Ausgabe 
5.9.1878
 
Einzelbild herunterladen

bildet und so auch die Creditsähigkeit unter dem Volke erweitert haben und damit fortfahren, ist doch wahrlich auch eine Leistung.

Deutschland.

Darwstadt, 2. Septbr. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 17 ent­hält die Allerhöchste Verordnung, die Handhabung der Feldpolizei in der Ge­markung Darmstadt betreffend.

Darmstadt, 2. September. Gestern starb der durch feine langjährige Thätigkett als Präsident des Hofgerichts der Provinz Starkenburg, und seine parlamentarische Wirksamkeit zunächst als Mitglied der zweiten und sodann der ersten Kammer in weiteren Kreisen bekannte Dr. Georg Krug dahier in seinem 78. Lebensjahre.

Berlin, 2. Septbr. Trotz der sehr günstigen Nachrichten über die fort­schreitende Befferung im Befinden des Kaisers sind, wie wir mit Bestimmtheit erfahren, die Aerzte zweifelhaft geworden, ob sie dem Kaiser nicht die Theil- nahme an den Manövern des 11. Armee-Corps wtderrathen sollen. Bei dem bekannten großen Eifer, mit welchem der greise Monarch sich allen militärischen Dingen hingibt, fürchten die Aerzte die bisher erzielten überraschenden Resultate des Heilverfahrens in Frage zu stellen. Es ist daher noch keineswegs als feststehend anzusehen, daß es dem Kaiser möglich sein wird, den Manövern beizuwohnen. (K. Ztg.)

Posen, 3. Septbr. Der volkswirthschaftliche Congreß sprach sich nach längerer Debatte entschieden gegen die Einführung des Tabaks-Monopols in Deutschland aus, da sie aus wirthschaftltchen Gründen verwerflich erscheine und insbesondere eine über viele Kreise Deutschlands ausgebreitete, nicht nur für den inländischen Bedarf, sondern auch in erheblichem Umfange für den Export arbeitende Industrie und Handelsthätigkeit vernichten würde. Werde die Noth- wendiakeit eines höheren Ertrags aus den indirecten Steuern begründet, so sei die Mehrbelastung des Tabaksconsums als zulässig anzusehen.

Eisenach, 2. September. Ein schweres Unglück hat in verwichener Nacht das kleine Städtchen Vacha heimgesucht. Daffelbe ist zum dritten Theil eingeäschert; ein gestern Abend gegen 9 Uhr ausgebrochenes Feuer verbreitete sich, durch starke - Wind begünstigt, so rasch, daß es traurig verheerend wurde. Ueber 70 Häuser sind abgebrannt und die Noth der Obdachlosen nicht gering. Vacha hat 262 Häuser und 1546 Einwohner.

Hefterreich.

Wien. Das WienerFterndenblatt" enthält von fachmännischer Seite nachstehende Mitthetlung:Aus mehreren Prtvatbriefen von Officteren der Division des F.-M.-L. Herzog vor Württemberg, die uns zur Verfügung gestellt wurden, sowie aus verschiedenen Nachrichten abgesehen von den Vorfällen bei der 20. Division, F.-M.-L. Graf Szapary wird uns die volle Gewißheit, daß die Aufständischen bisher nahezu in allen Kämpfen sich in Uebermacht befan­den. Aus den Privatberichten von zuständiger Seite geht die Thatsache hervor, daß die Entscheidung in so mancher Affaire nur an einem Haare hing. So in dem neunstündigen blutigen Treffen vor Jaice, wo zwei Bataillone des In­fanterie-Regiments Baron Kuhn Nr. 17 durch das rechtzeitige Vorgehen gegen den rechten feindlichen Flügel die Aufständischen endlich zum Weichen brachten; dann während des Ueberfalles auf Banjaluka am 14. Aug., schließlich während des Treffens bet Visoka am 18. Aug., sowie in der zweimaligen Affaire von Stolac. Auf einem Operationsfelde tauchten die Aufständischen mit derart bedeutender numerischer Ueberlegenheit auf im Zworniker Kreise, daß die betr. Heeresabthetlung des Besatzungs-Corps (die 20. Division) nicht nur jede Offensive aufgeben mußte, sondern sogar sehr schwere Rückzugsgefechte zu führen hatte und später, als diese Division in die Etappenlinie des 13. Armee- Corps eingerückt war, sogar heftige Angriffe des Gegners auszuhalten gezwun­gen war.

Wien, 2. Septbr. Meldungen derPolit. Corresp." aus Konstanti­nopel, 2. d. Der Stand der griechischen Frage ist vorläufig unverändert; indeffen wird die Vermittlung der Mächte als nahe bevorstehend angesehen. Trotz des Abmarsches der russischen Garden ist die Umgebung von Konstanti­nopel nach wie vor von russischen Truppen besetzt, weshalb auch die britische Flotte in den Dardanellen verbleibt. Nach auf der Pforte eingelaufenen Berichten Mehemed Ali's soll derselbe in Prizrend eine sehr oppositionelle Stimmung vorgefunden haben. Der mit ihm eingetroffene Telegraphen-Beamte ist meuchlings ermordet worden. Mehemed Ali weilt augenblicklich in Dakova. Die Pforte ließ vorgestern Derwisch Pascha erneuerte Ordre wegen der Räumung von Batum zugehen. Ragusa, 2. d. Die Mehrzahl der in Bos­nien befindlichen regulären türkischen Truppen marschirt in der Richtung auf Novibazar. In Koloschin kam es zu einem Confltct zwischen der mohamedani- schen Bevölkerung und zwei Bataillonen Nizams. Erstere besetzte die dortigen Fortificationen, während die Regulären gegen Novibazar abmarschirten. Vorgestern reisten drei Töchter des Fürsten von Montenegro von Cettinje über Triest nach Petersburg ab.

DiePolit. Corresp." meldet: Die österreichisch-ungarische Regier­ung ernannte zum Commiffär für Ostrumelien v. Kallay, zu Deliminattons Commiffären für Bulgarien Oberftlientenant Ripp und Hauptmann Wurmbrand, für Serbien Major Billimek, für Montenegro Generalconsul Lipptch und Haupt- man Sanerwald. Dieselbe Correspondenz bezeichnet die Nachricht, daß der Commandirende in Banjaluka die türkischen Häuser und Kaufläden der Plün derung preisgegeben habe, nach besten Informationen als gänzlich unbegründet. DiePolit. Corresp." erfährt, daß die in der Geschäftsordnung des Kriegs­ministeriums für Kriegsperioden vorgesehene Control Commission bereits zusam­mengetreten sei und deren Aufgabe in der Überwachung der Gebahrung mit dem Mobilisirungs-Credite, sowie in der Abgabe eines Gutachtens bei größeren Beschaffungen bestehe.

Italien.

Rom, 1. Septbr. In diesem Augenblicke wird gemeldet, daß das ita­lienische Geschwader fick an der Küste von Sicilien mit Lebensmitteln und Kohlen versiebt, um des Aufdruckes in die griechischen Gewäffcr gewärtig zu sein, wo dasselbe im Falle eines Conflicts bedrohte Punkte der griechischen Küste vor den Türken zu schützen hätte. Auch in Neapel und Spezia sollen Kriegsschiffe in Bereitschaft gesetzt werden. Italien und Frankreich sollen sich über eine energische Action zu Gunsten der Ausführung des Berliner Vertrages

geenug^äben. Hn Angelegenheit des preußischen Klrchenzwistes wird Correspondenz jetzt persönlich zwischen dem Reichskanzler und Nina geführt, im Einverständnisse mit dem Kronprinzen drüben und dem Papste hüben. De Unterhandlungen sind in die voraussichtlich langwierige Phase der Einzelfrage^ eingetreten.

Außlaud.

Warschau, 31. August. Personen, die in letzter Zeit aus Petersburg hier angekommen sind, schildern die öffentliche Stimmung in Petersburg, sow- überhaupt in Rußland, als überaus drohend. Die communistisch-revolutionärm Ideen, die mit ebenso viel Eifer wie Erfolg nicht blos unter der städtischen, sondern auch unter der ländlichen Arbeiterbevölkerung verbreitet worden, ver. wandeln das Land immer mehr in einen Vulcan, der bei seiner in Kurzem vor- auszusehenden Eruption Alles, was in der Gesellschaft durch Bildung, Verdienst und Rang hervorragt, zu verschlingen droht. Die liberalen Blätter, welche die dem Staat und der Gesellschaft von der socialistischen Propaganda drohende Gefahr offen eingestehen, proponiren als wirksamstes Mittel zur Abwendung dieser Gefahr die schleunige Versicherung einer ständischen Staatsverfassung, durch welche die intelligenteren Kräfte zur thätigen Mitwirkung bei der Gesetz­gebung und Regierung des Landes berufen werden. (Osts.-Ztg.)

Amerika.

Washington, 2. Septbr. Die Staatsschuld hat im Monat August um 6,476,000 Doll, abgenommen. In der Staatskasse befanden sich ai 31. August 238,421,000 Doll in Gold und 2,122,000 Doll. Papiergeld.

Telegraphische Depeschen.

Wagver's telegr. Torrespvndenz-V«rea«.

Stockholm, 3. Septbr.Svenska Telegramm-Bureau" erklärt bit Nachricht von dem Ausbruch der Cholera in Schweden für gänzlich un­begründet.

Wien, 3. Septbr. Officiell wird veröffentlicht: Unsere Truppen be­setzten am 2. d., ohne Widerstand zu finden, Drteno auf der Straße nach Trebinje. Die ans 150 Mann bestehende türkische Besatzung wird nach 3b gusa escortirt.

Berlin, 3. Septbr. Den Abendblättern zufolge erfolgt die Eröffnung des Reichstages durch den Grafen Stolberg.

Wien, 3. Septbr. Einer Meldung derPolit. Corresp." aus Kon- stantinopel zufolge hängt die beschleunigte Rückkehr des französischen Botschaf­ters , Fournier, mit der energischen diplomatischen Action, welche Frankreich zur Ausgleichung der griechischen Differenzen einzuletten entschlossen wäre, zu­sammen. Nach einer Meldung aus Belgrad ist Fürst Milan in Begleitung höherer Functionäre nunmehr nach Risch, Pirot und Vranja zu einem vier- wöchentlichen Aufenthalte abzereist.

Washington, 3. Septbr. Nach dem Bericht des landwirthschaß- lichen Bureaus über den gegenwärtigen Stand der Tabaksernte ist eine be­trächtlich geringere Ernte als im Vorjahre zu erwarten. Das Durchschnitts- Erträgniß wird auf 80 pCt. geschätzt.

New - Orleans, 3. Septbr. Die Bundesbehörden haben auf telegr. Wege über das hier herrschende Elend nach Washington berichtet und unoer» züglich Lebensmittel erbeten. In Baton-Rouge find 11 Personen am gelbe« Fieber gestorben. Die Sterblichkeit in Vicksburg und Memphis war auch gestern beträchtlich. Die Neger verhalten sich ruhig.

Paris, 3. Septbr. Der Trauergottesdienst zum Gedächtniß von Thiers ist heute mit großer Feierlichkeit in der Notre-Dame-Kirche celebrirt worden. Alle politischen Notabilitäten, das diplomatische Corps und viele Deputationen aus der Provinz wohnten der Feierlichkeit bet.

Paris, 4. Septbr. DasJournal des D6pats" schreibt: Da der Verkauf der dreiprocentigen amorttstrbaren Rente den Betrag von 90 Millionen erreicht hat, werden die Subscriptions-Schalter demnächst geschlossen werden.

London, 4. Septbr. Gestern Abend stieß auf der Themse unwnt London der DampferPrinceß Alice" mit ungefähr 600 Menschen an Bord auf der Rückkehr von einer Lustfahrt nach Gravesend mit einem andern Dampfe:, dessen Name noch unbekannt ist, zusammen.Princeß Alice" sank sofort Man fürchtet, daß alle Passagiere und Mannschaften ertrunken sind. Weiten Details fehlen noch.

Lokal-Notiz.

h- Gießen, 4. September. Der zweite Tag des Jahn- und Sedanfestes ist ebenfill programmmäßig und überaus würdig verlaufen.

Früh Morgens während mancher Turner noch der frohen Stunde am gestrigen Trze

gedachte, war es auf dem Turnplatz in Wenzel's Garten schon lebendig, ein reges Leben iii)

Treiben herrscbte da; das Preisgericht trat 8V2 Uhr zur Besprechung und Feststellung der

wählenden Hebungen für das Preisturnen zusammen. Punkt 10 Uhr begann unter Leitung )ri Herrn Carl Demuth alS Obmann des Preisgerichts das Preisturnen, welches bis nz6 12 Uhr dauerte; und wir können nun in das Urthetl allgemeiner, lebhafter Anerkennung <tv stimmen, welches nach Beendigung der Uebungen von dem Huschauerpublikum durch sturmtsäo Beifall zum Ausdruck kam.

Vormittags 9 Uhr fand Festgottesdienst in der Stadtkirche statt. Nach Beendigung tet

selben zog der Kriegerverein mit der Fahne nach dem Friedhof um die Gräber der gefallera

Kameraden zu schmücken. Auch der in der Erde ruhenden Franzosen wurde selbstredend geocch

und ihre Ruhestätten bekränzt. Mit klingendem Spiel zog dann der Verein von der St-tk

des Todes nach der Stadt.

Mittags 2 Uhr bewegte sich ein überaus stattlicher Festzug durch alle Straßen. Dr selbe wurde eröffnet durch eine Anzahl schmucker Festreiter, hieran reihte sich Musik und ZuntT tambour, Ehrengäste, Kriegerverein, Gesangverein Harmonie, Bauer'scher Gesangverein, Gesalß- verein Lieoerkranz, jugendliche Tambour, Jungen, Musik, Mädchen und Festvamen, Turnver^ mit seinen Gästen. Es ist besonders hervorzuheben das schöne Arrangement der Mädchen iit Festdamen, eS wurde die Büste Jahn's, sowie die Turnerdevise Frisch, Fromm, Frob und F'Ä mit grünem Laubwerk und Schleifen sinnig geschmückt durch Knaben getragen und kleine Mäder­trugen die Schleifen, die Festdamen zu beiden Seiten Guirlandcn und die für die Siete des Preisturnens bestimmten Kränze. In Wenzel 8 Garten angekommen und nachdem ein aUt meines Lied:die Wacht am Rhein" gesungen, betrat der Festredner Herr Prof. Bratusck-^ die Tribüne. Er schilderte in einer Menge geistreicher Bemerkungen und mancherlei Aufschluß», das wechselvolle Leben unseres Turnvaters F. L. Jahn, durch welche bei vielen Zubörern tri Leben und Wirken Jahns zum rechten Verständniß gebracht wurde und schloß mit einem biet- fachen Hoch auf denselben; hierauf beleuchtete er Die Tage bet Sedan und die Schlacht bei Im- im October 1806 und schloß mit einem dreifachen Hoch auf Se. Majestät Kaiser Wilhelml Hierauf begann die Preisvertheilung in der altherkömmlich feierlichen Weise: der Obmann :e Preisgerichts Carl Demuth schilderte in kurzen Worten die Wichtigkeit des Turnens und er­mahnte zum Festhalten an der Sache und schloß mit einem dreifachen Gut Heil auf die deutsche Turneieu Es wurden irn Ganzen 25 Preise und 1Y Kränze ausgegeben. Den 1. Preis erhielt Adalbert Gärtner vorn Frankfurter Turnverein, 53» Punkte. Den 2. Preis erhielt Karl Köhler von Gießen 49'/,, Punkte. Den 3. Preis erhielt Hermann Rübs amen von Sachsenbau'i, Turnverein, 48*/i» Punkte. Sachsenhausen, Turnverein, erhielt 8 Preise, Gießen 6 Preis«,

i* 53°4)

,z Ubr »>'d R"

»bit

bntt-n in 6' f i-Ig.Mb-S 'tben bab» e» ih«

Zugleich trirv fririttnnS w

Mimmiinfl n«t

H )« 4 * * * *'

M in WM« m ®<» 9

, ijchn der Wahl--

Gießen, am

1 »N-Ä-l sS* Ar<utE^, dem

Der Bürg

A. Bl

5282) Di- ° Soljgclder linne: lonnetftag und iriden.

Gießen, am

41

28

41

77

ti

129

1269 \

n

81

41 i!

2263

2262

3750 1

287 A

Mir. 2487

244 2

1 244 2

469 2

463 2

781 2i

78i r

5250 2 i

9394 5

s

Montag ben 1

Morgens Wen In bem DH btm Täuflinge; grunb((ff, in der ( stiegen, anderweit a ::Ltet werden. Bemer

29

30

37

MVi,

67* * 2 */ «*/

/« />

Mmttn JSttn 'M&it @8 ergeht

?en gegen? N % B(>«l

iMe anders etnael ß-r. Nr.

-d<°^wiu

Jos

1 cEaeffki.n diesem