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Mittwoch, den 23. Januar

No, 19

1»78.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

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Gartenstraße B. 165.

GrpeditionSvWUOch« r Schulst raße B. 18.

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringer lohn.

Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

Spanien.

Madrid, 20. Januar. Der König empfing das diplomatische Corps. 187 Deputirte sind in Aranjuez angekommen. Die Infantin Mercedes und die Familie Montpensier, wegen des Todes des Königs Victor Emanuels in Trauerkleidern, empfingen die Deputaten sogleich, welche riefen: Es lebe der König und die künftige Königin. Posada Herrera beglückwünschte die Infantin, indem er an die berühmten Königinnen erinnerte, welche den spanischen Thron geziert haben, und die Hoffnung aussprach, daß die neue katholische Königin zur Wohlfahrt Spaniens beitragen werde. Die Infantin dankte und sagte, sie werde sich bemühen, zum Glücke Spaniens beizutragen. Der Präsident stellte darauf die Deputation dem Herzog und der Herzogin von Montpensier vor, welche in herzlicher Weise für die Glückwünsche derselben dankten. Die Municipalität und der Generalrath haben sich ebenfalls zur Beglückwünschung der künftigen Königin nach Aranjuez begeben. Admiral Fourntchon ist eingetroffen.

Rußland.

Petersburg, 19. Januar. DieAgence Ruffe" weist auf den Jrr- thum gewisser Journale hin, welche behaupten, daß das britische Cabinet den Kriegführenden das Recht abspreche, über die Friedenspräliminarien mit einander übereinzukommen, während doch die britische Regierung eben diese Friedens­präliminarien erwarte, um ihre Geldforderungen an das Parlament zu fixiren. DieAgence" hebt hervor, dieser Umstand beweise, wie unabweisbar die Ver­ständigung zwischen beiden Kriegführenden sei, damit solche als Basis für die Beratungen der europäischen Mächte über die definitiven Vereinbarungen dienen könne. DieAgence" erwähnt sodann der Gerüchte, wonach einige Regierungen erklärt haben sollen, daß sie keine Friedenspräliminarien anerkennen wollten, bei deren Abschluß sie nicht mitgewirkt hätten und bemerkt dazu: die Gerüchte seien von Journalen verbreitet, welche in bestimmter Absicht der Meinung Auf­nahme zu verschaffen suchen, daß der Anspruch Rußlands, mit der Pforte Präliminarien abzuschlteßen, ein Kennzeichen von Rußlands feststehendem Ent- schluffe sei, eine Intervention * Europas abzuweisen. DieAgence" erklärt wiederholt, daß dies keineswegs in der Absicht der russischen Regierung liege.

richts soll bis auf Weiteres nach wie vor durch die katholischen Lehrer erfolgen. Auch soll Pfarrer Hungari danach nicht mehr als Mitglied des Schul- Vorstandes betrachtet und zu keiner Verhandlung deffelben herangezogen werden.

München, 19. Januar. Der der klertcal-patriotischen Partei der Kammer angehörende Abgeordnete Baron Grießenbeck ist aus der Kammer aus­getreten, wie man cmntmmt, wegen der Verhältniffe und Zustände innerhalb der ultramontanen Partei.

München, 19. Januar. Die Regierung beabsichtigt den Landtag erst zu vertagen, nachdem das Budget festgestellt worden ist; voraussichtlich wird daher der Landtag noch gleichzeitig mit dem Reichstage versammelt sein.

Italien.

Nom, 18. Januar. General Glieka wird als Abgesandter des Kaisers von Rußland zur Begrüßung des Königs Humbert hier erwartet. Die bei­den seiner Zeit im Bosporus mit Beschlag belegten Schiffe sind freigegeben worden. Heute verfügten sich die Präsidien des Senats und der Kammer nach dem Qutrinal, um der Königin von Portugal und den Prinzen Amadeus und Carignan die Huldigung der Landesvertretung darzubringen und deren Beileid auszüsprechen. Dieselben wurden von der Königin und den Prinzen mit der Versicherung entgegengenommen, daß die einmüthigen Beweise der An­hänglichkeit aller Italiener ihnen Trost im Schmerze gewähren. Der deutsche Kronprinz wird morgen Abend abreisen.

Rom, 19. Januar. In der heutigen Thronrede des Königs heißt es: Ich fühle mich ermuthigt, das Leben wieder in seine Rechte treten zu lassen. Indem ich die Trauer des Landes für den König-Befreier sehe, ist diese dadurch bekundete Einhelligkeit und Anhänglichkeit mir,, sowie meiner theuren Gemahlin, welche unseren Geliebten Sohn nach dem glorreichen Beispiele seines Groß­vaters erziehen wird, ein erhebender Trost. Die Kundgebungen von ganz Europa, die Theilnahme erlauchter Fürsten an der Bestattung des theueren Verstorbenen waren uns ebenfalls ein großer Trost. Diese Kundgebungen ver­stärkten meine Ueberzeugung, daß das freie Italien eine Garantie des Friedens und des Fortschrittes sein werde. Ihre Aufgabe ist es, das Land auf dieser Höhe zu erhalten, Italien wußte meinen erlauchten Vater zu verstehen. Mein Vater hörte nie auf, mich zu lehren, daß die gewissenhafte Beobachtung der freien Institutionen des Landes eine Gewähr gegen alle Gefahren bietet. Das ist der Glaube meines Hauses, das wird meine Stärke sein. Das Parlament wird mir in Aufrichtigkeit mit den Gesinnungen der Eintracht und Vaterlands­liebe zur Seite stehen. Mein einziger Ehrgeiz ist, das Lob zu verdienen, daß ich meines Vaters würdig war. Die Thronrede wurde mit großem Beifall ausgenommen.

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Deutschland.

Darmstadt, 19. Januar. Nach dem von dem Abg. Welcker erstatte­ten Bericht des vierten Ausschusses der zweiten Kammer beantragt der letztere im Elnverständniß mit der Regierung, dem Antrag des Abg. Büchner auf eine Vorlage, wonach bei Concyssionen zur Errichtung von Schank-Stellen für Branntwein und Spiritus der Nachweis des Bedürfnisses zu erbringen wäre, keine Folge zu geben.

Wenn es auch zweifelhaft erscheint, ob der Gesetzentwurf wegen Er­richtung einer Landes-Cultur-Rentenbank und Anstellung von Cultur-Jngenieuren noch bei dem dermaligen Zusammensein der zweiten Kammer zur Verhandlung kommen wird, so kann doch nach der günstigen Aufnahme, welche derselbe im Schooße des mit der Berichterstattung betrauten Ausschusses gefunden hat, an­genommen werden, daß diese Angelegenheit noch aus dem gegenwärtigen Land­tag ihren befriedigenden Abschluß finden wird. (Fr. Journ.)

Darmstadt, 19. Januar. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 1 enthält:

1. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern, genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in der^ Mtischen Religions-Gemeinden des Kreises Erbach.

A^oersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des A...^n genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communal-Bedürfnisse in den israelitischen Religions-Gemeinden des Kreises Oppenheim.

3. Uebersicht der für das Jahr 1878 genehmigten Umlagen zur Bestrei- tung der Communal Bedürfnisse in den Gemeinden des Kreises Bingen.

4. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communal-Bedürfnissen in den Gemeinden des Kreises Alsfeld.

5. Ordensverleihungen.

6. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die mit einem evang. Lehrer zu besetzende Gemeinde-Schulstelle zu Ober-Sorg mit einem Gehalt von 685 c/fl 71 die Gemeinde-Schulstelle zu Schwickartshausen mit einem Gehalt von 685 ^. 71 ; die Gemeinde-Schulstelle zu Michelau mit einem Gehalt von 689 Jl. 14 H. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg und Büdingen in Wächters­bach steht das Präsentationsrecht zu; die Gemeinde-Schulstelle zu Burg-Bracht mit einem Gehalt von 685 71 H. Dem Herrn Fürsten zu Isenburg und

Büdingen in Birstein steht das Präsentationsrecht zu.

Berlin. An den Chef der Admiralität ist unterm 8. Januar folgende Allerhöchste Cabinetsordre ergangen. Auf Ihren Vortrag will Ich in Erwä­gung Meiner Ordre vom 24. Februar 1874 über die Bekleidung der Officiere Meiner Marine gestatten, daß Meine Admirale die goldene Säbelkoppel der Generale der Kavallerie tragen. gez. Wilhelm.

Seitens des Bundesrathes ist beschlossen worden, daß gewaltsam be­schädigte, aber vollwichtig gebliebene ächte Reichsmünzen von den Reichs- und Landeskaffen anzuhalten, durch Zerschlagen oder Einschneiden für den Umlauf unbrauchbar zu machen und alsdann dem Einzahler zurückzugeben sind. Dieser Beschluß soll jedoch keine Anwendung finden: 1) auf Münzen, deren schadhafte Beschaffenheit von Mängeln bet der Ausprägung herrührt, und 2) auf Münzen, deren Beschädiguug so geringfügig ist, daß hierdurch ihre Um- lausssäbigkeit nicht beeinträchtigt wird.

Berlin, 19. Januar. Die dem Abgeordnetenhause vorgelegte Novelle zur Städteordnung darf entschieden als beseitigt angesehen werden.

7 Aenderungen, welche die Justiz-Commission des Herrenhauses an den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses zum Gerichtssitzgesetz vorgenommen hat, sind folgende: Brieg wurde als Sitz eines Landgerichts gestrichen; an Stelle ^>n Fulda wurde Hanau, an Stelle von Limburg Wetzlar und an Stelle von Bielefeld Minden zum Sitz eines Landgerichts erklärt.

rrxz C ^cmaIi9e ^Merfn von Mexico, Charlotte, liegt im Sterben.

Dieselbe ist bekanntlich seit der Erschießung Maximilians geisteskrank.

<r\ t; ' 19- Januar. Das Abgeordnetenhaus erledigte in mehrstündi- ger Debatte eine große Anzahl von Petitionen vorwiegend localer Natur nach den Anträgen der Commission. Der Antrag Pilet's, die Regierung aufzusordern, das , ^cm ßnnnnn ^"dschaftsverbande gewährte, jetzt zurückgezahlte Capital

^-"k^O^'OOO Mk. f"* ^editbedürfniffe dem kleinen Grundbesitze, der Provinzial- : Hulfskasse und, falls das Kreditinstitut für den kleinen Grundbesitz zu Stande komme, dlesem zu überweisen, wurde nach dem Vorschläge des Antragstellers der Budget-Commission überwiesen. Die Petition der Stadt Frankfurt a. M., : betr. die Main-Canalisirung wurde unter Zustimmung des Handelsministers ! der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen. - Nächste Sitzung Dienstag. . , Januar. Gutem Vernehmen nach ist heute bei un- 1

fern Or sbehorde eine Verfügung der königl. Regierung zu Wiesbaden in der ' wonach demselben jede Ertheilung von i Religions-Unterricht an die katholischen Schulkinder in der bieiiaen Elementar- Schul- untersagt und im Nichibeachtungs-FaUo nichl p°,Littchkr «man ' I sondern auch gerichtliche Verfolgung auf Grund des 123 des Strafgesetz- 1 buche« angedroht wird. Die Ertheilung des schulplanmäßigen Religchns-Unter- 1

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