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Das Journal bezweifelt die Richtigkeit der Mittheilung des „Times"- Correspondenten über feine auf die Griechen bezügliche Unterhaltung mit dem Großfürsten und sagt: Wann Europa im Geiste der Emancipation und der Versöhnung der Probleme, die dasselbe im Orient beschäftigten, vorgehen wolle, werde Rußland keine Hindernisse entgegenstellen, vorausgesetzt, daß nicht im Geiste der Chikane und Eifersucht, sondern mit dem aufrichtigen Wunsche, eine dauerhafte Lösung zu finden, vorgegangen werde. — Die russischen Journale sprechen sich über die Lage gemäßigter aus.
Paris, 9. April. Der „Temps" commentirt die Debatten im englischen Parlamente und schließt seine Betrachtungen folgendermaßen: England hält das Recht, den ganzen Friedensvertrag zu discutiren, aufrecht und bereitet sich zum Kriege vor. Aber die Reden der englischen Minister sind weit entfernt davon, die Pforte der Versöhnung zu schließen. Es bleibt Rußland nichts mehr übrig, als den Weg der Concessionen zu betreten. Der „Temps" glaubt an einen Schiedsspruch Deutschlands, dessen Interesse es sei, daß Rußland aus seinen Abenteuern weder zu sehr beschädigt, noch zu triumphirend hervorgehe. So unzulässig es gewesen wäre, daß die orientalischen Angelegenheiten durch einen rufsisch-türkischen Vertrag geregelt würden, so gerecht und nothwendig sei es,
einzunehmen gewillt sei. ~
Petersburg, 9. April. Das „Journal de Ät. Pötersbourg" hebt die überall in Europa während der letzten Tage aufgetauchte Hoffnung auf Erhaltung des Frieden« hervor und weist darauf hin, was geschehen müsse, um eine Lösung herbeizuführen: Rußland verlange, daß die für die christlichen Bewohner der Türkei erworbenen Wohlthaten nicht durch solche unwirksame Stimulationen, wie den Vertrag von 1856, sondern durch materielle Garantien gesichert werden. Rußland könne eine ephemere Entscheidung des Congresses nicht annehmen, weil dieselbe den Frieden nicht sichere. Wenn Europa die orientalische Aufgabe im Sinne der Emancipation und Befriedigung der Christen übernehmen wolle, würde Rußland keine Schwierigkeiten erheben; nur müsse die Besprechung der Frage von Vertrauen, und nicht von Eifersucht inspirirt sein. .
Berlin, 9 April. Der rumänische Ministerpräsident Bratiano wurde auch gestern Mittag wieder von dem Fürsten Bismarck empfangen, mit welchem
die natürlichen Antheile Rußlands an der Liquidation der Frage anzuerkennen. „Temps" constatirt, daß die Aufgabe des Congresses eine sehr mißliche sein werde, fürchtet halbe Maßregeln in Ansehung der Türkei und fürchtet namentlich, der Congreß möchte nicht genugsam anerkennen den Dienst, welchen der Ehrgeiz Rußlands Europa geleistet, indem es eine Macht gestürzt hat, welche entschieden jeder guten Regierung und Cwilisation widerstrebe. Der „Temps" wünschte, daß man den vollzogenen Thatsachen in ausgedehntem Maße Rechnung trage und daß der Congreß die alte diplomatische Formel von der In» tegrität des ottomanischen Reiches aufgebe, denn die orientalische Frage sei zur Hälfte gelöst. Es würde eine gefahrvolle Frage übrig bleiben, ließe man Rußland Vorwände, um von Neuem zu versuchen, was ihm diesmal nicht gelungen sei.
Bukarest, 9. April. Die Kammer votirte das Kriegsbudget. Das diesjährige Contingent wird aus 18,000 Mann bestehen.
Rom, 9. April. Der Papst empfing gegen 100 Oesterreicher und Ungarn, worunter hohe Adelige, dankte für die religiöse Kundgebung und sagte, die Kirche Oesterreichs sei Gegenstand seiner besonderen Sorgfalt. Der Papst lobte ferner die Frömmigkeit und Anhänglichkeit des Kaiserhauses an die Kirche und den päpstlichen Stuhl und drückte die Hoffnung aus, daß die religiösen Interessen eine immer größere Entwickelung erhalten würden.
Berlin, 10. April. Der „Nat.-Ztg." zufolge hat sich Fürst Bismarck bei dem gestrigen parlamentarischen Diner entschieden und entrüstet über den Erfinder und die Erfindung der ihm fälschlich zugeschriebenen Absicht, den Reichstag aufzulösen, ausgesprochen und bemerkt, das wäre absolut der verkehrteste Weg, den er gehen könne. -
Versammlung deutscher Tabaksrntereffenten.
Kassel, 7. April. Zu der auf heute einberufenen Versammlung deutscher Handelskammern und wirthschaftlichen Corporationen, die dteBerathung der Tabaks- steuerfrage zum Zwecke hat, hatten sich eine große Anzahl Delegirter eingefunden. Vertreten und angemeldet waren u. A. das Handelsgremium Aschaffenburg, der Handelskammern Bingen, Bremen, Karlsruhe, Kassel, Coblenz, Darmstadt, Dresden, Düsseldorf, Dut-bura, Frankfurt a. M-, Freidura, Gießen, Göttingen, Hamburg, Hannover, Hanau, Heidelberg, Kaiserslautern, Lahr, Leipzig, Magdeburg, Mannheim, Mlhetm a. Rb-, Nordhausen, Nürnberg, Offenbach, Osnabrück, Trier, Wesel, WormS, Minden, Bielefeld, Solingen, die Kaufmannschaft Karlshafen, der Verein zur Vermehrung der gemeinsamen, wirthschaftlichen Interessenten für Rheinland und Westphalen (Düsseldorf), der Handelsveretn in Gi.ßen, die Handels- und Gewerbekammern Heilbronn, Offenburg, Würzburg, der mittelrheinische Fabrikantenverein in Mainz, der Handelsrath in Speyer, die Kaufmannschaft in Berlin, der Verein deutscher Kistenfabrikanten tn Bremen rc- Die zusammen etwa 112 Personen gestern Abend stattgehabte Voroersamm- lung wählte in das Präsidium die Herren Haurand, Frankfurt a. M, Schoppenberg, Berlin und von Griesheim, Kassel, das Schrtftführeramt wurde den Herren HandelS- kammerfecretär Puls, Frankfurt a. M. und Lewtnstein, Berlin, übertragen.
Die Hauptversammlung wurde heute um VilO Uhr unter dem Vorsitz deS Herrn Haurand aus Frankfurt a. M., Schöppenberg aus Berlin und von Griesheim aus Kassel eröffnet, und gelangten in derselben bis zu der gegen 1 Uhr eingetretenen Vertagung folgende Resolutionen zur Annahme:
1) Dos Tabaksmonopol und das englische System der Tabaksbesteuerung sind wegen der mit ihnen nothwendig verbundenen verderblichen Wirkungen schlechthin unannehmbar. Das Monopol würde einem der blühendsten Industriezweige dem Prwat- betrieb, tn dessen Händen die deutsche Tabaksindustrie zur leistungsfähigsten der Welt geworden ist, entziehen, eine Reihe mit dieser Haupttndustrie zusammenhängenden Hülfstndustrieen zur Verkümmerung bringen, die deutschen Rohtabaksmarkte — die bedeutendsten Europas — zerstören und den umfangreichen und für das Nationalvermögen sehr vortheilhaften Export von Rohtabaken und Tabaksfabrikaten lahm legen, während das englische System der Tabaksbesteuerung mit seinem Verbot der Tabaks- produktion ein naturgemäßes Bodenerzeugnitz Deutschlands, an welches sich die starrsten Interessen der Landwirtbschaft knüpfen, zum Schaden des Ganzen vom deutschen.Boden vertrieben würden. Die Folgen wären unabwenvbar, die Versammlung protestirt daher gegen jeden Versuch der Einführung des Monopols und des englischen Systems tn Deutschland. m a
2) Die Versammlung protestirt ebenso entschieden gegen den von dem Bundes- rath genehmigten Gesetzentwurf, betreffend statistische Erhebungen über die Tabaksfabri- cation und den Tabakshandel, und erklärt denselben für voll g unannehmbar weil die Art und Weise, wie nacb demselben die beabsichtigten> Ermittelungen^veranstaltet werden sollen, einen so unerhörten Eingriff in die wirthschaft tche Freiheit und Sicherheit repräsentirt, wie er den Betroffenen nicht empfindlicher auferlegt werden konnte. ®tati- stffche Erhebungen im Allgemeinen und ohne jede vorherrschende Tendenz erscheinen dagegen nur erwünscht- Jeder Anordnung so'cher, wie einer ieden Aenderung in der Natur und Höhe der Tabakbesteuerung und des Tabakzolles müssen indesten gutachtliche Aeußerunaen der von den betheiligten Tabakspflanzern, Tabakshändlern, TabakS- und Ctparrenfabrik inten, sowie den Htlfsindustriezwetgen - ober von den Handelskammern — gewählten Delegtrten vorangehen, damit ein Modus gefunden werde, welcher Production, Handel, Fabrication und Export auf der gegenwärtigen Höhe erhält.
In der gegen 3'/r Uhr weiter fortgesetzten Nachmtitagssitznng wurde weiter ’ beschlossen: & tfteuer*
Di/ F^brckMsteuer ^tn* der Höhe und dem Gesetzesrahmen, wie solche in Amerika ' besteht, ist unannehmbar. Ueber die Möglichkeit der Anpaffung aus deutsche Verhält- ■ nisse einen Beschluß zu fassen, hält die Versammlung für verfrüht und behält sich ihre i Stellungsnahme für den Fall vor, daß ihr positive Vorschläge der Regierung bekannt werden-
Lokal'Notiz.
Gießen, 10. April. Der SchwurgerichtShof oerurtheilte gestern den Feldschützen Wilhelm Becker von Kirtorf, wegen Bestechung (tn fünf Fällen) zu einer Gefangniß strafe von 1 Jahr unter Aufrechnung eines Monats der erstandenen Untersuchungshaft, sowie zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus die Dauer von 2 Jahren.
Wegen eines sechsten Bestechungsfalles erfolgte auf ergangenes „Nichtschuldtg Freispre ch unp.
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ec längere Zeit conferitte. \
Wien, 9. April. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel ■ vom 8. d. : Zwischen dem Großfürsten Nikolaus und Savfet Pascha finden fortwährend sehr lebhafte Verhandlungen bezüglich der Haltung der Türkei bei einem event. englisch-russischen Confiicte statt. - Die Türken wie die Russen arbeiten emsig an der Vervollständigung ihrer befestigten Linien. Die türkische Ministerkrisis dauert fort. Der Rücktritt Achmed Vefik Pascha's ist ungewiß
Dieselbe Correspondenz meldet aus London von heute: Die Fortsetzung der Land- und Seerüstungen ist auf dem englischen Regierungsprogramm als stehend anzusehen. Die Ausschiffung britischer Truppen auf Mitylene und die Occupatio» Mitylenes als britische Station wird in nicht zu ferner Zeit gewärtigt. , .
Aus Bukarest wird der „Polit. Corresp." unterm Heutigen gemeldet: Der russische diplomatische Agent in Bukarest, Baron Stuart, hatte vorgestern dem Fürsten Karl persönlich und außerdem der rumänischen Regierung Eröffnungen gemacht, die dem Wesen und Charakter nach mit der drohenden Sprache Gortschakoff's gegenüber dem rumänischen Agenten in Petersburg, Ghika, konform waren. Fürst Karl und die Regierung waren über die Drohungen um so indignirler, als die gegenwärtige ausgedehnte Dislocirung der rumänischen Armee von Turnsevenn bis Galatz dieselbe bei einem event. Handstreiche oder Entwaffnungsversuche exponirter erscheinen läßt.
Petersburg, 9. April. Der bereits signalistrte Artikel des „Journal de St. Petersburg" bespricht die jüngsten Ausführungen der „MontagSrevue" über die gegenwärtige Lage und constatirt die friedliche Strömung, die sich aus dem mäßigenden und gewichtigen Einflüsse Deutschlands herschreibe. Solchen Einfluß könne Niemand besser ausüben als die Berliner Regierung. Angesichts des Vertrauens und der Sicherheit, die sie in Wien, London und Petersburg einflösse und Angesichts der Thatsache, daß sie Niemand demüthigen wolle, um zum Ziele zu gelangen, seien zwei Bedingungen erforderlich: einmal, daß man vollendeten Thatsachen Rechnung trage — die für die Christen durch russisches Blut erlangten Wohlthaten müßten anders sichergestellt werden, als durch den Vertrag von 1856; wenn der Congreß zur Discutirung neuer Garantien zusammen trete, werde Rußland dieselben mit dem aufrichtigen Wunsche prüfen, darin ein gewünschtes Aequivalent zu finden. Sodann sei zu beachten, daß, wenn gewisse Mächte verlangten, Sicherheitsmaßregeln für die Zukunft zu ergreifen, es ungerecht sein würde Rußland allein zu verhindern, sich zu decken. Rußland habe den bulgarischen Aspirationen größere Befriedigung verschafft, weil dieselben direkt in Frage waren und den Gegenstand des Kampfes bildeten. Rußland habe aber nicht die griechischen Bevölkerungen vergessen. Hätte Rußland allein noch umfassendere Initiative ergriffen wodurch die Existenz der Türkei noch mehr bedroht worden wäre, so würde nan Rußland der Präcedenz ange- klagt haben. Rußland habe der Fürsorge Europas eine weite offene Pforte gelassen und werde sich niemals bemühen, entgegenzustellen, daß auch die Griechen unter freien Institutionen und Garantien wie die Bulgaren sich entwickelten.
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«ivilisation und Befreiung der unterdrückten Völkerschaften beruhen. Musfolino betonte die Nothwendigkeit der Aufrechterhaltung des Pariser Vertrages, weicher den Zweck hatte, die übermäßige Vergrößerung Rußlands in Europa zu Verbindern. Rußland wolle sich direct oder indirect der Türkei bemächtigen, was Europa nicht zulasien dürfe. Redner beantragte eine Tagesordnung, welche die Aufforderung an die Regierung enthält, für den Pariser Vertrag und das Lon. doner Protokoll einzustehen und dahin zu wirken, daß alle türkischen Provinzen durch sämmtltche Mächte für neutral erklärt werden. Morgen soll die Debatte fortgesetzt werden.
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Eorrespondenj-Bureau.
Berlin, 9. April. Sitzung des Reichstags. Neu eingegangen ist der Gefitz- intwurf tetr, statistische Erhebungen über Tabakshandcl und Tabaksfabrikation, sowie ein weiterer Nachtragetat. Der Gesetzentwurf betr. Zuwiderhandlungen gegen daS zur Abw.hr der Rinderpest erlassene Vieheinfuhrverbot wurde nach längerer Debatte in -weiter Lesung unter Annahme von AmendementS erledigt, welche einzelne Strafbe stimmungen wesentlich mildern. Zwei Berichte der Reichsschulden-Eommifston werden der Rechnungs-Commission überwiesen. Folgen Petitionen.
Das HauS berstth schließlich den Antrag Hirsch'« auf Abänderung des Haftge- s.tzes durch die Ausdehnung desselben auf alle mit Gefahr für Leben und Gesundheit verbundene Gewerbebetriebe, unh durch anderweitige Regelung der Beweislaft zum »wecke des wirksamen Schutzes der Beschädigten. An der Über die zu dem Anträge gestellten Amendements entstandenen Debatte betheiligten sich Hertling, Stumm, Kapell und LaSker. Nächste Sitzung morgen. ~
London, 9. April. Die „Times" erachtet das Ergebmß der gestrigen Debatte im Parlamente im Ganzen als beruhigend für Europa und lobt Bea- consfield's Rede; sie ist nicht Derby's Ansicht, daß keine englischen Interessen wirklich bedroht seien und hebt hervor, daß die von der Regierung adoptrrten Maßregeln nicht absolut kriegerisch seien. Es handle sich nur um die Erklärung, daß Interessen auf dem Spiele stehen, für welche England im schlimmsten Falle bereit sei, einen Krieg zu führen.
— „Reuter's Bureau" meldet aus Konstantinopel: Der Sultan sendete Savfet Pascha zum Großfürsten Nikolaus, um sich über den Zeitpunkt der Räumung der Demarkationslinie durch die russischen Truppen zu erkundigen. Der Großfürst wies auf die Anwesenheit der britischen Flotte im Bosporus hin.
Wien, 9. April. Die „Wiener Abendpost" schreibt: Durch die gestrigen Erklärungen der britischen Regierung im Parlament schienen die Chancen des Congresses wieder in den Hintergrund gedrängt zu sein. Der Schwerpunkt der nächsten GntscheidungkN liege nach wie vor in Petersburg, d. h. in der Stellung, welche die russische Regierung gegenüber den Forderungen Englands


