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Augsburg, 11. August. Die zahlreich aus allen Städten Schwabens zur II. Wanderversammlung des schwäbischen Gauverbandes eingetroffenen Stenographen wurden gestern Abende, im Cafe Deller von den Mitgliedern des hiesigen Stenographen- verems auf daS herzlichste empfangen und begrüßt. Ein Gas'-Jlluminatiovskörper, der 'n stenogr. FlammenschriftHoch Gabelsbergerl" darstellte, fand als eine Neue- 'ung im Decorattonswesen die Bewunderung der Feftthetlnehmer (Verfertiger Schaff- stad t, Gießen). Die stenographische Ausstellung im goldenen Saale in der Jesuttengasse mar von beute Vormittag 9 Uhr an dem Publikum zugänglich, impontrte nicht bloß durch die Reichhaltigkeit, sondern ganz hauptsächlich durch die Schönheit und künstliche Qualität der Gegenstände. Besondere Aufmerksamkeit erregten die stenographischen Zeichnungen und ideographischen Composittonen von O t t o B er g e n in Gießen, die vielen Manuskripte von der Hand Gabelsbergers, darunter dessen dreibändiges Silbenlexikon und sein letzter im Jahre 1848 an P. Grotzmüller dahier gerichteter Brief. Eine sehr gelungene, vom Bildhauer Hautmann in München gefertigte Büste Gabelsbergers, die nn der Front des Saales aufgestellt war, rief die Bewunderung aller Besucher der Ausstellung, unter denen wir Se. Exz. Herrn Staatsrath und Regierungspräsidenten ? Hörmann, Herrn Regierunasrath v. Schmalix, Herrn I. Bürgermeister Fischer u. s. w. bemerkten, hervor. Um 11 Uhr begann die Hauptversammlung des Gauverbandes in demselben Saale. Zuerst erstattete Herr Lehrer Söldner von hier Bericht über das abgelaufene Jahr; demselben war zu entnehmen, daß der Verband aus 10 Vereinen mit 452 Mitgliedern besieht. Die Versammlung hatte sich auszusprechen, wo der nächste allgemeine deutsche Stenographentag abgehalten werden solle und entschied sich stimmen- einheitlich für Frankfurt a. M. Herr Professor Rueß von München erstattete Bericht über die Gabelsberger-Denkmal-Angelegenheit. Der vom Münchener Centraloeretn ausgegangene Gedanke, dem Meister Gabelsberger ein würdiges Denkmal zu errichten, fand bei allen Vereinen und in allen Kreisen, an die man sich wendete, ungethetlten Wfall. Als Vorort für die zwei folgenden Jahre wurde wieder Augsburg gewählt, dessen Geschaftsleitung Herr Baterlen von Stuttgart alle Anerkennung erthetlte. Aus tiner Reihe von zur Verlesung gelangten Telegrammen und Zuschriften von Urach, Straßburg, Heilbronn, Königsberg, Landshut, Leipzig, Pforzheim u. s. w. war zu ent­nehmen, welcher Achtung und Thetlnahme sich der schwäbische Gauverband erfreut. Um i llhr schloß Herr Dr. Rueß die Versammlung, deren meiste Thetlnehmer sich in den Casthof zu den drei Mohren zu einem gcmeinfchaftlichen Diner verfügten. Der bei dieser Veranlassung ausgebrachte Toast auf Pater Grotzmüller. den Gründer des Augsburger Stenographen^Vereins als den größten Schüler des Meisters Gabelsberger turdb dm anwesenden Vertreter des Gießener Vereins Herrn GaStechntker Berge n fand be- Mernden Beifall. Heute Abends 8 Uhr findet gesellige Unterhaltung im Mohren- jOpf£ (Nach dem Augsburger Tageblatt )

Frankfurt, 12. August. Das Brandunglück in unserem Palmengarten erregte -iu allen Kreisen die außerordentlichste Theilnahme. Am gestrigen Nachmittag war die Hockenheimer Gasse kaum in der Richtung zur Stadt zu passiren, in solch dichten Massen rrönate Groß und Klein hinaus zur Brandstätte, wo die öffentlichen Organe in Thattg- Lit waren, die Ursache der Entstehung des Feuers zu ermitteln. Der Herd desselben Mint ein Ventilationsschacht gewesen zu fein, in dessen Innerem man schon am Homstaa Funken bemerkt hatte, und die in demselben befindlichen verbrannten Stellen Men wohl den Schluß zu, daß das Feuer ursprünglich ein Wechselbrand gewesen, litr Ausgang und Nahrung gefunden und von da aus nach oben gedrungen ist und l-ann in dem reichen Holzwelk des Daches rasch sich verbreitet hat. Der große Saal mit seinen schon gedeckten Tischen ist total ausgebrannt, und die der Galerie zur Stütze Simenden Steinsäulen sind von oben nach unten geborsten. Der eiserne Träger über Lmr Orchester, auf welchem sich zwei eiserne Reservoirs befinden, hat sich durch die

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Hitze gebogen und die Wand zwischen Palmhaus und Restauration ist geborsten. Vom Fußboden ist nichts mehr vorhanden. Einen gesunden Schlaf legte der Obcrhausknecht an den Tag, der Nachts in dem Saale auf der westlichen Seite schlief; denn das ganze Dach brannte schon und stürzte prasselnd herab, als er erst entdeckt und aufge­weckt wurde. Sein Bett ist zum Theil verbrannt. Was das Palmenhaus anlangt, so sind die Spitzen der Palmenblätter angesengt, die Bambus sehen ganz welk aus. Um dem Rauch und Qualm Abzug zu verschaffen, mußten von oben die Fenster eingescblagen werden. Die, Herren Sießmeyer und Heiß erklärten, erst in einigen Tagen ihr Urtheil abgeben zu können, ob das Herz der Palmen noch gesund und triebfähig sei oder nicht. Ist ersteres der Fall, so bedarf es doch mehrerer Jahre, bis die Wedel sich wieder in der jetzigen Weise entwickelt haben. Heute wurde das Restaurationshaus nach dem Palmengarten hin abgeschlagen und abgesprießt, und am Nachmittag wird der Garten oem Publikum wieder geöffnet. Was das Feuer anlangt, so war dasselbe längst vor drei Uhr schon ausgebrochen und weithin sichtbar, jedoch ohne gemeldet zu werden, weil der Thürmer nicht unterscheiden konnte, ob dasselbe sich hier ober in Bockenheim befinde. Als die Feuerwehr um 3 Uhr an den Katharinenthurm kam und der Brand­director hinaufrief, ob der Thürmer genau erkenne, wo das Feuer ausgebrochen sei, verneinte es dieser. Erst ganz in dessen Nähe erkannte man die Brandstelle. Bei der Ankunft der Feuerwehr stand schon das ganze Dach in lichten Flammen. Die Garten> Hydranten konnten die Spritzen nicht hinlänglich speisen, und, da im Palmengarten auch nicht die geringsten Löscheinrichtungen sich befanden, kamen dieselben zum ersten­mal wieder als Saug- und Druckmaschinen in Thätigkeit- Das Wasser mußte theils aus den beiden Weihern, theils aus dem Hydranten am Ginnheimer Weg, theils von dem auf der Bockenheimer Chaussee genommen werden. Die Anlage der Schläuche war eine derartige, daß auch nicht ein Blumenbeet in irgend einem Theile beschädigt wurde und das herrliche Blumen-Parterre vollständig unversehrt ist. Von der frei­willigen Feuerwehr waren der zweite, vierte, sechste, achte und fünfte Zug, letzterer, weil das Feuer in seinem Bezirke war, in Thätigkeit und die anderen standen in Reserve. Wären auch diese in Activität gewesen, so hätte nicht mehr geschehen können, als was geschah; denn das Feuer war schon zu weit vorgeschritten, als daß ihm noch hätte Einhalt gethan werden können. Die gestellte Aufgabe, die östliche und westliche Seite, in der sich die Wohnung des Restaurateurs, die Geräthzimmer rc. befanden, zu erhalten, wurde vollständig gelöst. Zur Ablösung der Feuerwehr bei den Maschinen griffen die Führer zu dem altbewährten Frankfurter Mittel, aus der Zahl der Zuschauer sich die Pumpmannschaft herauszunehmen, und es wurden manche wunderbare Griffe gethan. Da stand z. B. ein Banquters-Sohn an der Druckstange und mußte ebenso pumpen wie zwei unserer ersten Beamten, zwei kräftige Männer, die ganz willig der Aufforde­rung Folge leisteten und sich ein wahres Vergnügen daraus machten, thätig sein zu können und mit gutem Beispiel voranzugehen. Schließlich wollen wir noch erwähnen, daß gestern gegen 11 Uhr ein Bursche auf der Brandstelle wegen Diebstahls ver­haftet worden.

Frankfurt, 12. August. Wir sind im Stande, einiges Nähere über die Er­haltung der einzelnen Hauptobjecte des Palmenhauses aus dem Augenschein mitzutheilen. Am Wunderbarsten haben von allen Species, welche das große Palmhaus enthält, die Farren-Arten der Gluth widerstanden. Die großen Cyath.-m sind fast gänzlich un­versehrt. Nicht minder die Dattel-Palmen, deren drei oder vier größte Exemplare, die Phönix-Arten, rechts und lmks an den Seiten der Halle, mehr oder weniger unberührt dastehen. Dagegen sind leider alle Fächer-Palmen und rabe sie sinb der Haupt- schmuck des Hauses in einer empfindlichen, vielleicht tödtilchen Weise an den Blättern geröstet und bei der Schönsten derselben ist sogar der hohe Stamm selbst durch die Hitze braun gebrannt. Es sind dies jene prachtvollen Exemplare, die aus Homburg und aus den Borstg'schen Gärten in Berlin bezogen wurden und deren neue Aufzucht bis zur gegenwärtigen Größe jedenfalls Jahrzehnte erfordern würde. Die Farren der größeren Gattungen haben sich selbst noch bis zu einer. Höhe von vielleicht 30 Fuß leidlich conservirt; so ist die prachtvolle Baumfarre, Ctbottum, erstaunlich frisch u; b anscheinend lebendig geblieben. Eines der Hauptstücke des Palmenhauses, die chinesische Arenga Sacchartfera ist leioer arg zugerichtet und wohl dem Untergang verfallen, ob­wohl auch das noch nicht als entschieden angesehen werden kann. Im Ganzen ist jedenfalls alles Hochgewächs am Empfindlichsten geschädigt, zum großen Theil wohl verloren. Die Seitengalerien wurden nicht im Geringsten von dem Brande berührt. WaS das Restaurationshaus betrifft, so ist im eigentlichen Hauptsaale alles zerstört, die schweren Steinsäulen sind sogar geborsten. Die Nebensäle sinb theilweise erhalten, doch ihre Decken meist durchbrochen. Das Mobiliar des Verwaltungsraths-Zimmers wurde gerettet. In der Küche ist Alles unversehrt. Hier bemerkten, wie uns mrigetheilt wurde, bereits um 12 Uhr Nachts die drei ober vier noch beschäftigten Personen, darunter der controlfrenbe Havpikellner, der Secretärdienste that, Flammen aus beer Hauptkamin herausschlagen, was indeß weiter nicht beachtet wurde.

Im Jnseratenthetl derBarm. Zeitung" fanden wir folgende Aufforderungm an die Wähler:

Drum prüfe, wer zum Wahltisch schreitet, Ob er nicht irre wirb geleitet.

Die Wahl ist kurz, der Reichstag lang."

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12. AuM

11 Nooaca aus Wt Erholung ordnete das

Wn Landwehr- :i ^je begon- W. welche 6000 ' aus knegs- T worden.

rnter allem Vor- "Heilung, wonach lr Unterzeichnung >"och ein Einvet- kürkifche Flagge wpten werde, it das seit 1876 en, jedoch ist für der Heizegowina

)t die wesentlichen cgelegten Antrages Bestrebungen der

Westseite von Terassen mit prachtvoller Aussicht in das Fuldathal und nach Wilhelmshöhe um- qcben, so daß den Theilnehmern für die Zeit vor und nach den Sitzungen und während etwaiger Pausen der angenehmste Aufenthalt und beste Gelegenheit zur Restauration bei, beiläufig gesagt, fehl gutem Stoff geboten sein wird

Zweifellos werden die Zwecke einer solchen Versammlung, bei welcher im raschen Verfolg von Vorträgen, Demonstrationen und Dtscussionen, also bei strenger wissenschaftlicher Geistes­arbeit auch die geistigen Kräfte auf s höchste angespannt werden, sehr gefördert, wenn einerseits nach der Arbeit Gelegenheit zur Erholung, zu geistiger Auffrischung geboten wird, und andererseits den Fachgenossen die Möglichkeit gegeben ist, auch außerhalb der Sitzungen in gemüthlicher, zwang­loser Vereinigung mit einander zu verkehren. Für beides wird in Kaffel ausgiebig Sorge ge- tragen ^em ^nn ani)erg t>ag Wetter nur einiaermaßen günstig ist, so dürfen die Theilnehmer an der diesjährigen Versammlung auch auf recht genußreiche Tage rechnen. Denn wenn auch vor allen Dingen darauf Bedacht genommen ist, der Versammlung ihren wissenschaftlichen Cbaracter zu wahren, so ist man in Kaffel doch nicht taub gewesen, den zahlreichen Wünschen qeqenüber, die Wissenschaft nicht so kahl und ungeschmückt walten zu laffen. Den poetischen Schmuck soll die Versammlung aber erhalten durch fröhliche Vereinigungen, in der ca. 4000 Pionen fassenden Halle der Actienbrauerei, durch einfache gemüthliche Festlichkeiten in dem weiten herrlichen Auepark (dessen Fußwege allein eine Länge von 15 Stunden haben) und auf unserer vielberühmten Wilhelmshöhe, deren Reiz man durch Beleuchtung der Wasserkünste noch zu erhöhen gedenkt. Sehr willkommen werden jedenfalls auch die für den Sonntag in Aussicht genommenen weiteren Ausflüge sein, welche unter spezieller Leitung und Organisation nach Marburg, Göttingen, Münden, Wildungen, Nauheim (von letzteren beiden Orten sind besondere Hinladungen erlassen), Wilhelmsthal und den Habichtswald unternommen werden sollen. Für Mineralogen und Geologen sind auch für diesen Tag und für einige Nachmittage wiffenschaftliche Ercusionen vorbereitet worden.

Es haben so alle Betheiligten in Kaffel sich bemüht, das Möglichste zu thun um den erwarteten Gästen Genüge zu leisten und für die Hebung und Förderung dieser altberühmten Versammlung mit zu arbeiten, und es steht zu hoffen, daß der Erfolg nicht hinter den Erwar­tungen zurückbleiben wird. Manche große Schwierigkeiten waren zu überwinden, unter denen die Beschaffung der nöthigen Wohnunaen mit in erster Linie stand, da die Gasthäuser bei weitem nicht ausreichen werden, die Theilnehmer an der Versammlung aufzunehmen. Aber auf das Bereitwilligste sind von den Kasseler Bürgern Wohnungen zur Verfügung gestellt worden, so daß auch bei sehr großer Betheiligung keine Verlegenheit erwachsen wird. Und so gelang es auch andere Schwierigkeiten zu überwinden und darf die Hoffnung gehegt werden, daß die erste Ver­sammlung nach der Münchener Jubelversammlung in jeder Hinsicht den ftüheren würdig an der Seite stehen und ebenso würdig eine neue Aera inauguriren werde.

Handel und Verkehr.

Limburg, 14. August. (Fruchtbericht.) Rother Weizen X 19., Weißer Weizen X, Korn X 11.30, Gerste X, Hafer X 7.65. (Durchschnitts - Preis pro Malter.)

Frankfurt, 14. August. Der heutige Wochenmarkt batte wieder alles in Fülle. Weißkraut kostete 2025 Gurken das Hundert je nach Qualität X 11.201.50. Bohnen baS Pfund 6 H. Tauben 5060 junge Hahnen 8090 H. Kartoffeln X 66.50. Vatter bas Pfund im Großen 1. Qual. 90 H, 2. Qual. 80, im Detail 1. Qual. X 11520, 2. Qual. X 11.10. Eier das Hundert X 4.50-6. Erbsen geschälte (per 100 Kilogr ) X 2630, ganze Erbsen X 2224; weiße Bohnen X 25 bis 28; Linsen X 2836. Roggenbrob 2 Kilo 1. Sorte kostet 48 2 Kilo 2. Sorte

42 H, 1 Kilo 1. Sorte 24 H, 1 Kilo 2. Sorte 21 H, gemischtes Roggenbrot, 3 Kilo 81 H, iy2 Kilo 42 H Buchenscheitholz erste Sorte X 11.5, zweite Sorte X 9.80, Tannenholz erste Sorte X 7.90, zweite Sorte X 6.80. Tanr.äpfel per Hect. 50 k. Ochsenfleisch per Pfd. 7075 k, Rindfleisch 5664 k, Schweinefleisch 7075 Kalbfleisch 6070 H, Hammelfleisch 5568 H. Speck X 1. Heu kostete je nach Qualität per Ctr. X 1.802.50, Stroh X 22.30.

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