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Bei der allgemeinen und wohlverdienten Anerkennung, deren sich der echte Benedictiner Llqueur, aus der Abtei zu Fecamp, Seine Inter., schon seit langen Jahren erfreut, dürfte das Urtheil eines der bedeutendsten Aerzte Frankreichs, das, des Dr. Martin, nicht uninteressant zu lesen sein. Dieser Herr sagt wörtlich:

,Der Benedictiner ist nicht allein eine Delicatesse ohne gleichen, sondern er besitzt ',auch, mit Hülfe seiner glücklichen Komposition, Eigenschaften, die von der vortheil- haftesten Rückwirkung auf das Nervensystem begleitet sind. Ich wüßte kaum gegen geistige wie körperliche Ueberanstrengung oder die Schwäche des Alters etwas besseres, als den viel besprochenen B6n6dictiner zu recommandiren; er ist, sei der Vergleich erlaubt, die Schildwache, dem bösen Feinde, den Krankheiten, ihren Ein- zug bei uns verwehrend. Versage man sich deßhalb diesen treuen Wächter nicht, den zu empfehlen ich es für meine Pflicht halte."

Doeteur etc. Martin.

Auszug aus den Standesamtgregistern des Standesamts Gießen

Vom 28. December 1878 bis 3. Januar 1879.

Aufgebote.

December 23. Eisengießer Jacob Wallbrecht von Niederlemp mit Anna Elisabeth Seibert, Tochter des Schweinehirten Johannes Seibert von Frankenbach. 31. Schreiner Georg

Ord.-Nr.

114.

Lokales

1879

im

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82.

83.

dürfnisse dienen. 5ö. ... , ~

bald einer gesegneteren Zeit weichen! Den Voranschlag lassen wir der Uebersicht halber vollständig folgen.

In einem Orte des Odenwaldes, in dessen Nähe sich eine Bande Zigeuner häuslich niedergelassen hatte, wandte man ein eigenthümlichcs Mittel an, um die Gäste wieder los zu werden. Man pfuhlte nämlich die Decker rund um das Zigeunerlager so gründlich aus, daß es selbst die Geruchsnerven der Schwarzen nicht länger auszuhalten vermochten und die Bande schleunigst verduftete.

Ausgabe.

Ordentliche

Für Straßenbeleuchtung

Wasserleitungen und Brunnen

Bäche und Entwässcrungsanstalten

Unterhaltung der Gemarkungs-, Flur- und Gewann- Grenzen

Feuerlöscbanstaltcn

Für Faßeich-, Meß- und Waaganstalten

Octtoi-Verwaltung und Rückvergütung Anschaffung und Unterhaltung des Faselviehes Für den Markt

,, Wasen

die Rettungsanstalt

Beitrag zum Einkommen des Reichsbankagenten Unterstützung Hilfsbedürftiger

Für das Ortsholz Magazin

Einquartierungsgelder

Beitrage zur Kreiskasse

Wachekosten

Werth- und Sckadcnsersatzgelder von Feldstrafen Für Feierlichkeiten

den ev. Centralkirchenfonds

Besoldungen

Pensionen

Diäten und Gebühren

Bureaukosten

Gertchtskosten

Botenlohn und Verkündigungskosten

Zeitungen, Formularien und Buchbindertosten Die Anlegung und Einrichtung der Abtritte re. Uneinbringliche Posten und Nachlasse Betriebskapital, und zwar baar: und indisponibler Ueberschuß vorhergehender Jahre Reservefond

Briefkasten.

An die Herren klagefül.renden Gemcinderathsmitglieder zu Lauter. Sie werden uns doch wohl nicht zumuthen, den nach unserer Ansicht sogar injurieusen Artikel als Be­richtigung aufzunehmen. Wir haben uns einfach an die nackte Thatsache gehalten und es existirt nach unserer Ansicht kein Paragraph im Preßgesetz, welcher uns zu beregtem Ver­langen zwingen könnte Die Redaction.

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Summe der ordentlichen Ausgabe (Fortsetzung folgt)

Gießen, 4. Januar. In der nächsten Woche werden vor dem Schwurgericht vom I Quartal l. I. nachbemerkte Anklagesachen zur Verhandlung kommen:

Den 6. Januar, Vormittags 9 Uhr, gegen Johannes Kutsch von Ebsdorf, wegen Dieb­stahls; Vertheid.: Gr. Hofg.-Advocat Weidig.

Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Friedrich Langenhahn von Eisenberg, im Herzog- thum Sachsen.Altenburg, wegen Diebstahls; Vertheid.: Gr. Hofg.-Advocat Thor wart..

Den 7. Januar, Vormittags 8/2 Uhr, gegen Karl Heus von Vilbel, wegen Körper­verletzung mit tödtlichem Erfolg; Vertheid.: Gr Hofg.-Advocat vr. Eckstein.

Den 8. Januar, Vormittags 8V2 Uhr, gegen Conrad Schäfer von Nainrod, wegen Körperverletzung mit tödtllchem Erfolg; Vertheid.: Gr. Hofg.-Advocat Bai st.

Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Friedrich Scheer von Lauterbach, wegen Körper­verletzung mit tödtlichem Erfolg; Vertheid.: Gr. Hofg-Abvocat Lauer.

Den 9. Januar, Vormittags 81/? Uhr, gegen Conrad Fuchs III. von Groß - Eichen, wegen Körperverletzung mit tödtlichem Erfolg; Vertheid.: Gr. Hofg.-Advocat Kraft.

Denselben, Nachmittags 3 Uhr, gegen Handlungscommis Karl Stohr von Gleßen, wegen Dtebstabls; Vertheid.: Gr. Hofg.-Advocat I)r. Dittmar.

Den 10. Januar, Vormittags 8'/2 Uhr, gegen Friedrich Baumbach von Trais-Horloff und Johannes Werner Dickel von Freienseen, wegen Brandstiftung.

Denselben, Nachmittags 3 Uhr. gegen Adam Köbel von Aulendiebach, wegen Diebstahls; Vertheid.: Gr. Hofg.-Advocat Metz.

Den 11 Januar, Vormittags 8i/2 Uhr, gegen Heinrich Wagner III. von Schwalheim, toegen 3 uhr, gegen Karl Lehr und Cons. von Nidda, wegen Dieb­

stahls und Hehlerei; Verthciv.: Gr. Hofg.-Advocaten Dr. Schwarz und vc. Reatz.

t Telegraphische Depeschen.

Wagner's telegr. (Korrespondenz-Bureau.

London, 3. Januar.Standard" meldet aus Jsmid vom 2. b.: Durch Bersten einer 38 - Tonnen - Kanone an Bord des KriegsschiffesTlwn- derer" wurden 7 Personen geiödtel, 40 verwundet und der ^hurni zelstort. Die Colonne Stewart trifft am 5. d. in Kandahar ein.

Ralfutta, 3. Januar. Einer Depesche aus Queltah zufolge trat ein großer Theil der Dioiston Stewart am 31. December gegen Kandahar durch den Chawaja-Paß an; die Division Biddulph ruckte durch den Khojak-Paß vor.

Paris, 3. Januar. DieAgence Havas" meldet aus Madrid: Die Hinrichtung Moucast's wird erst mögen früh statifinden.

Petersburg, 3. Januar. DieAgence Russe" meldet: Die Nach­richten aus Konstantinopel find befriedigend. Man wurde b°retts cir> schelles und glückliches Resultat der Verhandlungen über den Abschluß des definitiven Friedensvertrages voraussehen können, wenn die d»mAige Lage in Koi.fiaw ttnopel eine minder bewegte wäre. Der Kaiser empfängt die $"'cW$e '

nicht vor dem 10. Januar. Der Führer derselben beansprucht Vorrecht, nes Botschafters während derselbe in seinen Beglaublgungs-Dchreiben nur den Titel eines außerordentlichen Gesandten hat. Von P-ktng ist telegraphisch Auskunft, hierüber erbeten.

Paris, 3. Januar. DieAgence Havas" berichtet aus Tu,ns: D.e tuncstsche Regierung hat kein Ultimatum Seitens der framostschen Regierung erhalten bezüglich der zwischen dem Grafen Sancy und der tunesischen Regierung obwaltenden Schwierigkeiten. Man vernimmt rnveffen, die französische Regie rung werde Entschulbigungen und di- Absetzung der comprornitttrien Beamten fordern und auch auf ihren. Verlangen nacb einer Unte'snchuug beharren.

Gießen, 4. Januar. Gemäß Artikel 83 der Städt-ordnung hat Herr Bürgermeister Bramm den Stadtverordneten den Voranschlag über di- Einnahmen und SMgabm für da Jahr 1879 zugehen lassen. Er bemerkt in seiner Einleitung Folgendes: Wie Sie aus der dem Budget beigefügten Nachweisung zu den Umlagen ersehen wollen hat sich das Bedurfnlß in dieser Richtung gegen daS Vorjahr um nahezu 46000 Jl erboht. Von den hurbe, mit. wirkenden Minder,Einnahmen im Gesammtbetrage von über 100,000 ^. werden wohl bie Minder-Erlöse von Gras und von Holz in den nächsten Jahren ^eber weichen, daqegen wird eine Anzahl neuer resp. gegen das Dor;ahr erhöhter Ausgabeposten, re diejenigen für Besoldungen der Lehrer und der Schutzmänner, für Abfuhr ^..^trabewKehrlch.s u. a. von nun an jährlich wiederkehren, sodaß für dw Folge stets zwischen 30,000 _4 000 X

mehr durch Umlagen aufzubringcn sind als seither, was emem Ausschlag von mindestens 10 auf Einen Gulden Normalsteuerkapital gleichkommt. So sehr ich es bedauere, daß bei der Fortdauer der ungünstigen wirthschaftlichen Lage, an welchen zur Zeit so.zui sagen vie ganze Welt leidet, zu einer Steigerung der Steuer geschritten werden mußte, so aßt sichdoch md)t verkennen, daß die Neu- resp. Mehraufwendungen nur zur Befriedigung unabwe sbarcr Be- Möge der Druck, der schon so lange auf Handel und Wandel lastet, recht ö - über Einnahmen und Ausgaben

Theater.

Die gestrige 1. Probe-Vorstellung,Des Nächsten Hausfrau", ging unter mittelmäßiger Besetzung des Hauses recht gut in Scene. Frl. Häser als Camilla, Herr Richard als Hugo Tonner spielten recht brav und von Frau Weber und Hrn. Lindner als guten alten Bekannten brauchen wir dessen nicht zu erwäbnen. Sie sind ja von früher her noch in gutem Andenken. Die Einrichtung dcs Theaters, welche uns heute zuerst interessirte, ist eine recht gefällige und wurde vom Publikum wohlwollend ausgenommen. Was zu einer kritischen Be­merkung Anlaß geben könnte, wäre die Kürze des Stückes an sich, welches zu vielfachen irrigen Annahmen über Ende oder Nichtende der Vorstellung führte. Zu letzterer Annahme trug das Orchester auch Vieles bei, indem daffelbe felsenfest auf seinen Sitzen verharrte, bis es von zuständiger Sette eines Befferen belehrt wurde. Hoffentlich werden die kleineren, bei ersten Vorstellungen fast nicht zu vermeidenden Uebelstände für die Folge beseitigt und das Theater recht sehr besetzt werden.

Kandel und Verkehr.

Gießen, 4. Januar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter, per Pfd. 75 bis 1 X, Hühnereier, per Stück 7 H, Enteneier, per Stück 7 H, Käse, per Stück 5 biS 9 H, Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 20 H, Linsen, 1 Liter 22 H, Tauben, das Paar 60 Hühner, per Stück X 1, Hahnen, per Stück X 1.25, Enten, per Stück X 2, Gänse, per Pfd. 3040 Kartoffeln, per 100 Kilo X 5.50, Zwiebeln, per Ctr. X 8. Ockstnfleisch 7072 H per Pfd., Kuh-und Rindfleisch 5660 Schweinefleisch 5860 H, Kalbfleisch 5260 H, Hammelfleisch 60 70 H.

Betrag im vorigen Jahre

Für 1879 vorgesehen.

X*

X*

12000

12000

21979

19975

3086 60

3056 60

50

50

7536

4336

190

190

95« 0

9800

342 86

342 86

350

3"6

20

20

535 74

2o0

500

500

12502 35

13324 85

520

520

13500

16000

2475

2503

176 15

1005 70

70

50

3000

2000

9236 28

9236 28

173976 90

139638 46

1420

2420

2160

2:60

3408

3318

400

600

1393 56

1393 56

140

150

2000

1200

40i>0

8867 66

7852 47

26655 54

160025 49

2000

20i >0

488603 o3

680009 01

Ord.-Nr.

Einnahme. ,

vorigen Jahre

vorgesehen.

Ordentliche.

X

X

1.

Rest aus vorderen Zähren: a. Kassevorrath b. Ausstände

Von Gebäuden

verliehenen Gütern

Aus Gras und anderen Naturalien

Von Waldungen

Jagden, Fischereien und Teichen

84930

10690

75

71

200166

9377

19

16

2.

3.

4.

5.

7.

3944

5295 15669 71546

2760

514

3630

14

70

51

64

2274

5593

12905

65164

2760

19

71

55

28

44

8.

9.

Schäfereien, Weidegeldern

n Zehnten, Grundrenten und anderen Gefällen

23

3632

10.

verkauften Baumaterialien und Mobilien

300

100

11.

Kapitalzinsen

1486

50

50

685

07

411

100

43

15.

Einzugsgeld

16.

17.

Feuereimergeld

Pflaster-, Weg- und Brückengelder

71

685

71

18.

Mietbe von Markt- und anderen öffentlichen Platzen

2500

2800

19.

21.

Faßeich-, Meß- und Waagegebühren Octroi

775

76171

43

775

76171

43

22.

25.

Schul- und Holzgeld und sonstige Beitrage zu den

Schulkostcn

Hr»7esteuer

44045

1800

29

86649

1800

29

26

28.

Ersatzposten

Für Hülfsbedürftige

3

595

06

72

1053

618

22

33.

Einquartierungsgelder

4000

6000

34.

Strafen wegen Schulversäumniffen

57

80

35.

Forst-, Feld-, Polizei- und Defraudationsstrafen

2590

2628

36.

Für Formularien

30

30

Summe der ordentlichen Einnahmen

334121

24

482339

60

Ord.-Nr.

Einnahme.

Betrag im vorigen Jahre

Für 1879 vorgesehen.

Außerordentliche.

X

X

41.

Zurückzuempfangende Kapitalien

29628

57

3428

57

42.

Neu aufzunehmende Kapitalien

25*900

236200

Summe der außerordentlichen Einnahmen

288528

57

239628

57

Itmlafl-n.

X

X

4

53.

Auf das gesammte Communalsteuerkapttal der Ein­wohner und Forensen

113650

50

168206

40

54.

Auf dasselbe zu den älteren Kriegsschulden

14178

48

5422

74

55.

,, die Mitglieder der evangelischen Gemeinde

2762

34

2742

48

60.

Allgemeine evangelische Kirchensteuer

9236

28

9236

28

Summe der Umlagen

139827

60

185607

90

Ord.-Nr.

Ausgabe.

Betrag im vorigen Jahre

Für 1879 vorgesehen.

Ordentliche.

X

'Vf

X

61.

Grundrenten und andere ständige Gefälle

702

85

682

85

62.

Landes- und Provinztalsteuer

2400

2400

63.

Communalstcuern

3000

3800

64.

Brandverfichcrungsbeiträge

530

530

65.

Kapitalztnsen

67498

53

73002

15

66.

Unterhaltung u. Kosten der gemeinheitlichen Gebäude

7491

07

7936

95

67.

,, Güter

6242

15

61*5

57

68.

Waldungen

22178

57

26058

20

71.

Gemeindenuhungen der Ortsbürger

50

75

39

60

74.

Kosten der Kirche, dcs Pfarrhauses und des Gottes­dienstes

9242

11334

80

75.

Kosten der Sckulhäuser und Schulen

15493

12

96787

81

76.

Unterhaltung und Kosten des Friedhofs

9575

65

5199

71

77.

der Straßen, Brücken und Wege

13687

30

13073

10

78.

Reinigung der Straßen und Plätze

7820

8904

79.

Unterhaltung der Baumpflanzungen an Straßen und Wegen

2480

2500