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Gießen, Gi
Handel und Verkehr.
Gießen, 1. Februar. Auf dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter, per Pfd. 75 H, Hühnereier, per Stück 7—8 Enteneier, per Stück Käse, per Stück 5 bis 10 Kasematte, per Stück 3 Erbsen, 1 Liter 20 Linsen, 1 Liter 24 H, Lauben, das Paar 80 Hühner, per Stück JL 1.50, Habnen, per Stück JL 1.80, Enten, per Stück «X 2 60 Gänse, perPfd. — Kartoffeln, per lOOKilo 5—6.—, Zwiebeln, per Ctr. 8.— Ocbsenfleisch 70—72 per Pfd., Kuh« und Rindfleisch 56—60 Schweinefleisch 57 — 60 Kalbfleisch 50—60 H, Hammelfleisch 60 — 65
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Bairischen Malzzucker, «Aithee-Bonbons, sowie Brust-, Malz-, Honig-u. Gummi-Bonbons aus der Fabrik der Herren Gebr. Stellwerk in Cöln, empfiehlt 552) Gg. Wilh. Weidig.
Der Ausverkauf meiner Waaren- vorräthe zu Jnventarpreisen
endigt den 15. Februar. Auch bin ich aus Gesundheitsrücksichten Willens mit oder ohne Waarenübernahme meine Geschäftsräume zu vermiethen und wollen Reflectanten sich schriftlich mit Angabe von Referenzen an mich wenden.
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Da ich die meisten Artikel selbst sabr'cire, die übrigen aus den besten Fabriken bezirhe und mit einer sehr ger ngen Provision sürlieb nehme, so glaube ich dem geehrten Publikum bei Zusicherung feinster und bester Qualität mich bestens empfehlen zu können.
Reparaturen jeder Art werden innerhalb 3—4 Tagen von nun an besorgt.
Seidenhüte zu jeder Tageszeit ausgebügelt. Stroh hüte gewaschen. Sonstige Filzsachen auf Wunsch angesirtigt.
Karl Schmidt. Hutmschrr,
Seltersweg 21.
Theater.
Wenn wir den Fleiß und das künstlerische Streben der Direction öffentlich anerkennen, so üben wir nur einen Act der Gerechtigkeit und sprechen die allgemeine Ansicht aller Theaterfreunde aus. — Die letzten Vorstellungen gaben wieder ein schönes Zeugniß von obiger Behauptung! Die beiden Aufführungen des „alten Korporals" waren geradezu musterhaft und die Darstellung der Titelrolle durch Herrn Alberti eine meisterhafte! — Dabei wollen wir allen Mitspielenden das Compliment machen, daß Jeder nack besten Kräften bemüht war, seine Rolle zur Geltung zu bringen! — Namentlich waren es die Damen Alberti als „Minna", Frl. Häser als „Liese", welche wie stets ihre Parthien mit künstlerischem Verständniß darstellten. Frl. Ackermann als „Marie" spielte ihre Rolle mit sichtlichem Fleiße, wobei wir jedoch die Bemerkung machten, daß das jugendliche naive Fach ihr näher liegt als das sentimentale. — Von den Herren stand Herr Lindner I. als „Peter Frosch" an der Spitze und spielte seine gerade nicht dankbare Rolle mit dem künstlerischen Erfolge, wie wir es an diesem Schauspieler gewöhnt sind. — Die Herren Richard, Lindner II., Weber, Kentler und Handtke reihten sich in ihren Rollen dem Ganzen mit Geschick und Fleiß an und so bot die Gesammtleistung dem Publikum einen wirklich genußreichen Abend! — Die Donnerstags-Vorstellung brachte uns eine Novität: „Wenn man im Schlafe spricht", worin die Damen Lindner nnd Häser, sowie die Herren Richard und Kentler durch verständnißvolles Spiel sich hervoithaten und dem allerliebsten Stückchen einen guten Erfolg verschafften. In „Englisch" wurden alle Hauptrollen vorzüglich dargestellt. Die Damen Alberti und Weber als „Adele" nnd „Rosa", sowie die Herren Alberti, Lindner I. und Richard als „Gibbon", „Jppelberger" und „Jobn" wurden durch vielen Beifall ausgezeichnet. — Eine nochmalige Wiederholung des „alten Korporals" dürfte der Direction namentlich an einem Sonntage ein volles Haus sichern. P-
Theater.
„Der Erbe des Millionärs". Es dürfte das Publikum interessiren, daß der Verfaffer des am Sonntag aufzuführenden Schauspiels, Adolph Calmberg, unser Landsmann und gegenwärtig Profeffor am Seminar in Küßnacht bei Zürich und ein Freund unseres Directors Ist. Die Rolle des de Book ist speciell ür Herrn Alberti geschrieben und hatte das Stück bis jetzt an allen Bühnen einen großen Erfolg! — Es kennzrictmet in scharfen Zügen das Treiben jener Männer, die unter dem Deckmantel der Nächstenliebe und Religion nur ihren egoistischen Zweck verfolgt und so die Ursache von vielen und entsetzlichen Katastrophen in der Weltgeschichte wurde. Der Stoff zu diesem geradezu packenden Schauspiel ist jenem berühmten Crim'tnalprozesse d e B o o ck in Brüffel entlehnt. — Möge es auch der hiesigen Direction ein Caffenstück werden!
Allgemeines
Börsen- und Verloosimgsblatt erscheint allwöchentlich und enthält die Verloo Simsen der in deutschem Besitze befindlichen Eßecten- und Looscgattungen, ausführliche Coursberichte verschiedener Börsen und alle wichtigeren finanziellen Nachrichten. Anfragen von Abonnenten werden unter der Rubrik „Briefkasten“ unentgeltlich beantwortet. Sämmtliche Postanstaltcn nehmen Abonnements gegen Erlag von nur
fcj-r Einer Mark halbjährlich
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Auszug sus den Standesamtsregistern des Standesamts Gießen
Vom 25. bis 31. Januar 1879.
Aufgebote.
25. Januar. Gendarm Franz Ernst Gustav Brochwitz von Paplitz mit Magdalene Gruber, Tochter des Sckmieds Johannes Gruber II. von Heubach. 29. Buchdruckeretbesitzer Hermann Karl Hrmmerle von Hachenburg mit Wilhelmine Marie Weißmüller, Tochter des Schriftsetzers Johann Daniel Weißmüller von Gießen. 31. Kaufmann Friedrich Georg Treute von Schameder mit Karoline Amalie Sophie Metz, Tochter des Kaufmanns Johann Jost Metz von Laasphe. 31 Fuhrmann Konrad Schmidt von Wallenrod mit Marie Philipp, Tochter des verstorbenen Fuhrmanns Johann Georg Philipp von Londorf.
Eheschließungen.
26. Januar. Gärtner Karl Berger II von Leihgestern mit Louise Mehl, Tochter des Wildpretbändlers Johannes Mebl von Hochelheim. 29. Kaufmann Karl Küche von Prag mit Amalie Rothenberger, Tochter des Handelsmanns Isaac Rothenberger von Gießen.
Geborene.
20. Januar. Sophie Marie, Tochter des Schlossers Hartmann Babel. 20. Dem Großherzoglichen Realschuldirector Wilhelm Soldan, eine Tochter, noch ohne Vornamen. 20. Wilhelm, ein außereheliches Kind von auswärts. 21. Franz, ein außereheliches Kind von auswärts 25. Augufte, Tochter des Arbeiters bei der Main Weser-Bahn Heinrich Weigand. 24 Wilhelm, Sohn des Taglöbners Karl Wagner. 2?. Hugo, Sohn des Kaufmanns Max Friedberger. 21. Karl Emil, Sohn des Metzgermeisters Hermann Euler. 27. Susanne, Tochter des Porcellanmalers Johann Simon 27. Marie Wilhelmine, Tochter des Gepäckträgers bei der Cöln-Mindener Bahn Johann Gottfried Henze. 28. Hedwig Juliane. Tochter des Bürstenmachers August Gereke. 24. Karl Friedrich Louis, Sohn des Kohlenhändlers Eduard Klinkel. 26 Auguste Margarethe Katharine, Tochter des Schmieds bei der Cöln- Mindener Bahn Georg Zeidter. 28. Johann Karl Wilhelm Heinrich, Sohn des Schneiders Georg Koch. 24. Norma Ernstine, ein außereheliches Kind von auswärts. 28. Marie, ein außereheliches Kind von auswärts 26. Laver Karl Johannes, Sohn des Kaufmanns Anton Fangmann 27. Wilhelmine, Tochter des Taglöbners bei der Main-Weser-Bahn Ludwig Kör- bächer. 26. Julius August, ein außereheliches Kind von auswärts.
(H e st o v b e n e.
24. Januar. Anna, 2 Jahre 22 Tage alt, Tochter des Schreiners Johann Allenvörfer. 25. Der Universitäts - Cafse - Diener Georg Schmitt, 79 Jahre 11 Monate 3 Tage alt 26. Die Wäscherin Margarethe Benner, 65 Jabre 7 Monate 8 Tage alt. 27. Lina Marte, 5 Jahre 8 Tage alt, Tochter des Fabrikarbeiters Friedrich Bintz. 28 Johann Adam, 1 Jahre 3 Monate 19 Tage alt, Sohn des Schlossers Heinrich Laval. 30. Ernst Friedrich, 1 Jahr 2 Monate alt, Sohn des Schaffners bei der Oberhessischen Bahn Georg Friedrich Brückel. 30. Rentner David Markus, 70 Jahre 10 Monate alt.
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Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen.
Evangelische Gemeinde.
Getraute.
Den 26. Januar. Kail Berger, Gärtner dahier, des verstorbenen Steigers Conrad Berger ehelicher Sohn; und Louise ^ehl, des Handelsmanns Johannes Mehl eheliche Tochter. Getaufte
Den 26. Januar. Dem Schlosser Albert Rau dahier eine Tochter, Marie Elisabeth Margarethe Reinhardine Susanne Wilhelmine, geboren den 17. December.
Denselben Dem Korbmacher Jacob Krauskopf dahier ein Sohn, Heinrich Friedrich, geboren den 8. Januar.
Denselben Dem Lehrer an der Stadtschule dahier Johann Adam Lehr ein Sohn, Adam Wilhelm Johann Leonhard, geboren den 29. December.
Den 28. Januar. Dem Eisenbahnarbeiter Peter Heß dahier eine Tochter, Marie Karoline, geboren den 10. Januar.
Rattb or Ein Fall „Barbara Uvryk" wird dem „Oberschlesischen Anzeiger" von unzweifelhaft glaubwürdiger Seite mitgetheilt. Dcr Windmüller Clemens zu Dittmerau bei Bauerwitz besitzt eine Tochter, welche vor sechs Jahren, wie man erzählt, in Folge einer von den Eltern nicht zugegebenen Verheirathung in einen Zustand verfiel, tn welchem sie mitunter getobt haben soll. Die Eltern scheinen darüber einig geworden zu sein, sich der Tochter auf die ihnen am bequemsten erscheinende Weise zu entledigen. Sie sperrten bas Mädchen in einen an den Kuhstall angrenzenden lochartigen Raum, der mit dem Stalle nur durch eine Luke in Verbindung stand und nur so groß war, daß sie mit einem Strohwisch verstopft werden konnte. In diesem Raume hockend, bat das unglückliche weibliche Geichöpf sechs Jahre zugebracht. Die Nahrung, die ihm gereicht wurde, bestand aus tobem Kraut, Kartoffeln ,c. Innerhalb dieser sechs Jahre ist die Mutter der Unglücklichen gestorben, ohne ihr Gewissen zu erleichtern um das furchtbare Verbrechen, dessen sie sich an ihrem eigenen Kinde mitschuldig gemacht. Die Entdeckung dieser That ist folgenden Umständen zu danken: Des Windmüllers Clemens Sohn hatte vor einiger Zeit geheirathet, seine Frau erkundigte sich zu wiederholten Malen, wo die Schwägerin geblieben sei, erhielt aber, wie verlautet, stets ausweichende Antworten und einmal auch vom Windmüller Clemens die: „Dort, wö sie ist, ist sie gut aufgehoben." Vor mehreren Wochen bemerkte nun die Frau des jungen Cl., welche das Vieh im Kuhstalle versah, daß der Strohwisch in der Luke über dem entsetzlichen Asyl der Eingesperrren mitunter gänzlich fehlte, mitunter in dem Stalle lag. Vor ca. 14 Tagen macht die junge Frau die entsetzliche Wahrnehmung, daß sich der Strohwisch, mit dem sie selbst die Luke verstopft, nicht mehr darin befinde, und daß sich anstatt seiner eine verkrüppelte Hand mit langgewachjenen Nägeln an den Fingern durch die Luke streckte. Sie ruft Nachbarn herbei, der Raum wird geöffnet unb welcher An blick bot sich da den Herbeigeeilten? Ein kaum noch menschenähnliches Wesen faueite darin, versunken im eigenen Koth, Arme und Beine waren in der hockenden Lage vollständig mit einander verwachsen. Stieren Blicks, nicht fähig, die Zunge zu einem Laut zu bewegen, starrte das Jammergeschöpf seine Befreier an, unfähig zu jeder Auskunft. Das ganze geistige Leben war erstorben, nur — kaum faßbar — das thierische vcgetirte noch. Auf Anordnung des aus Bauerwitz auf die Kunde des entsetzlichen Verbrechens herbeigeeilten Gensdarmerie-Wachtmeisters Krawutschke wurde das gewaltsam entmenschte Geschöpf in die elterliche Behausung überführt und ärztlicher Pflege übergeben. Der Koth, auf welchem Speisereste, als Kraut und rohe Kartoffeln gefunden worden sind, ist karrenwetse aus der Zelle des verthicrten Geschöpfes hinaus- gefahren worden. Wie und womit sich der übrigens in guten Verhältniffen lebende leibliche Vater zu entschuldigen versucht, wurde nicht mitgetheilt, nur die Bemerkung soll er nach Ent deckung des Verbrechens gemacht haben: „Er wundere sich, daß man ihn noch nicht nach Loubus gebracht."
Wir machen unsere Leser auf das in unserem heutigen Blatte enthaltene Inserat, das Erscheinen des »Allgemeinen Börsen- und DerloosungSblattes" betrefsend, besonders aufmerksam, da wir im Interesse unserer Leser dem Blatte eine möglichst große Verbreitung wünschen. Der Herausgeber, selbst Fachmann, läßt es sich angelegen sein, dem bestehenden Mangel eines Blattes, das in gedrängter U berficht alle den Besitzer von Werthpapieren interessirenden Nachrichten bringt, abzuhelfen. Hauptsächlich wird das genannte Organ sein Augenmerk auf eine möglichst reichhaltige Mittheilung von Verloosung.n aller Effecten- und Loosegattungen richten und es kann dem Besitzer solcher Papiere nur dringend gerathcn werden, sich des Blattes zur Information jeweiliger stattsindendcn Verloosungen zu bedienen. Nur auf diese Weise ist es ihm möglich, einem etwaigen Verluste zu entgehen, der ihm durch die Unkenntniß der eingetretenen Entwerthuna eines seiner Effecten erwachsen würde. Das Blatt bietet den Abonnenten außerdem den Vortheil mehrerer in demselben enthaltenen Coursberichte, sowie einer Rubrik „Briefkasten", unter welcher alle eingehenden Anfragen von Abonnenten beantwortet werden. Der Abonnementspreis wurde vom Herausgeber so niedrig normirt, daß es Jedem möglich ist, auf dasselbe zu abonniren, er beläuft sich, in Anbetracht seines reichen Inhaltes, auf den gewiß geringfügigen Betrag von nur Mrk. 1 halbjährlich.
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