Einzelbild herunterladen

». Bennigsen: Wir stehen vor einer verantwortlichen Entscheidung, die mit großer Schnelligkeit an un5 herangetreten ist. Die heutigen Vorlagen gehen selbst noch weiter <15 des Reichskanzlers Schreiben vom December v. I. erwart.n ließ. Trotzdem gebe ich die Hoffnung nicht auf, das Resultat unserer Arbeiten werde mehr heilsam als schädlich für Deutschland sein, da Patriotismus genug im Reichstage herrsche, um erwarten zu lassen, daß es gelingen roirb, eine Einigung zu erzielen. Freilich darf man nicht nach doctrinären Anschauungen Gesetze machen wollen; man müsse sich nach den wechselnden praktischen Bedürfnissen der Zeit richten, wenn man gute wirthschaftliche Gesetze mache« will- Jetzt ist es zweifellos, daß für eine Reihe von Jahren an den Ubschluß von Verträgen nicht zu denken ist, aber haben wir nicht immer noch durch die vorhandenen Handelsverträge auf geraume jeit hinaus ganz bedeutende frei­händlerische Ermäßigungen? Andererseits würden letzt viele Freihändler etwas darum geben, wenn die Aufhebung der Eisenzölle nicht erfolgt wäre. Dann hätte die ganze wirthschaftliche Bewegung nie zu der Coalition zwischen Großindustriellen und Agrariern, die wir jetzt haben, führen können.

In Frankreich ist man in letzter Zeit immer noch «eiter vorgegangen in Maß­regeln, um sich zu schützen. Geholfen hat uns unsere freihändlerische Richtung nichts. Der jetzt geplante Tarif ist andererseits kein so extremer Umschwung, wie er vielfach dargestellt wurde. In den Hauptsachen bleiben die jetzt vorgeschlaaenen Zollsätze noch weit hinter den Sätzen von 1874 zurück. Die im Tarif vorgeschlagenen Schutzzölle können ja da, wo wichtige Exportinteressen geschädigt werden, heruntergesetzt werden. Womit soll man denn auch die ganze Einfuhr von Rohproducten bezahlen ohne blühende Exportindustrie? Dieses wird allein schon zur Vorsicht mahnen. Wollte man den Ausführungen v. MaltzahiLs ganz folgen, so würden derartige Principien zur Zer­setzung eines jeden großen Staatswesens führen- Wie würden die Provinzen Pommern und Ostpreußen aussehen, wenn sie allein einen Staat bildeten? Der Staat leistet für diese Provinzen jährlich sehr viele Zuschüsse, nun können dieselben auch Opfer für den Staat bringen. Die landwirthschaftlichen Zölle, wie sie der Tarif vorschlägt, sind nicht ungeheuerlich oder verderblich.

Die englischen Kornzölle hätten oft 4r-5 Mark pro Centner Weizen betragen. Im Verhältnis dazu sei der Satz von 25 Pf. pro Centner verschwindend; man könne beides gar nicht vergleichen. Auch nach Abschaffung der Kornzölle habe man eine Abgabe von 20 Pf. pro Ctr- in England bestehen lassen bis 1869 Niemand habe das für einen Kornzoll angesehen. Wirkliche Schutzzölle auf Getreide, wirkliche große Kornzölle einzuführen, würde er aber für sehr bedenklich halten. Das sei aber auch gar nicht vorgeschlagen. Wolle man der Landwirthschaft wirklich Helsen, so könne man aS, ohne andere Interessen zu schädigen, auf anderen Gebieten thun, zunächst durch eine gute landwirthschaftliche Statistik, an der es jetzt noch mangele. Dadurch werde man einen richtigeren Besteuerungsmodus für die Landwirthschaft finden. Damit sei derselben dauernd geholfen. Auch könne vielleicht das Erbrecht des bäuerlichen Besitzes gelegentlich der Codifikation des Civilrechts geändert werden (Bravo rechts), etwa nach dem hannoverschen Muster- Render spricht sich ferner für eine Aenderung des dlrecten Steuersystems an der Hand der Vermehrung der indilecten Steuern aus. Er theile nicht den Standpunkt des Reichskanzlers, wonach die directen Steuern fast ganz abge­schafft werden sollten- Nach dem Project des Reichskanzlers würden dann nur noch 20,000 Personen in Preußen Einkommensteuer zahlen und für die Gewerbesteuer würde dann gar kein Platz mehr sein. Er sei dafür, die Erlasse an der Klasfensteuer nur mit großer Vorsicht vorzunehmen. Wenn der Reichstag die Steuerreform vornehme und neue große Summen bewillige, dürfe er dabei sein Einnahmebewilligungsrecht nicht beeinträchtigen lassen. Garantien für das verfassungsmäßige Recht des Hauses müßten nothwendig gesunden weiden. Es sei die Vorbedingung, unter welcher die Mehrheit des Hauses die heutige Vorlage nur votiren könne Eine besondere Com­mission könne die Frage der constitutionellen Garantien berathen. Auch die Tabaks­vorlage werde er bewilligen, wenn allzuscharfes daraus beseitigt werde. Die Bier­steuerfrage könne lieber noch verschoben werden. Dieselbe dürfe nur gelöst werden in Verbindung mit der Branntweinsteuerfrage. Im Uebrigen sei er für die möglichst schnelle Erledigung des Vorlagen, da er eine Vertagung für gefährlich halte. Er hoffe, daß durch die Beschlüsse des Hauses ein günstiger Boden für die Volkswohlfahrt ge­schaffen werde. (Lebhafter Beifall-) Fortsetzung der Berathung Donnerstag Vor­mittag 10 Uhr.

Odessa, 6. Mai. General-Adjutant Tolleben ist gestern Abend hier eingetroffen.

Berlin, 6. Mal. Die Geschäftsordnungs-Commission des Reichstags beschloß, dem Reichstage zu empfehlen, die beantragte Genehmigung zur straf rechtlich n Verfolgung des Abg. Haffelmann zu ertheilen.

Berlin, 6. Mai. Anknüpfend an d>e Bemerkung des Abg. Richter über den angeblichen Gegensatz zwischen den Aeißerungen des Reichskanzlers und des Finanzminlsters Hobr cht hebt dieRordd. AUgem. Ztg." hervor, die Aeußerungen des Ftnanzmimsters hätten in Regterung?kreisen und anderen Stellen nicht mlfernt eine derartige Deutung und Auf ahme gefunden. Der Minister habe wie der Kanzler hervorgehoben, daß die Andeu-ungen des Letz­teren über die künftige Gestaltung des Steuersystems nicht bereits Gegenstand ausdrücklicher Erwägungen und Beschlüffe des S aatsmtnisteriums gew sen seien, und htnzugefügt, daß er Besorgnisse wegen Lösung der Fraae durchaus nicht habe. Abgesehen von dieser Frage der Zukunft habe der Minister für die Frage der Gegenwart dem Kanzler die entschiedenste Unterstützung gelieh n, als er dorlegte, daß die von ihm als dringend wünfchenswerth bezeichneten Steuer­erleichterungen und Veränderungen nur dann durchführbar seien, wenn die jetzigen Vorlagen des Kanzlers zur vollständigsten Annahme gelangen.

Bezüglich Einberufung eines deutschen StättetageS zur Berathung der Korn- und Viebzölle findet am Donnerstag eme Vorberatbung zwischen den Deputtrten des hiesigen Magistrats und derjenigen Städte, welche d e Einberufung des Städtages beantragt haben, statt. Es wird dabei auch eie Frage des geeignetsten Zeitpunktes für die Einberufung ventilirt werden. Ten Kaiser wird am Donnerstag Abend Wiesbaden verlassen und Freitag früh hier etn- treffen.

Bern, 6. Mai. Der Unternehmer der Gotthard. Tunnel-A>beiten, Favre, hat demBund" zufolge seine Einsprache gegen die Verpfändung der Bahn zurückgezogen und die Abkit»n wieder ausgenommen. Der Ricickungs- stoüen wird bis Ende des Jahres vollendet, worauf Favre bis zur Eröffnung der Zufahrtslinien den Betrt.b zwischen Göschenen und Airolo durch co . prt- mtrte Luft etnzuführen beabsich igt.

Wie», 6. Mai. DiePol. Corresp." meldet aus Athen von heute: Gegenüber der Initiative Frankreichs behufs der Regelung d.r ar.echischen Grenzfrage in Konstantinopel, verlangt das grüchiiche Cabiner zunäckst Ver­handlungen in Konstantinopel auf Grund des 13. Protoko! s des Berliner Congreffes und verwahrt sich gegen das E'vgeben neuerlicher directer Verh nd lungen mit der Pforte, bevor nicht von der Pforte die formelle Anerkennung der Gültigkeit dieses Protokolls ausgesprochen worden >st.

London, 6. Mat. Im Unterhause antwortete Uute'staatisecr.tär Bourke aus eme bezügliche Anfiage Monks, die Vorschläge Frankreichs in der griechischen Grenzfrage seien angenommen wordeu. Die Details seien noch Gegenstand der Unterhandlungen, mithin die Mitthetlung der Coirespondenz unthunlich.

London, 6. Mai. Schuwaloff ist gestern wieder eingetroffen. Auch der Herzog von Cumberland und der Kronprinz von Dänemark sind hier augekommen. Butt, der Führer der irländischen Homeruler-Partei, ist in DitLltn gestorben.

Row, 6. Mat. DteItalia mtlttare" dementtrt auf das Bestimmteste,

daß der erste General-A jarant d?s Königs, General Medtet, seine Demission geg.b.n habe.

Darmstadt, 7. M i. Die^a'mtädrer Zeitung" meldet: Prinz Alexa, d r von Barienbe g reift am 8. Mai auf besonderen Wunsch des Kai­sers von Rußla- d ach L oadia. In seiner Begleitung wird sich der Lieute­nant Freiu rr v. Ri bdd befi be i.

London, 6. Ma'. Das Reuter'sche Bureau" meldet aus Capstadt vom 22. -ipril: Die Vorbereitungen zum E »marsch in das Zulu Laad haben begonnen; 4 Regimenter rücken auf Dornb.rg vor. Der Einmarsch dürfte in 14 Taaen erfolge".

Washington, 6. Mai. Das Repräsentantenhaus bat die von den Demokraten emgeb'achte Bill, durch welche die Anwesenheit von Bundestcup- pen in Wablort n bei der iMfbe tenwadl untersagt wird, angenommen.

Lokales.

Gießen, 7. Mat. lieber bie in vorletzter Nummer berührte Schlägerei auf demWestpb. Hof", wobei mehrere junge Leute erheblich verwundet wurden, geht uns folgende Berichtigung zu

D'c vomAnzeiger" mitgetheilte Notiz über einegrößere Schlägerei" auf dem West, phälischen Hofe leibet an mehreren Unrichtigkeiten (?), welche bahin zu berichtigen sind, baß eine Schlägerei überhaupt gar nicht stattgefunben hat, sondern nur ein gegenseitiges Werfen mit Steinen zwischen jungen Leuten von Gießen unb Heuchelheim, wie man es bei Buben häufig siebt, nur würbe hier zu schwererem Kaliber gegriffen. Der ganze Vorgang, ber nicht, wie fälschlich angegeben wirb, in dem Lokal, sondern auf der Lanbstraße unb bem Wege nach Heuchelheim in Scene gesetzt wurde, bauerte keine 5 Minuten. Mitglieder der geschloffenen Gesellschaft haben sich, wie dem Einsender mehrfach versichert wurde, am Streit überhaupt gar nicht betheiligt, und ließen sich in ihrem Vergnügen wenig stören. Hoffentlich gelingt es bet eingeleiteten Untersuchung bie Schulungen zu ermitteln, und sie bet verdienten Strafe zu Überliefern

Ein hiesiger Küfer stürzte gestern Abend gegen 9 Uhr beim Nachhausegehen so un­glücklich von der Treppe herunter, daß er das Genick brach und sofort eine Leiche wat.

Heute Morgen wurde auf dem Seltersweg ein Kind von 8 Jahren von einer Droschke überfahren, ohne daß es erheblichen Schaden davon getragen hat.

Zwei Frauenzimmer wurden gestern Abend, bie eine wegen Wanbelns verbotener Wege, bie andere wegen Obdachlosigkeit von der Polizei in Obhut genommen

Sterblichkeit in Gießen. Die Zahl ber Todesfälle während» des Monats April betrug in hiesiger Stadt im Ganzen 36. Von diesen ereigneten sich 18 bei erwachsenen Personen, 9 bei Kindern im ersten Lebensjahre, 9 bei solchen Kindern, bie sich im 2. bis 15. Jahre befanden. Als Todesursache wurden bezeichnet: Entzündung ber Bronchien ober ber Lungen 8mal, Diphtheritis 5mal, Lungenschwinbsucht 4mal, Altersschwäche 4mal, Hirn, entjünbung 3mal, organische Herzkrankheiten 3mal, Krämpfe 3mal, Schlagfluß, Gehirnerweichung, Starrkrampf, chronische Alkoholvergiftung, Lebensschwäche unb Abzehrung je Imal.

Im gleichen Monate bes Jahres 1878 hatten wir in Gießen 51 Sterbefälle, eine Zahl, wie sie in bcn übrigen Monaten des genannten Jahres nicht wieder zu verzeichnen war. In diesen 51 Fällen wurden 19 Erwachsene, 22 Kinder im ersten Lebensjahre und 10 Kinder, die sich im 2. bis 15. Jahre befanden, betroffen. Q.

Vermischtes.

Berlinische Lebens-Versicherungs-Gesellschaft von 1836. Nach dem in ber General Versammlung vom 2*. April iestgestellten Rechnungs-Abschluß pro 1878 über­steigt ber Reingewinn von 742,598 den aller Vorjahre und stellt für die Versicherten ein weiteres Steigen der Dividende in Aussicht. Es gingen im Jahre 18;8 2636 Anträge über 13,198,150 Kapital und 3L 6,370 Rente ein, von denen 1932 Versicherungen mit «X 9,564,150 Kapital und JL 6,370 Rente zum Abschluß gelangten. Wegen Ablaufs ber Versicherungszeit unb aus anberen Gründen schieden aus 66* Versicherungen mtt JL 3,561,322 Kapital unb 530 Rente. Als verstorben würben angemeldet 404 Personen, welche zusammen mit «X 2,171,6^5 Kapital und 22,18-* Renke versichert waren. Die Kapitals-Einlagen betrugen «X 57,206, die Prämien-Einnahme belief sich auf JL 3,165,534, die Zinsen Einnahme auf <AL 1,074,653. Der Garantie- und Reservefonds wuchs um rund ,tL 9*0,000, und der Überschuß stellt sich auf Jt. 742,59«. Von dem in diesem Jahre zur Vertheilung gelangenden Gewinn pro 1874 erhalten bie Versicherten 25% ihrer Prämie.

Wetzlar, 6. Mai. Gestern Nachmittag um 5 Uhr würben bie bei bem Brande vom Samstag Verunglückten zu ihrer letzten Ruhestätte geleitet. Einen großartigeren Leichenzug als diesen, hat unsere Stadt seit Langem nicht mehr gesehen Hatten sich doch sowohl die ganze hiesige, als auch eine zum Begräbniß hierher gesandke Deputation der Gießener Feuerwehr, sowie der größte Theil ber Einwohnerschaft unserer Stabt gedrungen gefühlt, dem einen ber Verstorbenen, als einem wackeren Kameraben und beliebten Bürger die legte Ehre zu erweisen, unb in beiben Heimgegangen gleichzeitig zwei Menschen zu ehren, bie das Opfer ihrer selbst­losen Nächstenliebe geworden waren. In ber von Herrn Oberpfarrer Röbenacke für beide Entschlafene zugleich gesprochenen Leichenrede gab derselbe dem Gedanken Ausdruck, unter welch verschiedenen Lebensverhältnissen die in gleicher Weise Verunglückten gestorben seien. Der Eine als ein in ber Vollkraft bes Lebens stehcnber thatkräftiger Mann, betrauert von seiner Familie, unzähligen Freunden, kurz, von Allen bie ihn kannten, unter Zurück'assung eines von ihm auf bas Sorgfältigste gepflegten Daheims, ber Andere, obwohl auch ein Kind unserer Stadt, ohne Verwandte, wenig gekannt, bedauert ob seines entsetzlichen Todes, alS ein Opfer des Eifers zu helfen. Mit ergreifenden Worten schilderte der Prediger bie Vorkommnisse jener Schreckensnacht, ben Schmerz, ber ihn unb gewiß alle Freunde des verstorbenen Herrn Rüb- samen ergriffen habe, als sie den Mann, ber ihnen noch vor einigen Minuten in rettender, helfender Tätigkeit begegnet war, tödtlich verletzt ballegen sahen. Er sprach bie Hoffnung aus, baß die bem Verblichenen auch nach bem Tode in so hohem Grade bewiesene Liebe und Achtung seiner Mitbürger der trauernden Gattin ein lindernder Trost sein möge.(W A.)

Eingesandt.

lieber bie auf unsere jüngste Notiz i. b. B. enblich hervorgegangene britte ReichstagS- pctition haben wir uns sehr gefreut, können jeboch nach bem Wunsche bes EinsenberS zu unserem Bebauern unsere Mission in ber Tabaksfrage noch nicht als beenbet ansehen. Zunächst erstreben wir, baß bie Großherzogliche Handelskammer auch im Sinne ber neuesten Petition ben von ihr ohne Vollmacht der Znterefsenten empfohlenen Steuersatz bei JL 30 Zollerhöhung wieder zurücknimmt.

Die Behauptung, daß von bem Arbeiterstanb unser gerechtes und unpartheiisches Vor­gehen mißbilligt würde ist nur erfunden, der Arbeiterstanb hat bie hiesigen Tabaksmanöver genügend durchschaut. Unsere bereits Anfang April abgeschickte erste Petition wurde von der Generalversammlung der Cigarrenarbeiter unter allgemeinem Beifall aufgenommen und bleibt unser Mandat alS Organ d-r Arbeiterbevölkerung bestehen.

Die Absendung unserer zweiten Petition an ben Reichstag wäre nicht nöthig be- funben worben, wenn bie hiesigen Abgeordneten ber Hanbelskammer bei ber Versammlung in Cassel, anstatt ihre eigenen Wege zu gehen, ben Ausführungen beS Herrn Commerzienrath Gail zugestimmt hätten.

Gießen den 7. Mai 1879.

DaS Tabakssteuer Comit^.

Sandel und Verkehr.

Gießen, 7. Mai. Auf dem gestrigen Viehmarkte waren aufgetrieben 878 Stück Rindvieh und 607 Stück Schweine, es stellten sich die Preise denen vom letzten Markte gleich. Nächster Markt am 20 unb 21. d. M., am letzteren Tage Krämermarkt (Himmelfahrtmarktj.

(Deutsche Rcichsbank.) Die Reicksbankstellen sind von Berlin aus angewiesen worden, 'lmmtliche mit Nothadresse versehenen Wechsel am Tage des Verfalls proteftireu zu taffen. Es wird damit von der seither beachteten Praxis abgewichen, wonach bie in ihrem Besitz bcflnblichen Wechsel erst am zweiten Respekttag protestirt wurden, unb halten wir es im In­teresse beS gejammten HanbelS- und Gewcrbestanbes für geboten, auf biefe Aenderung aufmerksam zu machen, um etwaigen dadurch entstehenden nicht vorhergesehenen Kosten vorzubeugen.

SchIffsberfehl. Mitgetheilt von bem Agenten beS Norddeutschen Aoyb <$. W. Dietz in G i en.

Newyork, 4. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Over, Capt. C. Leist, vvrn Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 20. April von Bremen und am 22. April von Southampton abgegangen war, ist gestern H Uhr Vormittags wohlbe halten hier angekommen.