1878
Donnerstag, den 15. August
Nr. 188
chichener "Anzeiger
AiM- Md Amtsblatt für 6tn Kreis Gieße«
trachten.
,-Cours.
allen Richtungen der Windrose sich zerstreuen.
iter Erdmann, nnehmer Kauf.
16
16
20
16
16 S
l 2H 2fr 32-
ich zu einem Comit6 vereinigt, um durch freiwillige Gaben dem Dahingeschie- >enen auf dem hiesigen Friedhof ein Denkmal zu setzen. — Wie wir vernehmen, ist von Setten des Ausschusies der soctaldemokratischen Arbeiter-Partei gegen die Redaction der nattonalliberalen „Mainzer Ztg." eine Klage wegen Beleidigung erhoben worden. , , z _
Berlin. In den Kreisen der Centrumspartei soll man noch keineswegs überzeugt sein, daß die Verständigungsversuche zwischen dem Reichskanzler und der Kurie zum Ziele führen; wenigstens wird als taktische Verhaltungsmaßregel anempfohlen, sich nicht aus der Oppositionsstellung herauslocken zu lasten, ehe der Preis für das Aufgeben der Feindseligkeiten ganz klar erkennbar ist. Das Verhalten des Centrums bei den Stichwahlen bestätigt diese Anschauung und auch die „Germania" erklärt ziemlich schroff, daß der Reichskanzler bei verschiedenen seiner Lieblingsprojecte wirthsckaftlicher Natur, namentlich dem Tabaksmonopol, niemals die Zustimmung des Centrums finden werde. Auch in anderen sonst gut unterrichteten politischen Kreisen wird versichert, man dürfe sich die Verständigung schwerlich so unmittelbar bevorstehend denken, wie viel-
Nedaetion-bureanr Gartenstraße B. 165.
GxpedittonSbureaur Schulstraße B. 18.
n */i ' igns ■ yrStü^
Deutschland.
Mainz, 11. August. Der vom „Franks. Journ." nach Schweizer Nachrichten zuerst aufgedeckte Prämienschwindel der hiesigen „Deutschen Exportbuchhandlung" hat gestern die Verhaftung der beiden Inhaber derselben, Ackermann (früher Herausgeber der „Deutschen Reichslatern") und Bingenheimer, auf Requisition der Staatsanwaltschaft nach sich gezogen. Beide sind beschuldigt, das Publikum durch schwindelhafte Vorspiegelungen von Prämien betrogen zu haben. — Gleichfalls verhaftet wurde ein Arbeiter, der kürzlich ein Frauen- zimmer wegen Majestätsbeletdtgung fälschlich denuncirt hatte. — Im Saufe des Monats Juni starb hier der Gymnasiallehrer Dr. A. Beck. Die zahlreichen Freunde des Verstorbenen in fast allen Städten des Großherzogthums haben
ach anaenommen wird. _ ..
Berlin, 12. August. Im dritten Braunschweigischen Wahlkreise, wo v. Bennigsen gewählt ist, aber die Wahl abgelehnt hat, weil er das Mandat eines alten Hannoverischen Wahlkreises annimmt, wird Frhr. v. Stauffenverg auf Anrathen Bennigsen's als Candidat aufgestellt. Stauffenberg ist außerdem noch einem Berliner Wahlkreise vorgeschlagen.
Berlin, 12. August. Die Tabaksenquete-Commission wird am Iv.Octo- ber wieder zusammentreten, um die Fragen für die mündliche Vernehmung der Sachverständigen feftzustellen, wenn bis dahin das Resultat der örtlichen Erhebungen vorliegt. Aus den Fragebogen sind alle auf bestimmte Steuersysteme bezüglichen Fragen ferngehalten. Die Fragebogen für die Enquete über die Leinen- und Baumwollen-Jndustrie sind bereits zur Versendung gelangt.
— Ein für die Wahlen ziemlich wichtiges Ereigntß hat sich im Laufe dieser Woche vor dem magistratischen Schiedsgericht abgespielt. Mehrere Mau» rergehülfen strengten gegen ihren Meister deshalb Klage an, weil dieser sie in der Ausübung ihres Wahlrechts gehindert, resp. ohne Kündigung entlasten habe, nachdem sie trotz seines Verbots um 5 Uhr statt um 6 Uhr Feierabend gemacht, um noch rechtzeitig zur Wahlurne zu kommen. — Der Senat hat die Klage als vollständig berechtigt anerkannt und den Einwand des Verklagten, daß die Leute ja in der Mittagszeit Zeit zum Wählen gehabt hätten, verworfen. Der Verklagte wurde zur Entschädigung verurtheilt, zog es aber vor, die entlaßenen Leute wieder zu beschäftigen.
Hesterreich.
d. H
J'/z Uk " Vorstand.
Weisen ui
l, MJirtlj.
^lchnele fe* ?' m diesem ö^inn ihres m,
-wsgebild.
,600 Mark.
at F. Barth
u 1. d. Mts, *
•iessen
TVien. Ueber die Revolution in Serajewo bringt das „Wiener Tagbl." ergänzende Mtttheilungen. Von wohlunterrichteter Sette wird dem Blatte ge- chrteben: In den letzten Tagen hat der an der Spitze der Bewegung stehende Hadschi Loja durch ein „Manifest an das Volk" alle Beamten der Pforte in Bosnien „für Verrätber an der Sache des Vaterlandes" als abgesetzt und ihr sämmtltches Hab und'Gut als confiscirt erklärt. Sodann erließ die „nationale Regierung", wie sich die im Konak installirte gemischte Gesellschaft nennt, ein Decret folgenden Inhalts: 1) Hadschi Loja, „der erste Patriot des Landes", ist durch den Willen des „„gesammten"" Volkes zum Chef der Regierung gewählt worden. 2) Derselbe hat mit Zustimmung aller Mitglieder der Regierung die Einberufung aller Söhne des Landes vom 17. bis zum 60. Lebensjahre zu den Fahnen angeordnet. Wer sich, bet normalen Gesundheitsverhält- hältnisten, innerhalb 8 Tagen nicht zum Dienste meldet, wird als Verrather erschosten werden. 3) Alle Bürger des Landes haben eine Krtegssteuer zu entrichten. Wer mehr als 100 Ducaten im Besitze hat, muß 20 pCt. seines Vermögens auf den Altar des Vaterlandes zum Behufe der Verteidigung desselben niederlegen. 4) Jeder Bürger ist verpflichtet, seine sämmtlichen Waffen der Regierung zur Verfügung zu stellen, damit jene Bosnier, die unbewaffnet sind, bewaffnet werden können. 5) Die Zuwiderhandelnden werden mit dem Tode bestraft werden. „Telals" (Ausrufer) verkündeten in Serajewo diese Anordnungen der Regierung, während 50 Boten nach dem Innern mitdem 1 betr. Schriftstück abreisten. Die Wohlhabenden, eine Brandschatzung befürch- : tenb, flüchteten sich theils in's Gebirge, theils an die Grenze. Bei 4000 ge- wesene Baschi-Bozuks btvouakiren in den Straßen Serajewos, angeblich, um unverzüglich verwendet zu werden. In der Stadt herrscht Panik. Die fremden Vertreter sind bis jetzt ungefährdet geblieben, vielleicht deshalb, weil sie, nach einer gepflogenen gemeinschaftlichen Berathung, sich mit zahlreichen bewaffneten
Momkes" umgeben haben. Auch sind die Fahnen der fremden Staaten entfaltet worden, um das Ansehen der Consuln zu erhöhen. Um den Leuten eine angenehme Zerstreuung zu verschaffen, wurden sie am 1. d. zum Schanzengraben vor der Stadt commandirt. Bet 2500 Mann sollen Tag und Nacht °ei diesen Arbeiten beschäftigt sein. Die Commandos sind bereits vertheilt und Hadschi Loja versichert, die Bosniaken werden die Welt durch „große" Thaten in Erstaunen setzen: so ließ er wenigstens den Functionären im englischen Consulate vermelden. Viele aber sind der Ansicht, die Banden werden bei Zetten nach
^Was sich vor den Augen der Welt entwickelt, ist nichts mehr und nichts 1 „enioeT als ein neuer Krieg, der allem Anschein nach Oesterreich beträchtlich, engaaiten wird. Es ergiebt sich daran«, daß Ne »en B.smarck dem österretcht. , Ich«,, Kaiserhause empfohlene „Verlegung des Schwerpunktes der Paltt k nach , Cflen" nicht ohne „Blut und Eifen" möglich sein wird. Zwar hat Niemand । taran gezweifelt, daß Gras Andrassy, welcher zur rechten Zeit sich große Kredite «ewähren ließ und die Mobtlisiruug energisch betrieben hatte, me mehr aus Bosnien herausgeben würde. Nur fehlte der Rechtsgrund vom Uebergang von ter provisorischen Oceupatton zur ännectlon. Die großen Opser, welche Oester- uich^durch die leichter gedachte als errungene Paeifieatton Bosniens auferleg werden, schafft ihn herbei. Der Berliner Vertrag hat diese Verhältnisse nicht in Reckmung gezogen. Oesterreich wird den Krieg localifiren und nachher mit der Pforte abrechnen, das Faeit wird augenscheinlich in beträchtlichen, territorialen r eränNruugeu^best h^ handelt es sich, um keinen Ausstand. Sieben-
stündige Gefechte, in denen acht Bataillone engagirt sind, das Auftreten regulärer türkischer Truppen in Stärke von 6000 Mann mit Stabsosstcieren, noch dazu äug afrikanischen und astatischen Truppen bestehend, die Gefangennahme von Hunderten, die Betheiligung der Artillerie am Kampfe, alles das sind Militärische Momente, welche den Namen „Ausstand" nicht mehr zuläsfig erscheinen lassen. Die Ausgabe von Papiergeld mit ZwangskourS, die Organitauon Nr -ter traltuna, endlich das Banner, welches unter dem einigenden Ruse: „Tod den ftremblinaen" aufgehißt ist, beweisen, daß man nicht Insurgenten, sondern einer wohlorganisirten Macht gegenüberfteht, welche wahrscheinlich in türkischer Subven- hDn 'Die^Schwierigkeit des Kampfes steigert sich durch das gebirgige Terrain. Man wird daher in den nächsten Tagen von einer größeren österreichischen Machtenfaltuna hören. Die Oesterreicher werden ebenso siegen, wie die Russen. Das Endresultat ist unzweifelhaft ein Oesterreich günstiges; — eine andere c^aae aber ist, ob dieser neue Kampf nicht gleichfalls wechselvolles Kriegsgluck 'm Gefolge haben wird; — ob er nicht dadurch zu viel größerer Bedeutung oelanaen kann, daß er nur einen Ausgangspunkt weiterer Verwickelungen zu bedeuten hat. Es wäre voreilig, schon jetzt auf die Haltung der Türkei ober gar Rußland Schlüsse zu ziehen. So viel steht nur fest, baß bis jetzt stets politische und kriegerische Verwicklungen gerade in diesem südöstlichen Thelle Europas schwer zu localisiren gewesen sind. Es werden dort nicht nur die Interessen Sc neuen, staatlich noch nicht organisirten Nachbarstaaten, Serbiens, Rumäniens und Bulgariens, sondern auch Griechenlands, Rußlands und der Türkei offenbar berührt. Hinter diesen Mächten aber zeigt die orientalische Sphinx von Neuem ihr räthselhaftes Antlitz, und darum wäre es Leichtsinn, den Kamps in Bosnien als eine untergeordnete Sache für den europäischen Frieden zu be-
Ein neuer Krieg.
Die neuesten Nachrichten aus Bosnien stellen es außer Zweifel, daß der Widerstand der Bosniaken, sowie der türkischen Elemente bedeutender ist, als Oesterreich erwartet hat. Es kann sich somit leicht das Wort des kaiserlichen Heerführers Philippovich erfüllen, daß der Doppelaar eine schwierige Aufgabe ,u lösen hat. Die Insurgenten finden sich in sehr bedeutender Anzahl vor und war was trotz des angeblich ausgeübten Terrorismus der bosnischen Führer auffällig erscheinen muß, in Verbindung mit regulären türkischen Truppen. Was unter solchen Verhältnissen die Erklärung der Pforte, daß sie dem Aufstande sernstehe, für einen Werth hat, das mag verstehen wer will; - der Unbeteiligte urtheilt nach den Thatsachen und kann die jesuitische Tactik der türkischen Staatsmänner bei Seite lasten.
Es dürste jedenfalls eine zeitgemäße Reminiscenz sein, sich daran zu er- Innern, daß in denselben Gegenden, in der Herzegowina, sowie in dem benachbarten Serbien schon 1875 jene zähen Aufstände sich behaupteten welche einen großen Unabhängigkeitssinn der Eingeborenen der Türkei gegenüber documentirten, und endlich, nachdem die Türken den offenen Weg nach Belgrad erzwungen batten, zur Einmischung Rußlands, zum orientalischen Kriege führten. Erne ähnliche Strömung macht sich jetzt gegen das Protektorat Oesterreichs geltend und es mag vorläufig dahingestellt bleiben, in wie weit die Pfone die Hand
rl-Ägentur^ irt & Söhne.
die Unterzeichnete l
d de-
(elfen ieW * $,un8**
der E-lo-i' Medäsr, weg?-!:—rrf •säS
fr etiien » »nb U
M ulerinnen ebenfü
30 Jt.
f2 St. wöchentl:
en mit wöchE jährig.
ei dem fielen
neiden wöchM
risches Rechm
Mitte SenM
sofort und spacht n abzuqeben, bin ber THei/nehmet
hr auch ein W sür WfltmMi
--------------— " o Preis vierteljährlich 2 Mart 20 Pf. mit Bringerlohn.
Erscheint täglich mit Ausnahme bei Montag». Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.


