Nr, <263. Er-,res MiZit. Sonntag den W. November 1878*
Kichener *Amc iger
Anflize- n) Amtslikit fit Ära Kreis Gießra.
“ T "7." . - 11 vierteliäkrlick 2 Mark 20 Pf. mit Brinaerloh^
Pr»t^l"on8burc“«:- s Schulstraße B. 18. Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Amtlicher Htzeil. Bekanntmachung.
Die von uns für Gießen, Allendorf a. b. Lahn, Großen-Linden, Klein-Linvcn, Lang-Göns, Leihgestern und Watzenborn-Steinberg ang ordnete Hundesperre heben wir hiermit wieder auf.
Gießen, am 8. Novbr. 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann.__________________________________
Bekanntmachung.
In Gemäßheit des § 9 des Gesetzes vom 13. Februar 1875 über die Naturallnstung für die bewaffnete Macht im Frieden, werden hiermit nachstehende Durchschnittsmarktpreise vom Monat October veröffentlicht:
Hafer 13 JA.. 72 4 Heu 4 JA. 33 H, Stroh 3 JA. 50 per 100 Kilogramm.
Gießen, am 8. November 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann. ____________ ___________
—--- " ~ Gießen, am 8. November 1878
Das Großherzogliche Rentamt Gießen
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Bezirks.
Die Berichtigung der Martinitag lauf. Js. fälligen Pacht- und Loosholzgelder, sowie der Beiträge zu den Forstdienerbesoldungen hat bis zum 25. lauf. Mts. bei Meldung der Mahnung — anher zu geschehen.
Sie wollen dies auf ortsübliche Weise zur Kenntniß Ihrer Gemeinve-Angehörigen bringen. Schliephake.__
Uolilisch
Kerrkschland.
Darmstadt, 7. November. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht:
Am 6. Novbr. dem Mtnisterial-Secretär bet dem Ministerium des Innern, Maximilian Frhr«. v. Gagern den Charakter als „Regierungsrath" zu verleihen; an dems. Tage den Mintstertalrath bei dem Ministerium des Innern, Wilhelm Neuling, aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen eifrigen und ersprießlichen Dienste, in den Ruhestand zu versetzen..
Berlin, 6. Novbr. Das „Berl. Fremdenbl." berichtet Folgendes über btc Trauung des Grasen Rantzau und der Comtefse Marie v. Bismarck: „Die kirchliche Trauung des Brautpaares fand im Congreß-Saale heute Nachmittag Zi/z Uhr durch den Prediger der St. Bartholomäusftrche, Hern Vorberg, statt, nachdem kurz zuvor durch den Standesbeamten, Herrn Dr. phil. Noht, der standesamtliche Act in einem Prwatztmmer vollzogen worden ist. Um 5 Uhr war FamiUendiner von 60 Gedecken im Kleinen Saal und um 7 Uhr beabsichtigte das junge Ehepaar nach Wien abzureisen. Der Trauung folgte im engsten Fan.ilier kreise ein Diner, an welchem außer den Mitgliedern der Häuser d. Bismarck und v. Rantzau der Staatssecretär v. Bülow, der württembergische Gesandte, Frhr. v. Spitzenberg, der Wirkliche Geh. Legattonsrath Bucher, der Chef der Reichskanzlei, Geh. Regterungsrath Tiedemann und der Legationsrath v. Holstein tbetlnahmen.
Berlin, 6. Nov. Wie der „Köln. Ztg." von bestunterrichteter Seite mit Bestimmtheit versichert wird, ist bis jetzt noch gar nicht abzusehen, wann es zu einer Revision des Zolltarifs kommen soll. Zunächst wird die preußische Regierung die Revision des Zolltarifs beim Bundesrath beantragen; das Weitere wird von den ferneren Vertragsverhältnisien mit Oesterreich abhängen. Zur Zeit scheint man noch eine Verlängerung des Vertrages für nicht ausgeschlossen zu hallen; kommt eine solche nicht zu Stande, dann möchte freilich eine Revision tc8 Zoütaiiss schwerlich bis zum Jahre 1880 vertagt bleiben. Auch andere gewichtige Anzeichen sprechen dafür, daß man eine etwaige Revision des Zoll- tariss nicht ohne Noth verzögern werde. — Ueber die Dauer der jetzigen An- Wesenheit des Fürsten Bismarck in Berlin ist noch keine Bestimmung getroffen. Während es anfänglich hieß, der Fürst werde unmittelbar nach der heute statt- stndenden Vermählung seiner Tochter abreisen, hört man jetzt, er werde bis i Fade nächster Woche hier verbleiben und gedenke zunächst noch Bestimmungen sür die Landtagsarbeiten, sowie bezüglich der Vorlagen für den Reichstag zu treffen.
Berlin, 7. November. Einen neuesten Beleg für die Unzulänglichkeit der obertrdlschen Telegraphen-Linien bietet die bet der Lage der Dinge im Orient doppelt fühlbare Thatsache, daß seit der Nacht vom 2. zum 3. November, in welcher weite Strecken in Oesterreich von einem bedeutenden Schneefalle betroffen wurden, alle regelmäßigen telegraphischen Verbindungen mit Wien albgeschnitten sind. Eine derartige Jsolirung der österreichischen Hauptstadt von d«tm Weltverkehre dürfte eine sehr verständliche Aufforderung an die öster- rsichisch-ungarische Telegraphenverwaltung sein, die günstigen Erfahrungen, welche mit dem Bau der unterirdischen Linien in anderen Ländern gemacht sind, zu
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verwerthen und die oberirdischen Linien wenigstens für die wichtigeren Orte Oesterreich-Ungarns durch unterirdische Leitungen zu ersetzen.
— Der Kaiser, welcher genau in 4 Wochen nach Berlin zurückzukehren gedenkt, wird nach den jetzigen Dispositionen, wie wir mit voller Bestimmtheit melden können, in den ersten Tagen nach seinem Eintreffen in Berlin die Regierung in vollem Umfange wieder übernehmen. Heute Vormittag haben im Reichs-Justizamte die Sachverständigen-Conferenzen bezüglich des Erlaffes eines Pfandbrief-Gesetzes unter Vorsitz des Präsidenten des Justizamtes, Dr. Friedberg, begonnen. Es sind hierzu außer den anerkannten Autoritäten auf diesem Rechtsgcbiete auch praktische Juristen, welche Rechtsbetftände von Landschaften und Hypothekenbanken sind, herangezogen worden. (Köln. Ztg.)
Frankreich.
Paris, 5. November. Heute fand die Eröffnung der Vorlesungen der katholischen Universität von Paris in der Capelle des Carmes statt. Nach der feierlichen Meffe hielt Msgr. Richard, Coadjutor des Erzbischofs von Paris, eine Ansprache, um darzuthun, daß der Charakter des Kampfes gegen die Kirchs immer derselbe sei: Beschimpfung und Gewaltthat.
Paris, 7. November. Laut dem „Avenir militaire" bereitet der Krtegs- minister einen Gesetzentwurf über Umgestaltung der Jäger zu Fuß vor. — Laut dem „Moniteur" trifft der Herzog von Cumberland morgen in Kopenhagen ein; seine Vermählung mit der Prinzessin Thyra soll in nächster Zeit erfolgen. — Die Seine steigt noch immer und die Schifffahrt ist noch zum Theil unterbrochen.
Nußland.
Petersburg, 8. November. Gegenüber den Meldungen auswärtiger Blätter von der Ernennung Schuwaloff's zum Vicekanzler und der bevorstehenden Uebernahme der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten durch denselben ist zu constatiren, daß bisher keine solche Mtttheilungen aus Livadia eingeg ragen sind. Ebensowenig liegt eine Meldung von einem Demissionsgesuch Gortschakows vor. Die Nachricht von der Ersetzung Schuwaloff's in London durch Orloff ist gleichfalls unbegründet; eine derartige Eventualität war früher mc br- fach besprochen, aber Privatverhältntffe sollen den bezüglichen Wünschen Orloff's eine ganz negative Richtung gegeben haben.
Telegraphische Depeschen.
Magner'» trlegr. TorrespOUde«r -
Berlin, 8. November. Eine gestern hier verbreitete mehreren Personen von Pesth aus durch die Post zugegangene Nummer einer Zeitschrift „Cyankali" wurde vom Polizeipräsidium mit Beschlag belegt, weil sie eine Majestätsbelei- dtgung enthält.
— Die Zeitungen melden die Verhaftungen von fünf hier sich aushaltenden Ruffen, welche, außer einer lebhaften Correspondenz mit Rußland, innigen Verkehr mit den hiesigen socialdemokratischen Führern unterhielten. Drei von ihnen sind Mediciner, einer Theologe und einer Gewerbe-Akademiker.
Pesth, 8. November. (Verspätet). Der Kaiser empfing eine Depu-


