Eschen. Linden, Schwarzkiefern, See- kiefern, Lärchen, Evonymus ic., größten- theils verschulte Pflanzen, zusammen 5500 Stück. Kaufliebhab r wollen sich an den Gartenausseher C. Dörner wenden. (7369
Allgemeiner Anzeiger.
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