1879
Mittwoch, den 8. Januar
Nr. 6
Redactionsbttreaur 1 Schulstraße B. 18. ^xpeditionsburean r J
Deutschland.
Darmstadt, 6. Januar. Das Großherzogliche Regierungsblatt (Bei- laae Nr. 32) enthält .
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Minrsteruims der Finanzen, den Verkehr zwischen dem Großherzofltbum Reffen und den angrenzenden Veretns- staaten mit steuerpflichtiflen Getränken betr-ffend-
2. Ordensverleihung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben aller- onädioft aeiubt: am 12. October dem Bürgermeister der Bürgermeisterei Nieder^)lln Konr. Sieben II. das silberne Kreuz des Verdienstordens Philipps des Großmüthtsten zu verleihen. . Ä ~ c
3. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnadigst geruht: am 28. No- vembtr dem Kammerherrn Hugo v. Donop die Erlaubnch zur Annahme und
rum Trogen des ihm von Sr. Maj. dem Kön'g von Dänemark verliehenen
Commandenrkreuzes 2. Klasse deö Danebrogordens, -- am 16. December dem Gustav Heinrich Lepenau in St. Petersburg He Erlaubnch zur Annahme und
zum Tragen des ihm von Sr. Maj. dem Kaiser von Rußland verliehenen
St. Annen-Ordens 3. Klasie — zu ertheilen-
5. Dienstnachrtchten- Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben aller- «nädtast geruht: am 27. Novbr. den Pfarramtscandidalen Wilhelm Fleglcr uns Sprendlingen zum Lehrer an dem Schullehrer Seminar zu Bensheim zu ernennen; an dews. Tage dem evang. Pfarrer Dr, Jobann Georg Krätzinger zu Mettenheim die evang. Psarrstelle zu B.ffungen, am 28^N°vbr. dem evang. Mauer Karl Uhrich zu Biedenkopf die zweite refvrmlrte Pfarrstelle zu Groß- Uwstadt - dem Wang. Psarramiscandidaien Hermann Seipp aus Battenberg die .vang. Psarrstelle z» Treis a. d. L zu übertragen ; am 4 Decbr. die in ctnIa. beB£fanfiaei Vereinbarung der beiden Kau mern der Stände diesmal von d//^zwttten^Kammer"rörgenommenen Wahlen des laudständffchen Persvnals bei der Staalsschulden-Tilgungskaffe, nämlich des Bürgermeisters Albert Möl- ltnger von Pfeddersheim ois ständisches zweites Muglied der Direktion der Stoatsschulden-Tilqungskaffe, — des Stadtrichters Franz Königer zu Darmstadt zum Substituten dieses zweiten ständischen Mitglieds der Direction, — des Oberdvmänen-Regtstrators Ludwig Augst als ständischen Controleur der Staatsschulden'Tiigungtkasfe, — des Obersteuer Revisors Joseph Jäg-r zum SSKkS Lonnole'urs, - landeshcrrttck zu bestätigen - am 6. Decbr ben von dem Herrn Grasen zu Leintngen-Westerburg in JlbenstM auf die evang. Pfarrstelle zu Affenheim präsenlirten Psarramtscandldaten Gg. Hechler ans Groß-Zimmern, - am 7. Decbr. den von den sämmtliche» Riede,el Freiherrn zu Etsenbach ans die evang. Psarrstellezu Meiches präsentirten vang. Psarramiscandidaten Wilhelm Heuser aus A sseld, - sur dich Stellen >u bchättgen - am 16. Decbr. den Gerichtsaccessisten Tr. Karl Preetorms aus Mainz zum Honorarsubstitnten des Staatsprocurators bet dem Bezirksgerichte Alzcy, — den Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze zu Wörrstadt Gabriel Diehl zum Gerichtsvollzieher zu Nieder-Olw, — den Gerichtsvoll- zteher-AsPtranten Adam Lumb aus Sulzheim zuu> Gerichtsvollzieher mit dem A^t^^z" ,^^r^wurde"dem° Schullehrer Balthaser R-PP zu Battenberg
orbbiate zweite evana. Slhulsielle zum Bensheim, am 23. Novbr. dem Schülam-s-Aspiranten Jacob Schopp aus Wonsheim di- Gemeinde-Schulstelle
Nieder-Ötlbersheim, — am 4. Decbr. wurde dem Schullehrer Karl Esch- K?ü,nhain di- erledigt- Gemeinde-Schulstelle zu Gelnhaar, — am 20^Decb^wurde dem Schullchrer Karl Heinrich Schaffnit zu Kirch-Brombach die erledigte fünfte Gemeinde-Schulstelle zu Ober-Rainstadt übertragen; an demi Tage wurde der von dem Herrn Grafen zu Solms-Lauback auf di- Gemeinde-Schulstelle zu W.tterfeld präsent,rte Schulamts-Aspirant Johannes Schäfer aus Dtichelbach sür diese Stelle bestätigt.
^ 6. Dienstcntlaffung. Am 7. Decbr. wurde der erste Lehrer an der erweiterten Volksschule zu Grünberg Maximilian Louis Georg Schorkops mit M una vom 1. Januar 1879 an auf sein Nachsuchen entlaffen.
7® Ruhestandsversetzungen. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben ave,anädigst geruht: am 4. Decbr. den Pfandmeister bet der Obere,nnehnieret Oppttchelm Karl Malbes, sowie den Gradirmeister bei dem Salinenamt Bad Ran he im Johannes Möllen, beide auf Nachsuchen, in den Ruhestand zu versetzen.
------------------—--- Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. g)ur^ die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Bekanntmachung.
Gießener Anzeiger
Anskigt- unb Amtsblatt für bk» Kreis Gießt».________________
8. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu M-t- tenheim. Dotationsmäßlger Gehalt 2207 X; -in- Lehrerst-ll- an der °va g Schule zu Groß-Umstadt mit einem jährlichen Geha t von 1200 X., di e Lchrerstelle an der Gemeindeschule zu Romrod mit einem jährlichen Gehalt von 90° ^et6ejdac. Gestorben sind: am 19. Novbr. der G-fangenwärt-r (. P. Johannes Roßmann zu Gießen; am 26. Novbr. der Schullehrer Hem- ri» Fix zu Büdingen; am 9. Decbr. t-r Landgerichtsactuar Knobeloch zu Offenbach; am 12. Decbr. der Schullehrer Friedrich J^ob Wern-r zu Ober- Rosback, lm Kreise Friedberg; am 14. Decbr. der penstonirte Friedensrtchl r Johann Joseph Haas zu Mainz.
'5 ' Darmstadt, 6. Januar. Die Abgeordneten Schröder, Scrtba, Jockel und Weith haben bei der zweiten Kammer der Stände folgenden Anirag eui- gebracht: Auf dem vorigen Landtag beantragten mehrere Abgeordnete, Groph. R-gierurq zu ersuchen, den Ständen eine di- Erhaltung der bestehenden Ackerbauschulen sichernde Vorlage zu machen. Großh. Staatsregierung propomne sodann zur Erhöhung der Dotation des landwirthschaftlichen Provinziul<Ve.- dns der P.ovinz Oberheflen sür 1877 und 1878 zum Zwecke der Erhaltung der beiden in Oberheffeu bestehenden Ackerbauschulen eine Mehrbewilligung von jährlich 1600 Mk. Die Stände verwilligten diese Anforderung. Sowohl di- Vorlage Großh. Regierung, als die Erklärung Sr- Excellenz des Herrn Minister- Präsidenten Freiherrn v. Starck in den damaligen Verhandlungen sprachen aue, daß sich die Regierung bet der Aufstellung des nächsten, also des jetzt vorliegenden Staatsbudgets Vorsckläge wegen definitiver Ordnung des Ver- häliniffcs der Ackerbauschicke Vorbehalte. Das neue Einnahme- und Ausgabe- budget des Staates sür die Finanzperiode 1879/82 beschränkt sich indessen darauf, die seither bewilligte Summe sür die landwirthschaftlichen Provinzial- Vereine anzufordern und bemerkt, die Ackerbauschulen betreffend: „Unter den feier vorgesehenen Summen von 11,543 Mk. ist auch der Betrag von 1600Mk. jähilich enthalten, der behuss Erhaltung der beiden Ackerbauschulen in Ober- heffen von dem letzten Landtage besonders bewilligt war. Eine Aenderung m der Organisation des niederen landwirthschaftlichen Unterrichtswesens -intre -n zu laffen, konnte die Regierung nach den von den Vorständen der interesstrten landwtrthschastlichen Vereine erhobenen Gutachten vorerst sich nicht veranlaßt sehen." Damit ist, wie Großh. Regierung in den betreffenden Verhandlungen der zweiten Kammer elbst einräumte, der Gegenstand in keinerlei Weise be- friedigend und aus di- Dauer gelöst. Es handelt sich um Sicherstellung der
leitende» Lehrer der Ackerbauschulen und um die allmählige Einfügung derselben in den allgemeinen Btldungsapparat, wie dies bet den Handwerkerschulen er- sreulichcr Weis- der Fall ist; und diese sind, weil meist an größeren. Orten ersordeilich noch leickter herzustellen und mit den geeigneten Lehrkräften zu versehen. Im Jntereffe nothwendiger zureichender Sicherung des Fortbestandes und der Weiterentwickclung der Ackerbauschulen im Großherzogthum halten wir eine vom Staate mehr gesicherte Organisation derselben für nöthig und beantragen: Die Kammer wolle beschließen, Großh. Staatsregierumg zu, ° suchen, den Ständen noch auf diesem Landtage Vorschläge für Errichtung, resp. Einfügung der bestehenden Ackerbauschulen in die vom Staate sub- veniionirten Bildungsanstalten zu machen und jedenfalls den Ständen eme V-rwill.gung von weiteren 8000 Mk. zur Förderung und- g-eign ten sack- mänuischen. wie staatlichen Control- der bestehenden Ackerbauschulen, sowie zur Sickerstellung der daran ausschließlich beschäftigten ersten Lehrer d-mnäck-t "'^"si'Darmstadt, 6. Januar. Der zweiten Kammer sind wieder zwei neue Gesetzentwürfe »„gegangen, welche in unmittelbarem
s-in-r Zeit erthcilten Zusagen stehen, nämlich W J nnb SBefuantffe der Oberrechnungskammer und ein weiterer uoer oie < t ng der Sna men und Ausgaben des Staats.
Finanzaussckuß zur Bera.hung überwiesen. Der letztere Entwurf begreif. <m d""^Bcrl?n."°Das die Revision des Zolltarifs betreffende Schreibe,, des Reichskanzlers ist, wie man hört, aus Grund des Artt
erfolgt, wonach jedes Buudesncktglied befug ist,hat, dieselben


