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regierungen wegen U nwandlung der vormaligen Öderhofbuchdruckerei in eine Ncrchs- buchdruckeret seien dem Abschlüsse nahe. Das bezügliche Gesetz werde dem Reichstage zugehen. Die Etats wurden hierauf genehmigt.

Der Etat des Münzwesens wird nach einer längeren Dtscussion zwischen den Äbgg. Kardorff und Bamoerger über die Vortheile und Nachtheile der Goldwährung, Stlberwährung oder Doppelwährung in Folge der Münzreform genehmigt. Bel dem Etat des Reichskanzlers krttistrt Bracke (Soctaltst) die Stellung des Reichskanzlers zur Socialdemokratie. Redner bricht schließlich seine Rede ab, nachdem er wiederholt vom Präsidenten und aus dem Haase zur Sache gerufen worden war. Fürst Bismarck be­merkt, er habe sich nicht gegen berechtigte Bestrebungen der Arbeiter ausgesprochen, sondern gegen die Thältgkeit soctaltsttscher Agitatoren, welche durch die Vorspiegelung, als könnten sie das Loos der Arbeiter verbessern und durch die ErregUlig von Un- muth und Arbettsunlust die Industrie und die Arbeiter selbst schädigen. Es gehöre viel Leichtgläubigkeit dazu, an angebliche Wunder zu glauben; größer noch fei die Leichtgläubigkeit, womit die Arbeiter den Agitatoren folgten. o. Schorlemer Alst bekämpft die Einrichtung des Centralbüreaus des Reichskanzlers und wünscht die Ver Weisung der betreffenden, Position an die Budget-Commission. Fürst Bismarck erktärt, eine sorgfältige Prüfung sei ihm nur erwünscht. Die Einrichtung des Centralbüreaus sei zur Bequemlichkeit, Erleichterung und Uebersichtlichkeit in der Geschäftsführung un­erläßlich. Wenn Vorredner äußere, man solle das Centralbüreau nach Varzin ver­legen, wo er doch die meiste Zett verweile, so erinnere er daran, daß ihm im vorigen Jahre der volle Urlaub versagt geblieben sei und daß er die Hauptarbettslast nach Varzin mitnehmen mußte. Gesund sei er dabei nicht ge oorden; er habe im Urlaub mehr und mit geringeren Kräften arbeiten müssen, als in Berlin und er hoffe, daß der in Aucsicht genommene Vertreter ihn in seiner Totalität vertreten werde. Dazu sei aber das Büreau nöthig. Nehmen Sie an, daß der preußische Ftnanzminister dieser Stellvertreter wird, so würde derselbe mit manchen Branchen der Reichsoerwaltung nicht zu vertraut sein und in Folge dessen würden Verhältnisse eintreten, wie sie efn- getreten seien, so bald der Reichskanzler beurlaubt ober krank gewesen fei. Es würden jene mehrfach beklagten Frictionen eintreten. Schließlich bittet der Reichskanzler unter dem Beifall der linken und rechten Seite des Hauses, die Redner, denen er persönlich miß­liebig sei, sie möchten sich jener kleinen persönlichen Angriffe enthalten, die geeignet >eten, seine Gesundheit noch mehr zu affictren. Braun und Hänel befürworten die Annahme der Position, Windthorst (Meppen) spricht gegen dieselbe. Fürst Bismarck rechtfertigt Windthorst gegenüber die gegenwärtige Organisation des Retchskanzleramts, das durch kaiserliche Verordnung ins Leben gerufen sei Er kommt nochmals auf die per­sönlichen Angriffe der Centrumspartet zurück, welche, da sie die Inte, essen der Religion zu vertreten vorgeben, am wenigsten zu solchen unerfreulichen Ausfällen sich follten htn- retßen lassen. Die Position wird darauf mit großer Majorität genehmigt und hierauf der Etat des Reichskanzleramts unverändert angenommen.

Nächste Sitzung Donnerstag.

Pesth, 26. Februar. Bei Fortberathung des allgemeinen Zolltarifs nahm das Unterhaus mit großer Majorität den Seitens der Regierung bean­tragten Zollsatz für Petroleum 8 fl. an, nachdem Ministerpräsident d. Tisza darauf hingewiesen hatte, daß die Finanzlage eine Erhöhung des Petroleumzolles fordere.

Bukarest, 26. Februar. Die gegenwärtige Session des Parlaments ist bis zum 12. April verlängert worden. Im Senate wurde die Inter­pellation Gblka's, betr. die Friedens- und Waffenstillstands-Bedingungen, so vie die Maßnahmen der Regierung in Bezug aus die Vertretung Rumäniens auf dem Congreffe, verhandelt. Minister Cogolniceanu erklärte, die Regierung habe Schritte wegen Zulasiung Rumäniens zum Congreffe gethan. Er verlas ein Rundschreiben der Regierung an die Mächte und die Türkei in Betreff der Unabhängigkeit und der Integrität Rumäniens und sprach die Hoffnung aus, daß die Forderungen Rumäniens von Europa anerkannt werden würden. Sturdza beantragte eine Resolution, worin die Regierung aufgesordert wird, dahin zu wirken, daß die Garantiemächte die Unabhängigkeit Rumäniens anerkennen, daß die Integrität Rumäniens über die Garantie der Mächte gestellt und Rumänien auf dem nächsten Congreffe zugelaffen werde. Rumänien solle alle Verhandlun­gen wegen eines Gebietsaustausches abweisen und die Armee zurückberufen.

Darmstadt, 26. Februar. Der Prinz von Wales und der Herzog von Connaught sind heute hier eingetrosfen und am Bahnhofe, wo eine Ehren­wache aufgestellt war, von der Großh. Familie empfangen worden.

Berlin, 26. Februar. Kronprinz Rudolf von Oesterreich trifft am 3. März zum Besuche des Hofes hier ein.

Gegenüber den Nachrichten verschiedener Blätter von der bevorstehen­den Entsendung eines deutschen Geschwaders in die türkischen Gewäffer ist zu

Doch neuerdings haben sich die Beziehungen Rußlands zur Türkei wieder be­deutend verschlechtert und man kann auf eine Erneuerung der Feindseligkeiten und eine Besetzung Konstantinopels durch die Russen gefaßt sein. Rußland hat offenbar ein großes Jntereffe daran, noch vor dem europäischen Congreffe mit der Pforte einen Separatfrieden abzufchließen, damit es auf dem Congreffe mit einer vollendeten Thatsache auftreten kann. Aber die Pforte hat jetzt gar keine Eile, sich den weiteren russischen Forderungen zu unterwerfen, worauf nach einer Depesche aus Konstantinopel der Kaiser Alexander dem Sultan telegraphtrte, er werde die Unterhandlungen abbrechen und Konstantinopel besetzen laffen, wenn der Friede nicht bald abzeschloflen werde.

Von seinem Gedanken, Rumänien und Serbien so trocken als mög­lich bei der Regelung der Orientaffaire abzuspetsen, scheint Rußland doch eini­germaßen abgekommen zu sein. Die Rumänen haben Widdin besetzt, was ihnen die Ruffen ursprünglich nicht erlauben wollten, und bezüglich der Festung Nisch hat sich Rußland bereit erklärt, dieselbe den Serben zu überlasten.

Aus China sind über London Nachrichten eingetroffen, daß in einigen Provinzen des Landes eine Hungersnoth herrscht, welche als das schrecklichste Elend angesehen werden kann, was seit Jahrhunderten die Menschheit heim­suchte. Diese Hungersnoth hat hauptsächlich deshalb so furchtbare Folgen, weil sie bereits seit ^>rei Jahren währt und fortdauernd ganze Provinzen entvölkert.

Deutschland.

Darmstadt, 24. Februar. Alle bisher erschienenen und noch erschei­nenden Mittheilungen in der Preste über den Stand der Vorlagen der Großh. Regierung an die Landstände bezüglich der Vereinbarung der Civilliste des Großherzogs sind nur mit der größten Vorsicht aufzunehmen. Wir sind gut informirt und wisten, daß die Mitglieder der desfallsigen Commission der zweiten Krmmer sich verpflichtet haben, über diese delicate Angelegenheit, so lange sie noch in der Schwebe ist, unverbrüchliches Stillschweigen nach Außen hin zu beobachten. Wenn nun gar eine vor Kurzem in derKöln. Ztg." erschienene und in die anderen Blätter übergegangene Mittheilung wissen will, daß sich die Mehrheit der Commission bereits gegen die Vorlage entschieden und daß der Ministerpräsident v- Starck die Cabinetsfrage gestellt habe, so ist das Alles miwahr und gehört in das Reich der Erdichtungen. Im Gegentheil, von weiten der Regierung sowohl als auch von Seiten der Commission ist das ernstliche Bestreben an den Tag getreten, über die fragliche Angelegenheit eine Vereinbarung zu Stande zu bringen, die nach beiden Seiten hin befriedigen konnte und es hat dieses beiderseitige Bestreben auch bereits zu Resultaten ge- ^rtL-blrC£ ben wünschenswerthen Abschluß ganz in die Nähe gerückt haben. Nur die längere Abwesenheit einer bei der Sache interessirten hohen Person und zetzt ^des Ministerpräsidenten hat die definitive Erledigung der Sache ver- zögert. Diese Hindernisse sind nun gehoben oder werden doch in kurzer Heit gehoben sein und man kann dem endlichen Abschluß der ganzen Angelegenheit mit Zuversicht binnen kurzer Zeit entgegensetzen. Wenn ein Theil der Presse, namentlich ein hiesiges Blatt, Gelegenheit nimmt, zu documentiren, daß in der Entfernung unseres jetzigen Ministerpräsidenten aus seiner Stellung nichts Be- klagenswerthes zu finden sei, so mag das wohl dem Standpunkt dieses Theiles der Presse entsprechen; allein wir müssen mit aller Entschiedenheit conftatiren, ^"nung des überwiegenden Theiles des Landes, sowie der großen ^.iehrhelt der zweiten Kammer gerade die entgegengesetzte ist, und dieser Mei- tolrb ber vorliegenden Angelegenheit der entsprechende praktische

Ausdruck nicht fehlen. (N. Frkftr. Pr.)

aIT Darmstadt, 25. Februar. Se. König!. Hoheit der Großberzog haben

Q 15 Fbbr. den ordentlichen Professor an der medicini- fchen Fakultät der Landesuniversität, Geheimen Medicinalrath Dr. Adolph i. sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen

und ersprießlichen Dienste, mit Wirkung vom 1. Mai 1878, in den Ruhestand :

fcteM6en von dem Plenum einstimmig angenommen und gleich darauf dem zu versetzen, sowie aus Anlaß derselben das Ritterkreuz 1. Klasse des Ludewias- rneicysrage übermittelt. Ordens zu verleihen.

Aus Deutschland vernimmt man wenig Stimmen, welche sich für die

vollzogene Papstwahl des Cardinals Pecci begeistern. Man hoffte nur mei- Oesterreich.

ftentheils das Beste von dem neuen Papste. In Bayern haben es die 78 ultra- Wien, 25. Februar. Die Lolit. Correw " meld-l nnd

Leo'xiII aDet" füt 'w-hig erachtet, dem Papste In russischen Kreisen wirb für den Fall- daß Fürst Karl in Folge der Revindt-

8 i Huldigungs-Telegramm zu übersenden. cation rumänisch Beffarabiens durch Rußland abdankcn sollte, ^Fürst Gregor

AAf. £> r t f n t = 3 n t c rp e 11 a 11 o n c n m den Paramenten zu Sturdza als Candidat für den Thron Rumäniens bezeichnet. - Dieselbe Sffiicn und P-sth, die von den Regierungsvertretern tu ähnlicher Weste beant- Korrespondenz theil.t ferner mit: Osficielle Meldungen aus Athen berichten von wor et wurden, w.e es Fürst Bismarck tm deutschen Reichstage gethau hat, neuen Metzeleien der türkischen $rmt '

'8t man österreichischen staa e über den Stand der Onentaffaire L-netikon, Kerazd, und Platanos, sowie von der Ausbreitung der Jusurrcctwn

ziemlich beruhigt. Im österreichischen Abgeordnetenhause hat man der Regie- in Epirus. - Aus Petersburg wird dem genannten Organ gemeldet: Man rung fegst eine Art Vertrauensvotum sespende^ indem der Abgeordnete Gro- erwartet, daß der Schah von Persien demnächst hier eintreffen wird. Der ZE .und G-nvff-n e.ne Interpellation einbrachte, tn welcher sie zunächst ihre Kaiser hat den Fürsten Mentschikoff beauftragt dem Schah bis >ur Omue Befriedigung über die Bemühungen der Regierungen aussprachen, daß dieselbe entgegenzureisen und ihm für die Dauer seines Aufenthaltes in Rußland die bie orientalische Frage durch eine Conserenz bei Machte zu losen gebenke. Der Gastfreundschaft des Kaisers anzubieten.

Haupttheil der Interpellation bestaub allerbings bann, baß man der Regierung Pesth, 25. Februar. Bei Fortsekuna ber hi, qAii

fH'en SVY?iHrfnmmntihnä in Q'itrFui oitmtfonoH ffs;. QO.iCTnMtH.x* < r. f ® eiha ls die Bestimmung, betr. ^die Erhebmig der

ft en Militarcommandos in der Türkei einzulegen. Die Ruflenfurcht und ber Zölle tn Gold und nahm bezüglich des Kaffeezolles den Seitens der Regierung Russenhaß ist daher in Oesterreich Ungarn noch immer vorhanden. abgeschlagenen Satz von 24 fl an. oer Regierung

Die englische Regierung hat mit ber russischen eine Vereinbarung

getroffen, nach welcher bie Art iinb Weise festgesetzt ist, wie sich England iinb KttglaNd.

Wanb bis aus Weiteres mit den Waffen in der Hand im Orient gegenüber- London, 25. Februar, Abends. DasR-ut-r'sche Bureau" meldet aus stehen wollen. Die Ruffen haben versprochen, keine Vorwärtsbewegung gegen Washington vom Heutigen: Die Prästdenlen des Senats und des R-präien- Gallipol, zu machen und die^Engländer haben dagegen das Versprechen abge- iantenhauses unlerz-ichneten heute die Silberbill, welch- jetzt dem Präsidenten geben, auf der europäischen Seite der Dardanellen keine Landung zu unterneh- Hayes vorgelegt werden soll. 19 V 1 K 11

men. Dann muß aber ben Russen bie Anwesenheit ber englischen Panzerffotte -

tn ben Darbanellen boch noch immer sehr bebenklich vorgekommen sein, unb sie BckatOPhlfdlC SCDCfdlCn

haben ber englischen Regierung auch noch bas Versprechen abverlangt, baß sie Waaner'S telean «orresvondenr-«ur-an

auch auf ber astatischen Seite ber Darbanellen keine Lanbung versuche. Eng- Berlin 26. Febr. Der Ptdd^taa fehle beute n?» imeite lanb hat auch bies bewilligt, wenn die Russen fein Militär an bie asiatische fort und genehmtqte nach unerhevlicher Debatte Den Ausgabe-Etat des Nckchskanzie"- Selte ber Dardanellen bringen unb so haben Rußland unb Englanb gegenseitig amt8 fßr Eliaß-Lothringen, die Etats des Reichsinoaltdenfoads, der Wechselsteinpel- beigegeben, um nicht über Hals unb Kopf in einen Krieg zu aeratben. 'teuer unb des Bankwesens; ferner den besonderen Beitrag rür Elsaß Lothringen und

ouf ba« Vechältniß Rußlands zur Türket im entgegengesetzten Sinne cingewirkt Äntrag Richters statt eines neuen Dircctors und eines Vortragenden Rothes zwei vor- zu Haven. Man schrieb in ber vorigen Woche noch in vielen Zeitungen, baß kragende Rathe eingestellt unb ber Etat tm Uebrigen genehmigt. B.i dem Etat für die bie Türkei nicht abgeneigt sei, ein Bündniß mit Rußlanb einzugeben unb viele vormalige Oberhofbuchdruckerei focht Brockhaus die Etatssatze an und warnte davor, lM±eLb'/En und Türken vereint - Bosporus gebieten.

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