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Lokales.

Gießen, 6. Januar- Schluß des Entwurf zum Voranschlag (siche Nr. 4 d. Bl.) der

Stadt Gießen pro 1879

Ord.-Nr. Ausgabe.

Betrag im vorigen Jahre

Für 1879 vorgesehen.

Außerordentliche

115.

Zurückzuzahlende Kapitalien

30911

43

31830

71

117.

Ankauf von Grundstücken

2o 107

62

118.

Erbauung gemeinheitltcher Gebäude

50000

5145 a

33

121.

von Schulhäusern

67120

79726

28

122.

Straßen, Brücken und Wegen

71 190

14

55793

123.

Beitrag zu den Kosten des Univcrsitätsgebäudes

20982

85

124.

125.

Rente der Oberhessischen Eisenbahngelände-Ent­schädigung

Kosten der Parceüenvermessung

5761

2500

74

5761

3000

74

Summe der außerordentlichen Ausgaben 2-3-73 78 227on7 06

Aus demErläuterungsheft zum Entwurf des Voranschlags" entnehmen wir folgende interessante Notizen. Zur statistischen Uebersicht wird bemerkt: Wie im Erlauterungsheft zum voriaen Voranschlag angegeben, betrug die Einwohnerzahl der Stadt Gießen im Jahre 1840 7209, im Jahre 1850 = 8696, im Jahre 1860 8992, im Jahre 1870 10233, im <>ahre 1871 = 12245 und im Jahre 1875, der zuletzt vorgenommenen Zählung 13980. Unter den zuletzt ermittelten 13980 waren enthalten 12442 Evangelische, 931 Katholiken (tncl. der Altkatholiken), 538 Israeliten, 6 Menoniten und 63, welche sonstigen christlichen Religionssecten angehören. Dann befanden sich unter den Evangelischen 95 Reformirte. Bei dem steten Zu­zug kann die jetzige Einwohnerzahl mindestens um 1000 Köpfe höher angenommen werden. Die Zahl der Ortsbürger erfährt keine Vermehrung mehr, weil die früher vorgeschrtebene Erwerbung des Ortsbürgerrechts bet Verheirathungen nach den Reichsgesetzen nickt mehr er­forderlich ist. Von den gegenwärtigen 1393 Ortsbürgern und resp. Ortsbürgers-Wittwen sind noch 7 im Genuß von Loosstücken.

' Die letzte Zählung des Viehes hat im Jahre 1873 stattgefunden, damals waren vor­handen 6 Fohlen, 287 Pferde, 39 Kälber, 99 Rinder, 6 Bullen, 36 Ochsen, 370 Kühe, 566 Schafe, 194 Schweine und 130 Ziegen, welcher Bestand, da er sich nicht wesentlich ver­ändert haben wird, auch für das Jahr 1879 angenommen wird.

An Gebäuden waren vorhanden im Jahre 1840 797, im Jahre 1850 810, im Jahre 1860 = 816, im Jahre 1870 = 871, im Jahre 1873 952, im Jahre 1874 = 99), im Jahre 1875 1020, im Jahre 1876, 1075, im Jahre 1877 1114 und im Jahre 1878 sind 23 Gebäude zugegangen, sodaß die Gesammtzahl der Gebäude 1137 beträgt.

Die Normalsteuerkapitalicn der Stadt Gießen betrugen im Jahre 1860 = 219400 fl.,

im Jahre 1870 = 267244 fl., im Jahre 1871 = 272037 fl, im Jahre 1872 = 286858 fl.,

im Jahre 1873 = 301099 fl., im Jahre 1874 = 309641 fl., irn Jahre 1875 3276 19 fl.,

im Jahre 1876 347091,5 fl., im Jahre 1877 369411,3 fl. und im Jahre 1878 ==

3842139/.g fl. Für das Jahr 1879 sind dieselben festgestellt woxdcn und zwar:

a. die Grundsteuerkapitalien 142108?/10 fl.

b. Einkommensteuerkapitalien 165622$ 10

c. Gewerbesteuerkapitalien 86490

Schulden der Stadt.

Laut Beilage 1 zum 1878t Voranschlag betrugen dieselben 1,488,1/0 JL 42 H

Laut Beilage 1 berechnen sich solche für das Jahre 1879 auf 1,603,641 06

daher Zugang an Schulden 115470 jt. 64

Das Vermögen der Stadt beträgt nach dem 1879t Budget 3,596,669 82 und

«onstatirt einen Zugang von 99,608 <X 91 H.

Gießen, 6. Januar. In Leihgestern spielte sich in der Neujahrsnacht ein eigcnthüm- lickes Drama ab. Gequält von Eifersucht (?) versuchte ein Mann vor dem Fenster seiner Frau sich zu erschießen. Statt Schrot ober Kugel lud er seinen Knallkasten mit Kaffee (!) Die Wirkung war zwar nicht die erwartete, genügte aber doch dem Lebensmüden die untere Gesichts hälfte zu zerreißen. Damit die Sache nicht ganz ohne Sang und Klang abgehe, mußte ein

Harmonikaspieler die rührende Weise:Ich habe dich geliebt, ich liebe Dich noch heut rc. "auf seinem Instrumente vortragen. Der Verwundete befindet sich in hiesiger Klinik in Behandlung. --Der Brandstiftung verdächtig wurde am Samstag Abend ein Einwohner von Heuchelheim gebunden hier eingebracht.

Vermischtes.

* Darmstadt. Die 2. September-Sammlung für die Invaliden und Hinterbliebenen des Kriegs 1870/71 hat folgende- Ergebnlß gehabt:

1) an Colleeten in den evangeliscken Kirchen bei dem Festgottes­dienst (einschließlich 11 93 H der MenonitenGemetnde

Jlbersheim)......... 886 JL 48

2) Sammlungen bei festlichen Vereinigungen, Krtegervereine u.s. w. 179 35 3) Collecte des Landeshospitals Hofheim . . . 11 69

zusammen 1077 52 H

Zu diesen Beträgen, die beim Hülfsverein des Großherzogthums

als Landesverein der Kaiser- Wilhelmstiftung einliefen und worüber die Listen mit Einzelangaben in der Darmstädter Zeitung Nr. 260, 2x1 und 350 abgedruckt sind, kommt nock die in Offenbach dtrect zur Verwendung gekommene Offenbacher Kirchencollecte von..... 108 60 H

also im Ganzen 118b \2 $

ein ganz hübscher Betrag, obgleich noch lange nicht, das, was erwartet werden durfte. Wir denken, daß am Sedantage 1879 die Ergebnisse sich besser stellen werden; man wird zu diesem Ende manche diesmal gemachte Erfahrungen zu nutzen haben

Zum Sckluß sei anerkennend und dankend der bereitwilligen Mitwirkung der Preffe gedacht.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 4. Januar. (Marktbericht.) Der heutige Markt war mangelhaft an Cerealien befahren, trotzdem waren die Preise billig. Weißkraut kostete per Stück 1012 H, Kehlkraut per Stück 6 Rothkraut per Stück 10 Eier das Hundert (deutsche)^. 5.50

bis 6, friscke italienische Jl. 78. Butter im Großen per Pfd. 1. Qual. 9095 H, 2. Qual. 80 H, im Detail 1. Qual. JL 1.10, 2. Qual. JL 1. Kartoffeln per 100 Kilo Ji. 6. Ganze Erben JL 1822, geschälte Erben 20-24, Linsen Jt. 2426, Bohnen 24 - 28. Gänse das Pfd. 60 65 Hasen JL 2.503. Hahnen sehr wenig auf dem Markt und theuer. Ochsenfleisch per Pfd. 7075 H, Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 54 60 Kalbfleisch 6070 H, Hammelfleisch 54- 63 H, Schweinefleisch 7075 Speck 1 Jl. Das städtische Holzamt hält immer noch auf hohe Preise, während Holz in den Concurrenz-Geschäften wesentlich billiger geworden ist. Buchenschettholz 1. Sorte per Cubikmcter Jl. 10 11.5, 2. Sorte jk 8.50 9.80. Tannenschettholz 1. Sorte JL 6.50 bis 7 90, 2. Sorte JL 5.806.80. Holz je nachdem geschnitten der Centner im Großen 1.406". Tannäpfel per Hectoliter 90 H. Steinkohlen per Hectoliter JL 2. Fische wesentlich billiger, je nach Qualität, Salm JL 5 7, Aal J4 2, Börs JL 1.20, Hecht 80 bis JL 1.20, Barben 80 H bis JL 1.

SfhilFebericht. Mitgethetlt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd E. W. Dietz in Gießen.

Southampton, 2. Januar. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Weser, Capt. I. Barre, vorn Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 31. Deeember von Newyork abgegangen war, ist vorgestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen und bat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 7 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Weser ist heute Morgen auf der Weser eingetroffen.

Havana, 1 Januar. (Per transantlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Frank­furt, Capt. Klugkist, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 4. Deeember von Bremen und am 9. Deeember von Havre abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen.

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