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HeuWland

russische Botschafter Lobanoff erklärte dem Großvezir, die Rusien würden in

Adrianopel stehen bleiben, bis ein definitiver, alle vom Berliner Congreß unve- rührt gelasienen Punkle ein'chließender Vertrag geschloffen sei. Der Correspon- Dem derTimes" hat Grund zu glauben, daß der Botschafter hierdurch den Widerstand der Pforte betreffs eines Paragraphen des neuen Vertrages zu überwinden und die Unterzeichnung deffelben zu beschleunigen bezwecke. Daily News" meldet aus Simla vom 11. d.: Die in Erwägung gezogene Ueberrumpelung von Ali-Musjid ist aufgegeben, weil ihre Ausführung noch im Lause des Octobers nicht möglich ist. Der ursprüngliche Feldzugsplan wird beibehalten, nämlich ein combinirtes Vorrücken an drei Punkten im Anfang November. Zu diesem Zwecke werden energische Vorbereitungen getroffen. Von dem noch in Afghanistan weilenden Abgesandten des Viceköntgs von Indien ist nichts zu hören.

Liverpool, 12. October. Bei einem Concerte entstand durch falschen Feuerlärm große Verwirrung. 37 Personen, welche den Saal verlaffen wollten, wurden getödtet und viele verwundet.

London, 12. October, hat ihre Zahlungen eingestellt;

London, 12. October.

England.

Die Firma Heugh Balfour in Manchester die Passiva betragen 12 Mill. Pfd. Sterl. Times" meldet aus Pera vom 11. d.: Der

Türkei.

Konstantinopel, 12. October. Gestern hat der erste Wahlgang zur Wahl deS griechischen Patriarchen startgefunden. Man glaubt, der Metropolitan von Salonicht werde gewählt werden.

Wie verlautet, haben der englische und der französische Botschafter Savfet Pascha gerathen, zur Vermeidung eines Consticts nur den Abschluß einer Militär-Convention mit Oesterreich in's Auge zu fasten und von einer politischen Convention einstweilen ganz abzusehen. Der Commandant von Bajazid, Taik Pascha, ist degradirt, der Commandant von Aladjadgah, Mahmud Pascha, verhaftet worden. Die gegen mehrere kurdische Begs wegen begangener Grausamkeiten ausgesprochene Todesstrafe wurde vom Sultan bestätigt. _

Konstantinopel beschäftigt.

Wien, 12. October. Officiell. General Reinländer besetzte am 10. d. ohne Widerstand zu finden, Vernograc und beabsichtigte, am 11. d. gegen Buzin zu rücken besten Unterwerfung von einer Deputation bereits ausgesprochen wurde. Zahlreiche verwundete Insurgenten aus dem Gefechte vom 6. d. sind zwischen Peci und Vernograc ausgefunden worden. Die Feste Kladus ist noch von den Insurgenten besetzt und wird durch das 1. Jägerbataillon cernirt.

Wien, 12. October. Meldungen derPoltt Corresp." Die im Mini­sterium des Aeußern in der Angelegenheit der Administration Bosniens und der Herzegowina tagende Commission hat die Berathung des Entwurfs der provi­sorischen Organisation der beiden Länder vollendet. Dieselbe Commission be­schäftigte sich mit der Frage einer möglichst raschen Repatrttrung der bosnischen und Herzegowiner Flüchtlinge. Die bezüglichen Grundsätze sind bereits festge­setzt. Die Repatrtirung der Flüchtlinge in die Herzegowina dürfte bereits im Werke sein. Konstantinopel, 11. Octbr. Savfet Pascha konnte aus Be. sprechungen mit einigen Botschaftern vorläufig bereits entnehmen, welchen miß­liebigen Eindruck die letzten diplomatischen Manifestationen der Pforte aus die Cabinete einiger Großmächte heroorgebracht haben. Außer dem Anführer der Rhodope.Jnsurgenten, Satntclair, trennte sich auch die Polenlegion von der Jnsurrection. Saintclair ist nach Albanien gegangen. Den Oberbefehl über die Insurgenten übernahm der Pomake Hadji Ismail. Bukarest, 12. d. Die^rumänische Tabaksmonopol-Gesellschaft hat der Regierung die Auflösung des Contracts mit der Erklärung notlficirt, daß sie noch zwei Monate die Ge­schäfte fortzuführen bereit sei, damit die Regierung Zett zur Uebernahme habe. Nach dem Ablaufe dieses Termins werde der Betrieb eingestellt.

Pesth, 13. October. Das Amtsblatt veröffentlicht ein kaiserl. Hand­schreiben, wodurch Tisza mit der provisorischen Leitung des Finanzministeriums, Wenkheim mit der provisorischen Leitung des Ministeriums des Innern betraut und Szell von der provisorischen Leitung des Finanzministeriums definitiv ent­hoben wird.

Frankreich.

Pari-, 12. October. Der Bischof von Orleans, Dupanloup, Mitglied des Senats, ist gestern Abend plötzlich gestorben. General Grant ist heute von hier abgereist, um sich nach Spanien zu begeben.

Paris, 12. October. Laut einem Telegramm des Gouverneurs von Caledonten, d. d. Sidney, 3. October, an den Marineminister sind die Arron- dtffements Bouloubari und Narai vollständig beruhigt und daselbst die Be­hörden wieder eingesetzt, dagegen dauert die Rebellion in dem Arrondissement Bourail, wo mehrere Colonisten getödtet und Ansiedlungen angegriffen wurden, noch fort. Der Angriff der Rebellen wurde mit großen Verlusten für diese abgeschlagen. Der Rest der Colonie ist ruhig. Der Gouverneur hofft, daß die in Kurzem eintreffenden Verstärkungen genügen werden, die Ruhe vollständig wiederherzustellen.

Dänemark.

Kopenhagen, 12. October. Im Landsthing theilte der Finanzminister ein Telegramm mit, wonach in Santa Cruz geordnete Zustände wiederhergestellt zu sein scheinen. Der Aufstand scheine niedergeworsen, auf den meisten Plan­tagen die Arbeit wieder ausgenommen zu sein. Da das Telegramm von einem Verlust an Menschenleben nicht spreche, so könne ein solcher, wenn er überhaupt ftattgefunden, seiner (des Ministers) Ansicht nach nur unbedeutend sein, nament- lrch scheine kein Beamter das Leben verloren zu haben.

Italien.

Nom, 12. October. Erzbischof Schreiber von Bamberg war vom Vati­kan beauftragt worden, die Anschauungen bezüglich der Ordnung der religiösen Dinge in Deutschland zu studiren und sodann Bericht zu erstatten. Schreiber soll bereits früher wichtige Rathschläge ertheilt haben, um dem Vatikan den bezüglichen praktischen Weg zu weisen und wurde deshalb nach Rom berufen. Sicherem Vernehmen zufolge wird der Papst beim Empfange der spanischen Wallfahrer eine politische Rede halten. Der Finanzminister bereitet einen Gesetzentwurf vor, um die gegenwärtig geringll besteuerten Gründe von der Grundsteuer zu entlasten. Man versichert, der Finanzminister werde in Folge des günstigen Standes des Budgets pro 1879 weder eine neue Lrteuererhöhung noch neue Steuern beantragen, um die durch Abschaffung der Mahlsteuer dem Staatsschätze erwachsenden Verluste zu decken.

Nom, 12. October. Die Sanitäts-Commission hat für die spanischen Pilger eine dreitägige Quarantäne in Cioita-Vecchia angeordnet. Die Jtalie" sagt bei Besprechung des Emtritts von Wilson und Bligniöces in das egyptischc Cabinet, da Italien in Egypten mindestens ebenso beträchtliche Jntereffen wie England und Frankreich habe, so scheine es billig, daß Italia ebenfalls einen Vertreter im Rathe des Khedive habe. Darauf bezügliche Ver­handlungen seien etngelettet worden. Fall^ dieselben zum Ziele führten, was man binnen wenigen Tagen wiffen werde, so solle das Justizportefeuille einem Italiener anvertraut werden.

Ztrrßland.

Petersburg, 12. Octbr. DemRegierungsboten" zufolge ist Finanz- mtnister Greigh auf einige Zett nach dem Auslande beurlaubt und Geh. Rrth Schamschin mit der interimistischen Leitung des Finanzministeriums betraut.

Rumänien.

Bukarest, 12. October. Die heutige Sitzung der Kammer war sehr stürmisch. Die Minorität entwickelte durch Ionesco eine Motion auf Zurück­weisung der Dobrudscha, welche ein Zankapfel werden würde. Cozalniceano erklärt, Europa habe Rumänien die Dobrudscha zugedacht, um den russischen Einfluß zu restringiren, Rußland beide Donau-User wegzunehmen und Bul­garien zu verkleinern. Ferner theilte Cogalntceano verschiedene Documente mit, darunter einen vertraulichen Bericht Ghikas und Sturdzas, welch' Letzterer heute opponire. Es gehe aus diesem Bericht hervor, daß Beffarabien für Rumänien seit der Reichstädter Zusammenkunft verloren gewesen sei. Bezüglich der Juden- frage schließ; er sich der Ansicht Ionescos an, dieselbe zu vertagen. Major sco verlangte die sofortige Einberufung der constttuirenden Versammlung. Holban trat diesem Verlangen entgegen. Bratiano brachte die im Senate entwickelten Argumente vor und sagte, man müffe den Vertrag ratificiren, wenn man das rumänische Gebiet von russischer Seite geräumt sehen wolle. Die Debatte wurde unter lärmenden Zwischenfällen geschloffen und die Motion der Minorität mit 78 gegen 20 Stimmen verworfen, dagegen die Motion der Majorität mit 83 gegen 17 Stimmen angenommen. Der Präsident der Kammer erklärte, daß er in Folge des Zwischenfalles demisstonire. Der Schluß der Session wird wahrscheinlich am Montag stattfinden.

Serbien.

Belgrad, 12. October. Authentisch wird verstchert: Die von hier nach dem Auslande verbreiteten Mittheilungen bezüglich angeblicher Erklärungen des hiesigen russischen Minister-Residenten Perstani über Rußlands Haltung gegenüber der österreichischen Occupatio» Bosniens sind vollkommen erfunden. Daffelbe gilt von der Nachricht, daß hier angeblich eine Adreffe colportirt werde, um den Fürsten zu veranlaffen, von Oestrreich Genugthuung zu fordern.

Kesternich.

Wien, 11. October. Meldungen derPoltt. Corresp." Aus Konstanti­nopel. Die Pforte erklärte dem russischen Botschafter, daß sie für die Sicher­heit der christlichen Bewohner in den geräumten Gebieten garantiren könnte, wenn die Russen Adrianopel räumen würden. Darauf erwiderte der Botschafter: Die Räumung Adrianopels könne nicht früher erfolgen, als drei Monate nach Unterzeichnung des definitiven Friedensvertrages zwischen Rußland und der Türkei. Aus Bukarest. Die russischen und rumänischen Commiffäre zur Uebergabe Beffarabiens sind bereits ernannt; dieselben werden ihren Sitz in Ismail nehmen. Die Ruffen sollen mit Demolirung der Festungswerke von Widdin begonnen haben. Die rumänische Regierung ist mit Wiederherstellung des internationalen Postverkehrs von Rumänien über Rustschuk und Varna nach

Telegraphische Depeschen.

Waguer'» telegr. Uovresk-n-e»r-v«rea«

Florenz, 13. October. DieNazione" meldet: Der Minister des Innern erließ in Voraussicht einer internationalistischen Bewegung an den

Berlin, 12. Oktober. Sitzung des Reichstags. Zweite Berathung des Socialisten- Gesetzes. $ 5. v. Stauffenberg erklärt sich gegen das Amendement Brüel, L-chutz der Wahl- . Versammlungen betreffend, das seinen Zweck verfehlen würde, und für den Commissionsbeschluß, da die Wahlversammlungen nach den bestehenden Landeswahlgesetzen ohnehin geschützt seien. Reinders (Socialdemokrat) gegen den Paragraphen. Derselbe äußert ,m Verlaus ferner Aus­führungen, daß er gegenüber der Behauptung Kleist-Retzow's, die Soc.aldemokraten bereiteten in ihren Versammlungen den Hochverrath vor, seinerseits alle diejenigen, die für das vorliegende Gesetz stimmen würden, als Landesverräther bezeichnen müffe. (Großer Lärm, Rufe: zur Ordnung!) Der Präsident ertheilt dem Redner den Ordnungsruf. Dieser ersucht, eventuell das Amendement Brüel anzunehmen. _ Ä f , tf. . .

Brüel tritt für sein Amendement ein, Minister Graf Eulenburg erklärt dasselbe für unan­nehmbar. Die Betheiligung an den politischen Wahlen sei den Socialdemokraten nicht Selbst­zweck, sondern Mittel zum Zweck behufs Verfolgung ihrer be,onderen Theorien und Tendenzen. Hieran müßten sie überall und unter allen Umständen verhindert werden. Die Be,chrankung von Wahlversammlungen solle übrigens nur in den unter $ 5 bezeichneten Bedingungen erfolgen. Länel beantragt ein Unter-Amendement, wonach das Bruel sche Amendement lauten wurde: Auf Versammlungen zum Betriebe von den Reichstag oder die Landesvertretungen betreffenden Wahlanaelegenheiten nach ausgeschriebener Wahl finden die bisherigen reich«- und landesgesetzlichen Bestimmungen unverändert Anwendung. Der Hänel'sche Unter-Antrag wird darauf in namentlicher Abstimmung mit 200 gegen 167 Stimmen, das Amendement Brüel sodann gleichfalls abgelehnt, dagegen der $ 5 nach dem Commtsstonsbeschluß angenommen, ebenso § 5 a.

Der § 6 (Verbot von Druckschriften betreffend) wird von v. Hertling bekämpft. Derselbe verbreitet sich über die verderblichen Wirkungen des atheistisch-revolutionär-skeptischen Geistes, ver nicht nur in der socialdemokratischen, sondern auch in der liberalen Presse hervortrete, will aber den Verwaltungsbehörden nicht noch weitere Repressiv-Befugnisse etnräumen. Bamberger wendet sich gegen die Haltung des Centrums dem vorliegenden Gesetze gegenüber und verweist auf die Wahlbündnisse desselben mit den Socialdemokraten. Eine zeitweise Einschränkung der Preßfreiheit halte auch er für bedauerlich, aber nothwendig. Um 4 Uhr vertagte sich das Haus bis Montag Vormittag 10 Uhr.

Berlin, 12. Octbr. Für das Unter-Amendement Hänel s zu § 5 des Socialistengefetzes stimmten das Centrum, die Fortschrittspartei, die elsaß- lothringischen Abgeordneten mit Ausnahme von North und Rack und ^Natio­nal-Liberale, darunter Braun, Bamberger, Stauffenberg, Lasker, ferner Berger (Gruppe Löwe) und Bühler (Reichspartei).

Berlin, 12. October. Der Kaiser und die Kaiserin werden voraus sichtlich gegen den 20. d. M. Baden-Baden verlaffen, um sich auf einige Wochen, der Kaiser nach Wiesbaden, die Kaiserin nach Coblenz, zu begeben. Ueber die Rückkehr des Kaisers nach Berlin ist noch Nichts bekannt.

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