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Mittwoch den 5. November

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Gießen, am 3. November 1879.

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Erscheint täglich mit Ausnahme des MoutagS.

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schwereren productiven Arbeit vorzuztehen. Ein vermehrter Andrang des Publi­kums zum Consum geistiger Getränke würde nur dann einen sittlichen und wirthschaftlichen Nachtheil repräsenttren, wenn die Statistik einen bedeutend höheren quantitativen Verbrauch von Alkohol pro Kopf der Bevölkerung nach- wiese, denn im Grunde kann es gleichgültig sein, ob dieselbe Verbrauchsmenge in wenigen vielbesuchten oder in vielen schwachbesuchten Schankstätten statt­findet. Einen solchen demüthigenden Beweis hat aber die Statistik bisher nicht erbracht, und es steht daher durchaus nicht so schlimm um das deutsche Volk, als man jetzt vielfach behauptet. Im Gegentheil wird sich Herausstellen, daß die schlechteren Erwerdsverhältnisie auch den Consum geistiger Getränke vermindert haben.

Allerdings wird sich ermitteln laffen, daß mit der notorisch bedeutenden Abnahme des'Weinconsums und des verminderten Bierverbrauchs eine Zu­nahme der Branntwein. Consumtion verbunden ist. Aber diese Erscheinung ist eine leider nur allzu natürliche und erklärliche. Aus ihr spricht nichts weiter als die herrschende Noth. Viele Leute, welche früher Champagner und andere Weine tranken, müssen sich heute mit einem Glase Bier begnügen, und viele Biertrinker ziehen aus Mangel an Erwerb zeitweilig einen mäßigen Branntweingenuß vor. Daß Noth und Verzweiflung, Arbeitslosigkeit und häusliches Elend viele ungetreue Familienväter und minder feste Charaktere dem großen Tiöster Alkohol in die Arme treiben, das soll und darf nicht ge­leugnet werden. Aber man schaffe vor allen Dingen Arbeit und etwas höhere Löhne und es ist mit Sicherheit anzunchmen, das der leidige Branntwetn- Consum wieder abnehmen wird, daß die in der Nothzeit gleich Pilzen empor- geschoßenen Destillationen und Braantwein-Schankstätten sich ebenso rasch wieder vermindern werden, wie die Pfandleihen und Rückkaufsgeschäfte.

Es ist nicht die Vermehrung des Branntwetn-Consums, es sind noch

benutzt werden können.

Bedingungen zur Aufnahme find:

1) Für die untere Abtheilung, die I. Klaffe: In der Regel werden nur solche Schüler ausgenommen, welche eine mindestens einjährige Beschäftigung in einem technischen Gewerbe nachweisen können; Ausnahmen hiervon werden nur in besonderen Fällen gestattet. Dagegen wird von den Aufzunehmenden nur der Nachweis der Kennr- niffe verlangt, welche den von der Oberklaffe einer Volksschule Ent- laffenen zukommen sollen, damit jedem strebsamen Handwerker die Anstalt zugänglich werde.

2) Für die obere Abtheilung, die II. Klaffe, muß außerdem der Nachweis ausreichender Kenntniß der niederen Arithmetik, einer angemessenen Fertigkeit im Freihand- und geometrischen Zeichnen, sowie in der Lösung einfacher Ausgaben der darstellenden Geometrie, und der Befähigung sich im Deutschen gehörig schriftlich verständlich machen zu können, geliefert werden.

Das Schulgeld beträgt für die ganze Unterrichtszeit 30 und ist beim Beginn des Curses voraus zu bezahlen.

Anmeldungen zur Aufnahme wolle man möglichst ftühzeitig und läng­stens bis zum 31. Oktober l. Ihrs, schriftlich bei der unterzeichneten Stelle oder auch mündlich auf dem Bureau derselben Neckarstraße 3 im HI. Stock bewirken, da die Zulassung der Schüler nur nach Maßgabe der vorhan-

PreiS vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Ps»

Darmstadt, am 26. August 1879.

Großherzogliche Centralstelle für die Gewerbe und den Landesgewerbverem.

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Der Kampf gegen die Trunksucht.

Einen schlimmeren Erbfeind als in den Franzosen besitzt das deutsche Volk wie die preußische Generalsynode erklärt, In der Trunk uch'. Es Ist damit nichts Neues getagt, da die hochwürdigen Heeren alle ihren Tacitus aelesen h^-n. Wider den Zechteufel ist vor und nach Luther gekämpft wor- Z n und dieser Feldzug widlr die Völlerei und Trunksucht wird fortgeführt «»den so lange es Trinker und Getränke giebt. Wer nun die Sitten oder Unsitten seiner eigenen Nation nicht zu schwarz malen will, der wird auch »uaeben mästen, daß im Lause der Jahrhunderte das Laster der Trunksucht n Deutschland sehr abgenommen hat. Er braucht dabei seine Studien nicht in i>en Mäßigkettsvereinen zu machen, sondern kann getrost im Adel des Landes, in welchem es keine Trunkenbolde, wie einst der Ritter von Schweinichen, mehr aiebt auf den Landesuniversttäten, wie in allen bürgerlichen Kreisen die Beob­achtung machen, daß die Trunksucht aller Orten als ein Laster gilt. Noch fehlt es nicht im deutschen Lande an Zechern und an Bechern in froher Runde, aber nirgends mehr wird das Sausen zur Ehre und die Unmäßigkeit zum Ruhme angerechnet. Die Nation ist unleugbar in dieser Hinsicht sittlicher und bester fl, ,ann allerdings nicht geleugnet werden, daß in neuester Zett sich bif Rabl der Schankstätten bedenklich vermehrt hat. Die Thronrede für den «Tfuftiidien Landtag rügt den in wirthschaftttcher und sittlicher Htnsicht bedenk, firf.-n «ndrang zu derartigen Geschäften, wobei im Zweifel gelosten ist, ob sich bM.r Andrang auf die Geschäftsinhaber oder auf die Bevölkerung, welche sich tn n.rmebrter Zahl in die Geschäfte zum Cvnfum drängt, ober endlich auf Mb. g-heile besieht- Die Vermehrung der Schankstätten ist nicht allein eine -^olae der Gewerbefreiheit, sie wurzelt auch in dem leider statistisch festgestellten vermehrten Drange der Staatsbürger, die leichtere distributive Thätigkeit der

Dre Landes-Baugewerkschule zu Darmstadt Beginnt ihren | vierten Jahres - Kursus am 15. November l. Ihrs., welcher 4 Monate, also bis zum 15. März 1880 andauert.

Dieselbe soll, zwischen Handwerkerschule und technischen Hochschule die Mitte haltend, insbesondere Bauhandwerkern, sowie Maschinen- und Muhlen- bauerit, Gelegenheit bieten, sich die für einen selbstständigen Gewerbebetrieb erforderlichen theoretischen Keuntniste und die nvthweudigen Ferligketteu im «eichnen und Entwerfen von Plänen für die praktische Ausführung zu erwerben. Auch soll die Baugewerkschule zur Ausbildung von Werkmeistern, Parlieren, Bauaufsehern rc. dienen.

Der Unterricht wird an den Werktagen während der ganzen Tageszeit von folgenden Herren erteilt: Architekt Prof-stor Hermann Müller, Architekt Kuhlmann, Ingenieur Reuter, Techniker L. W. Mo, er, Handelslehrer Peters und Bildhauer Fölix.

$ Die Schule umfaßt vorerst 2 Klaffen mit folgenden Unterrtchts- Geaenständen: Freihand- und geometrifches Zeichnen, Darstellende Geometrie f einschließlich Schattenconstructionen und Perspective), Bauconstructionslehre fein *1. Stabilität^ und Festigkeits-Berechnungen), Elemente der Maschmen- Constructionen, Fachzeichnen, Entwerfen von Bauanlagen , kunstgewerbliches. fteiebnen technisches Rechnen, Algebra, Geometrie, Feldmeßkunst (emschl. Trigonometrie und Planzeichnen), gewerbliche Buchführung, Theile der Bau- fübrung insb. Materialienkunde und Anfertigen von Kostenvoranschlagen, Grundlehren der Physik und Mechanik, Modelliren in Thon, Holz ic.

Die Unterrichtslocale befinden sich Neckarstrasie Nr. 3, unfern von den

Landes - Baugewerkschule Darmstadt.

Gewerbvereins, so daß die letzteren von den Schülern besucht und geeignet

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Betreffend: Den im October 1879 vorzunehmenden Wiesengang.

Das Großherzogltche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglicken Bürgermeistereien des Kreises.

Wir erinnern diejenigen von Ihnen, welche noch im Rückstände sind, an Erledigung der Verfügung tm Anzeiger Nr. 228 von.

29. September 1879. Dr" «o e f m a n n.----

Bekanntmachung.

Wegen Vornahme von Reparaturarbeiten an der Wieseckbrücke in der Gartenstr-st- ist dis auf Weitere- über diese Brücke der ^Verkehr gesperrt. Es findet daher letzterer ausschließlich über die Brücke tn v.w statt.

Gießen den 4. November 1879. Großherzogltche Polizeiverwaltung Gießen.

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