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nehmen barf, auf Watzr^ert beruhen. Das Reuier'iche Büreaa will aus bester Quelle erfahren Haden, der Vertrag trage den Titel: „Friedens-Präliminarien^ und enthalte 29 Artikel, deren erste sich mit Montenegro, ©erbten, Rumänien und der Bulgarei beschäftigen. Die Kriegskosten-Emschädigung sei auf 1410 Mlll. Rubel festgesetzt, wovon 1100 Millionen auf die Gebietsabtretungen der Türket in Asien in Abrechnung gebracht werden sollten, lieber die verbleibenden 310 Millionen feien keine nähern Bestimmungen in Betreff der Zahlungstermine so wie der Zinsen getroffen. In dem Vertrage heiße es, daß bk beiden Regierungen über die Art der Zahlung sich später verständigen würden. Serbien erhalle Sjenttza, Rovibazar, Risch und Vranja; Montenegro Antt- vart, Podgoritza, Spuz und Riksitich. 8 ne Militärstraße durch tue Bulgarei solle den Bost und Telegraphenoerkehr so wie den Truppentransport vermitteln. Die türkischen Truppen dürften sich aber auf dem Durchmärsche ohne besondere Ermächtigung nicht aufhalten. Die Bulgarei wird jedenfalls Wtddin so wie am Aegätschen Meer die beiden Seehäfen Kawala und Lagos und am L>chwarzen Meer Barna und Burgas umfassen, mithin eine Ausdehnung besitzen, die derjenigen Rumäniens entweder gletch- kommt, oder sie vielleicht um ein Kleines übersteigt. Während Rumänien, Serbien und Montenegro vollkommen unabhängig werden, soll die Bulgarei einen Tribut zahlen, im Uebrigen aber unter einem Fürsten, der keiner europäischen Fürstenfamtlie angehören barf, autonom sein. Diesem Fürsten soll eine National-Versammlung zur Seite stehen, im Uebrigen aber soll die Regterungsform unter der Aufsicht Europas durch das Land selbst feftsefttUt werden. Nach zwei Jahren soll die Zahlung eines Tributs beginnen, der zunächst zur Tilgung der Krtegskosten verwandt werden soll. Die Dobrudscha soll, falls der von Rußland gewünschte Austausch gegen Rumänisch Bessarabien nicht zu Stande kommt, ebenfalls der Bulgarei zugesprochen werben. Der Friedensvertrag wird nun, wie schon mitgethetlt, in Petersburg von Safoet und Jgnatteff ratifictrt werden (laut der Times würde die Veröffentlichung erst nach dieser Formalität erfolgen) und 14 Tage später sollen sich die russischen Truppen in San Stefano und Pera am Mar- mara-Meer auf dem Bosporus-Wege in die Heimath einschiffen, ohne Konstantinopel zu berühren. Eine russische Truppenmacht, die 50,000 Mann nicht Übersteigen darf, wird dagegen zwei Jahre lang die Bulgarei besetzt halten, bis sich eine eingeborene Miliz gebildet haben wird. Rußland hat somit nur in vier Puncten den Wünschen der anderen europäischen Mächte Rechnung getragen, Oesterreich gegenüber in der ver hältnißmäßig bescheidenen Vergrößerung Serbiens, England gegenüber in dem Verzicht auf die türkische Flotte und die Besetzung von Stambul, so wie darin, daß die Dardanellenfrage, die im Großen und Ganzen auf dem alten Standpunkt verbleiben wird, der Conferenz vorgelegt werden soll. Im Uebrigen hat Europa seit der Neugestaltung Italiens und Deutschlands keine so große und weltgeschichtlich bedeutende Veränderung der Landkarte mehr gesehen, wie sie durch den am Abend des 3. d. unterzeichneten Frieden theils festgesetzt, theils eingelettet wird. Mit Mühe und Noth hat die Pforte sich Erzernm, Adrianopel und Salontcht gerettet; in Asten verliert sie freilich nur das etwa 100 km breite Gränzgebiet mit den wichtigen Festungen Batum, Ardahan, Kars und Bojazid, tm Osten der europäischen Balkanhalbtnsel wird sie dagegen auf den ver- hültnißmäßig bescheidenen Umkreis von Konstantinopel und Adrianopel beschränkt, und tzanz davon abgetrennt liegt, das, was sie von Thessalien, Epirus, Macedonien, Al tanien, Rascten, Bosnien und der Herzegowina Übrig behält. Zu bemerken ist bei dieser Neugestaltung der Balkanbalbinsel, daß die in Aussicht genommene Abgrenzung der Bulgarei weitaus dasjenige übersteigt, was jemals — und auch von der letzten Conferenz — als „Bulgarei" bezeichnet worden ist. Rußland hat eben den größten Theil von Rumelien und ein großes Stück von Macedonien hineingezogen. Ein großer Theil dieses Gebietes ist von Türken, ein noch größerer, u. A. der ganze Küstenstrich einschließlich Kawalas, von Grirchen bewohnt, die überhaupt in der gegenwärtigen Phase der orientalischen Angelegenheiten sehr wenig Aussicht auf eine Verwirklichung ihrer Wünsche haben. Ob sich nun die Mächte auf der Conferenz mit diesen Ab nachungen einverstanden erklären werden, dürfte bet der Unklarheit, die gerade in der Konferenz- oder Congreßfrage herrscht, nur schwer zu entscheiden sein. Zumal sind die österreichischen Absichten durchaus unklar. Der Standard nennt schon diejenigen österreichischen Truppen, die zur Durchführung des mililärischen Theils der Besetzung von Aosnien und vielleicht noch weiterer Provinzen der Türkei ausersehen seien. Danach
wur>. en Ende März drei Divisionen mit 36 Bataillonen Infanterie, 6 Jägerbataillonen, 8 Schwadronen Cavallerie, 9 Batterien und 6 Compagnien Pioniere, insgesammt 3o,000 Mann mit 72 Kanonen und 6900 Pferden in Bosnien einrüden. Eine Reserve dioiston würde außerdem im südöstlichen Ungarn zusammenaezogen werden Das Ur- thetl der ausländischen, zumal englischen Presse über die Friedensb^dingungen lauf t wenig günstig. Daily Telegraph und Standard sind wenig erbaut von den Höflichkeitsbezeigungen zwischen Rußland und der Türkei. Ersterer warnt wiederholt vor einer Besitzergreifung Aegyptens. Beide setzen geringe Hoffnung auf einen befriedigenden Verlauf der Conferenz für England. Die Times tröstet sich damit, daß Mehrheits- beschlüsse nicht bindend seien und England jederzeit seinen Vertreter zurückziehen könne.
Vermischtes.
— In der letzten stattgehabten S'tzung des Auffichtsrathes der Berlin-Kölnischen Fiuerverstcherungs-Actien-Gesellschaft wurden die approximativen Zahlendes Rechnungs abschluffes pro 1877 vorgelegt. ES beträgt hiernach die Prämien-Einnahme 5,070,000 J4, ergtebt sonach gegen das Vorjahr eine Zunahme von über 1,500,000 jl Die Prämien. Reserve ist auf 1,550,000 je. gestiegen und ergtebt gegen das Vorjahr ein Plus von über 400,000 JL Die Schäden für eigene Rechnung betrugen 2,260,000 jl Nach verhält mäßiger Dotirung der Prämien- und Schaden-Reserven, sowie nach statutenmäßig« n Abschreibungen stellt sich ein Reingewinn heraus, welcher die Vertheilung einer Dividende von 7i/2o/o gestatten würde. Trotzdem Haden der Verwaltungsrath und Directic -i beschlossen, nur eine Dividende von 6% zur Vertheilung zu bringen und den Rest dem Baarfonds zu überroeifen.
** Das Technicum Mittweida (Sachsen), höhere Fachschule für Ma- schinen-Ingenieure und Werkmeister beginnt im April sein 12. Schuljahr. Daß diese Anstalt nach wie vor bemiat ist, möglichst tüchtiie Leute in die Welt zu schicken, das beweist die fortwährende starke Frequenz (im Vorjahre allein 413 Studirende aus Europa, Asien und Afrika), so daß selbst die schlechten Zeitumstände auf das Blühen dieser Schule keinen Einfluß haben.
Die von dem Directorium herausgegebene »Allgemeine Techniker-Zeitungs (Verlag von Moritz Schäfer in Leipzig), die zugleich Organ der Genossenschaft Deutscher Techniker ist, vermittelt in bester Weise den Verkehr zwischen der Schule und der technifchen Welt. Programme sind durch dos Directorium zu beziehen.
Irischbäcker in Meßen.
Sonntag, den 10. März. Daniel Rühl am Rathhaus. Hermann SpieS in der Walltborstroße. Friedrich Hennings am Seltersweg.
Kirchliche Anzeigen der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Gottesdienst.
Sonntag den 10. März.
Morgens: Pfarrer Dr. S e el. Nachmittags: Pfarrer Schlosser.
Mittwoch den 13. März: Passionsgottksdienst in der Hospttalktrche. Abends 6 Uhr: Psarroicar Schöner.
Nächsten Sonntag den 17. März wird das heilige Abendmahl gefeiert werden.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 10. bis 16. März besorgt Pfarrer Dr. © e tX.
Allgemeiner Anzeiger.
MFitr Aerstc^S
1435) Durch Wegzug des hiesigen Gemeindearztes ist besten Stelle bis 1- Mai l. I anderweitig zu besetzen. Mit derselben ist ein Gehalt von 822 «X 86 H tncl. Wohnungsvergütung und Gehalt als Leichenbeschauer verbanden. Lusttragende werden hiermit gebeten ihre Anmeldungen, welchen Zeug- '.i sie beigeschloffen sein sollen, bis längstens den 10. April bei unterzeichneter Stelle ewzureichen, wo auch die Bedingungen zu erfahren sind.
Nähere Auskunft wird der bisherige Gemeindearzt Herr Dr. Scriba be« reitwilligst ertheilen.
Eich in Rheinhesten, den 7. März 1878.
Großherzogliche Bürgermeisterei Eich. _________________________________Menger.__ 1270) Mrsheim'sche Patent-Schrotmühlen von 20 Mark an, sowie englische Schrotmühlen von 100 bis 300 Mark vorrächig bei
A. Blich in Hungen. xxxxxxxxxxxx\x\x\xxxxxxxxxxx y Den Empfang meiner neuen A Frühjahr und Sommerstoffe Z X zeige hiermit ergebenst an. x
M Ff. f*o<m» X
g 1351) vorm. S. Weimersheim. ||
XXXXXXXXXXXX\XIX\XXXXXXXXXXX 1199) Den geehrten Damen empfehle ich mich in allen vorkommenden Haararbeiten zu den billigsten Preisen. __JFSmfrr. Iriseur, K-plansgaffe. Gestchästs - Eröffnung.
1371) Unterzeichneter erlaubt sich hiermit die ergebenste Anzeige, daß er seit dem 1. d. M. ein
Colonial- und Knrzwaaren-Geschäft im Hause der L. Geißler Wittwe, Reichensandstraße, betreibt und macht besonders aufmerksam, daß er stets frische Butter, Cier, Kartoffeln re. auf Lager hält.
Indem er einem geehrten Publikum bei geneigtem Zuspruch die reellste und prompste Bedienung zusichert zeichnet Hochachtungsvoll
Louis Horrmann.
Gießener Ruder-Gesellschaft.
Heute, Samstag den 9. Mär; 1878, Abends 8 Uhr: Generalversammlung im Vereinslocal (Prinz Carl).
1436) »er Vorstand.
Holcheigerer vonNeßen u. Umgegend!
1417) Sonntag den 10. d. M. findet auf dem Lahnstein von 2—4 Uhr Mittags eine Besprechung über den Stadtrathsbeschluß vom 28. Februar statt, betreffend: „das Ziel und die Bürgschaften bei Holzversteigerungen im Gießener Stadtwald", wozu sämmtliche Holzsteigerer und Interessenten dringend eingeladen werden.
Mehrere Holzsteigerer.
« G. €• Hisgen w
Iirniß- nnd Iarbenwerk „Naßmühl" £
bei Hanau &
prämiirt Philadelphia 1876. rk
$ Deutscher Oel-Glanz-Lack |
für Fussboden - Anstrich,
3 trocknet bei jeder Witterung in wenig Stunden und verträgt das B 2 Bürsten mit Seife. ß
VS Sehr haltbar. g
I Vorräthig in Blechflaschen von 2 Pfd- Inhalt, V-rUasche JL 2,40, ff
Flasche frei bei: Emll Prstor. g
Auch bezieht solchen im Faß und empfiehlt denselben zum An- g strich in gelb, braun und grau:
Julius Hoch, Weißbindermeister. Ä
Zu beachten. »
Der Deutsche Oel-Glanz-Lack ist dem Spirituslack der Halt- » baifett und dem Oelfarben - Anstrich des schnellen Trocknens wegen bei Weitem vorzuziehen. 794} l*


