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1878
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forschen will, tft qestern von New-Dork abaeganqen.
Preis «iert-Ijiihrlich 2 Mark 20 Sßf. mit Stingetlobn. J°ur(? die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Eorrefpondenz-Burea«.
Berlin, 24. Juni. Bulletin von 10 Uhr Vorm. In dem günstigen Befinden Sr. Maj. des Kaisers ist keine Veränderung eingetreten, auch die Anschwellung des rechten Armes zeigt seit gestern eine wahrnehmbare Abnahme.
(Untirz.) v. Lauer. Langenbeck. Wilms.
— In der heute um 1 Uhr beginnenden Sitzung des Congresses werden die Verhandlungen betreffs Bulgariens und der Südprovinz fortgesetzt. Es werden wichtige Erklärungen Rußlands erwartet. Die gestrigen Mittheilungen über das Zugeständniß Rußlands, daß der Balkan als Grenze für das Für- stenthum Bulgarien angenommen und den Türken die Errichtung von Befestigungen am Balkan gestattet wird unter der Bedingung der Aufstellung einheimischer Milizen für die Südprovinz und autonomer Sicherstellung werden wiederholt. Bezüglich der Frage wegen Varnas, welches Rußland für die Ver- theidigung des Fürstentums in Anspruch nimmt, find türkische Aeußerungen zu erwarten; die Türken werden aus ihrer bisherigen Reserve heraustreten muffen. Die bulgarische Frage dürfte noch mehrere Tage in Anspruch nehmen. Kommt man zu den principiellen Feststellungen, so dürfte eine Grenz- und Verwaltungs-Regulirungs-Commission in Thätigkeit treten. Die russischen Be vollmäcbtigten haben Instructionen aus Petersburg erhalten. Die Anwesenheit des russischen Geh. Rathes Schlözer hat mit den Congreß-Angelegenheiten nichts zu thun. Gortschakoff, von seinem gichtischen Leiden behindert, dürste der ben- tigen Sitzung nicht beiwohnen.
Berlin, 24. Juni. Die 5. Congreß-Sitzung begann heute Mittag um 1 Uhr und schloß gegen 4 Uhr; Gortschakoff wohnte derselben nicht bei.
Posen, 24. Juni. Die „Ostdeutsche Ztg." meldet aus Ostrowo: Bei einer gestern stattgehabten katholischen Procession in Kalisch brach eine Revolte gegen Juden und Protestanten aus. Die Synagoge und viele Kaufläden wurden geplündert und 13 Personen getödtet. Das Militär schritt ein.
London, 24. Juni. Das Panzerschiff „König Wilhelm", das heute aus dem Dock von Portsmouth bugsirt wird, segelt am Mittwoch nach Wil»
wohl bekannten Lavabett-Gegend aus dem Kriegspfade, dazu 6000 in der Ebene, während nur 1200 Mann Truppen gegen sie zur Verfügung stehen. Der General bemerkt, daß die Bannock-Jndianer ein zur Vertheidigung außerordentlich geeignetes Gelände innehaben. Die Lage sei bedenklicher als vor Jahren; die Regierung habe die Bannocks zum Kriege getrieben, indem sie diesen frühern Bundesgenoffen, die um Lebensmittel baten, alle Unterstützung vorenthalten habe. Viele Ansiedler sind in das Fort Harvey im südlichen Oregon geflohen, welches nur eine kleine Besatzung hat. Gegen daffelbe sind 500 Indianer im Anmarsch; man fürchtet ein Blutbad. Verschiedene Truppenabtheilungen folgen ihnen auf dem Fuße, könnten aber leicht einzeln geschlagen werden. Die feindlichen Shoshones bedrohen in Nevada die Central-Pacific-Bahn. — Der Schooi.er Eothen, welcher in Nevada nach den Ueberresten der Franklin'schen Expedition
Der Wahlaufruf der „deutschen Reichs-Partei" hat folgenden 2B0Itl2ßcnn die deutsche Reichs-Partei sich Angesichts der bevorstehenden Reichs- taaswahlen an das deutsche Volk wendet, so glaubt sie auf ihre Haltung in der süv asten Legislatur-Periode nicht ohne Genugthuung Hinweisen zu dürfen. Sie ist bereit gewesen, der Reichsregierung die Vollmachten zu gewähren, welche dieselbe in Anspruch nahm, um den Ausschreitungen der Socialdcmvkratie end gegenzutreten; um so mehr hält sie es nach den unerhörten Frev-lthat-n der lebten «eit für ihre Pflicht, die Grundlagen unseres gesellschaftlichen und staat- licken Lebens — Religion, Monarchie, Familie, Elgenthum - den gesummten durch eine Jahrhunderte lang- Arbeit der Nation erworbenen Bestand an Cultur und Gesittung zu wahren gegen den schniachvollen Angriff der Rohheit und Verwilderung. Für die Bekämpfung einer Partei, welche sich selbst m ihrer gesammten^ Tendenz außerhalb unserer gesellschaftlichen Ordnung stellt, reicken außerordentliche Vollmachten hin und verdienen den Vorzug vor einer allgemeinen Beschränkung der bürgerlichen Freiheit des deutschen Volkes. In d° s r U-berzeu un werden wir auch ferner jeden verständigen Fortschritt auf »olitiickem und wirlbichastlichem Gebiet- zu ordern suchen. Wir werden, wie 7i ekbfsh-r get an hab-u auch in Zukunft danach streben, die Entwickelung unseres Staatswesens ebensowohl vor der R-act,°n, wie vor eurem überstürzenden Radicalismus zu bewahren. Wre Mr bet der stattgehabten Revision der
Ä c Der Ausschuß der deutschen Reichs-Partei:
Thilo, v. Zedlitz-Neukirch.
das G^wlffen^^ des^deMschen^Vo^kes^mttbei^raae**' ob V" ,aUt länger den verbündeten Regierungen dl- Mittel versagen "k*
Partei mit Erfolg entgegenzutreten. Die deutsch - conservative Rnrtei glaubt indeß nicht, daß durch diese besonderen Vollmachten allein die <Son<iP demokratie dauernd überwunden werden kann __ fie alankt '
den Elemente d^ Staats sich vereinigen müssen, unsere politischen und socialen ^.'''"'^"""!->-belebung conservativer Grundlagen uns zu bi m » erschütternden Ereignisse der letzten Woche» haben der Ration im Reicks Kaiserthums und der monarchischen Institutionen
im Reiche klar vor die Augen geruckt; die deutsch conservative Partei will diele w-lck-"d°bw 'hr-r Mach.siMe erhalten und gegen alle Gelüste vertheidige!, welche dahm gehen die Autorität immer mehr durch die Herrschaft der Majorität zu ersetzen. Die deutsch-conservative Partei will wL Sicherung der nat o> nalen Stellung Deutschlands dle ©toamini - 1
aOan 9B.p..t-7.Bv.. ,"Hnurani, weiche auf Schwächung ter|< werden möchten. Die deutsch-conservative Partei erstrebt eine Besserung der zerrütteten wirthschaftlichen Verhältnisse. Sie glaubt, daß diese Besserung zu erreichen ist, wenn einesthetls auf dem Gebiete des gewerblichen Lebens die natürlichen Arbeils- und Berufs-Genossenschaften zu festeren Gliederungen verbunden und Zucht und Ordnung wieder in das Lehrlings- und Gewerks- Gehülfen-Wesen gebracht wird, und wenn anderntheils auf dem Gebiete des industriellen und landwirthschaftlichen Betriebes durch eine weise Handelspolitik, wie sie dem alten Zollverein zu seiner Blüthe verhelfen, die Production des Landes vor immer weiterem Rückgänge bewahrt wird. Eine solche Handels- Politik muß Hand in Hand gehen mit einer Steuerreform , welche durch eine Eröffnung ausgiebiger Quellen von indirecten Steuern eine Entlastung des Volkes von dtrecteu Steuern herbeiführt. Inwieweit und in welcher Form hieibei der Tabak als ein entsprechendes Steuer-Object heranzuziehen ist, darüber werden die gesetzlich eiugeleitetcn Ermittelungen die gewünschte Unterlage bieten. Aber nicht wirthschaftliche und politische Schäden allein gilt es ,u heilen; das sittliche und religiöse Leben des Volkes vor Allem muß gepflegt und gehoben, die Achtung vor der christlichen Kirche und ihren Dienern muß erhalten und die Erziehung der Jugend zu Frömmigkeit und Gottesfurcht gefördert werden. Es sind schwere, hochbedeutende Aufgaben, deren Lösung von dem neuen Reichs-! taae gefordert wird. Wir brauchen Vertreter, welche mit patriotischer Hingebung dem Wohle des Ganzen dienen und nicht von Fractions.Politik und -inseitigen Theorien sich leiten lassen.
Berlin, 20. Juni 1878.
Der Wahl-Verein der deutschen Conservativen.
Gewerbe-Ordnung bemüht gewesen sind, hervorgetretene Mißstände zu beseitiaen und ein befriedigendes Verhältniß zwischen Arbeitgebern undArbeitnehmernim 3ntereffe einer gedeihlichen Entwickelung des gewerblichen Lebens herzust-llen £ w-rd-n ww auch künftig fortfahren, in diesem Sinne zu V-rb-ff.rÜngen der Gewerbe-G-s-tzgebung mitzuwirken, soweit ein Bedürfniß sich zeigen wird Wir tXÄ b 6 ?Ulen Traditionen der Handelspolitik des deutschen ZollveremS be,n$ e Unb Kble 3°atarifc geregelt zu sehen nach dem Maße der zunehmenden Kräftigung der deutschen Gewerbethätigkeit und des vertragsmäßigen Entgegenkommens der Nachbarstaaten. Wir halten fest an dem bisher von uns vertretenen Standpunkt-, daß eine durchgreifende Reform unserer ©teuer-®ef en. gefiung unerläßlich ist. Wir erstreben di- Selbständigkeit des Reiches in feinen ,mha^n,»Ct,39nfcfh9U.n9 btr ble Einz-lstaaten bedrückenden Matricular-Beiträze " , ,b*e Euiiastuug der Reichsaugehörigen von directen Steuern durch eine ausgiebige Benutzung der indirecten Steuerquellen. Diese Ziele können nur werden, wenn die Relchsregierung und die Volksvertretung in gegenfei= ttgem Vertrauen Hm,d in Hand gehen. Dann wird es auch nicht schwer le >> Bürgschaften i>afür zu finden, daß das Volk nicht stärker iwt Steuern belastet wlro, als die Vertheidigung des Vaterlandes und die Erfüllung der Cultur- lufgaben unserer Zeit es fordern. Wir erwarten zuversichtlich ^daß aus den V°lttk"de«"tllM'hrbeit solcher Männer hervorgeben wird, welche tie lolitit des leitenden Staatsmannes zu unterstützen gewillt sind, die unser Vater- erworbea geführt und ihm die verdiente Achtung der Wttt
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selben nur Glück wünschen können. ' ® ' ä "kicher wir den-
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Mittwoch, den 26. Juni 1Ä7S
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