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Ende unterhalten wurde. Dies bekundete sich bei einem recht zahlreichen Auditorium in dem unverkennbarsten Maaße. Gradmesier hierfür waren dem Referenten diesmal mehrere Themis- ^ünaer. Waren dieselben im ersteren Concert vorübergehend in einer gesteigerten Laune, in welcher der eine oder andere vielleicht im Stande gewesen wäre, die Pforten der Kerker zu offnen und deren Jnsasien großmüthtg zu entlaßen, so blieben sie vorgestern in einer der Justiz weniger gefährlichen Stimmung. Die Damen wurden für ihre vortrefflichen Gesangcsleistungen durch lauten Applaus belohnt. Es zeigte sich bei diesem wohlgeschulten Quartette, das in der -reinsten unentwegtesten Tonlage auch ohne Begleitung eines Instrumentes sich zu erhalten wußte, welche durchschlagende Wirkung die wohlmodulirte wohleingeübts menschliche Stimme hcrvorzubringen im Stande ist. So müsien etwa die Sirenen bei Homer gesungen haben, von 'denen auch nichts bekannt ist, daß sie irgend eine Instrumentalbegleitung gehabt hatten I Das irische Volkslied", sowie „das Schiffchen" waren liebliche durch ein meisterhaft ausgeführtes
-decrescendo und stufenweises Verhallen ausgezeichnete nette Liedchen. Ebenso wurde das „Nun ist der Tag geschieden" ausgenommen. Aber der ungarische Nationaltanz, der Csärdüs, oesungen, zeigte uns erst so reckt, wie dies bizarre Ding eigentlich zu nehmen und aufzufassen ist. Nun mögen sich die Spieler und Spielerinnen der Brahms'schen „Ungarischen Tänze" §us dem Gehörten den reckten „Schick" für Ausführung dieser Piece aneignen l Kreutzer's
Nachtgesang" war nicht minder gut ausgeführt. Der „schwedische Hochzeitsmarsch" hat etwas für unser nationales Empfinden und Anschauen zu Entlegenes, weßhalb er weniger zu packen schien. — Fräulein Therese Peters spielte die Chopin'scken Sachen, die immer mehr gewürdigt werden und in Aufnahme kommen, wahrhaft meisterhaft. Besonders zeigte der vortrefflich gespielte „Polnische Tanz" in Es-moll die glänzend Compositionsgabe Chopin's, welcher anerkannt der Scköpfer neuer, ganz origineller musikalischen Wendungen und Figuren gewesen .-ist. Herrn Cossmann, Violoncellvirtuos aus Frankfurt, leistete Glänzendes besonders in der Chopin'schen „Notturne" und in seiner selbstcomponirten „Tarantelle". Brahm's Sonate für Violoncell und Ptanoforte op 38 war besonders in den Fuaesätzen brillant und von treff- lieber Wirkung. — Wir müffen unfern Bericht mit einem schrillen Septimenaccord, der aber nut dem Beleuchtungs-Personal gilt, leider schließen. Warum war auf den Gallerten gar kein Licht angezündet?! Die im Hintergrund stehenden Herren befanden sich in der problematischen Beleuchtung der „Unterwelt" und waren nicht im Stande, die freilick auch fraglichen Prospekte, da deren fast gar keine verabreicht wurden, ausreichend zu lesen. Eine Lampe könnte man -doch jeder Seite gewähren. ____________________________________________
Vermischtes.
Lollar, 9. Februar. Schon zum zweitenmal in diesem Winter ist seit gestern hier, in Folge bes Austritts der Lumda, Ueberschwemmung etngetreten. Das ganze Ackerfeld beiderseits des Baches steht unter Waffer. Eine Straße im Ort ist überschwemmt, so daß die Bewohner daselbst nickt aus den Häusern gelangen können. Hierbei ist noch nicht an die vielen Keller gedacht, welche zum großen Nachtheil für die Bewohner und der Conservirung der Kellervorrathe hierbei eine so gründliche Durchnässung erfahren, daß dieselben den ganzen Winter durch nicht wieder trocken werden Die Vizinalwege, welche von hier nach Daubringen oder Holzmühle führen, werden stellenweise bis zu 2- hoch vom Wasser überschwemmt, so daß dieselben selbst von Fuhrwerken nicht ohne große Gefahr passirt werden können, wie man neulich
erst wieder zu sehen Gelegenheit hatte, wo ein Fuhrmann mit einer Ladung Frucht von der Fahrbahn des Weges ab in den Graben gerieth und nur durch Hülfe Anderer wieder heraus zu gelangen im Stande war.
Durch eine Regulirung der Lumda würde ohne Zweifel solchen Vorkommniffen lange abzuhelfen gewesen sein.
Handel und Verkehr.
Gießen, 11. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter, per Pfd. 75—85 H, Hühnereier, per Stück 7 H, Enteneier, per Stück — Käse, per Stück 5 bis 10 H, Käsematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 24 Tauben, daS Paar — Hühner, per Stück X —, Hahnen, per Stück X 2, Enten, per Stück X — — Kartoffeln, per 100 Kilo X 5.50—6.50, Zwiebeln, per Ctr. X 8—9. Ocksenfleisch 70-72 H per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 57-60 H, Kalbfleisch 50—60 H, Hammelfleisch 60 - 65
Frankfurt, 10. Februar. (Fruchtbericht.) In Folge des Regenwetters waren die Nidda-Müller durch das Hochwasser im Betrieb gestört. Trotz der enormen Geschäftslosigkeit in unserem Handel Iaffen doch Anzeichen darauf schließen, daß viel Chance für ein Günstiger- werven der Tendenz vorhanden wäre, wenn unser Markt in dieser Disposition durch auswärtige Notirungen unterstützt würde. Die heutigen Umsätze waren äußerst belanglos.
Mehl Nr. 1 X 38, Nr. 2 X 36,§»Nr. 3 X 30, Nr. 4 X 26, Nr. 5 X 20. Roggenmehl o/t (Berliner Marke) X 21.50, do. II (Berliner Marke) X 18.50. Weizen, effektiv hiesiger ab Bahnhof hier X 19.—, ab unserer Umgegend X 18.25—18.50, do. fremder je nach Qualität X 18—19, Roggen, je nack Qualität X 13—15.—, Gerste 15 bis 17.50, Hafer X 12 50—14, Kohlsamen X 27—28, Erbsen X 19—23, Wicken X 15 bis 16, Linsen X 17—23, Bohnen, weiße, X 19, Roggenkleie X 10, Weizenkleie, grobe und feine X 7 50—8, Rüböl, detail X 68. Stimmung ruhig. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht =100 Kilo.)
Frankfurt, 10 Febr. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Angetrieben waren ca. 360 Ochsen, 180 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 2dO Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. X 70—72, 2. Qual. X 67—69, Kühe 1. Qual. X 60 bis 62, 2. Qual. X 52- 5«, Kälber 1 Qual. X 64—68, 2 Qual. 58—60, Hämmel 1. Qual. X 60—62, 2. Qual. X 54—58 per 100 Pfund Fleischgewtcht. Schweine das Pfund 55 4.
Herborn (an der Cöln-Gicßener Eisenbahn), 10. Februar. Auf den heutigen hiesigen Markt wurdest gebracht: 413 Ochsen, 128 Kühe und Rinder, 352 Schweine. Der nächste Markt ist am Donnerstag den 6. März I. I.; zugleich Pferdemarkt._______________________
Druckfehler-Berichtigung.
In unserer gestrigen Nummer wolle man auf der zweiten Seite unter Madrid, Zeile 2, Handelsschiffer statt Handelsschiffe lesen. Selbstverständlich kann ein Handelsschiff in kein Lazareth gebracht werden und wird der freundliche Leser wohl den Fehler sofort gemerkt haben.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
881) Die Quartierträger der im Jahre 1878 dahier einquarttCxt gewesenen Militär-Mannschaften werden hierdurch aufgefordert, ihre Vergütungen binnen vier Wochen, vom Tage des Erscheinens dieser Bekanntmachung an, an den Zahltagen: Dienstag Donnerstag und Samstag in Selbstperson in Empfang zu nehmen, widrigenfalls solche auf ihre Kosten Äberbracht werden.
Gießen, den 11. Februar 1879.
Der Stad trentmeister:
Enders.
OeffenWe Aufforderung.
589) Alle Diejenigen, welche Ansprüche irgend einer Art an die
Georg Klos Eheleute
in A l b a ch
Hu machen hoben, werden aufgefordert, solche bei unterzeichnetem Gericht so g?wiß binnen 8 Tagen mündlich oder schriftlich anzumelden, als sonst auf solche bei Aufnahme des status keine Rücksicht werde genommen werden.
Gießen, 23. Januar 1879.
Großh. Landgericht Gießen.
Erdmann, vr. Trapp,
Landrichter. Landg -Assessor.
Holzoerkaus.
Freitag den 14. d. Mts., von Morgens V210 Uhr an, Hollen in der Bellnhäuser Waldung
70 Stück Eichenabschnitte von 6 bis
14 Mtr. Länge und 26 bis 42 Etm. Durchmesser
-an Ort und Stelle aufis Meistgebot verkauft werden.
Bellnhausen, 8. Februar 1879.
Der Waldverwalter:
862) Rein.
Mittwoch den 12. Februar, Nachmittags 2 Uhr, werden vor der Scheuer des Christian <3uflb<nt> II. an der Marburger Straße dahier nockbenannte Gegenstände öffentlich gegen Baarzahlung versteigert:
9 Zugpferde und 1 einjähriges Fohlen, 4 Oeconomiewagen, 1 Möbel- und 2
Rollwagen,
1 Pflug und 1 Egge,
1 Häckselmaschine,
4 Pferdegeschirre .
ungefähr 70,000 Russensteme,
24 neue Fensterrahmen,
1 Partie Dickwurzcln und
1 Haufen Dünger.
Gießen, den 7. Februar 18/9. 811) M- Pilger, Massecurator.
Holzversteigerung
tm Gießener Stadtwalde.
Montag den 17. Februar 1879, von Vormittags 9 Uhr an, soll im Gießener Stadtwalde in den Dlstricten Weißerberg und Waldshute nachverzeichnetesHolz versteigert werden:
A. Brennholz:
Scheich. Prügelh. Stockh. Reish. Raummeter. Wellen. Nadel 50 516 133 5160
B. Bau-, Werk- und Nutzholz
72 Kiefern- und Fichleustämme mt 20,24 F stm.,
7 Fichtenstangen mit 0,70 Festm.
Die Zusammenkunft ist auf der Straße nach Lich an der 4. Schneise.
Gießen, am 11. Februar 1879. Großherzogl. Bürgermeisterei Gießen. 882) A. Bramm.
Bekanntmachung.
Dienstag den 18. d. Mts.,
Mittags 2 Uhr, sollen auf dem Rathhanse zu Witzenborn nachverzeichnete Arbeiten öffentlich in Accord versteigert werden: Schreinerarbeiten, veranschl. zu 166,38 Zimmerarbeit, „ „ 94,70
Dachdeckerarbe't, „ „ 24,—
Anstrricherarbeit, „ „ 4,50
Glockengießerarbkit ( . q9
i ebst Teillieferung s " " '
Erd- u. Chiussirungsarbcit,
veranschl. zu 58,74 Steinbrechen, Fahren, Zerkleinern
ur d Decken, veranschl. zu 81 00 Watzenborn, den 11. Februar 1879. Großh. Bürgermeisterei Watzenborn.
I. A.:
874) gerb. Broel.
Holzversteigerung.
Montag den 17. Februar l. 3., Vormittags 9 Uhr anfangend, soll auf dem Neuhof, Station Lang-Göns, nachverzeichnetes Holz versteigert werden:
34 Rmtr. Eichen- und Ahorn-Knüppel,
12 „ „ „ „ Scheit,
40 „ „ „ „ Stöcke,
2700 Wellen Eichen-, Aborn- und Fichten-Reisholz,
12 E'chenstämme mit 19,94 Festm.
22 Abornstämme mit 2,47 Festm.
4 Eschenstämme mit 2,41 Festm.
520 Fichtenderbstangen mit 24,93 Festm.
Sämmtliches Holz eignet sich zu Wagnerholz, als: Deichseln, Dung- und Leiterbäumen u. dergl., liegt größtentheils unmittelbar an der Straße und wird unter günstigen Zablungebedingungen versteigert. Zusammenkunft auf dem Hofe, Vormittags 9 Uhr.
Neuhof, den 3. Februar 1879. I- A.:
719) Schuchard, Verwalter.
Jeikgebotenes.
Emaillirte unverzinnte Kochgeschirre empfi dlt (880
Wilhelm Seibert.
LU - ‘.«a. *
865) Ein Pfau (Männchen) zu verkaufen im Löwen, Groß Linden.
824) Ein in der Nähe der Stadt gelegener Garten ist zu verkaufen.
Näheres Sonne straße 104.__________
Gothaer Cervelatwurst, „ Zungenwurst, Salamiwurst, Westph. Schinken, Blasenschinken
empfiehlt in besten Qualitäten
872) Emil Fischbach.
Ein Wohnhaus nebst Sckeuer und Stall in Wi»'seck, worin seit mehreren Jahren eine Metzgerei und Wirtbschast betrieben wurde, und das sich zu jedem anderen Geschäfte einrtchten läßt, ist unter sehr günstigen Bedingungen zu verkaufen.
Näderes bei (873
Melchior Pausch, Wieseck.
Ballorden
in großer Auswahl bei
Wilhelm ZSlee.
A pfeisen en,
L 10, 12 und 15 empfiehlt (550
Gg. Wilh. Weidig.
Stets srisch gebr. Kaffee, vorzügliche Qualität, per Pfund «M. 1.65,
rohen Kaffee,per Pfunde 1.10, 1.30, 1.50, 1.60
empfiehlt (879
Wilhelm Seibert.
Prima geräuch. Speck, garantirt trichinenfrei, per Psund 38 Pfennig, empfiehlt (859
J. Gretsch, Wetzlar, ______________am Eisenmarkt._______ Kleiügeniachtes Holz abzugeben bei (825
E. Fries, Neustädter Thor.
Rund- und beschlagene Bauhölzer, nordisch und bayrische Hobelbretter, alle Sorten Bohlen und Bretter, franzöfiiche Formziegel, Tuffsteine, Kaminrohre, Ruffensteine, Dachpappe re. re. mpfiehlt billigst die
Holzhandlung
IM) 8.
B-ttwerk KS'ti*1* 286) Louis RoUietiberger. __________ Neuenweg 193.__ 729) Durch einen (Äelegenheitskauf bin ich in Stand gesetzt
Herren-Regenröcke ä Jt 10
Knaben „ ä JL 8 per Stück abzugeben.
Diese Waare ist neu und wasserdicht. H. Grünebaum.


