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Bukarest, 9. Februar.

X\ ;T 7 wcgiwuna ow wnrewns Deinen weroe über dt- Pflege des Gesanges in Haus und Schule, obgleich sie sich, wie wir hören,

um Die «liechte Rumäniens zu vertyeidlgen. In der Kammer wurden mehrere, sehr schwer dazu entschlossen hat, aus ihrer, durch die Versetzung Ihres Mannes be-

Konstantinopel noch nicht in

Berliner Fremdenblatt vom 6. Februar 1878 :

Frau Elise Polko hat, auf musikalisch pädagogische Anregung hin, (vornehm­lich auf die Bitte des Gesangpädagogen Prof. Dr. A. Tottmann in Leipzig) in Osna­brück, Creuznach und Elberfeld mit wahrhaft glänzendem Erfolge Vorlesungen geholten

Amerika.

New-Aork, 7. Februar. Die Handelskammern von New-Jork und San Francisco haben an den (Kongreß energische Proteste gegen die Silberbill gerichtet.

Telegraphische Depeschen.

Privat-Depesche des Gießener Anzeigers.

London, 11. Februar.Reuter's Bureau" wird aus vom 10. Febr. via Bombay gemeldet, daß die brittische Flotte die Dardanellen eingelausen sei.

Wagner'S telegr» Eorrespondenz-Bureau.

Wien, 9. Februar. DiePolit. Corresp." meldet aus

Pesth, 9. Februar, Im Unterhause interpellirte Czernatony den Mini- sterprästdellten in Betreff der Bedingungen des Waffenstillstandes, die ihm als strategische, mehr gegen die anderen Mächte als gegen die Türkei gerichtete Dispositionen erscheinen, und in Betreff des Zusammentritts der Conferenz.

Rom, 9. Februar. Nachdem die für das Conclave ausersehenen Räum­lichkeiten sich als unzulänglich erwiesen haben, bestimmte das Cardinal-Collegium das hinter der Peterskirche liegende Capitelhaus zu diesem Zwecke, vorausge­setzt , daß die italienische Regierung die ungestörte Abhaltung des Conclaves sichert. Cardinal Pecci verhandelt mit der italienischen Regierung durch Ver­mittlung des französischen Botschafters. Wie versichert wird, wäre die Mino­rität, welche das Conclave außerhalb Roms abgehalten wiffen wollte, sehr gering.

Petersburg, 9. Februar. Officiell. Auf Befehl des Kaisers ist das Verbot der Ausfuhr von Getreide und anderen LebenSmitteln, sowie von Fellen und anderen Fabricationsstoffen dieser Art aus den russischen Häfen wieder aufgehoben worden.

Petitionen von Einwohnern Berlads (Bolgrads?) verlesen, worin dieselben sich zu jedem Opfer für Die Integrität bereit erklären.

Rew'Nork, 9. Februar. Prioat-Telegramme aus Südamerika berich­ten von einem Erdbeben, das ungeheuren Schaden angerichret habe. Die Städ.'e Lima und Guayaquil seien fast gänzlich zerstört.

London, 9. Februar. Heute fand in Cremorn Garden ein großes Meeting unter dem Vorsitz von Sir Coutts Lindsay statt, auf welchem mehrere Parlamentsmitglieder anwesend waren. Zwei mit großer Majorität angenommene Resolutionen sprechen das Vertrauen der Versammlung zu der Politik der Regiernng aus.

Athen, 9. Februar. Die Insurgenten in Epirus erklärten vermittelst eines Decrets die Vereinigung des Landes mit Griechenland und riefen die Christen Albaniens und Epirus' zu de« Waffen. Das Gros der griechischen Armee ist nach Lamia zurückgekehrt. General Soutza hat seinen Abschied ein» gereicht.

Rom, 9. Febr., Nachts. DieJtalie" berichtet über die gestrige Ver­sammlung der Cirdinäle, dieselbe sei so bewegt gewesen, daß einige Cardinäle das WortSchisma" gebraucht hätten. Cardinal de Pietro drohte einige Male, die Sitzung aufzuheben. Man wollte den hinterlaffenen Anordnungen Plus IX. in Betreff der Abhaltung des Conclaves in Rom nicht Rechnung tragen und dieselben nur als einfache Rathschläge betrachten. Einen Augenblick konnte man glauben, die Anhänger Mannings würden die Oberhand behalten, dieselben blieben aber bet der Abstimmung über die Zwischenfrage in der Minorität. Die Partei der Intransigenten veränderten alsbald ihre Taktik, unter dem Vorgeben, daß die Lokalitäten unzulänglich seien. Die Gemüther zeigten sich so verbittert, daß eine ruhige Discussion unmöglich war und die Frage auf morgen vertagt werden mußte. In Genua, Lioorno und Mailand fanden unbedeutende Demonstrationen gegen das Garantiegesetz statt. Die Regierung ergriff Maßnahmen gegen die Widerkehr der Ruhestörungen. Die Voce della Vertta" glaubt (in ihrer letzten Ausgabe) versichern zu können, daß das nächste Conclave in Rom abgehalten werde. Aus Florenz wird berichtet, daß nach dem Requiem für Victor Emanuel, als die Arbeitervereine heimkehrten, Ruhestörungen stattsanden, wobei ein Individuum eine Ocstnibombe in die Massen warf, wodurch 5 Personen verwundet wurden. Das Individuum wurde verhaftet., Die Menge wollte daffelbe maffacriren.

Wien, 10. Febr. DiePresse" meldet aus Bukarest: Der Minister des Aeußern theilte den Hafencommandanten mit, daß die Donauschifffahrt bis Nikopolis freigegeben und die Ausfuhr von Cerealien wie in normalen Zeiten gestattet sei.

Petersburg, 10. Februar DieAgence Raffe" bemerkt anläßlich der Absendung der britischen Flotte nach dem Bosporus, daß dieser Entschluß des britischen Cabinets, obgleich durch die Nothwendigkeit, die Christen Konstanti- napels beschützen zu muffen rnotivirt, Rußland die Freiheit feiner Handlungs­weise wiedergebe. An sich habe Rußland bereits gelegentlich des Berliner Memorandlims die Entsendung der Flotten vorgeschlagen, wie auch die Entsen­dung Sumarakoff's bezweckt habe, eine Cooperation zur Aufrechterhaltung der Ordnung und eine billige und dauerhafte Lösung der Orientfrage durch die europäischen Machte herbeizuführen. Auch jetzt könne die brittische Flotte als Hülssmittel angesehen werden; jedenfalls werde Rußland sein Verhalten nach demjenigen Englands einrtchten.

Wien, 10. Februar. DieMontags-Revue" meldet, die Conferenz werde unter dem Vorsitze Gortschakoff's zusammentreten und nicht in Wien tagen.

Paris, 10. Februar. Die von der WienerPreffe" gebrachte Nach­richt, daß zwei französische Panzerschiffe nach Konstantinopel beordert wären, wird von derAgence Havas" dementirt.

Petersburg, 10. Februar. DerRegierungsbote" schreibt: Die Waffenstlllstandspräliminarien wurden in der Auffassung veröffentlicht, welche denselben im November im Hauptquartier gegeben worden war; darum erwäh­nen dieselben Odeffa und Sebastopol als die Punkte, wo weitere Verhandlun­gen stattfinden sollten, um genannte Präliminarien zu entwickeln. Da nun aber in der Folge die Präliminarien in Adrianopel unterzeichnet wurden, wer­den auch die weiteren Verhandlungen in dieser Stadt stattfinden.

Am Samstag fand unter dem Protectorat des deutschen Botschafters ein Subscriptionsball der hiesigen Deutschen zum Besten der Verwundeten statt, dessen Ergebniß ein sehr befriedigendes war.

London, 10. Februar. Einer Meldung vonReuters Bureau" ans Konstantinopel zufolge, existirt zwar kein geheimes Abkommen wegen eines Bünd­nisses zwischen der Türkei und Rußland, jedoch soll die Mehrzahl der Minister einer solchen Allianz nicht abgeneigt sein.

Rom, 10. Februar. Die Regierung hat anläßlich des Conclaves alle Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung, die übrigens wahrscheinlich gar nicht gestört werden dürfte getroffen. Die Regierung hat dessenungeachtet die Garnison von Rom verstärkt. Die bei dem Vatikan beglaubigten Ver­treter Frankreichs, Oesterreichs, Spaniens und Portugals haben häufige Con- ferenzen. Heute früh wurde der Leichnam des Papstes öffentlich ausgestellt. Der Besuch war ein ungeheurer. Die Nobelgarden versehen den Dienst. DemPopolo romano" zufolge wurde der Beschluß, das Conclave in Rom abzuhalten, mit großer Majorität gefaßt; nur 11 Stimmen waren dagegen. Nach den neuesten Depeschen befindet sich Garibaldi besser.

Rom, 10. Febr. Bald nach dem Eintreffen der abwesenden Cardinäle wird das heilige Collegium sich als permanente Kongregation erklären. Wegen des Andranges zur Leiche des Papstes ist Militär requirirt worden.

Athen: Nach­dem mehrere der fremden Mächte den Hellenen den Schutz ihrer nationalen Rechte zugesagt, wurde General Soutzo beordert, bis zum Zusammentritt und dem eventuellen Ende der Conferenz definitiv in seinen Stellungen zu bleiben. Die Rüstungen werden einstweilen fortgesetzt.

Italien.

Nom, 9. Februar. Der Herzog von Aosta hat das Commando des Armee-Corps von Rom übernommen. In Folge des Ablebens des Papstes sind die Functionen des Staatssecretärs, Cardinals Simeoni, erloschen und führt diese Geschäfte einstweilen der Secretär deS heiligen Collegiums Lasayni, während Simeoni Präfekt des Palastes bleibt. DieGazetta ufficiale" sagt: Die Aerzte haben constatirt, daß der Papst an einer Lungenlähmung starb. Zu der Trauer in der katholischen Welt um den Tod des erhabenen und verehrten Oberhauptes geselle sich das Bedauern der Welt, die eine der größten Gestalten unseres Jahrhunders verschwinden sehe. Das Pontificat Pins IX. habe unauslöschliche Spuren in der Geschichte Italiens und Europas zurückgelassen. Das Blatt constatirt das achtungsvolle Verhalten der Bevölke­rung. Bis zur Ausstellung des Leichnams in Der Peterskirche werden alle öffentlichen Belustigungen geschlossen. DerRisorma" zufolge erhielten die Präfekten den Befehl, dem Papste die einem Souverän zukvmmenden Ehren zu erweisen, jedoch wegen Betheiligung an der Leichenfeier die Einladung der geist­lichen Behörden abzuwarten. Der Kriegsminister ertheilte den Militärbehör­den dieselben Weisungen. DieJtalie" meldet: Der Beschluß^ der gestrigen (Kongregation, das Conclave in Rom abzuhalten, wurde mit 3 stimmen Ma­jorität gefaßt und zugleich beschlossen, vor der definitiven Entscheidung die An­kunft der Cardinäle in Rom abzuwarten.

Rom, 9. Februar. DieOpinione" meldet: Die Vertreter der Mächte beim päpstlichen Stuhle sprachen dem Cardinal Simeoni gegenüber die Hoff­nung aus, daß der Papst in Rom gewählt werde, wo die vollständige Freiheit der Wahl von der italienischen Regierung verbürgt werde. Simeoni erwiderte, dies sei auch die Absicht des heiligen Collegiums. Einer der Vertreter soll noch gesagt haben, der heilige Stuhl sollte nunmehr die feindselige Haltung gegen die Regierung aufgeben. DieOpinione" bemerkt weiter, Herr o. Keu- dell sei von seiner Regierung dahin instruirt worden, sich jeder Einmischung in die Wahl des neuen Papstes zu enthalten.Popolo Romano" sagt, es scheine endgültig entschieden zu fein, daß das Conclave in Rom zusammentreten werde. Die Eröffnung solle am 17. d. stattfinden. Gestern wurde das Testament Pius' eröffnet. Daffelbe ist sehr kurz und ausschließlich kirchlichen Interessen gewidmet. Der Papst constatirt, daß die Bestrebungen seines ganzen Lebens dem Wohle des heiligen Stuhles gegolten, und empfiehlt der Kirche, während der Vacanz drei bereits namhaft gemachte Cardinäle mit der Leitung der Kirche zu betrauen. Das Testament macht allgemein einen sehr guten Ein­druck. Gestern Abend wurde ein Ministerrath abgehalten, welcher die nöthigen Dispositionen getroffen hat, um die volle Freiheit des Conclaves zu sichern. Die Cardinäle aus den Provinzen beginnen bereits einzutreffen.

Rußland.

Petersburg, 9. Februar. Das Sensations-Telegramm des britischen Botschafters Layard erregt hier umsomehr Befremden, als die hier zuletzt ein- gegangenen Nachrichten vollständiges Einvernehmen zwischen dem russischen Hauptquartiere und den türkischen Delegirten meldeten. Die telegraphische Verbindung erreicht Adrianopel noch nicht; nur dadurch wird die Wirkung des Telegrammes Layard's erklärlich. DasJournal de St. Petersbourg" sagt nach osficiellen Quellen, schon am 21. Januar seien den türkischen Dele­girten die Bedingungen mitgetheilt worden. Dieselben hätten alsdann neue Vorschriften aus Konstantinopel verlangt.

Rumänien.

Bukarest, 8. Februar. Senat und Deputirtenkarnrner verhandelten gestern in öffentlichen Sitzungen über die Interpellation wegen Bessarabiens. Die Minister Cogalnitscheano und Bratiano gaben Erklärungen ab, denen zufolge es sich bestätigt, daß russische Eröffnungen in Bezug auf die Abtretung Bessa­rabiens erfolgt sind. Die Kammern beschlossen darauf einstimmig Motionen gegen die Abtretung.

Im Senat kündigte Stourdza eine Inter pellation an, ob Die Regierung die Bedingungen des Waffenstillstandes kenne und mittheilen wolle, sowie ob die Regierung die Conferenz beschicken werde,

Eingesandt.

Verehrltche Redaktion des Gießener Anzeiger.

Gießen, 8. Februar 1878.

Bei den vielfach ungünstigen Beurtheilungen, welche Frau Elise Polko während ihres hiesigen Aufenthaltes erfahren, (wohl unverdient? D. R.) dürfte eS wohl nicht uninteressant sein, auch einmal eine Stimme von anderer Seite zu vernehmen und er­laube ich mir daher, anliegenden Auszug aus dem Berliner Fremdenblatt, für dessen Treue ich einstehe, zu gef. Abdruck in Ihrem geschätzten Blatt zu empfehlen.

Hochachtungsvoll

N. N.