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Prei- viertÄjLhrlich 2 Marl 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf.
Amtlicher Hheil. Bekanntmachung.
Wir haben folgende Gerichtstage, regelmäßig Vormittags 9 Uhr beginnend, festgesetzt:
I. Allgemeiner Anruftag, namentlich für Sachen der freiwilligen Gerichtsbarkeit Mittwoch Vormittag.
II. Civilproeeßfitzungen: r v _
1) für die Stadt Gießen Dienstag, Mittwoch und Donnerstag;
2) für die Orte Heuchelheim, Kletnlinden, Lang-Göns Mittwoch Nachmittags 3 Uhr;
3) für die Orte Mendorf a. d. Lahn, Mendorf a. d. Lba., Groß-Linden, Trais a. d. Lda. und Wteseck Samstag;
4) für die übrigen Orte Montag und Freitag. ttt (Ltrafvroreßllbunaen: Dienstag und Donnerstag. . _ ~ ,
IV. Außerdem sind die Sprechstunden bei der Gerichtsschreiberei: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag Nachmittags von 3 bis 5 Uhr, Mittwoch und Samstag Vormittags von 10 bis 12 Uhr.
Großherzogliches Amtsgericht Gießen.
__ Langsdorfs. ________
politisch
Wochenübersicht.
Während Kaiser Wilhelm mit der Kaiserin in Baden weilt, wo sich auch der russische Kanzler Gortschako ff zum Kurgebrauche aufhält, hak der Kronprinz der Münchener Kunstausstellung einen kurzen Besuch gemacht und dann die Weiterreise nach Italien angetreten, um in Monza den König Humbert zu begrüßen und später mit der Kronprinzessin einen mehrwöchentlichen Aufenthalt in Rom zu nehmen.
Der bisherige Oberprästdent von Elsaß-Lothringen, von Moller, ist nach achtjähriger, segensreicher Wirksamkeit aus seinem Amte geschieden, um dem neu ernannten Statthalter, Feldmarschall von Manteuffel, Platz zu machen, dem Herzog als Staalssecretär beigegeben ist. Unter anderen Ernennungen zu den neuen Staatsämtern befindet sich auch die des seitherigen elsässischen Abgeordneten und Redacteurs Schneegans und des Grafen Wilhelm von Bismarck, jüngsten Sohnes des Fürsten.
Nach dem neuen Retchslande hat Moltke dieses Jahr seine übliche Generalstabs-Uebungsreise unternommen, um die Vertheidigung des Ober-Elsaß und des badischen Oberlandes für den Fall eines französischen Angriffs in's Auge zu fassen, und zugleich die in den letzten Jahren entstandenen festen Rbeinbrücken bei Breisach, Mülheim und Hüntngen zu besichtigen.
Bei den Wahlen zum preußischen Landtage erhielten von 433 Äbaeordneten-Mandaten die Conservativen 111, die Fretconservattven 43, das Centrum 92, die Liberalen 103, der Fortschritt 35. In Frankfurt a. M. unterlag Lasker gegen den demokratisch-fortschrittlichen Gartenlauben-Dichter Albert Träger, Köln wählte zwei Ultramontane und auch in Düffeldorf siegte die klerikale Partei. Berlin schickt vier Fortschrtttsmänner in den Landtag, worunter Eugen Richter, der von Hagen kein Mandat wieder erhielt; Kriegs- mintster Kameke ist In einem Cösliner Wahlbezirke, Falk in Duisburg durchg^g^ ^en Abgeordnetenwahlen in die badischen Kammern droht den Liberalen ein Verlust von sieben Wahlbezirken zu Gunsten der Ultramontanen und Conservativen.
Eine Verordnung des Cultusministers an den Münchener Magistrat verfügt die Aufhebung der gemischten Schule bei St. Anna am Lehel und die Wiedereinführung des confessionellen Unterrichts, da dieser Schul- iprengel fast ausschließlich von Katholiken bewohnt ist.
In Wien fand die Eröffnung des Unterhauses statt. Die Thronrede des Kaisers betonte besonders die Anwesenheit der Czechen und erwähnte der in jüngster Zeit angebahnten Vereinbarungen mit dem deutschen Reiche, welche erfreuliche Aussicht auf die Hebung der beiderseitigen Verkehrs- und Handelsverhältniffe darböten. — Mittelst kaiserlichen Handschreibens ist nun osficiell die Enthebung Andrassy's von seinem Mtnisterposten und die Ernennung des Baron Haymerle zu seinem Nachfolger ausgesprochen
In Belgien spinnt sich der Kampf zwischen Liberalen und Klerikalen anläßlich der Schulen weiter.. Mit großer Energie arbeitet die Geistlichkeit an der Errichtung und Erhalt confesfioneller Schulen, sodaß die Gemeinde- fchulen vieler Orte immer mehr veröden und der Unterrtchtsmintster täglich Abordnungen von Bürgermeistern aus der Provinz empfängt, welche um Schutz gegen die Uebergrtffe des Klerus bitten. In mehreren Gemeinden der Provinz Antwerpen schließt die Geistlichkeit alle Zöglinge, welche den Communalschulen treu geblieben sind, vom Ktrchenbesuche aus. In anderen Thetlen Belgiens kam es zwischen Zöglingen beider Schulen zu Raufereien und Aergeres steht sicher noch bevor.
Der italienische Krtegsmtnifter braucht nach' Ausweis seines vorläufigen Budgets für das Jahr 1880 etwa eine halbe Million Lire mehr als im gegen» ärtigen Jahre. Wenn aber verschiedene, dem Parlamente vorliegende Gesetzentwürfe zur Ausführung kommen, so steigert sich der nächstjährige Mehrbedarf für militärische Zwecke auf rund zwanzig Millionen.
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Eunge Führer der demokratischen und radikalen Partei Spaniens hatten sich in Paris gegen die Regierung des Königs Alfons verschworen. Der spanische Gesandte daselbst kam dem Anschläge auf die Spur unv auf feine Veranlassung erfolgte in Barcellona, Saragoffa und noch einigen anderen Städten die Verhaftung verschiedener verdächtiger Persönlichkeiten, worunter sich mehrere verabschiedete Generäle befanden. Bei den angestellten Nach- suchungen fand man Schriftstücke, Waffen und eine geheime Druckerei.
Auch den russischen Verschwörern, den Nihilisten, ist es an den Kragen gegangen. Der Petersburger Polizei gelang die Beschlagnahme einer Druckerei. Zwanzig Personen wurden bei dieser Gelegenheit festgenommen und unter ihnen drei Frauenzimmer. — In Ltvadia, wo sich der Czar oufhält, fand eine große Berathung der hervorragendsten russischen Generäle statt. Es handelt sich um verschiedene militärische Reformen, um die Ab- Schaffung der Freiwilligen, die Vermehrung der Cavres und der Feldartillerie und um ein neues Gesetz zur möglichst raschen Mobilistrung der Armee.
Die größte und erfahrenste Seemacht der Welt, England, welches über den Untergang des „Großen Kurfürsten" eine so schneidige Kritik übte, mußte erleben, daß zwei seiner eigenen Panzerkoloffe zusammenstieße.». Die Schiffe „Alexander" und „Achill" carambolirten während einer Uebung mit ihren Breitseiten, kamen aber glücklicher Weise mit der Beschädigung einiger Boote davon. — Der englische Resident in Birma findet es schon seit längerer in der Nähe des despotischen und grausamen Königs nicht mehr geheuer; er hat daher mit dem Gesandtschaftspersonale die birmanische Hauptstadt Mandalay verlaffen und sich nach der Hetmath eingeschifft.
Nach Berichten aus Afghanistan ist der englische General Gordan im Paß von Shuturgardan von den Stämmen der Ghilzais angegriffen und darin eingeschloffen worden, sodaß seine Verbindungen mit dem britischen Hauptquartier abgeschnitten sind. Die Colonne des Genrral Roberts dagegen, bei dem sich der Emir Jakob befindet, hat sich der afghanischen Hauptstadt bis auf einen Tagemarsch genähert.
König Cetewayo weilt bereits als englischer Staatsgefangener in der Capstadt, wo er vorläufig im Schlöffe untergebracht ist. Die Engländer räumten das Zululand, für welches demnächst ein englischer Resident ernannt werden soll.
Lokales»
Gießen, 11. October. (Sitzung der Stadtverordneten am 9. October.) Anwesend: Herr Bürgermeister Gramm, die Herren Beigeordneten Keller und Heß; von Selten der Stadtverordneten die Herren Diery, Gail, Grüneberg, Hanstetn, Hoch, Homberger, Kauf, Lüdeking, Ad. Noll, Aug. Noll, Pfannmüller, Scheel, Schopbach, Wenzel und Wortmann. „ , -
Herr Bürgermeister Bramm thetlt in Betreff der ReorganisaUon ver boheren Mädchenschule mit, daß Großh. Ministerium des Innern unv der Justiz. Abth. für Schulangelegenheiten dieselbe genehmigt habe. Es liege der Versammlung jetzt die Aufgabe vor, außer den bereits ernannten Mitgliedern des Kuratoriums (Herr Bürgermeister Bramm, Herr Director Soldan und 2 Schulmänner) noch 2 Mitglieder zu wählen. Bei der hierauf vorgenommen Wahl wurden die Herren Haustein und Baift gewählt.
In Betreff der erledigten Forstwartstelle wurde auf Vorlage eines Schreibens Großh. Forstamts Grünberg beschloßen, daß von Gießen und Wieseck gemeinschaftlich ein Forstwart und zwar Balthaser Volz von Alten-Buseck bestellt werde.
Herr Gärtner Deines macht in einer Eingabe den Vorschlag , die eine Reihe Baume, welcke sich zwischen dem Wallthor und dem Justizpalast gegenüber dem Schirmer scheu Garten hinzieht, als den Verkehr beeinträchtigend, ohne dem qu. Stadttheil zur Zierde zu dienen, zu entfernen. Dieser, auch schon von anderen Seiten befürwortete Vorschlag, wurde mit 11 gegen 7 Stimmen zum Beschluß erhoben. _ r . . , t c . f.,
Der zwischen dem Klubgebäude und dem Hause des Herrn F. Burkhardt besindltche Graben gab Letzterem zur Beschwerde gegen die Clubgesellschaft Veranlassung, weil die Durchführung des Unraths re. durch seinen Hof für ihn von Nachthei sei Die Versammlung erklär nach Durchberathung der fraglichen Angelegenheit, daß für sie keine Veran affung vorl.ege, auf Burkhardt s Gesuch wegen Bersckluß des Winkels eine Erklärung abzugeben.
y Das Gesuch des Herrn Louis Petri III. um Uebrrlassung von städtischem Gelände bei dem Sckulhause am Asterweg wird nach dem Vorschlag der BawDeputation genehmigt.
Eine von einer großen Anzahl Einwohner unterzeichnete Eingabe, lautend: die Stadt möge die an der Mäusburg liegenden Häuser der Herren Schmidt und Hormann behufs


