Ausgabe 
18.10.1878
 
Einzelbild herunterladen

England.

ii.

ui.

aus Gießen, b

In Folge b «^verzeichneten i

Men:

I. P«

aus Alten

N

Hbäg,"1,

Telegraphische Depeschen.

W«guer'- telrgr. «o rtrfptttbe* j ewtcas.

Berlin, 16. October. In der heutigen Reichstags-Sitzung kam zunächst § 20 des Socialistengesctzes (Bestimmung über den sogenannten kleinen Belagerungszustand) zur Berathung. Hierzu liegt das Amendement Ackermann vor, wonach die Bedingung, daß unmittelbare Gefahr für die öffentliche Ruhe vorhanden sein muß, um die bez. Ausnahmemaßregeln zu treffen, fort- faUen und ferner die Einschränkung, daß verdächtigen Personen der Aufenthalt nur außerhalb ihrer Wohnorte nickt versagt werden dürfe, gestricken werden soll. Beseler beantragte, daß d,e Anordnung von Ausnahmemaßregeln durch den Kaiser mit Zustimmung des Bundesraths solle getroffen werden können; ferner, daß dem Reichstage von den getroffenen Anordnungen Mit-

wegung zu bringen im Stande wäre.

Kriechentand«

Athen, 15. October. In der Kammer gab Kommunduros Aufschlüffe über die Haltung der Regierung seit der letzten Session. Griechenland habe an dem Kriege nicht aus Furcht, sondern auf die Versicherungen Englands hm nicht Theil genommen, daß die griechischen Jntereffen gewahrt werden würden. Der Berliner Congreß habe einen Griechenland günstigen Beschluß abgegeben. Er hoffe, es werde zu einem freundschaftlichen Einvernehmen zwischen Griechen­land und der Türkei kommen. Auf alle Fälle, wenn die Pforte sich weigere und wenn Europa Griechenland sich selbst überlaste, so werde eine starke Arme? Ereigniste herbeiführen, welche die Mächte zwingen würden, sich mit der Frage zu beschäftigen. Der Minister schloß seine Darlegung mit der Forderung eines Credits von 35 neuen Millionen zu dem Zwecke, die griechische Armee au 40,000 Mann zu bringen. Wenn seine Politik die Billigung der Kammer nicht finde, so sei er bereit, sein Portefeuille abzugeben.___________________________

nach Berlin zurückzukehren. t .

Wie«, 16. October. Ofstciell. General Reinländer meldet auf tele­graphischem Wege aus Zacaljr vom 15. d. seine Rückkehr von der Exoedttion in der Kcajna, sowie die nahezu vollendete Prcificirung dieses Gebietes. Nach den Gefechten am 6. und 7. D., welche den Insurgenten einen Verlust von 500 Todten und Verwundeten verursachten, war der Widerstand auch m der nördlichen Krajna gebrochen- Die Bewohner kehrten in ihre Häuser zuruck und lieferten überall willig die Waffen ab. Auf dem Gffechtsfelde selbst wurden über 100 Todte vorgesunden. Nur in der Feste Kladus leistet eure germze Anzahl Insurgenten noch Widerstand. Dieselben sind jedoch eingeschloffen. Auf dem weiteren Marsche wurden die Truppen überall freundlich empfangen und denselbm jede Unterstützung gewährt. Kleinere Abteilungen verkehrten selbst auf entfernteren Linien unbelästigt. Der Train blieb in wegelosem Terrain oft wett von der Hauptcolonne ohne die geringste Belästi gung feiten8 ber J8etöopner. An Waffen in dem Raume nördlich der Unna wurden 2200 Gewehre, Pistolen und große Quantitäten Munition abgenommen. Wo die Waffen weg.« Mangels an Transportmitteln nicht über die Grenze geschafft werden konnten, wurden sie, mit Ausnahme der Winchester-Gewehre, vernichtet. Wohl werden noch Waffen verborgen gehalten und dürften noch Conflicte mit den in der Kraina stets vorhandenen Räuberbanden vorkommen. Nur mit der Zeit ka n diesem wbelstande abgeholfen werden. Munition dürfte bet den Bewohnern

Hießen, 17n §

MsilüungShast

Frankfurt, ititr Centtalstatton p- Herrn Branddin ft.tfl! Maschinenleit« - Ä jeder Thet Beinem ganzen Sp eied bei hochM / Crdbaden gestelli »W aufgezogen^ des Herrn

E:dmann aus Sachs tnbtbtnbtr, Vater MlnmdeS Anzeichn Rhliunfl nach vorn P ctrhinbtin, so n o^n Richtungen, ui ninn er eine dicke 'tiaoi Am zweima ioa6. Blut kam ihm

L^ie folget

>1 Wibkr ««m, ge60 Wrten ba(e J- «ne JJJti »M t S1« °ert 14.

u

Kußland.

Petersbura. Von der russischen Grenze wird derNat.-Zlq. ge­schrieben : Es gelungen recht merkwürdige Gerüchte aus dem Innern Rußlands zu uns. Die revolutionäre Partei scheint durch die Verstärkung der Polizei in Petersburg und im Reich keineswegs eingeschüchtert worden zu sein^ Vielmehr tritt sie sowohl in der Residenz, wie in den übrigen größeren Städten des Landes kühner und wirksamer hervor als jemals früher. Ihre Flugschriften finden den Weg über das ganze Reich hin und fordern offen Bes-lttgung der herrschenden Dynastie von Holstein-Gottorp oder, wie sie in Rußland heißt, Romanow. Dies-Organe des künftigen Rußland" fahren fort di- G-sell- fchast zu warnen, daß st- die Regierung unterstütze und, wie es scheint, finden sie wirklich Gehör, wenigstens hat di- R-gt-rung btsh-r keineswegs sicheren Boden in den politisch denkenden Volksschichten. Di- B-str-bung-n der Po z-i. die Führer der Bewegung zu fasten, sind denn auch von sehr zweifelhaftem Erfolg gewesen. Die Polizei erweist sich als ebenso wenig zuverlässig, tote Die Geschworenengerichte, welche über die politischen und nichtpolittscken Verbrechen abzuurtheilen haben. Der Kaiser hält sich in Ltvadta von den Geschäften fern und wird schwerlich so bald in den Hexenkessel nach Petersburg heimkehren. Dafür erzählt man sich: Der Thronfolger arbeite als Vorsitzender einer dazu niedergesetzten Commission an dem Entwurf zu einer Verfassung ans liberaler Grundlage für Rußland. So gespannt man auf den Fortgang dieser Arbeiten ist, so wiegt die Aussicht auf constitutionelles Regiment doch unter der gegen­wärtigen Erregung radtcaler Art nicht mehr so viel, um dem Nihilismus die Waage zu halten. Unter diesen Umständen ist es erklärlich, daß die Gerüchte wieder austauchen, der Kaiser wolle abdanken. Auch spricht man von Bewe gungen, welche darauf abztelten, den Kaiser nöthigenfalls zu diesem Schritte durch Gewalt zu bewegen, falls er ihn nicht freiwillig thut. Es gahrt ma^ig in dem Riesenreiche und es ist keine Hand vorhanden, die Ordnung in die Be­

lehr wenig vorhanden sein. ,

Paris, 16. October.Agence Havas" meldet: Die egypttsche Regierui- hat ihre Zustimmung zu dem englisch-französischen Arrangement bct^dieMm.' terien der Finanzen und der öffentlichen Arbeiten ausgesprochen. Der Khedtre erklärte sich auch einverstanden mit folgenden Anträge Frankreichs: Wenni M Khedtve einen der beiden ausländischen Minister ohne Zustimmung der batet interesstlten Regierung absetzt, so muß ber Stanb ber Dinge, wie er vor den so eben getroffenen Arrangement bestaub, allmähltg wieder hergestellt wervea. Wilson und Bltgntöres werben sich am 24. b. nach Alexandrien etnsch ffen.

Berlin, 16 October. DieNorbb. Allg. Ztg." bezeichnet die Nach, richten, baß ber Vertrag über den Ankauf der B-rlin - Stettiner Bahn bereit abgeschlossen, daß der Handelsminister mit der Ausarbeitung einer sein Eiffa« bahnprozramm -nth-üt-nd-n Denkschrift beschäftigt s-l und daß schon der n-chr. Etat die veränderte Organisation der Staatsbahn-Verwaltung und die V' schmelzung der Staatsbahnen in die drei Direclionsbezirke Berlin, gannow und Frankfurt a. M. ausw-is°n werde, als aus schlecht unterrichteter QueU ^""^London, 16. October. Em Telegramm desDaily News" aus sti' sauti vom 15. b. meldet: Syad Khan ist mit 5000 Mann tu Al.-Musjd besten gesammte Garnison 35,000 Mann betragen soll. Es heißt, der Viieköi f bestehe auf der Forderung, daß Schir Ali persönlich inPefhnlver erschem. eine bloße Entschuldigung seines Verhaltens würde der Vicekonig für ung-> gend ^.Oktober. Da«Telegr.-Eoriesp.-Bureau" meldet aus

von heute: Di- ursprünglichen Grundlagen für die Verhandlungen zwisch dem päpstlichen Studie und Deutschland wurden in Folge der Haltung t Deputirten des C-ntrums de« deutschen Reichstage« vollständig aufgegeber Diese Grundlagen wurden durch andere minder radicale ersetzt. Man gebe - nunmebr, nachdem der großaugelegte Plan ausg-g-b-n ist, die Bestehungen zu schen Kirche und Staat so viel als möglich nach den bestehenden Gesetz-> - ber Weise zu regeln, daß die Wirksamkeit der letzteren ebne Conflicte st 'M".

Wiesbaden, 16. October. Nach einer heute eingetroffenen officM, - Nachricht trifft Kaiser Wilhelm, von Koblenz kommend, am 9. hier ein.

Berlin, 14. Octbr. Die Tabaksenquete-Commission ist zum 1. Nooem- j $et toteber berufen. Indessen wirb ber Kommission zunächst nur ein Theil ber Berichte ber Beznks'Commissionen vorliegen, nämlich aus Württemberg, bem Elsaß, Baben, währenb eine große Zahl von Bezirks-Commissionen mit ihren Arbeiten noch im Rückstände ist. Wie das Blatt hört, erfolgt die beschleunigte Berufung ber Commission auf Anbringen bes Reichskanzlers, welcher bem nach sten Reichstage unter allen Umftänben bas Resultat ber Enquete vor legen will. Das statistisch- Amt ist eifrig dabei, das statistische Mat-ri-ck zu sichten.

Kiel, 14. October. Der heutige Tag wird für die Geschichte der deut­schen Marine stets -in G-d-nkt-g fein; d-nn an ihm verließ -in Enkel unsere« Kaiser«, der Prinz Heinrich, zweiter Sohn des Kronprinzen die deut ch- Erde, um eine zweijährige Reise um die Weit anzutreten Daß der Kaiser seinen Enkel, der Kronprinz seinen Sohn aus so lange Zeit von sich lasten und ihn den nicht geringen Strapazen, ja, selbst Gefahren einer W- tumseglungpi-t«- g-ben, beweist, welch' hohes Jntereste beide an einer gedeihlichen Entwickelung unserer deutschen Kriegsmarine nehmen. Es soll der Prinz feineni »traf al« Seemann gründlich kennen lernen und sich von Jugend auf in strenger Schule vorbereiteu^ um dereinst als künftiger Admiral Deutschlands Flagge auch aus dem Meere mit gleichem Ruhm, wie Vater und Großvater dies auf dem Fest- laude thaten, zu beschützen. Die CorvettePrinz Adalbert , Commandeur Cavitän zur See Mac Lean, auf welcher wir den jungen Prinzen in der ein­fach kleiosamen Uniform eines See-Cad-tten, umgeben von seinen Kameraden, saben ist ein sehr schönes neues Schiff mit zwölf schweren Geschützen und mit ausgesucht tüchtiger Mannschaft von 386 Köpfen. Das Schiff wird zuerst Plymouth, dann die Insel Madeira, wahrscheinlich Rio de Janeiro antaufen und dann vorläufig nach China und Japan segeln, wo es die CoroetteLeip­zig", Commandeur Capitän zur See Paschen, ablösen soll. Die Korvette Elisabeth", Commandeur Capitän zur See v. Wickede, welche am 6. d. Mts. von ihrer zweijährigen Reise um die Welt glücklich und ohne einen Mann zu verlieren, wieder zurückkehrte, ist jetzt eifrig im hiesigen Ha-n mit ihrer Ab­rüstung beschäftigt und wird in den nächsten Tagen nach Danzig segeln, um dort einer gründlichen Reparatur unterworfen zu «erden.

th-ilung (stattRechenschaft") gegeben werde. ». Schli-ckmann (veutsch-coni-watlv) besür- toortete daß Amendement Ackermann, Beseler den von ihm gestellten Antrag.

Minister Graf Eulenburg empfahl, bei den Commissionsbeichlüsien, wonach die bez. Anordnung durch die Centralbehorden mit Zustimmung des Bunvesraths ergehen soll, stehen zu bleiben. Die Regierungen seien der Meinung, daß die Maßregeln nicht anders Eintreten J outen als auf Antrag derjenigen Regierungen, in deren Länder sich die Rothwrndigkett zur Verhängung der Ausnahme-Maßregeln herausgestellt habe, und baß es zunächst den Einzelregierungen uber- laffen sein muffe, zu erwägen, ob sie solcher Maßregeln bedürften. Dagegen bitte er, das Amendement Ackermann auf Streichung der Worteunmittelbare" und .außerhalb ihres Wohn, ortes" anzunehmen, da ohne dasselbe die Wirksamkeit des Gesetzes völlig illuforisch werden wurde. Windthorst erklärte sich gegen den Paragraphen. Bei der Abstimmung wurde das Amendement Ackermann, wonach bei jeder Gefahr (nicht nur bei unmittelbarer) die betreffenden Ausnuhme- Maßreaeln elntreten sollen, angenommen, ebenso das Amendement Ackermann, wonach auch aus bem Wohnorte die Ausweisung zulässig ist, und ferner aüch das letzte Amendement Ackermann, betr. die Bekanntmachung durch denReichsanzeiger." Die Anträge Beseler wurden abge­lehnt und $ 20 mit Den Anträgen Ackermann mit großer Majorität angenommen (Dagegen stimmten die Fortschrittspartei, das Centrum, die Socialdemokraten und von den Ratlonallib eralen Lasker, Schlieper, Braun, Thilenius und Schröder sFriedbergj). § 21 wurde nach unerheblicher

Debatte angenommen. a

Zu $ 22 (Zeitdauer des Gesetzes) befürworte Lucius den Antrag v. Schmid aus Aus- dehnuna der Geltungsdauer bis zum 31. März 1683. Windthorst kündigte an, er werde für den Commissionsantrag 'stimmen, damit die möglichst kürzeste Dauer eintrete, jedoch würden er und seine Freunde gegen das Ganze stimmen. Bracke sprach gegen den Paragrapven; Redner. Der wiederholt von Dem Gegenstände der Diskussion abschweifte, so daß er mehrmals zur Ordnung gerufen wurde, führte abermals aus, das Gesetz werde wirkungslos bleiben. Kiefer trat sur den Commissionsantrag ein, um dem gegenwärtigen Reichstage die Möglichkeit der Revision zu geben, v. Flottwell stellte das Amendement, die Gültigkeitsdauer ganz zu stretchen. grober (Lippstadt) beantragte, die Wortetritt sofort in Kraft" zu streichen und einfach zu beschließen: das Gesetz gilt bis zum 31. März 1881. Nachdem v. Flottwell sein Amendement vertheidtgt batte, zog Schröder das seinige zurück, worauf auch v. Flottwell das Gleiche nitt .seinem Amendement that. Ackermann beantragte hierauf, daß jederlei Bestimmung über bte dauer gestrichen werde. - Bei der Abstimmung wurde das Amendement Lucius-SchmiD mit großer Majorität abgelehnt, ebenso dasjenige Ackermanns, und schließlich der Paragraph in der Commissionsfaffung angenommen. Am Freitag soll die dritte Lesung des Gesetzes erfolgen.

Berlin, 16. Ociober. Zur Berathung bes Soctalistengesetzes schreibt bieProv.-Corresp.": Trotz aller augenblicklichen Schwierigkeiten dürfe die Annahme als wohlbegründet gelten, daß in der Reichstagsmehrheit das Bew lßt. : fein von ber Nothwenbigkeit eines festen und wirksamen Einschreitens gegen bie socialen Gefahren burch be» Verlauf ber jüngsten Verhanblungen nur be­stärkt worben sei unb es nicht weniger als Bebürfniß erkannt werbe, auch ub r ben nächsten Zweck hinaus eine feste, sich gegenseitig vertrauende Mehrheit anS conservatioen unb liberalen Elementen jur Wahrung der stetigen segensreichin Entwickelung des Reiches zu sichern. cm i s »

Ferner meldet bie Corcesponbenz, baß das Befinden L>r. Maj. des .tianera fortgesetzt durchaus befriedigend ist. Dec Kaiser gedenke, sich 'w ^aufe dieses Monats zunächst mit der Kaiserin nach Koblenz und dann nach Wiesbaden >u begeben, woselbst Se. Maj. bis Ende November verweilen werde. Aw fang December hoffe der Kaiser der Einsegnung der Prinzessin Victoria von Baden betzuwohnen und beabsichtige darauf in der ersten Woche deS December

London, 14. October. Die Geschäfts-Aussichten wollen noch nicht bester werden, obwohl sanguinische Gemüther bereits mehr als einmal die Zeichen einer nahenden Besterung haben aus den Tagesvorgängen herauslesen wollen; im Gegentheil, es sind erst in vergangener Woche wieder bedeutende Lohn- Herabsetzungen angekündigt und Strikes in Aussicht gestellt worden. Die poli­tischen Vorgänge andererseits machen abgesehen von der afghanischen Ver- wicklung Vielen nicht geringen Kummer. Hat sich doch der politische Horizont in letzter Zett wieder einigermaßen verdüstert.

»=»»» ÄS! V lirtl* ©er'

« L

»-S- Ä«**,

x, «atwn ®lrD Ad-nir«- s« ^juerf^n.