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Nr. 26 enthält: otstorischer Roman . Fortsetzung.) - iburgseftes. Periön- I Dr. Emil Weim § und Neues vom laudnei von 3uliu» llinge. Eine Episode ndleben von Moritz luß>-Zu Mander niß ous dem Jahre Ser!tn.-Am Fami­ly V. - Ausnutzung kine Agltationttede.

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Samstag, den 13. April

1878.

md AlÄsbKit für öeu Kreis Gießen.

NeVacUonSbureaur Gartenstrahe B. 165.

ExpeditiorrHbureaur Schulstraße B. 18.

Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.

Preis vierteljährlich 2 Mar? 20 Pf. mit Bringcrlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Pf.

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Amtlicher Hl-ei l.

Gießen, am 40. April 1878.

Betreffend: Die Feier der Geburtstage Ihrer königlichen Hoheiten des Großherwgs und der Großherzogin.

Die Großherzogiiche Kreiö-Schul-Commiffion Gießen

an die Schulvorstande des Kreises.

Wir benachrichtigcn Sie zur Nachachiung, daß nach Entschließung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 3. April 1878 für die Folge an dem Geburtstage Seiner Königlichen Hobeir des Großherzogs (12. September) und an dem Geburtötag Ihrer König­lichen Hoheit der Großherzogin (25. Avril) sämmtliche Schulen des Großherzogthums geschloffen bleiben sollen.

Dr. B o e k m a n n. _______

Uokitisch

Preis- und Werthconcurrenz.

Während die unser Vaterland umtosenden politischen Stürme und die Möglichkeit, daß durch sie die unter der Asche des kaum erloschenen Kriegs­brandes sortglimmenden Funken auf's Neue zur helllodernden Flamme ange­facht werden können, unsere Aufmerksamkeit fast ganz nach den Angelegenheiten der äußeren Politik hinziehen, vergeffen wir beinahe, unseren inneren und namentlich unseren volkswirthscbaftltchen Zuständen die röthige Theilnahme an- gedechen zu lasten. Es wäre im höchsten Grade überflüssig, wenn wir in dieser Beziehung die alten Klagelieder vom M'lliardensegen, Gründerschwindel und Ueberp>odiictlon austs Neue anstimmen wollten, mit dergleichen Tiraden wird nicht einmal die Hoffnung auf bestere wirthschaftliche Zustände geweckt, geschweige ein Heilmittel für die kranke Industrie gefunden. Wir hegen auch nicht den kühnen Gedanken, in dem Besitze eines unfehlbaren Heilmittels gegen die wirth- schaftliche Misvre zu sein, aber auf einen Umstand, der viel dazu beitragen könnte, um unsere wirthschaftliche« Kalamitäten zu beseitigen, möchten wir doch im Besonderen aufmerksam machen. Die guten Zeiten haben der leichtfertig gewordenen deutschen Industrie gestattet, Maaren von geringer und schlechter Qualuät zunächst ungestraft zu produciren, die darauf folgende Zeit des Krachs und der Verarmung haben aber die schlechten Industrie Erzeugnisse noch am Leben erhalten, weil das liebe Publikum möglichst billig kaufen will und man für wenig Geld doch im Allgemeinen nur schlechte Maare erhalten kann. Ist diese billige und schlechte Maare aber wirklich ein Vortheil für die Konsumenten, oder betrügen sich diese mit ihren billigen Einkäufen nicht selbst? Man hat in dieser Beziehung offenbar den wohlerprobtesten Erfahrungen den Rücken ge­kehrt. Billige und schlechte Maare ist für den vernünftigen Käufer stets zu theuer, aber gute Maare ist selbst bei hohem Preise kein Verlust für den Cou- sumenten. Daraus ergiebt sich logischer Meise, daß es lediglich in der Hand des cousumirenden Publikums liegt, einen großen Theil der wirthschaftlichen Kalamität hinwegzufegen. Man achte nur beim Einkäufe der Maaren nicht auf die trügerische Preisconcurrenz, sondern auf die eine reelle Schätzung ge­währende Werthconcurrenz. Auf diese Weise dürfte der Ankauf der minder- werthigen schlechten Waare ziemlich eingeschränkt und nur für die befferen Industrie-Erzeugnisse der Markt offen gehalten werden. Die weitere Folge davon wird fein, daß alle Producenten genöthigt sein werden, auf eine bessere Qualität ihrer Producte zu halten, wodurch einestheils die Geschäftswelt mora- lisirt würde und anderntheils auch der Ueberproduction ein ziemlich starker Riegel vorgeschoben werden dürfte. Dann würden auchAusverkäufe zu Schleuderpreisen" nicht mehr stattfinden können und die Wanderlager, die zu­meist einzig und allein auf die Sucht des Publikums, möglichst billig zu kaufen, speculiren, zur Unmöglichkeit werden. Dahin gelangen wir aber nur, wenn der Käufer künftig nicht mehr zuerst nach dem Preise der Waare fragt, sondern deren Güte in erster Linie in Betracht zieht. _

Deutschland.

Darmstadt, 9. April. Das Großherzogliche Regierungsblatt, Beil. Nr. 11, enthält:

1. Bekanntmachung Großherzoglicher Provinzial - Direction Starkenburg, den Steuer-Äusschlag zur Bestreitung der Bedürfnisse der Landjudenschaftskaffe zu Darmstadt für 1878 betreffend.

2. Bekanntmachung Großherzoglichen Kreisamts Alzey, die Besoldung des Großh. Rabbinen zu Alzey pro 1878 betreffend.

3. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse der israe­litischen Religions Gemeinden des Kreises Alzey.

4. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Eommunal-Bedürfniffen in den Gemeinden des Kreises Schotten.

5. Uebersicht der für das Jahr 1878 von Großherzoglichem Ministerium des Innern genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Eommunal-Bedürsniffe in den Gemeinden deS Kreises Gießen.

6. Dienstnachrichten. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnä- digst geruht: am 27. Febr. den von dem Herrn Grafen von Alt-Leiningern

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Westerburg auf die ewig. Pfarrstelle zu Södel präsentirten evang. Pfarramts- Kandidaten Heinrich Schmidt ans Siedelsbrunn für diese Stelle zu bestätigen; am 9. März den Hanptsteueramts-Kontroleur bei dem Hauptsteueramt Gießen, Augustin Blöcher, in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Worms zu versetzen.

Am 28. Febr. wurde dem Schullehrer Peter Müller zu Hahnheim die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Lörzweiler, am 4. März wurde dem Schullehrer Theodor Hof zu Grünberg die erledigte zweite Gemeinde-Schulstelle zu Grün­berg übertragen; an deins. Tage wurde dem Wilhelm Louis aus Ober-Olm das Patent als Geometer 2. Klaffe für den Kreis Mainz ertheilt; am 9. März wurde dem Schulamts-Aspiranten Franz Dorn aus Heppenheim a. d. B. die sechste kath. Schulstelle zu Seligenstadt, dem prov. Lehrer an der Präparanden- Anstalt zu Lich, Heinrich Weitert, die Stelle eines Vorstehers dieser Anstalt und mit Beibehaltung seiner Eigenschaft als Volksschullehrer übertragen; am 18. März wurde der von dem Herrn Fürsten zu Ysenburg-Birstein auf die Lehrerstelle an den städtischen Volksschulen zu Offenbach präsentirte Schullehrer Valentin Nicolai zu Unter-Schönmattenwag für diese Stelle bestätigt.

7. Eoncurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die dritte Gemeinde-Schulstclle zu Echzell mit einem Gehalt von 771 J-t. 43 H; die Gemeinde-Schulstelle zu Rödgen mit 771 42 Schul- und 85 JL 71 H Kirchendienst-Gehalt; die

zweite evang. Schulstelle zu Dalheim mit einem Gehalt von 771 JC. 43 H.

Berlin, 10. April. Es wird als sicher betrachtet, daß das Kentrurn und beide liberalen Fractionen des Reichstags gegen jedes Enquete-Gesetz stim­men werde«, welches die Einführung des Tabaksmonopols zum Zwecke hat.

DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Unzweifelhaft bekundet die Note Gortschakcff's den guten Willen Rußlands, mit England, sowie mit allen an­deren Mächten zu einer Verständigung zu gelangen, wobei die Frage, ob der Vertrag von San Stefano in ganzem Umfange dem Kongreffe formell vorzu- legen sei, anscheinend unerörtert geblieben ist.

Betreffs der orientalischen Frage hebt dieProv.-Korresp." hervor: Die politische Spannung habe sich in den letzten 8 Tagen wenigstens nicht verschärft, vielmehr trete allseitig der Wunsch und das Bemühen für Erhaltung des europäischen Friedens wieder bestimmter hervor.

Hesterreich.

Wien, 10. April, Abends. DiePreffe" meldet aus Konstantinopel: die Pforte ist entschloffen, im Fall eines englisch-russischen Krieges weder den Engländern noch den Rnffen den Zutritt zu Konstantinopel und dem Bosporus zu gestatten. Die Türken befestigen ihre Vertheidigungslinie bis Bujukdere. Durch russischen Armeebefehl ist den russischen Osficieren die Betretung von Konstantinopel verboten.

England.

London, 10. April. Die Journale besprechen die Note des Fürsten Gortschakoff. DieTimes" sagt, das Document offenbare den sichtlichen Wunsch, eine friedliche Lösung zu sichern, und die Bereitwilligkeit, die durch den Friedensvertrag aufgeworfenen Fragen ehrlich zu discutiren. Der Kongreß fei allein competent, über die Gültigkeit des Vertrags zu entscheiden, deshalb sollten die Kircular-Depesche Salisbury's und die Antwort Rußlands dem Urtherle Europas unterbreitet werden.Daily News" findet, die Note des Fürsten Gortschakoff werfe kein klares Licht auf die Absichten Rußlands. Daily Telegraph" vermißt darin den Ausdruck der Neigung den ganzen Fne- densvertrag im Sinne Englands dem Kongreffe vorzulegen.Morning Post" glaubt, Fürst Gortschakoff verzichte anscheinend auf eine Ergänzung der Verhandlungen und die Herbeiführung einer friedlichen Lösung.Standard" ist abweichender Meinung, warnt aber davor, Gegenvorschläge zu machen. Es sei dies eine Falle, in welche England nicht gehen dürfe. Europa und nicht England habe über den Friedensvertrag zu entscheiden.

DieTimes" bringt in ihrer gestern Abend veröffentlichten dritten Ausgabe ein Petersburger Telegramm mit zwei und eine halbe Spalte füllen­dem Text der Annexen zur Antwort des Fürsten Gortschakoff, die Salisbury's Rundschreiben punktweise beantwortet. Am Schluffe heißt es: Die Depesche