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__ (Das Submissions - Verfahren in Preußen.) Rach dem „Ind. - Bl." klagt der bekannte Constructeur für Kessel Anlagen, Ingenieur Born zu Magdeburg, in der dortigen Zei- tuna über das Verfahren der Negierungen, insbesondere der preußischen, bet Submissionen. Nicht die Industrie, sondern die Besteller, vor Allem der Staat mit einem zum Theil geradezu unsinnigen Submissionswesen tragt die Schuld an den mangelhaften Leistungen unserer Gewerbe. Die Oberrcchenkammer ist eine der besten Einrichtungen für die formale Controle; sie bildet -abex eine völlige Zerstörung aller Grundsätze eines soliden Bestellungswesens, wenn überall die Submission auf billigsten Preis zur ausschließlichen Geltung gelangt. Das gesammte gewerbliche Leben ist zerfressen von diesen Billlgkeits - Grundsätzen. Ein Dampfkessel braucht täglich eine Menge Kohlen, ebenso ein Ofen; man sollte nun meinen, es sei selbstverständlich, man kaufte den Kessel und den Ofen dort, wo man die Garantie bekäme, bei derselben Leistung am wenigsten für Kohlen ausgcben zu müssen. Der Deutsche thut das nicht, er bestellt dort, wo man ihm den billigsten Preis für Dampfkessel und Oefen berechnet! Er macht seine Fabrik und seine Wohnung zum Aufbewahrungsort für billiges Eisen; was er an Kohlen sparen könnte, darnach fragt er nicht. Zum ersten Mal in diesem Jahr ist mir ein größeres Concurrenz« schreiben in Submission auf Leistungen bekannt geworden! Die Militär - Verwaltung dagegen fallt überall die höchsten Anforderungen, die Tuche z B. werden auf Haltbarkeit untersucht, die Waffen können nicht gut genug sein, überall tritt die Anforderung auf größte Leistungsfähigkeit hervor. Was sind die Folgen? Unsere Militär-Jndustrieen, die Krupp'schen Werke, die Gruson- schen Werkstätten, die Dreyse'schen Fabriken und viele anderen Anstalten dieser Art mit Weltruf haben die Leistungen aller anderen concurrirenden Völker übertroffen. Wenn diese Grundsätze auf diesem einen Gebiete solche Resultate haben, warum wendet man sie nicht überall an? Wer soll denn heute noch mit Lust und Liebe Gewerbtreibender sein, wer soll denn Geschicklichkeit und Leistungsfähigkeit entwickeln, wenn sie nicht velangt werden oder nichts dafür bezahlt wird?"
Frankfurt, 28. Juli In einem hiesigen Cafe wurde heute Mittag einem Herrn Wolf aus Nordeck eine Brieftasche mit angeblich 1800 Mark Inhalt aus der Rocktasche entwendet.
Handel und Verkehr.
Gießen, 30. Juli. Der gestrige Viehmarkt war trotz des israelitischen Feiertages ziemlich gut befahren. Aufgetrieben waren 917 Stück Rindvieh und 324 Stück Schweine. Die Preise blieben unverändert. Nächster Viehmarkt Dienstag den 12. und Mittwoch den 13 August, am letzteren Tage auch Krämermarkt.
* Gießen, 31. Juli. Unter den Feldfrüchten berechtigen die Kartoffeln durchschnittlich zu einer reiflichen Ernte (NB. wenn dieselben nicht zu stark faulen). Leider stirbt das Kraut der Frühkartoffeln in Folge der ungewöhnlich starken Gewitterregen schon ab, während die Spätkartoffeln noch in voller Ueppigkeit und Blüthe stehen. Der Ertrag derselben kann, im Falle die Witterung besser wird, wenn auch kein vollkommener, doch ein guter werden. Es kann ein Mehrertrag auch dadurch erzielt werden, wenn man zeitig die Blüthen der Kartoffeln, namentlich bei denjenigen, die viele Blüthen haben, abpflückt, was durcb Versuche schon bcstätiqt worden ist.
Frankfurt, 30. Juli. (Marktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner 2 — 3, Stroh 2 — 2.20. Butter im Großen, d. h. im Centner 90 2. Qual 80 im Detail 1. Qual. 1.15
2. Qual. X 1-5—10 das Pfund. Eier das Hundert deutsche <AL 4.50, italienische «AL 5 60 bis AL 5 70. Hülsenfrüchte kein Geschäft. Kartoffeln der Centner <AL 6—7, Weißkraut das Stück 12—18 Wirsing — H, Rothkraut — H, Kohlrabi das Stück 3—6 Kohlkraut 10 H, Gelb-Rüben das Kochend 20—30H, Weißrüben ein Bund 3—6 Gurken 10—20 H Erbsen Vz Kilo — Bohnen 1/2 Kilo 30—50 desgleichen dicke y2 Kilo — Zwiebel' das Bündel — H, Ochsenflena, per Pfund 60—70 H, Kuhfleisch 68 4, Stier- und Farren- fleisch 50 55 Kalbfleisch 48—55 H, Hammelfleisch 50—65 Schweinefleisch 60—70 A Wurst-, Holz- und Steinkohlenpretse sind unverändert. Feinster Emmenthaler das Pfund JL 1—1.20, bayerischer Schweizerkäse <AL 0.80 — 1, Rahmkäse 70— 80 H, Limburger (prima) 50—60 H, 2. Sorte Limburger 40—50 H, Handkäse 48—50 H. Hühner ein Stück <3L 1.70—2, Hahnen AL 1.50—80, Enten AL 3—4, Gänse AL 4—6, Tauben 54—55
Friedberg-Hanauer Eisenbahn
5037) Submission auf die Ausführung Ler Bau-Arbeiten rc. zur Herstellung:
a) eines Abtritts- und Wtrthschaftsge- bäudes auf der Station Bruchköbel, eines Empfangsgebäudes, eines Güterschuppens nebst massiver Rampe, sowie eines Abtritts- und Wirthschafts- gebäudes auf der Station Helden- bergen-Windecken;
b) eines Empfangsgebäudes nebst Güterschuppen und einer massiven Rampe, sowie eines Abtritts- und Wirth- schaftsgebäudes auf der Station Assen- heim.
Die Ausführung dieser Arbeiten soll wie Vorstehend getrennt in zwei Loosen a. u b. vergeben werden.
Zeichnungen, Bedingungen, Massen- und Preisverzeichnisse liegen zur Einsicht offen auf unferm Betriebs- und bautechnischen Bureau Hierselbst und bei dem Eisenbahnbaumeister Fran?e zu Friedberg, von welchem Letzlern auch Zeichnungen zum Preise von 75 pro Blatt, sowie die Bedingungen rc. zum Preise von 6 AL bezogen werden können.
Offerten sind an uns bis zum
Freitag den 13, August d. I.,
Vormittags 10 Uhr, einzureichen.
Cassel, den 28. Juli 1879.
Königliche Direktion der Main-Weser-Bahn.
Main-Weser-Bahn.
Dienstag den 3. August er.,
Vormittags 9 Uhr, soll das provisorische Dienstwohnge- bäude auf Station Lanz-Göns, unter den im Termine bekannt gegeben werdenden Bedingungen öffentlich meistbietend an Ort und Stelle aus den Abbruch versteigert werden.
Frankfurt a. M., den 21. Juli 1879. Königliche Betriebs-Jnspectton.
4907)________Heyl.____________
Freitag den 1. August,
Nachmittags 2 Uhr, werden in der Wohnung des Herrn Heinrich Nan; im Hause des Herrn Bahnmeisters Ziegler, in der Nähe der Nenzel- schen Maschinenfabrik dahier ein Pianino, -e rine Jmprägnaiionsmaschine, eine Copir- | presse, ein Comptoirpult, eine Partie I Flaschen, Packkisten und sonstiger Hausrath öffentlich gegen Baarzahlung versteigert.
Gießen, den 28. Juli 1879.
4982) M. Pilger, Massecurator.
Auction.
Dienstag den 8. August er.,
Nachmittags 5 Uhr, läßt der Unterzeichnete im Hofe des Herrn Fr. Müller (Baumaterialien- Handlung Wallihorstraße Nr. 145) 3 zweispännige Wagen meistbietend versteigern, wozu Kauflustige hierdurch ungeladen werden. (5023
Ä. Wolff,
in Vertretung der Genossenschaft Schalker Gruben- und Hüttenverein.
Ieikgeöotenes.
1960) Ein fein gearbeiteter Nußbaum- schi ank ist zu verkaufen bei
W. Müller, Schreiner, Flügelsgasse.
Allgemeiner Anzeiger.
Bekanntmachung.
Die Dienststunden des Kaiserlichen Postamts für den Verkehr mit dem Publikum sind^vom 1. August ab wie folgt festgesetzt worden:
I. für die Annahmestellen des Hauptpostamts:
A. an den Wochentagen:
im Sommer von 7 Uhr Vorm. — 12*/, Uhr Mittags,
im Winter von 8 „ „ — 12 V2 „ „ und
zu allen Jahres-Zeiten: von 1 bis 8 Uhr Nachmittags.
B. an den Sonntagen:
von 7 Uhr Vorm. (im Sommer) bezw. 8 Uhr Vorm. (im Winter) bis 9 Uhr Vormittags
und von 5 bis 7 Uhr Nachmittags.
C. an denjenigen gesetzlichen Feiertagen, welche nicht auf einen Sonntag fallen:
von 7 Uhr Vorm. (im Sommer) bezw. 8 Vorm. (im Winter) bis 9 Uhr Vormittags, von 11 Vorm. bis 1 Uhr Mittags und von 5 bis 7 Uhr Nachmittags.
II. bei der Zweig-Postanstalt:
a. für die Brief-Annahme:
A. an den Wochentagen:
von 7 Uhr Vorm. (im Sommer) bezw. 8 Uhr Vorm. (im Winter) bis 121/2 Uhr Mittags und von 1 bis 8 Uhr Nachm.
B. an den Sonntagen:
von 7 bezw. 8 Uhr Vorm. bis 9 Uhr Vorm. und von 5—7 Uhr Nachm. C. an den nicht auf einen Sonntag fallenden gesetzlichen Feiertagen:
von 7 bezw. 8 Uhr Vorm. bis 9 Uhr Vorm.,
von 11 bis 1 Uhr Mittags und von 5 bis 7 Uhr Nachmittags.
b. für die Packet- und Geld-Annahme:
A. an den Wochentagen:
von 8 Uhr Vorm. bis 121/2 Uhr Mittags und
von 1 bis 8 Uhr Nachmittags.
B. an den Sonntagen: von 8 bis 9 Uhr Vormittags und von 5 bis 7 Uhr Nachmittags.
C. an den nicht auf einen Sonntag fallenden gesetzlichen Feiertagen: von 8 bis 9 Uhr Vormittags, von 11 bis 1 Uhr Mittags und von 5 bis 7 Uhr Nachmittags.
Die Aufgabe von Telegrammen erfolgt an allen Tagen während der Zeit, in welcher die Schalter geschlossen sind, sowohl bei dem Haupt-Postamt, als auch bei der Zweig-Postanstalt in den betreffenden Diensträumen bei den Telegraphen-Dienststellen an den diensthabenden Post- oder Telegraphenbeamten unmittelbar.
Der Eingang hat bei beiden Geschäftsstellen durch den Hof zu erfolgen. Gießen, den 30. Juli 1879. Kaiserliches Postamt.
_________Lochmann.______
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Theodor Küchler.


