Einzelbild herunterladen

stationirt seien. Die russische Mission sei in Kabul angekommen. Die Be­ziehungen Rußlands zu dem Emir seien ihm unbekannt. Eine britische Mission et nach Kabul gegangen. Die Regierung sehe die Vorgänge in Central-Asien nicht mit Gleichgültigkeit an. Von eurer Weigerung der Pforte m Betreff der Grenzberichirgunz mit Griechenland sei dem Auswärtigen Amte nichts bekannt. Harcourt kritifirte dle Antwort Bourke's als alarmirenb und verlangte eine weitere Aufklärung. Minister Northcote erklärte hierauf, die Berichte über daö Vorgehen Rußlands in Central-Asien seien ungenügend. Der russischen Mission in Kabul gegenüber hätte eine britische Mission von gleichem Gewichte entgegen gestellt werden müssen. Die Angelegenheit habe die ernste Aufmerksamkeit der Regierung erregt. Die Debatte war hiermit erledigt.

Wien, 14. August. Das 13. Armee Corps berichtet aus Zenica vom 12. August, daß die Hauptcolonne daselbst am 11. d. eingetroffen ist. Die Verbindung mit der 7. Division, welche am 10. August Travnik, ohne Wider­stand zu begegnen, besetzte, ist hergestellt. Die 20. Division ist am 12. August wieder in Graconica eingetroffen. Hafiz Pascha suchte von Busovaca aus eine Unterredung nach, die zugestanden wurde. Um den Truppen Erholung zu gönnen und die Straße nach Vitez praktikabel zu machen, ordnete das Corps-Commando eine Rast bei Jenica an. Die dalmatinischen Landwehr- Bataillone Nr. 78 und 80 nahmen an den zur Sicherung der Grenze begon­nenen Streifzügen gegen Livno Theil. Die türkische Abtheilung, welche 6000 Mann stark unter Ali Pascha bei Metcovic gestanden hatte, ist auf Kriegs­und Lloyd-Schiffen nach einem albanestschen Hafenorte eingeschifft worden.

Wien, 14. August. DiePol. Corr." verzeichnet unter allem Vor­behalt eine ihr auS Konstantinopel vom gestrigen zugehende Mittheilung, wonach man in türkischen Kreisen behaupten will, daß, wiewohl es zur Unterzeichnung einer förmlichen Convention noch immer nicht gekommen, dennoch ein Einver­nehmen mit Oesterreich erzielt sei, in Folge deffen angeblich die türkische Flagge neben der österreichisch-ungarischen in Bosnien ihren Platz behaupten werde.

DiePresse" meldet aus Pesth: Die Regierung hat das seit 1876 bestehende Waffenausführungs- und Durchfuhr-Verbot aufgehoben, jedoch ist für Waffentransporte nach Montenegro, Serbien, Bosnien und der Herzegowina eine besondere RegierungSbewillizung einzuholen.

Berlin, 14. August. DieProv.-Corr." veröffentlicht die wesentlichen Bestimmungen deS von dem Reichskanzler dem Bundesrath vorgelegten Antrages Preußens auf Erlaß eines Gesetzes gegen gemeingefährliche Bestrebungen der

Telegraphische Depeschen.

Wagner» telegr. Korrespondenz-Bnrear».

New'Nork, 14. August. Nach Meldungen aus Cuba hat der General- Capitän den Belagerungszustand aufgehoben.

London, 13. August. Unterhaus. Fawcett beantragte eine Resolution, welche erklärt, daß gegen die ungehörige Ausdehnung der Militär-Ausgaben für Indien nicht die genügende Sicherheit bestehe. Der Antrag wurde mit 59 gegen 20 Stimmen verworfen. Der Unterstaatssecretär Bourke antwortete auf eine Anfrage Dilke's, es sei der Regierung unbekannt, daß die Ruffen den Oxus überschritten hätten. Er wiffe nicht, wo die Ruffen in Central-Asien

Wien. Aus dem Hauptquartier Maglaj berichtet der Special-Corre- spondent derNeuen Fr. Pr." unterm 7. August: In Folge der Affatre vom 2 d. bei Maglaj hat der Corpscommandant gestern unter Hinweis auf den Umstand, daß die Bevölkerung von Maglaj trotz der friedlichen Absicht, mit welcher wir das Land betraten und der rnuftergiltigen Zucht unserer Truppen, deren Verhalten zu keinerlei Widerstand herausforderte, unsere Husaren überfiel, die Gefangenen mordete, plünderte und verstümmelte, der Gemeinde von Maglaj eine Geldstrafe von 50,000 Gulden, in 4 Wochen zahlbar, auferlegt. Die Einwohner von Maglaj, welche vorgestern vor unserem Sinrücken geflohen waren, wurden gestern zum Theile eingebracht. Zahlreiche Verhöre fanden statt, welche constatiren, daß der Aufstand von Serajewo aus inscenirt und genährt wird. Wir rücken heute nach Zepce. Man erwartet Widerstand. Der Gesundheits­zustand der Truppen ist vorzüglich.

Teplitz, 12. August. Der Kaiser Wilhelm machte gestern nach dem Diner mit den Großherzoglich Badischen Herrschaften einen Ausflug nach dem FörsterhauseSchweißjäger" bei Eichwald. Kaiser Wilhelm, welcher von dem Wege sehr befriedigt war. sprach die Absicht aus, mehrere solcher Waldpartien zu unternehmen. Um 8 Uhr Abends trafen der Kaiser und die Großherzoglich Badi chen Herrschaften wieder in Teplitz ein. Kaiser Wilhelm nahm heute ein Handwafferbad und ein Vollbad. Geh.-Raih Dr. v. Langenbcck, welcher sich über den Verlauf der Kur Sr. Majestät sehr befriedigt äußerte, wird Teplitz heute Abend wieder verlaffen. ,

Zenica, 12. August. Das Hauptquartier ist vorgestern mit der 6. Divi­sion nach ungehinderter Passtrung des Defilds von Kranduk und Besetzung des Castells in Zenica eingetroffen und wurde der Commandirende von der hiesigen katholischen Bevölkerung, die ihm entgegenkam, mit stürmischen Zwio-Rufen und einer herzlichen Ansprache begrüßt.

England.

butter

^ocialdemokratie.

Nom, 14. August. DieVoce della verita" stellt in Abrede, daß Fürst Bismarck die Anerkennung der Kirchengesetze durch die Bischöfe vor Herstellung eines modus vivendi gefordert habe. Der griechische Ministerpräsident Delijannis ist hier angekommen und hatte eine lange Unterredung mit Corti.

Dresden, 14. August. Die Versammlung deutscher Forstmänner wählte als nächstjährigen Versammlungsort Wiesbaden.

Wien, 15. August. DieNeue Fr. Pr." erfährt, daß die Verhand­lungen zwischen Oesterreich und der Pforte in den letzten Tagen eine günstigere Wendung genommen hätten. Die Grundlagen für ein Abkommen seien bereits vereinbart; der Vertrag selbst werde in Serajewo zwischen dem Ober-Comman- danten Philippovic und Mehemed Ali Pascha unterzeichnet werden. Mittler­weile habe die Pforte ihre Emiffäre in Bosnien beauftragt, beruhigend auf die Bevölkerung zu wirken und dieselbe zum Aufgeben des Widerstandes zu bewe- gen. In hiesigen officiellen Kreisen hoffe man, daß Serajewo längstens am Freitag oder Samstag von unseren Truppen besetzt sein werde.

Berlin, 14. August. Der Bundesrath überwies in seiner heutigen halbstündigen Plenarsitzung das Sacialistengesetz einem Ausschüsse zur Vorbe- rathung. Bedeutende Juristen erachten jedoch die Vorlage für unan-

Auiisbur liWandcrversW erben Bem Al auf da? I n ftenogr. Flam Fd im Decorai flebt, Giehm).

von beute T )c:<6 die Reichs C.-altlät der G ZkÄnungen und fliimiffiipte von urD sein letzter ii gtungtnt, vorn < ir der Front det Willlung, unlt g.>örmann, Herr dankten, hervor tzr. selben Saale. st{ elaufene Jahr ar ttLMgliede »lzemeine deM tigtillld) für Fr 11 r die Gabels vSzeMMe G fr. b bei allen 5 Mall. W V dessen Geschäfts! er er Reihe von fc.&burp, Heil nu»men, welcher; 1 dhr schloß Hn ^"lihoi zu den besser Veranlasst! -n^burger Ster drrch den anwesen dfternben Bet a! bi'se statt.

,Franksu ft Kreisen l«W'nut®a Langte ^oh ur Jlt waren, die ffrt ein Ben g* Funkei wohl den

«uSgang u, ^nn dem reli

Wnm schon

Orchester, Q

Kassel, 13. August. Wie aus Wilhelmshöhe gemeldet wird, traf dort Bei der Schloßverwaltung die Weisung ein, die Räumlichkeiten des Schlosses zum Aufenthalt des Kaisers und seines Gefolges für die Tage vom 20. bis 23 September bereit zu stellen. Se. Majestät w.rd während der großen Manöver des 11. Armee-Corps in Wckhelmshöhe sein Hauptquartier aufschla­gen. Mit Rücksicht darauf, daß der oberste Kriegsherr nach schwerer Zeit zum ersten Male wieder die altgewohnten Functionen ausübt, wird, wie weiter ausgeführt wird, der Fremdenandrang voraussichtlich ein enormer werden. Im Allgemeinen erfreuen sich ja militärische Schaustellungen der Sympathien aller Kreise der Bevölkerung. Dazu kommt, daß sich die Bewegungen der einzelnen Truppentheile ans das Vortheilhafteste von den erhöhten Punkten des hessischen Hügellandes übersehen und verfolgen laffen. alles Umstände, die annehmen lasten, daß Fremde von Nah und Fern mastenhaft zu den Manooertagen her- Leiströmen werden. .

München, 13. August. Der deutsche Kronprinz trifft, von Ulm kom mend zur Jnspection des ersten bayerischen Armee-Corps am 7. September hier ein und nimmt Quartier in Babenhausen bei dem Fürsten Fugger-Baben­hausen. Die Dauer dieses Aufenthalts ist auf zwei Tage festgesetzt.

Kesterreich.

«SLz

.. gctir^tn e;i

ti:3m unt »,nn C t<T birfiJY

aflen

Ci ... m irohre »-''"Im

LSx

tiabungm WRI jmalogcn und frailionen vorder

' tzs haben nr,rieten Gästen »ns-mmlungM ni'Vn

Deilbaffunz br ni>t austtichen tt grfltwiüig|i< sind oia Lei sehr E BtfTf SeLiriengrei. iannlung nach der §cte sieben und eb

nehmbar.

Kassel und die Sl/Versammlung^deutscher Naturforscher und Merzte.

Die von verschiedenen Blättern jüngst gebrachte Nachricht, daß Se. Majestät der Kaiser für einige Zeit seine Residenz auf Wilhelmshöhe nehmen werde, wird jetzt bestätigt und erscheint dieselbe auch allen, die Wilhelmshöhe kennen, im höchsten Grade wahrscheinlich. Denn es giebt in Deutschland wenig Punkte, die einen so angenehmen, reizvollen und zugleich gesunden Aufenthalt bieten wie gerade Wilhelmshöhe. Kassel und Wilhelmshöhe, die in den letzten Jahren mehr und mehr der Zielpunkt der Vergnügungsretsenden geworden sind, müssen in der That eine große Anziehungs­kraft ausüben, schon durch die wundervolle Lage in einer Gegend, die in, unmittelbarer Nahe und in geringeren und weiteren Entfernungen überreich ist an landschaftlichen Schönheiten. Wilhelmshöhe zugleich durch seine herrlichen Parkanlagen mit zahlreichen, prachtvolle Ausblicke gewährenden Aussichtspunkten und durch seine berühmten Wasserwerke, die Stadt Kasiel noch durch die gesunde weitläufige Bauart mit ihren ausgedehnten schönen Plätzen, durch ihre vor­züglichen Kunstinstituten, große Eoncertgärten und die herrlich gelegenen Felsenkeller, den mächtigen Auepark, u. s. w. u. s. w. Neben dem guten und verhällnißmäßig billigen Theater übt dann namentlich auch die berühmte Bildergallerie ihre Anziehungskraft aus, besonders setzt, nachdem in dem kürzlich vollendeten Neubau den zahlreichen Meisterwerken eine in jeder Hinsicht würdige Stätte geschafft wurde, die auch erlaubte, den Gemälden eine solche Aufstellung zu geben, daß sie zur vollsten Geltung kommen können. So kann es denn nicht Wunder nehmen, daß mehr und mehr für kürzeren Aufenthalt und zu dauernder Ansiedelung Fremde nach Kassel wallfahren. Und wie die Zahl dieser Einzelnen eine sich immer steigernde geworden, so haben auch gerade in diesem und den letzten Jahren zahlreiche Versammlungen dort sich vereinigt, dort getagt, denen freilich auch die so äußerst günstige geographische Lage der Stadt,in der Mitte Deutschlands zu Gutt kam, wodurch dieselbe für die meisten Besucher verhältnißmäßig sehr leicht zu erreichen ist. In diesem Jahre werden wir so auch noch eine der bedeutendsten, angcsehendsten und ältesten Wandervcrsammlungen in Raffel begrüßen dürfen, die Versammlung deutscher Naturforscher und Aerzte, und die Stadt rechnet es sich zur großen Ehre, daß die Vertreter jener so unendlich wichtigen Wissenschaften dieses Jahr dort tragen wollen. Es haben deshalb sowohl die in München gewählten Geschäftsführer, als auch die durch letztere zusammenberufene Eomitv s es für ihre Pflicht gehalten, alles Mögliche zu thun, um all den mannigfaltigen Bedürfnissen und allen laut gewordenen Wünschen gerecht zu werden und den Theilnehmcrn an der Versammlung den Aufenthalt in Kassel jo nutzbringend und angenehm wie möglich zu machen, kurz überhaupt die Zwecke der Versammlung in vollkommenster Weise zu fördern.

So wird vor allen Dingen einer gedeihlichen Arbeit in den Sectionsjitzungen, auf denen ja das Hauptgewicht bei der ganzen Versammlung ruht, jeder Vorschub geleistet werden. ES wird jede Sectton ihr eigenes entsprechendes und entsprechend eingerichtetes Sitzungszimmer sur sich allein haben, so daß auch zu jeder anderen Zeit und in größerer Anzahl, als vorher ange­nommen, ganz nach Bedürfniß und Wunsch der Seetionsmitglieder Sitzungen gehalten werden können; es werden für Organisation derselben, für Sicherung einer lebendigen Thätigkeit in den­selben vorbereitende Schritte aethan, und ferner sollen Inhalt der Sitzungen und Referate über die gehaltenen Vorträge alsbald zur Veröffentlichung gelangen^ so daß sie noch späteren Ät* sprechungen zu Grunde gelegt werden und Mitgliedern anderer Sektionen zur Kenntniß kommen können. Sämmtliche Loeale für die Seetionen befinden sich in nächster Nähe bei einander, an oder nahe dem Ständeplatz, und damit auch nahe dem Bahnhof, wie ebenfalls Empfangs-, Korre­spondenz-, Post- und Telegraphen- sowie Auskunftsbureau Gleichfalls sind in nächster Nahe, zahlreiche, zu empfehlende Restaurattonslokale mit deren Wirthen über Tischzeiten, Preise re. genauere Abreden getroffen werden, so daß jedmögliche Bequemlichkeit und Erleichterung für un­gestörte Arbeit und regen Verkehr geschaffen jein wird. Das Local für die allgemeinen L-itzunzen zeichnet sich durch besonders schöne Lage aus; es ist für dieselbe die Halle der Aetienbraueret gewählt, welche in nächster Nähe der Stadt und an der Trambahn in dem großen, schattigen Garten (dem ehemals Gräflich Heffenstein'schen Park) der letzteren gelegen, auf der L>ud- und

Wit J^0S

London, 13. August.Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel vom 12. d.: General Totleben unterhandle mit einer russischen Gesellschaft wegen Uebernahme des Rücktransportes der russischen Garde nach Odessa binnen 20 Tagen auf 50 von ihr zu mtethenden schiffen. Die Räumung Datums sei in Folge eines Telegramms des Czaren an den Sultan und in Folge be- züglichen Rathschlags des Vertreters Deutschlands von der Pforte nunmehr beschlossen; ebenso sei auf Rath des Letzteren Hast; Pascha telegraphisch ange­wiesen, die Pactficirung Bosniens zu beschleunigen.

London, 13. August. Unterhaus. Lord Stanhope erläuterte das Budget für Indien, theilte mit, daß der Verlust an Menschenleben in den durch HungerSnoth heimgesuchten Districten auf 1,350,000 geschätzt werde und zeigte an, daß Verträge mit den eingeborenen Fürsten abgeschlossen würden, welche die allmältge Aufhebung der Zoll-Linie und Aufhebung des Zuckerzolles gestatteten. Der Ueberschuß der Einnahmen über die Ausgaben in dem Jahre 1878/79 wird auf über 2 Millionen geschätzt; die Einfuhr und die Ausfuhr haben sich bedeutend gehoben, die Erndte-Aussichten sind gut.

Italien.

Nom, 11. August. Der päpstliche Staatssecretär Nina hat, die Mel düng seines Amtsantritts zum Anlaß nehmend, an den Fürsten Bismarck ein Schreiben gerichtet, worin er seinen Wunsch, daß die Unterhandlungen fortge­setzt werden möchten, und seine Bereitwilligkeit, zu einem guten Schlüsse der­selben mitzuwirken, ausdrückt.

Rußland.

Petersburg. Wie demGolos" gemeldet wird, soll Hadschi Loja eine Depesche an die Pforte gerichtet haben, worin er anzeigt, daß er vom Volke und den Truppen in Serajewo einstimmig zum Civil- und Militär- Gouverneur gewählt wurde, an das Volk Waffen vertheilen ließ und der öster­reichischen Armee Widerstand zu leisten beabsichtige. Eine ähnliche Depesche soll Savfet Pascha auch aus Mostar erhalten haben.

DemGolos" wird gemeldet, daß anläßlich der Urtheils-Publication über acht Tumultuanten, welche sich seinerzeit der Polizei mit bewaffneter Hand wiedersetzt hatten, sich ein kleiner Straßenkampf in Odessa entsponnen habe. Von den herbeigerufenen Soldaten wurden 4 Mann durch Revolverschüsse ver­wundet, zwei Menschen aus dem Publikum wurden getödtet.