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«erhielten 202 Personen ständige Unterstützung an Geld resp. Brod. Viele Personen -resp. Familien wurden vorübergehend mit Geld, Brod, Kleidungsstücken und Brenn- watertal unterstützt. Von 66 ortsfremden Personen, meist Handwer^sburschen, welche auf Grund des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz Krankenpflege beanspruchten, wurden 30 in das akademische Hospital etngewtesen, die übrigen 36 erhielten Unter
ste betrug 1876:
525 Scbüler,
451 Schülerinnen,
288 Schüler, 428 Schülerinnen.
in der Realschule incl. Vorschule in der höheren Mädchenschule in der Stadtknabensckule in der Stadtmädchenschule^
Die Fortbildungsschule wurde im Winter 1876/77 von 141 Schülern besucht. Den schon seit längeren Jahren bestehenden Kletnkinderschulen, nämlich der allgemeinen Kleinkinderschule und der von der Wittwe des Grostherzaplichen Hofgertchts-Advocaten Dr Dtehm gegründeten Kletnktnderschule hat sich im Jahre 1876 eine solche nach Fröbel'- Ichem System (Kindergarten) angerecht, indem Fräulein Hulda Frttsch eine solche Schule dahier ins Leben rief. — Der seit etwa 300 Jahren von einigen umliegenden Gemeinden zur Besoldung der ersten Schulstelle in Gießen zu leistende jährliche Beitrag wurde durch Bezahlung eines entsprech,nden Capttalsbetrags abgelöst. Umgekehrt löste die Stadt die der Universität seit etwa 200 Jahren an den sogenannten Professoren halben Morgen zustehenden Nutzungsrechte durch Zahlung eines Capitals von 8807 A ab. (Fortsetzung folgt.)
stützung an Geld.
In dem Lchrerpersonal der Realschule und der städtischen Schulen sind im Jahre 1876 durch Weggang und durch Anstellung neuer Lehrer einige Aende rungen tingetreten. Die Sckülerzahl in diesen Schulen ist im steten Steigen begriffen,
Gießen, 9. Januar- Ji einem benachbarten Dorfe unserer Stadt spielte sich in den letzen Tagen vor Weihnachten eine ekelerregende brutale Geschichte ab. Wir konnten Folgendes aus verläßlicher Quelle erfahren: Wie es in den, leider Gottes, immer noch bestehenden Spinnstuben Mode ist, wird daselbst Abends gegessen und ge- trunken nach Herzenslust und von den Burschen die Zeche berichtigt. Um einem öfters den Nassauer oder Potsdamer spielenden, d. h. nicht zahlenden Burschen das Handwerk zu legen, wurde folgender Streich ausgeheckt: Ein in Folge Räude erschaffener Hund wurde nachträglich wieder aus der Erde herausgescharrt und demselben beide Hinterbeine abgeschnitten, welche dann dem betr. Burschen gebraten vorgesetzt werden sollten. Für die Nacht vom 21. auf den 22. Decemder war dieser Schuftenstretch geplant. Weil nun aber der Cadaoer sich bis 11 Uhr Abends nicht gar braten ließ und das Opfer dieses Streiches sich zum Gehen anschickte, verschob man das Aufträgen des Gerichtes auf den folgenden Morgen, wo dann noch mehrere Bewohner des Dorfes Don diesem Braten arglos angeboten bekamen und auch verzehrten. Wie d.as nun nicht anders zu erwarten, sprach sich die Geschichte herum und hörten nun auch die Angeführten von diesem Streich, welche dann auch wie wir vernommen, Anzeige bet hiesigem Stadtgericht erhoben haben. Die Untersuchung soll bereits kingeleitet und vorstehend Erzähltes constattrt haben. Schaden an der Gesundheit haben die Opfer mit einer Ausnahme weiter keinen genommen, aber einen Ek<l für ihr Leben lang werden dieselben wohl daoontragen. Eine exemplarische Strafe dürfte hier am Platze sein um der überhand nehmenden Rohheit wenigstens einigermaßen zu steuern.
Gießen, 9. Jan. Unsere Universität besuchen im Winter-Semester im Ganzen 348 Personen- Es widmen sich der Theologie 20, Rechtswissenschaft 83, Medtcin 67, Thierarzneikunde 8, Cameralwtssenschaft 6, Forstwissenschaft 13, Mathematik 22, Phtlo logte 41, Philosophie rc- 25, Phurmacie 20 und Chemie 16. Zu Vorstehenden gesellen sich dann noch 27 Personen reiferen Alters, welche die Vorlesungen besuchen.
Vermischtes.
* Darmstadt, 8. Januar. Am 28. Januar wird vor hiesigem Bezirksstrafgericht eine Anklagesache gegen die „Neuen Hessischen Volksblätter", resp. deren Redac teur Herrn Rudolf R am speck zur Verhandlung kommen, welche auch für Ihre Stadt und die Leser Ihres geschätzten Blattes von Interesse werden dürfte. Als Klägerin tritt die bekannte Schriftstellerin Frau Elise Polko auf und enthält der incrtmintrte Artikel lediglich etne Abwehr auf Angriffe gegen die Stadt und Universität Gießen, welche sich Frau Polko in der illustrirten Zeitung „Uejer Land und Meer^' erlaubt hatte. Das genannte Blatt hat früher erklärt, es werde bet der öffentlichen Verhandlung gründlich zu dienen wissen und werde ich nicht verfehlen, Ihnen alsbald einen Bericht hierüber zugehen zu lassen.
Literarisches.
Jllustrirte Jagdreitung Organ für Jagd, Fischerei und Naturkunde. Herausgegeben vom königlichen Oberförster H. Nitz sch e- 5. Jahrgang. Nr. 6. enthält: Zu Weihnachten 1877, Gedicht. — Der Steinadler, von Ritter von Tschusi-Schmidhofen. — lieber das Lefaucheux-Gewehr, von I. Neumann. — Der Winter in den Bergen, von B. Rauchenegger, mit Illustration. — Literatur und andere intereffante Notizen. Leipzig, Schmidt & Günther. Alle Buchhandlungen und Postanstalten nehmen Abonnements an. Preis 3 A halbjährlich.
Jllustrirte Frauen-Zeitung (Preis vierteljährlich 2 a 50 ^) Die neueste Moden-Nummec (1) enthält: Ball-, Gesellschafts- und Haus-Anzüge, Mäntel, Capoten, Ball- oder Theater-Mantel, ausgeschnittene Taillen, Hüte, Kragen, Tücher, Taschen- tüher, Schuhe, Stiefel, Corset, Unterrock und Beinkleid nebst passenden Strümpfen, Beinkleid mit Taille, Unterbetnkletd mit ausgeschntttaer Jicke, breiter Gurt für Unterröcke. Prinzeßkleid für Mädchen von 12—14 Jahren und Jahreskleid für Knaben. Oesterretchjsche Bluse für Herren. Decke (Thee-Serviette). Sessel (Puff). Fußbank, Kaninchen als Nadelk ff en, Wäschebeutel mit Korb. Bunt- und Kreuzstichsttckereien, Häckel-, Strick- und Fllet-Gutpüre-Arbeit rc. rc. mit 74 Abbildungen, einer Beilage mit 13 Schnittmustern, verschiedenen Muster-Vorzeichnungen, Namens-Chiffren und Buchstaben in Typen, ferner ein colortrtes Modenkupfer. — Die neueste Unteryaltungs- Nummer (2): Unerbittlich Novelle von W- Dünhetm. — Ein ungedrucktes Gedicht Ferdinand Freiligrath's. Mitgetheilt von Adolph Strodtmann- — Die Taufe Vajk's. Von Adolf Dux. — Aus der Frauenwelt. 11. Von Hans Hcrrig. — Am goldnen Horn. Von Nuredin Aga. 9 Des Sultans Harem und Haushalt. — Verschiedenes. — Wirthschaftliches. — Briefmappe. — Frauen-Gedenkcage. — Ferner folgende Illustrationen : Bildniß-Studie. Von Hans Makart. — Die Taufe Vajk's. Von G. Benczür. — Beim Kindtaussschmaus- Von Carl Kronberger. — Königin Amalie von Sachsen. — Karolina Bauer 1828.
Don allen Krankheiten, welche die Statistik der Sterbefälle bereichern, ist die Lungenschwindsucht, welche täglich Tausende dahin rafft und am häufigsten Trauer in die Familien einkehren läßt, die gewöhnlichste.
Zuerst in Brüssel angestellte und später fast überall wiederholte Experimente haben dar- gethan, daß der Theer, ein harzbaltiges Produkt der Tanne, auf alle mit der Schwindsucht- und Bronchitis Behaftete den wohltätigsten und glücklichsten Einfluß ausübt.
Die beste Anwendung des Theers geschieht in Form von Kapseln und sind die Guy o t^sch en Th eerkap seln ein populäres Heilmittel gegen die obigen Krankheiten geworden. Die gewöhnliche Dosis besteht in 2 bis 3 Kapseln zu jeder Mahlzeit und macht sich darauf eine fast augenblickliche Linderung in dem Zustande der Kranken fühlbar. (42
Zur Vermeidung der zahlreichen Nachahmungen ist genau darauf zu achten, daß die Etiquette der Flacons die Unterschrift des Herrn Guyot in dreifarbigem Drucke trägt.
Depot bei Dr. Hempel, Hlrgchapotheke.
Handel und Verkehr.
Mainz, 8. Janugr. Weizen per März 22.35, Roggen per März 15.60, Hafer per März 15, Rüböl per Mai 37.45
Frankfurt, 7. Jan. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren circa 350 Ockfen, 100 Kühe und Rinder, 190 Kälber und 500 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. A 72—74, 2, Qual. A 68—70, Kühe 1 Qual. A 60—62, 2 Qual. A 55—60. Kälber 1. Qual. A 80-85, 2. Qual. A 64—68, Hämmel 1. Qual. A 55—60, 2. Qual. A 50—52, Schweine 60—62 A das Pfund.
Frankfurt, 7. Jan. (Fruchtberickt.) Wetzen ab Umgegend behauptet, A 22.25 bis 22.50, fremder nichts gethan, A 23—24 übrig. Roggen verlassen, französischer A 17.50—17.75, hiesiger A 17—17.25, russischer nicht genannt. Gerste feinste Waare coulant zu lassen, A 19—23 je nach Qualität und Herkunft. Hafer gut behauptet, A 13—16 je nach Qualität. Mehl noch immer ohne Leben. Futterstoffe flau.
Mehl Nr. 1 J£41, fRr. 2A 37, Nr. 3 A 33, Nr. 4 A 29, Nr. 5 A 23, Roggenmehl o/i (Berliner Marke) A 24, do. II. (Berl. Marke) A 20, Weizen, effect. hies., A —, ab Bahnhof hier A —, ab unserer Umgegend A, Weizen, fremder je nach Qualität A 23—24, Roggen je nach Qualität A 16.50—17.75, Gerste A 18—21.50, Hafer A 12.75—16, Kohlsamen A —, Erbsen A 20—23, Wicken A 17.—, Linsen A 20—27, Rüböl, detail, A 80. Stimmung unsicher. Hauptsächlich gefragt war nichts; wringend offerirt: Alles- (Die Preise verstehen sich sämmllich per 200 Pfund Zollqe- wicht = 100 Kilo.)
Allgemeiner
Anzeiger.
Bekanntmachung.
202) Unter Bezugnahme auf die Art. 34 und 35 des Berggesetzes vom 28. Januar 1876 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß Se. Erlaucht, Graf Friedrich zu Solms - Laubach untern 27. October 1877 mit dem Braunkohlenbergwerke „Tannhäuser" in der Gemarkung Obbornhofen, Kreises Gießen, mit einem Felde von 545193 Quadratmetern beliehen worden ist. Etwaige Einwendungen gegen diese Verleihung müssen bei Vermeidung des Verlustes des Vorzugsrechtes binnen drei Monaten durch gerichtliche Klage gegen den Bergwerks-Eigenthümer geltend gemacht werden. Während dieser Frist ist die Einsicht des Situationsrisses bei der Bergmeisterei Gießen Jedem, gestattet.
Darmstadt, den 7. Januar 1878.
Grotzherrogliche Gber-Iorst- u. Domiinen-Direction, Berg-Abtheilung. Bose.
vdt. Tecklenburg.
Hteinlieferung zur Straßen Unterhaltung.
Das Brechen, Anfahren, Aufsetzen und das Zerschlagen der zur Unterhaltung der Staatsstraßen im Baubezirk Gießen nöthic gen Steine soll an nachbenannten Tagen unb Orten wenigstfordernd versteigert werben:
I- Donnerstag den 10- Januar, Morgens 9 Ubr, zu Gießen im Bramm'schen Wirths- locale für die Straßen von Gießen bis Großen-Linben, von Gießen gegen Robheim, von Gießen bis Steinbach, von Gießen bis Abtheilungsnummer 16 gegen Reiskirchen unb von Kleinlinden gegen Wetzlar.
II. Freitag den 11. Januar, Morgens 9 Uhr, zu Lichim Heinrich Ihring'fchen Wirths- locale in der Braugaffe für die Straßen von Steinbach über Lich gegen Langsdorf und von Heffenbrücker-Hammer über Lich gegen Butzbach.
III Montag den 14- Januar, Nachmittags 12’/2 Uhr, zu Lollar im Gasthaus zur Krone für bie Straße von Gießen über Lollar.
IV. Dienstag den 15. Januar, Nachmittags 121/» Uhr, zu Reiskirchen imGuntrum'sch. nWirthS- locale für die Straße nach Grünberg von Abtheilungsnummer 16 bis Lindenstruth.
V. Mittwoch den 16 Januar, Nachmittags 12i/r Uhr, zu Lang-GönS im Gasthaus zum grünen Baum für die Straßen von Großen-Linden bis Butzbach und von Pohl-Göns gegen Wetzlar.
Die resp. Großherzoglichen Bürgermeistereien werden ersucht, diese Versteigerung im Jnteresfe ihrer Gemeinde besonders bekannt machen zu lassen.
Gießen, am 7. Januar 1878. (162
Großherzogl. Kreisbauamt Gießen.
In Vertretung: M. Wahl, Großherzoglicher Kreisbauaufseher.
Lahrer hinkende Bote, Neichsbo^te,
Keff. Landkalender, Hausfreund, Gustav-Ädolph-Kalender,
bei W. Klee.
Keuerverflchcrungsbank für Deutschland
204) Zufolge der Mittheilung der Feuerversicherungsbank für Deutschland. zu Gothg wird dieselbe nach vorläufiger Berechnung ihren Thetlnehmern für 1877
ca. 8U Procent
ihrer Prämieneinlagen als Ersparniß zurückgeben.
Die genaue Berechnung des Antheils für jeden Teilnehmer der Bank, sowie der vollständige Rechnungsabschluß derselben für 1877 wird zu Anfang des Monats Mat d. I. erfolgen.
Zur Annahme von Versicherungen für die Feuerverstcherungsbank bin ich jederzeit bereit.
Gießen, den 6. Januar 1878.
A. Kicker,
Agent der Feuerverstcherungsbank f. D. zu Gotha.
Miaimtmacfjiiiifl.
Zur Bezahlung der Zinsen, welche von den bei der hiesigen Spar- und Lethkasse angelegten Kapitalien am Ende dieses Jahres fällig werden, sind nachstehende Termine festgesetzt und zwar:
Donnerstag den 10. Januar 1878,
Samstag „ 12.
Dienstag „ 15. „ „
Mittwoch „ 16. ,, „
Donnerstag „ 17.
Samstag „ 19.
Die Interessenten werden daher aufgefordert, die Zahlungen an diesen Tagen in Empfang zu nehmen und hierzu durch Vorzeigung der Schuldscheine sich zu legttimiren. Zugleich wird bemerkt, daß die auf den Donnerstag fallenden Zahltage für die Interessenten der Stadt Gießen, dagegen Me übrigen Zahltage für die Auswärtigen bestimmt sind.
Die Herren Bürgermeister werden ersucht, dieses in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen zu lassen.
Gießen, den 29. November 1877.
Der Rechner der Spar- und Leihkaffe:
Kehr.
Bekauntmachung.
Die für das Garnifon-Lazaretb zu Gießen vom 1. April 1878 bis dahin 1879 erforderlichen Verpflegunosbedürfntffe, wie Fletsch und Backwaaren, V'ktualten rc., sollen
Montag den 14 Januar d. I., Vormittags 10 Uhr, im Wege öffentlicher Submission im Ge- fckäftslocale des bezeichneten Lazareths verdungen werden, wo auch die Brdingungm zur Einsicht ausliegen.
Unternehmungslustige haben ihre Offerten bis zur Eröffnung des Termins, versiegelt und mit entspreckender Aufschrift versehen daselbst einzureichen. (155 Großherzogliches Garnison-Lazareth.
Salz
von der Großherzogltchen Saline Bav Npuhxim, aus grgdstter Soole dargestellt, durch feine Schärfe und Leichtlöslichkeit ausgezeichnet, ist stets vorräthig und zu billigsten Preisen zu beziehen in unserer Niederlage bei Großh. Rendanten Herrn Becker und Herrn Kaufmann J. <2. B Bapst auf dem Markt in Gießen- (71
GroßherzoglicheS Salinen- und Bergamt Bad Rauheim--


