2)
3)
4)
Nußland.
Kiew, 2. August. In den von amtlicher Seite publicirten Erkenntnissen des hiesigen Kriegsgerichts vom 19., 22. und 26. Juli werden wegen der Angehörigkeit zu einer gesetzwidrigen Gesellschaft, Versuchs der Beraubung staatlicher Kasten, eines Attentats auf ein Polizeiorgan und wegen Mordes ünf Angeklagte zum Tode und zehn zur Zwangsarbeit verurtheilt Der Generalgouverneur, General Loris. Melikoff, wandelte bet zwei Verurtheitten die Todesstrafe in Zwangsarbeit um. Ein Angeklagter wurde begnadigt. Die Executton der drei definitiv zum Tode Verurtheilten ist am 30. Juli durch den Strang erfolgt.
Damit ist Punkt 4 der Tagesordnung erledigt und der Verbandsdirector bringt zu 7 den Antrag, betreffend Vergütung von Reisekosten für die Deputirten zum Unterverbandstag, zur Berathung. Die Erfahrung zeige, daß der Verbandstag ziemlich regelmäßig von den größeren Vereinen beschickt werde, allein ebenso regelmäßig fehlten die kleineren Vereine und für diese sei der Besuch der Verbandstage gerade am nolh- mendigsten. Es komme auf einen Versuch an, ob durch Vergütung von Reiseipefen der Besuch der Verbandstage zahlreicher gemacht werden könne, und schlage er deyhalo vor, für das nächste Jahr für je einen Delegirten eines Vereins die Elsenbahnfahr- kosten 3. Elaste zu bewilligen. . M
Correu s-Wächtersbach ist gegen diesen Antrag, indem er dre Ansicht vertritt, daß Vereine, welche die Absicht der Beschickung haben, schwerlich die Ausgabe der geringen Reisekosten scheuen würden. „ .. . t m m ,
Voit-Grünberg bekundet sein Einverstandmß mit dem Principe der Vorlage, schlägt aber vor, nur denjenigen Vereinen Vergütung zu bewilligen, welche einen geringen Reingewinn abwerfen. Dem entgegen tritt der Verbandsdirector, da man unmöglich zwei Sorten von Vereinen bilden könne.
Meißner-Frankfurt constatirt, daß im Unterbadlschen Verband das vor- geschlagene Mittel geholfen habe, und H anstein-Gießen spricht sich ebenfalls ,ur den Versuch aus. „_
Der Antrag auf Bewilligung der Eisenbahnfahrkosten 3. Elaste zum nächstjährigen Verbandstag für je einen Deputirten eines Vereins wird einstimmig an-
Anstalten und Gesellschaften, zur Abgrenzung der Kreis-, Gemeinde- und Pf««I- Bezirke, di- Besugniß zum Erlaß von richterlichen oder admm stratwen G6d- strasen, zur Ertheilung von Rehabilitionen, zum Erlaß von Steuern und Gefällen, zur Ernennung und Abberufung von Bürg-rm-tst-rn und Beigeordneten, ur Genehmigung der von den katholischen Bischöfen vorgenommenen Ernennun- g-n7u g-istllch-n A-mtern, die Bestätigung der Ernennung und Abb-ru ung protestantischer Pfarrer, die Bestä.ignng von Wahlen zu anderen g-tstltch-n Aemtern, sowie auch zu Aemtern des israelitischen Kultus.
Erfurt, 2. August. Bei der Reichstagswahl erhielt von 9422 abge. gebenen Stimmen: Minister Dr. Lucius 5O5O, Träger (Fortschritt) 2267 Kapcll (Socialdemokrat) 1648. Minister Dr. Lucius ist somit wiedergewahlt.
Oesterreich.
Wien, 2. August. Die „Polit. Corresp." meldet aus Bukarest: Die Fürstin von Rumänien trifft am Montag in Wien ein und geht in ein deut- ickes Bad. Der Minister deS Aeußern, Boerescu, trifft ebenfalls am Montag in Wien ein und unternimmt eine Rundreise zur Verständigung mit den Berliner Stgnatarmächten in der Judenfrage.
Deitb 2. August. Das Amtsblatt veröffentlicht die Enthebung des Grafen Zichy-Ferraris von der Stelle des Staatssecretärs im Ministerium des Innern auf sein eigenes Ansuchen.
ßngtand.
London, 2. August. Bezüglich der telegraphischen Meldung des ©lobe" über die Verbreitung der Cholera unter den aus Afghanistan zuruck- kehrenden indischen Truppen ist der Regierung auch bis heute keinerlei Bestätigung zugegangen.
Die Beschränkung der Kündigungsfristen für fremde Gelder aufhochstens cm c\nt.r kann von ihm nicht gebilligt werden, er befürwortet unter Umtfonben längere Mndiaunasfrillen Redner weist ferner nach, daß der Vorschlag des Verbandsdirectors genau mit dem von Schulze in Eisenach eingebrachten Antrag ubereinftimmt. mit Snhrn? Zusatzes ieborf) ist eine längere als eine euiiahrige Kündigungsfrist Mil Rüccksübt auf die Solidarhaft der ausscheidenden Mitglieder nicht zu empfehlen , welchen kr bekkmpfü Der Verbandsdirector erklärt gerade diesen von Parisius bekämpften Zusatz als den Kernvunkt der Sache, hält nochmals für Landwirthe den einjahngm Credü ü? ausre ckend und tritt ^iner Concurrenz mit Reiffeisen'schen Vereinen, brcn enge räumlicke Besckränkung und beren besonbere religiöse unb sociale Principlen berühr!
nS Borschußo-r-in- foDcn aber ferne Realer-dttinsWule w-rd-nj fonbern nur vorübergehendes Creditbedürfniß befriedigen. Redner wünscht, lag »cb der allgemeine Vereinstag so aussvricht unb bringt lernen Antrag zur Abst .unung: berselbe wirb vom Unteroerbanb einstimmig genehmigt.
Zu pos. 8 ber Tagesorbnung, betreffend Errichtung von besonderen Delcndere- Reservefonds berichtet Meißner-Frankfurt: Die Bildung eines Reseroetonds ist wohl bei allen Ereditgenossenschaften eingeführt: dieser soll zur Deckung von Verlusten dmen, da es^eine mißlicheO Sache i » m Verlust auf die Geschäftsanthe.le zuruckMsen Empfehlen sei aber außerdem, in günstigen Jahren, wo ohnehm emc anaernessene Dividende'vertheilt werden könne, die Bildung einer Specmlreerve wiche, ohne au den Hauptteservefonds 3urücf3ugreifen, $ur ^u§0le^“n0”onnffnC^uften bUcn Reserve^empfohlen, dagegen soll ein besonderer Gewinnvorttag rn der Bilanz ör mieden w Tagesordnung, „Revision be§ JöerbanbS|t^
Gießen^das Referat übernommen ; er schlägt Ge"chästsmr-
sowie Beseitigung eines P°'Ms °or worm d Anbahnung»gn« « »£* Meten könnte', was °ng--
nommen wirb.
Bericht über den siebzehnten Perbandstag des Hessischen Unter- verbands der dentschen Erwerbs- und Wirthschasts-Genossenschasten zu Fulda am 19. und 20. Juni 1879.
(Schluß.)
Der Verbanbsbirector unb ber Vertreter der Anwaltschaft machen auf die Unoer; hältnißmäßigkeit des gewährten großen Credits, gegenüber dem eigenen Vermögen des Greins aufmerksam; der erstere tadelt außerdem die Vertheilung einer Dividende in ben Vorjahren, wo man boch schon wußte, baß Verluste in Aussicht waren, ebenso bie bedeutende Rückzahlung von Stammantheilen.
Parisius hebt hervor, daß im gegenwärtigen Fall, nach den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches, schon frühere Verpflichtungen zu Abschreibungen Vorgelegen hätten.
Der Verein in Hünfeld hat nach dem Bericht von Petter-Hünfeld im letzten Jahr keinen größeren Aufschwung genommen
Särnrntliche sub 4 a bis e gestellten Fragen werden verneint, rote auch feine Beleihung des Starnmantheils stattfindet.
Correus-Wäcktersbach berichtet dahin, daß bei seinem Verein keine unterschiedliche Behandlung der Creditgesucke und keine Blancocreditgeroährung stattfindet; Beleihung des Starnmantheils geschieht in geringem Umfang; der nächsten General- Versammlung sollen Vorlagen betreffs der Probe-Instruction für den Aufsichtsrath gemacht roerden. Dem Verein ist in jüngster Zeit eine Aufforderung wegen Gewerbe- steuerheranziehung zugegangen.
Parisius verlangt für den Aufsichtsrath eine geschriebene Instruction, da demselben ernstliche Verpflichtungen obliegen; es braucht nicht die Probe-Instruction ins- aesammt angenommen zu werden, sondern dieselbe soll nur als Richtschnur dienen, so daß sich jeder Verein die gerade für ihn am meisten passenden Bestimmungen aus- roählen kann.
genommen. ben nun folgenden Punkt 6 der Tagesordnung, bett, einen bei
bem allgemeinen Vereinstag einzubringenben Antrag des Unterverbandes in Bezug auf die Ausgabe von unkündbaren Darlehnsscheinen, leitet der Verbandsdirector nut einem eingehenden Vortrag über den von dem Anwälte auf dem Vereinstag in Wiesbaden eingebrachten Antrag in Betreff der Ausgabe von unkündbaren durch Amortisation zu tilgenden Darlehnsscheinen ein. — Dieser Antrag ging im Wesentlichen dahin, daß den Ereditgenossenschaften empfohlen werde, die Erreichung längerer Kündigungsfristen bei Annahme fremder Gelder, selbst gegen eine mäßige Steigerung des Zinssatzes, unablässig im Auge zu behalten, und soweit im Verkehr mit Landwirthen die Gestattung genauerer Zahlungsfristen erforderlich werde, sich bet Ausnahme von Anleihen dadurch zu sichern, daß theilweise die Kündigung der Gläubiger beseitigt und eine nach Jahrestermin geregelte Amortisation der Schuld durch Ausgabe von unkündbaren, im Verlaufe von 10 Jahren zu tilgenden Darlehnsscheinen nach dem Vorb'lde des Vorschußvereins zu Hersfeld herbeigeführt werde. Gegen diesen Antrag sind m Wiesbaden gewichtige Gründe angeführt worden, so daß nur der erste Theil angenommen, der letztere, die Ausgabe, von zehnjährigen Schuldscheinen betreffend, vertagt mürbe. — Zu bem Eisenacher Vereinstag ist nun von bem Anwalt der Antrag in umgeänderter Gestalt eingebracht worden, die Prolongationen sollen hiernach nicht mit allen Mitteln beseitigt werden, sondern es soll nur jedes Opfer gebracht werden, um bie Kündigungsfristen der aufgenommenen Darlehen damit in Einklang ju bringen- Mit dieser Form kann sich Redner noch weniger als mit dem Wiesbadener Antrag einverstanden erklären. Der Hersfelder Verein habe die Aufnahme der unkundbaren Darlehen laut seinem Jahresbericht von 1871 eingeführt, nur um Realcredite nach Reiffeisen'schem Muster zu gewähren, und es sei zu befürchten, daß diese Maßregel ähnliche Ausschreitungen Hervorrufe. Der Vereinstag in Wiesbaden habe bie Resolution gefaßt, daß die Creditvereine nach Schulze-Delitzsch'schem System bei gehöriger Organisation und Handhabung vollständig geeignet seien, das Betriebscrebitbedurfniß der Landwirthe zu befriedigen, und Redner ist der Meinung, daß auch der Landwirth, welcher den längsten Credit brauche, mit einer einjährigen vorübergehenden Gewährung nifrieben sein könne. Weitere materielle Bedenken findet Rebner dann, baß bie Vor- ftänbe burch Annahme bes in Rebe stehenben Anttags zu lässig werben würden in der Zurückziehung von älteren Vorschüssen, ferner dann, daß die Solid ar c>aft durch zehn- fäbrige Schuldscheine zu sehr ausgedehnt wurde, da die Mitglieder nach bem Austritt 12 statt 2 Jahre, wie unter gewöhnlichen Umstanden, haften mußten; auch die Gläubiger sind im Ungewissen darüber, wie die Verhältnisse eines Vereins, welchem ste Geld anvertrauen, nach 10 Jahren aussehen werden. Wie wenig überhaupt die ganze Einnchtting Anklang findet, zeigt der Umstand, daß sehr wenig Vereine dem Vorgehen Hersfelds gefolgt sind.
Zum Schluß beantragt Redner, keine Maßregel zu empfehlen, welche zu roeit gehende Prolongationen begünstigt, und schlägt folgenden Antrag zum allgemeinen Vereinstag nach Stuttgart vor:
Der allgemeine Vereinstag erklärt:
n Die Gewährung des eigentlichen Real- oder Jmmobiliarcredsts zu testen Capitalanlagen ist bet den Ereditgenossenschaften unter allen Umständen
zu vermeiden. ... ...
Soweit die Gestattilng genauerer Zahlungstermine bei der Creditgewahrung nothwendig wird, ist bei jeder Prolongation eine Abschlagszahlung zur Bedingung zu machen.
Die Erreichung längerer Kündigungsfristen bei Annahme fremder Gelder ist stets im Auge zu behalten, jedoch ist eine längere als eine einjährige Kündigungsfrist mit Rücksicht auf di- Solidarhaft der ausscheidenden Mitglieder nicht zu empfehlen.
Die Ausdehnung der Geschäfte muß mit der Vermehrung des eigenen Vermögens, sei es durch die Erhöhung der Geschäftsantheile, sei es durch Zuweisungen an den Reservefonds, im richtigen Verhältniß stehen Dem fremden Eapital soll bei jüngeren Vereinen mindestens 33*/3 pCt., bei älteren Vereinen mindestens 50 pCt. eigenes Vermögen gegenüber stehen unb ber Reseroesonbs bis auf 10 pCt- der Stammantheile gebracht werden. Auf Befragen erklärt der Vertreter von Hersfeld, daß der dortige Verein auf du Ausr-cht°rb°ltnn° seiner Einrichtung keinen besonderen W-rch legt, nielmehr di- m> Umlauf befindlichen Obligationen als ju theu-E Geld mit der Zeit zuruckbezah b
Parisius erkennt di- Darstellung des Verba,idsdireciort bezüglich der Punkt- d-r Schulze'schen Anträge, nicht als vollständig an, b-str-it-i cntlchieden, da« der Schulze'sche Antrag in Eisenach verschlechtert sei und vertheidigt den Satz,^daft man Geld nicht auf längere Fristen ausleihen soll, als man es erhol Die Sache liegt nnrg Ansicht Nedners bei Landwirthen verschieden und er fragt den Verbandsdirector, ob^diestr sich Nast in Bezug auf die zwölfjährig- Haftbarkeit von au;sche.denden Mi.;
Amerika.
New-Bork, 1. August. Nach Nachrichten aus Panama vom 24. Juli bat der chilenische Minister der auswärtigen Angelegenheiten die Präsidenten von Peru und Bolivta besucht. Ueber das Ergebniß der Besprechungen ist noch nichts bekannt.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'» telegr. GOrrespoudeur-Burea«.
London, 3. August. Das „Reuter'sche Bureau" meldet aus Capetown vom 15. Juli via Madeira: General Chelmsford hat seine Demission gege- ben und ist nach Durban zurückgekehrt.
Genua, 3. August. Gestern sind der König und die Königin, der Prinz von Neapel und der Prinz Amadeus hier eingetroffen.
Konstantinopel, 3. August. Der Sultan bewilligte Khereddin Pascha und Mahmud Nedim Pascha je eine Monatspenston von 15,000 Piaster. ___ Die Ernennung des türkischen Gesandten für Montenegro steht bevor.
Gastein, 3. August. Die Ankunft des Kaisers von Oesterreich hier- selbst zum Besuch des Kaisers Wilhelm wird am 10. August erwartet.
London, 3. August, Abends. Meldungen aus der Capstadt vom 15 Juli. Generalmajor Crealock verbrannte Undine und Magwcre. Mehrere bedeutende Häuptlinge haben sich ergeben. Die 1. Division Newdegate's kehrt nach Ufoko zurück. In jetziger Jahreszeit wird kein erneuter Vormarsch erwartet, da die Transportschwterigkeiten sich steigern. Ekowe soll wiederbesetzt werden. Freiwillige sind bereits beordert, Cctewayo den gänzlichen Rückzug abzusckneiden.
BurgaS, 3. August. Gestern ist der letzte russische Milttärtransport von hier abgegangen.
Wien, 3. August. Nach Berichten aus Siltstria ist die Räumung Bulgariens Seitens der Rufien nunmehr vollkommen bewerkstelligt worden.
New-Bork, 3. August. Abends. Alle Land- und Wafferverbtndungen mit Memphis sind gesperrt. Die Sterblichkeit am gelben Fieber in der letzten Woche betrug 26.


