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727) Es diene zur gefl. Nachricht, daß ich von Samstag den 8. Februar ab einen flroßen Ausverkauf in Manufaetur- u. Kurzwaaren im Hause der Frau Greissler Wtw Reichen­fand Babuhossstraße abhalten werde und bitte um geneigten Zuspruch.

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Vermischtes.

Darmstadt. Militär-Dienst-Rachrichten. Dr. Fertsch, Oberstabsarzt des 2. Großh. Großh. Dragoner-Regiments Nr. 24, wurde jum Großh. Feld Artillerie-Regiment Nr. 25, Dr. Weigel, Oberstabsarzt des 3. Großh. Jnfanterie-Negiments Nr. 117, zum 2. Dragoner- Regiment Nr 24, Dr. Schäfer, Oberstabsarzt in Posen als Regiments-Arzt zum 3. Großh. Znfamerie-Regiment Nr. 117, versetzt. .

Darmstadt, 3. Februar. (Postpersonalnachrichten.) Versetzt ist der Postsekretar Hiemenz von Worms nach Darmstadt.

Coburg. Die in unserer Nachbarschaft entspringende Bitterquelle Friedrichshall hat im vorigen Jahre nicht nur im Auslande, sonvern namentlich auch in Deutschland wiederum «inen erbeblich vermehrten Absatz gefunden. Es ist diese Thatsache bemerkenswerth, nicht nur weil sie für die Vortrefflichkeit der unseren Bergen entstammenden Naturgabe den unumstößlichsten Beweis liefert, sondern mehr noch, weil sie zeigt, daß ein gutes von dem Vertrauen der Aerzte getragenes Heilmittel auch ohne große Reklame seine Konsumenten findet.

In Thüringen arbeiten die Fabriken neueren Nachrichten zufolge jetzt meist wieder die volle Arbeitszeit hindurch. Dieser Fall ist in Apolda in der Strumpfwaarenbranche ein- oetreten, ebenso in der Baumwollen- und Wollen-Jndustrie in Greiz, Lobenstein, Zeulenroda, Schleiz, Gera u. s. w. In Ruhla hat die Metallmaarenfabrik bedeutende Bestellungen erhalten.

Aus Magdeburg wird über die Verhältnisse in den einzelnen Gewerben geschrieben: Die Möbeltischlerei geht noch so ziemlich. Der Verdienst beträgt bei einer Arbeitszeit von 6 Uhr Morgens bis Abends 7 (incl. 2 Stunden Pause» 12 bis 20 In der Bautischlerei

verdienen die Arbeiter 15 bis 24 JL Der Durchsckntttsverdienst der Maurer, die nur halbe Tage arbeiten, beträgt 2 JL. pro Tag. In der Eisenbranche wird flott gearbeitet. In der Buckauer Eisengießerei von Grüson werden zufolge größerer Bestellungen aus Rußland 100 Ar­beiter beschäftigt Der Verdienst der Dreher und Former beträgt bei einer Arbeitszeit von 77 Uhr gegen 3 JL pro Tag. Auch die Schlosser in den Maschinenfabriken verdienen noch ein hübsches Geld. Die Cigarreninduftrie liegt ziemlich darnieder. Der Wochenverdicnst schwankt zwischen 9 15 Jt"

Mainz, 1. Februar. Ein hiesiger Möbelhändler hat an hiesige Leute eine Forderung sür Möbeüieferung. Jetzt, nach anderthalb Jahren, erlaubte er sich, dem Möbelempfänger ote bezügliche Rechnung zu senden. Er glaubte Geld zu erhalten, aber wett gefehlt! Ein Brief traf ein in welchem der Verwunderung Ausdruck gegeben wurde, daß man in den jetzigen schlechten Zeiten eine Rechnung zu übersenden sich gestattete und war dabei noch bemerkt, daß es doch wahrscheinlich einerlei sei, ob die Möbel bei dem Fabrikanten oder bei ihm idem Em­pfänger') ständen. Ein anderer Mann machte sich gestern auf den Weg, Ausstände etn- Mkassiren. Der Mann war sehr glücklich, von 3500 Jt, auf welche er hoffte, kassirte er 300 JC. ein! (Mzr. Azgr.)

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hause hat Minister ien, ihm ein Ler- iüier tüuureifyn. . II. Otfofctt 1878 im Inotafit) vnw- 6tn»

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Das nächste Concert, welches am Sonntag, den 9. Februar, stattfinden wird und dessen Programm unsere gestrige Nummer bereits gebracht hat, bringt musikalische Genüsse, welche zwar mannichfach verschieden von den Leistungen des 26. Januar voraussichtlich die Mit­glieder unseres Vereines und weitere Kreise in hohem Grade befriedigen werden.

Fräulein Therese PeterS aus Bonn und Herr Bernhard Coßmann aus Frank­furt a. M. sind hinreichend bekannte vortreffliche Künstler, die sich den vielen bedeutenden Solisten, welche unsere Stadt seit einer längeren Reihe von Jahren das Glück gehabt hat, ihre Gäste zu nennen, würdig an die Sette stellen lassen.

Ganz neu jedoch ist das Auftreten des »ersten Oefterreichtschen Damen- quartetts" Einsender dieser Zeilen glaubt dem mustkliebenden Publikum unserer Stadt und zumal den Besuchern des bevorstehenden Concertes einen kleinen Dienst zu erzeigen, wenn er über die Bedeutsamkeit und das Wesen des genannten Quartetts einige aufklärende Winke gibt. Dies geschieht am besten, wenn hier einige Recensionen viel gelesener Zeitungen im Auszuge wieder gegeben werden.

So schreibt das Leipziger Tageblatt rDas Concert des ersten österreichischen Damenquarteites hat die kühnsten Erwartungen übertroffen und die strengsten Ansprüche befriedigt. Die jugendlichen Sängerinnen leisten bei glockenreiner Tonfülle und tief poetischer Auffassung ihrer gefühlsinnigen Vorträge geradezu Vollendetes. Es ruht ein Frühltngshauch auf diesen frischen, jugendlichen Stimmen. Das Publikum wurde denn auch mit jeder Nummer der steierischen Nachtigallen immer wärmer und begeisterter; zum Schluffe äußerte sich diese laute Begeisterung durch eine förmliche Ovation.

Das Leipziger Theater- und Intelligenzblatt fällt nach dem ersten Concerte im Gewandhaufe, in welchem das Damenquartett unter Mitwirkung der Frau Anna G ehring aus Dresden und des Violin-Virtuosen Herrn Willy Heß aus Berlin auftrat, folgendes Urthetl:

Die Vorträge bestanden zumeist aus Volksliedern verschiedener Nationalitäten, indessen zeigten die Künstlerinnen durch die vorzügliche Ausführung eines Mendelssohn'schen Quartetts und zweier, aus berühmten Schumann'schen Sololiedern sehr gut arrangirten Quartette, daß ihnen auch der höhere Musiksttl geläufig ist. Herrlich erklingt der Sopran des Frl. Fanny, von ungewöhnlicher Tiefe ist der Alt des Frl. Amalie Tschampa, von welcher wir häufiger sogar das tiefe D hörten; vortrefflich discret und wo es sein muß, mit Ausdruck singen auch die beiden Vertreterinnen der Mittelstimmen. Das exacte Zusammengehen, die Reinheit der Intonation, die feinen Schattirungen in den Stärkegraden, das äußerst zarte Piano, sowie endlich auch der ausdrucksvolle und schlagfertige Vortrag in allen von den Damen gesungenen zehn Quartetten (eins als Zugabe) verschiedenster Art, alle diese Eigenschaften sind sehr zu loben und verleihen oem Unternehmen wirklichen Reiz. Stürmischer Beifall nach allen Vorträgen und mehrfache Hervorrufe wurden den anmuthigen Künstlerinnen, die am Sonntag den 21. d. M. noch einmal im Gewandhause auftreten werden, mit Recht gespendet. Fr. v. Wickede.

(Fortsetzung folgt.)

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