München, 16. August- Die seit mehreren Tagen durch Plakate und Annoncen angekündigte Feuerprobe des Ingenieurs Schella-wurde gesternNachmittags auf dem rvv» , r r . r t n.. 1 1A * ... k MM Ah «vt SkAitmf n Atr^T! 11 <11 f.iu u «JU DIB
Lokal-Notiz.
Gießen, 22. August. In das Gehwerk der Rathhausuhr scheint wieder eine Spinne mit einem Bein gerathen zu sein, denn beharrlich schlägt sie heute V. Stunde später als die Thurmuhr. Wo bleiben die versprochenen neuen Uhren resp. die oer- langten Voranschläge über städtische Uhren?
Telegraphische Depeschen.
Wagner'- telegr. Eorresp»udeur-v«rea«.
Petersburg, 21. August. Der „Regierungsbote" veröffentlicht einen kaiserlichen Ukas, betr. die Entlassung der einberufenen Landwehr^ ersten Aufgebots; ferner einen kaiserlichen Befehl, wonach der bisherige Gehülfe des Chefs der 3. Abtheilung der Gehetmkanzlet, Generallieutenant Seliwerstoff, zum stellvertretenden Chef dieser Abtheilung ernannt wird.
Teplitz, 21. August. Nachdem durch die etwa dreiwöchentliche Teplitzer Kur die Genesung des Kaisers in erfreulicher Weise soweit gefördert ist, um einerseits eine Kurpause zu rechtfertigen und andererseits eine längere Reise als unbedenklich erscheinen zu lasten, erachteten die Aerzte den Zeitpunkt gekommen, den von Anfang an als wünschenswerth in Aussicht genommenen Aufenthalt in Gastein jetzt eintreten zu lasten. Von einer gleichzeitigen event. Wiederaufnahme des Gebrauchs indifferenter Thermalbäder und dem Einfluffe der Alpenluft erwarten die Aerzte ebensowohl weitere Fortschritte in der Gebrauchs- fähigkeit der Arme, als namentlich eine fernere Hebung des allgemeinen
Hesterreich.
Teplitz, 19. August, Abends. Se. Maj. der Kaiser hat heute Abend trotz des Regens eine Ausfahrt gemacht. Geheimrath Dr. Wilms hat sich über die Fortschritte der Genesung des Kaisers sehr befriedigt ausgesprochen. Se. Majestät wird sich nach den bisherigen Verfügungen am 23. d. nach Gastein begeben-
Belgien.
Brügge, 20. August. Bei der gestrigen Einweihung des Standbildes von Eyck's kam es an mehreren Punkten der Stadt zu Reibereien zwischen Katholiken und Liberalen. Die Polizei zerstreute die Ruhestörer und nahm mehrere Verhaftungen vor. _
Aufstandes in Bosnien fort. - Die Pforte gestattete dem Grafen Zichy Einsicht in alle nach Bosnien und der Herzegowina abgesendeten Depeschen und >etheuerte neuerdings das Bedürfniß nach Erhaltung und Pflege der fceunb« schaftluhen Beziehungen zu Oesterreich. Savfet Pascha thellte dem Grafen 2jchy ein aus Serajewo erhaltenes Telegramm, beiläufig folgendes Telegramm mit: „Die Pforte hat dem Lande mitgetheilt, daß die Oesterreicher als Freunde zu einer provisorischen Occupation kommen. Trotz des vereinzelten Widerstandes hat doch die große Mehrzahl der Bevölkerung die Oesterrelcher als Freunde mit allen Ehren empfangen. Obwohl die Bevölkerung Seraiewos ein G^lches zu thun beschloß, läßt der österreichische Commandant die Stadt seit zwei Tagen usammenschießen. Die Stadt ist verwüstet, Weiber und Kinder wurden maffacrirt. Wir beschwören die Pforte um ihre Verwendung, daß das Born- bardement eingestellt und uns eine Zufluchtsstätte angewiesen werde- Savfet Pascha mußte bei der Mittheilung dieses Telegramms zugestehen, daß daflelbe eine infame und grundlose Lüge sei und er selbst gestern dem Grafen Zichy mitgetheilt hatte, daß Hadschi Loja befohlen habe, ^eden österreichischen Befehls- Haber aufzuhängen, ferner, daß die JnsurgentenchefS beschlossen haben, Serajewo eher niederzubrennen als zu übergeben. Savfet Pascha sprach trotzdem die Bitte aus, die österreichischen Truppen möchten Nachsicht gegen das von Agitatoren irregeleitete Volk üben. — Zwei Bataillone der türkischen Kaisergarde haben Befehl erhalten, sich theils nach Smyrna, theils nach Samos einzuschiffen. — ; Dieselbe Correspondenz meldet aus Cattaro von heute. Zwischen den Türken I und Montenegrinern sind die Feindseligkeiten wieder ausgebrochen. Seit gestern früh begannen die Kämpfe bet Podgoritza. - Die „Pol. Corr." erfährt ferner - von guter Sette, Hafiz Pascha habe nicht das Vorrücken der kaiserlichen Truppen gegen Serajewo abgewartet, sondern sich am 18. d. im Bivouac von Blazni
- gestellt. Derselbe sei bis auf weitere Ordre nach Brood gesendet worden.
Konstantinopel, 21. August. Hatchck Odian Effendi, Bureau-Chef im Ministerium des Aeußeren, ist gestern über Odeffa nach Berlin abgereist, um die von dem Sultan rattficirten sechs Exemplare deS Berliner Vertrages
dorthin zu überbringen. _ „ or o
Paris, 21. August. Der Zustand der Königin Christine ist hoffnungslos.
Berlin, 21. August. Prinz Friedrich Leopold, Sohn des Prinzen Friedrich Karl, hat sich gestern durch einen Sturz von der Veranda des Jagd- schloffes Glienicke einen Bruch des Beines unterhalb des Knies zugezogen.
— Die ,Prov.-Corresp,", an die Besprechungen des Soctaltsten-Gesetz. entwurfes anknüpfend, hebt gegenüber den Uebertretbungen und Unwahrheiten demokratischer und fortschrittlicher Blätter, welche den Entwurf als das Ende aller Freiheiten und allen öffentlichen Lebens darstellten, hervor, daß sich davon die Haltung der national-liberalen Presse bemerkenswerth abhebe.
Die „Prov.-Corresp." reproductrt eine bezügliche Auslastung des „Hannov. Cour." und bemerkt weiterhin, auf Seiten der Bundesregierungen herrsche vollkommene Bereitwilligkeit, mit dem Reichstage in eine eingehende, vorurthetlslose Prüfung der Vorlage einzutreten. Man dürfe nicht nur zu Abschwächungen gelangen, welche die Unterdrückung des Uebels nicht gestatteten, während sie gleichwohl den Schein des Einschreitens erzeugten. Halbe Maßregeln würden die gesell- schaftsfetndlichen Bestrebungen nur reizen, ohne sie zu schwächen; der verfolgte Zweck würde überall in's Gegentheil umschlagen. Gegenüber der gegen die Leitung des Reiches erhobenen Verdächtigung, daß sie mittelst dieses Gesetz- Entwurfes allen reformatorischen Bestrebungen überhaupt ein Ende machen wolle, bemerkt die Correspondenz, es sei eine Unmöglichkeit, anders als im Bunde mit dem nationalen Geiste nicht nur die deutsche Nation überhaupt auf die Dauer zu leiten, sondern auch nur den engeren Zweck der Beseitigung der socialdemokratischen Gefahr zu erreichen. „ t M ,
London, 21. August. „Reuter's Bureau" meldet aus Bombay vom Heutigen, der Thronfolger in Kabul sei am 17. August gestorben. Möglicher Weise werde die Abreise der britischen Mission, die im September nach Kabul gehen sollte, hinausgeschoben.
Kaiserslautern, 22. August. Nach amtlicher Feststellung erhielt bei der Stichwahl im Wahlkreise Zweibrücken Schmidt (nat.-ltb.) 10,042 (Stimmen, Jäger (ulti.) 9430 Stimmen.
mit T-bakSfabrlk-t-n handeln? Welche H-Uptg-Wst-werden v°n d-n vorzugsweise betrieben? 3) Geschieht der D-'-tloerkauf der Tabaksf-br-rat° an die Consumenten vorwiegend in der Originalverpackung? Welches ist das Proientverhältntß beider Berkau,swet,-n - 4) Welches sind die von den Eon- sumenten gezahlten Preise für eine Cigarre der geringsten gangbaren Sorte in den Städten, auf dem Lande; für ein Pfund Rauchtabak der geringsten gangbaren Sorte in den Städten, auf dem Lande? 5) Welches ist der t>on ben Consumenten gezahlte Preis ber gangbarsten Gorte Cigarren und Rauchtabak für bas Stück unb für bas Pfunb in ben Stäbten, auf bem Lanbe? 6) Für welche Zeit pflegten sich bie Hänbler mit Vorrath an Tabaksfabrcka en zum Verkaufs ihres Bebarfs zu versehen? 7) Ist im Bezirk ber Immission ber Detailhanbel mit Tabaksfabrikaten burchschmttlich ^nnbringenb? Ueberstetd bie Anzahl ber Detatlverkäufer bas vorhanbene Beburfmß? Haben sich bie Detailpreise ber Tabaksfabrikate für bie Consumenten in Folge, einer Berechnung ber Detailverkäufer über bas Bebüfniß erhöht? 8) Würbe es einem Bebenken unterliegen, ben Haustrhanbel mit Tabaksfabrikaten zu verbieten.
Berlin 19. August. Die soctalbemokcatrsche Partei kann mit bem Resultat ber Stichwahl wohl zufrieden sein. Von 16 Wahlkreisen, in denen die Candidaten dieser Partei in der Stichwahl standen, hat sie sieben erobert. Keine Partei hat verhältnißmäßig gleiche Erfolge aufzuweisen. Die foctab demokratische Partei hat von ihrem seit den 77t Wahlen lnn^ehabten Besitz stand nur 4 Wahlkreise (Berlin IV, Gl.-Meerane, Vollberg-Gchneeberg, Dres- ben) behauptet. Neu gewonnen hat sie zwei Kreise (Breslau-Ost unb Zschopau) unb von früheren Kreisen zurückerobert 3 Kreise (Barmen - Elberfelb, Freiberg Mittweiba). Von ben seit 1877 besessenen Wahlkreisen gingen 8 verloren. Es finb bies: Berlin VI, Reichenbach-Neurobe, Reichenbach-Auerbach, Crimitschau, Chemnitz, Solingen, Reuß ä. L. unb LeipzH- Lanb. Die von Socialisten vertretenen Wahlkreise sinb: Berlin IV, Fr. W- Fische; Stollberg - Schneeberg, Liebknecht; Dresben - Altstabt, Bebel; Glauchau - Meerane, Bracke; Mittweiba, Vahltetch; Freiberg, Kayser; Zschopau, Wiemer; Breslau-Ost, Retnbers; Barmen - Elberfelb, Haffelmann.
Berlin, 20. August. Der „Nordd. Allg. Ztg." »»folge ist die Emde- rufung einer Eisenenquete-Commission für bie Zeit ber außerorbentlichen Reichs- taassesston beabsichtigt. - Daffelbe Blatt schreibt, bte Materialien bezüglich bes Untergangs bes „Großen Kurfürsten" seien nunmehr vollstänbig georbnet unb nachbem bie einzelnen Gutachten georbnet unb legalisirt worben, seien die Acten an ben Chef ber Abmiralität abgegeben, welcher Freitag wieber hier eintreffe. Es bürste alsbann bem Kronprinzen Vortrag in ber Angelegenheit gehalten werben. r , . . . .,
Kassel, 20. August. Für bie Zeit, welche unser in seinem Gesammtbe- finben in erfreulicher Weise fortschreitenbe Kaiser zur Theilnahme an ben Manövern unseres Armee-Corps bestimmt hat, werben auf Schloß Wilhelmshöhe zahlreiche beutsche Fürsten zum Besuch eintreffen, um gleichfalls an ben Manövern sich zu beteiligen. Nach ben bisher eingegangenen Meldungen dürften die deutschen Höfe nahezu vollzählig vertreten sein. ,
Marburg, 19. August. Am 15. September d. I. und den folgenden Tagen wird bekanntlich die Jahresversammlung der Vertreter sämmtlicher deutschen Geschichts- und Alterthums-Vereine in unserer Stadt tagen.
Eisenach, 18. August. Zu dem vom 22. bis 26. August hier tagenden Genossenschaftstag der deutschen Erwerbs- und Wirthschafts-Genoffenschaften ist der Genoffenschaftsanwalt Schulze-Delitzsch bereits gestern Abend hier ein- getroffen. Die Plenarberathungen werden am 23., 24. u. 25. d. abgehalten; am 22. findet Berathung des engeren Ausschusses und Begrüßung der Vorversammlung statt; am 26. ist ein Extrazug nach Friedrichsroda und von da Besteigung des Jnselsberges in Aussicht genommen, auch für die eigentlichen Arbeitstage sind Ausflüge nach den schönsten Punkten der Umgebung Eisenachs vorgesehen. Die Eisenbahnen haben auf acht Tage Fahrpreisermäßigung gewährt.
5052) Die ffmccke, Hofen ciinobbel, Lede ! Mfige Of flrit, bei welä
Sießen, o sioßherzogli,
Vermischte-.
Darmstadt. (Herbstmanöver der Großh. (25.) Division.) Die RegtmentS- Uebungen des Infanterie-Regiments Nr. 115 finden vom 20. bis tncl 27. August aus dem hiesigen Jnsanterie-Exerzierplotze unter ihe.lwetser Benutzung deS Schießplatzes bei GrieShetm statt. Das Dragoner-Regiment Nr. 23 hält bis zum 26. August tncl. seine Hebungen im Regiment in der Gegend von Babenhausen; das Dragoner Regiment Nr. 24 bis zum 27. er. auf dem Cavallerie-Exerzierplatz bei Weiterstadt und wenn thunltch, auf dem Griesheimer Schießplätze ab- Vom 29. August ab btS tncl. 2. September finden die Brigade-Hebungen der 25. Cavallerie-Brigade auf letztgenanntem Platze statt- Die Brigade-Hebungen der 49. Brigade finden vom 3. bis 7. September bet Gießen statt. Am 29. August marschtrt das Infanterie-Regiment Nr. H5 au8 der Garnison zur Theilnahme an den gedachten Hebungen ab. Das Dragoner Regiment Nr. 23 verläßt am 4., das Dragoner-Regiment Nr. 24 am 5. September die Garnison, um an den Detachements-Hebungen der 49. resp. 50. Brigade Aniheil zu nehmen. Die Batterien des Feld-Artillerie-Regtments Nr. 25 marschtren zur Theilnahme an den DetachementS-Hebungen resp. den Dlvtsionsmanöoern am 4. resp. 6. September aus der Garnison ab. Die Brigade-Hebungen der 50. Infanterie Brigade finden vom 3. btS 7. September in der Gegend von Friedberg statt. Am 9. September beginnen die dreitägigen Detachements-Hebungen der beiden combtntrten Brigaden, dtt der combtn rlen 49. Brigade zwischen Gießen und Kirtorf, bte der combintrten 50 Brigade zwischen Friedberg und Romrod. An den Hebungen der ^0. Infanterie-Brigade nimmt daS Dragoner-Regiment Nr. 23 unb zwei Batterien bes Feld-Artillerie-Regiments^Nr- 25 an den Hebungen ber 50. Brigabe bas Dragoner-Regiment Nr. 24 unb 2 Batterien des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 25 Theil. Am 12. September ist die gesamuite 25. Division in ber Gegend von Alsfeld concentrtrt und hat Ruhe. Am //-und 14. September finden Manöver ber combinirten Brigaden gegeneinander, am 16. (Sep- tember ein Manöver der gesammten Division gegen einen mark,rten Feind statt. Da» Manöoerterrain ist während der 3 Tage der DtvisionSmanover die Gegend von Alsfeld- Am 17. und 18. September marschirt die Division in den ConcentrattonSrayon des Armee-CorpS. Am 19. ist Ruhe, woran sich die Corpsmanooer vom 20. btS tncl. 24. September bei Wabern und Fritzlar anschließen. Am 24. resp- 25. September er- reichen die Infanterie-Truppentheile der Division ihre Garnisonen per Bahn. Die Cavallerie und Artillerie erreichen per Fußmarsch ihre Garnisonen erst am 6. Octoder.
(Tagbl.)
Kräftezustandes.
Kairo, 21. August. Die Enquete-Commission hat sich definitiv für bte Rückerstattung aller Güter bes Khedive an ben Staat ausgesprochen.
Konstantinopel, 21. August. Mehemeb Ali Pascha ist von ber Pforte vorerst nach Koffovo entfenbet worben, um bie Bevölkerung bieses Vilajets zu beruhigen unb Maßregeln gegen ben Ucbertritt bewaffneter Banben unb Deserteure nach Bosnien zu treffen.
Wien, 21. August. D>- „Pol. Gon." meldet aus Konstantinopel von „ng-runo.gi- oeutrprooc -- ...
heute: Die Pforte setzt ihre Einwirkungen in Betreff ber Beschwichtigung beslMasseianger abgehalten. Zutritt zu dem ab gesperrten Raume hatten sich e.wa wo vis
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