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vorhanden. Das Programm, welches beim diesjährigen Ehrentage zur Geltung gelangte war ein abwechselndes und recht schönes. Die lebenoen Bilder, Soldatengruppen, von Veremsmngliedern dargestellt, sowie der theatralische Akt mit seinen drastischem SoldatenwitzrN, Haden, wenn a»ch schon ost gesehen und gehört, noch immer ihre Wirkung behalten. Rauschender Beifall lohnte die Darsteller und die -Zuschauer wollten aus dem Lachen gar nicht heraus. Nach Abwicklung des ersten Thetis des Programms begrüßte der I. Präsident des Vereins die Anwesenden mit recht Herz lichen Worten und setzte in klarer bündiger Weise den Zweck und die Ziele der Krteger- vereine auseinander. Herr Stadtverordnete Wenzel sprach seine Anerkennung üaer den Verein aus und wünschte nur, daß dem Verein bis zum kommenden Sommer, wo Gießen die sämmtlichrn Vertreter der deutschen Kriegerkameradschast in seinen Mauern beherbergen soll, von den Frauen und Jungfrauen der Stadt ein Ehrenzeichen, eine Fahne, bescheert werden möge, weichem Wunsche auch wir beistimmen möchten. Herr Feuerwehr-Hauptmann Weidig hob das innige Verhältniß zwischen Feuerwehr und Kriegeroerein hervor und machte geltend, daß so wie der Krieger das Vaterland zu schützen bereit sei, von dem Feuerwehrmann die gleiche Pflicht im bürgerlichen Berufe verlangt werde. Herr Staotrentmeister Enders behandelte in längerer Rede das Kapitel vom „persönlichen Muth" und erndete damit reichen Beifall. Nachdem noch verschiedene Reden gebracht uno es mittlerweile ganz klein schlug, wurde auch den anwesenden Damen noch Rechnung getragen und schloß ein Tanzkränzchen die frohe Feier gegen 4 Uhr Morgens. — Der Kriegerverein mag in dem zahlreichen Erscheinen seiner Gäste ein Zeichen erblicken, daß unsere Stadt sein Bestrrb-n zu würdigen weiß und wird dieselbe hoffentlich das Bestreben einiger Damen, ein Dereinsbanner zu stiften, aus besten Kräften unterstützen.
B e r üTf j ch t e
— Endlich ist der vielbesprochene Obelisk, „die Nadel der Kleopatra", in der englischen Hauptstadt angekommen. Bekanntlich ist dieser Obelisk ein Geschenk Ali Paschas von Aegypten an die Engländer. Seit Jahrzehnten lag derselbe im Sande vergraben, Niemand fand sich, den kostspieligen Transport des Obelisken von den Ufern des Nils nach dem Themsestrande zu bestreiten. Vor einigen Jahren jedoch erklärte ein patriotischer Brite sich bereit, die Transportkosten (ca. 25,000 Lstrl ) tragen zu wollen. Ein besonderes Schiff wurde gebaut um den Steinkoloß aufzunehmen. Nach langer Arbeit war dasselbe beendet und im September v. I. wurde es von einem Dampfer zur Fahrt nach England ins Schlepptau genommen. Am 14. October nöthigte jedoch ein furchtbarer Sturm in der Bay von BiScaya, das Schlepptau zu kappen und die „Nadel der Kleopatra^ ihrem Schicksale zu überlassen, nachdem bei den Versuchen sie zu retten fünf Matrosen von den Wogen in die Tiefe gerissen worden. Zwei Tage darauf wurde sie jedoch wieder aufgesischt und nach dem Hafen von Ferrol gebracht, wo sie bis jetzt liegen bleiben mußte, da ein Proceß über die Höhe der Rettungsgebühren vor den Londoner Gerichten angestrengt worden war und der Capitän des Schiffes, welches den Obelisken nach Ferrol geschleppt hatte, denselben vor Entscheidung des Procesies nicht herausgeben wollte. Die Parteien scheinen sich jedoch geeinigt zu haben, so oatz „die Nadel der Kleopalra" endlich nach London geschafft werden konnte, wo mittlerweile ein hietziger Meinungskampf über den ihr anzuweisenden Aufstellungsplatz aus' gebrochen ist.
SehifTäberieht, Mttgetheilt von dem Agenten des RorooeutsHcu Lloyd <£. W. Dietz in Gießen.
Southampton, 29. Januar. Das Postdampfschiff Hermann, Capt. G. Reichmann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 19. Januar von Newyork ab- aegangen war, ist heute 8 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung der für Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung 10 Uhr Abends die Reise nach Bremen fortgesetzt. Der Hermann überbringt 70 Passagiere und volle Ladung.__
. her Doti mir verkauften Gothaer Fleischwaaren sendet feinen Kun-
ben nachfolgendes Circulair, was ich mir erlaube hiermit öffentlich bekannt zu geben.
»Auf Veranlassung von Unregelmäßigkeit und Fälschung, welch? sich Fleischer bei Anfertigung von Wurst durch Beimischung von Anilin und Kartoffelmehl erlaubten wodurch das Vertrauen der Consumenten zu diesem Artikel abnehmen mußte und auch ^^Erenommirtesten Fabriken geschädigt wurden, biete ich, um dieses Vertrauen wieder vollständig yerzustellen, für jede Uebertretung und jeden Nachweis betreffs Beimischung von 100OTarfßart°^eIme^ Don m,r bezogenen Waaren eine Entschädigung
Zur Beruhigung erlaube mir noch die höfliche Mittheilung, daß die „Unter- iuchung auf Trichinen'' hier „obligatorisch" ist und bekommen die vereideten Sachverständigen sirr jedes mit Trichinen behaftete Schwein eine Prämie von 30 wodurch einer leichten und mangelhaften Untersuchung oorgebeugt mH."
Eine billige Schrot- und Quetschmaschine!
"Der Deutsche hat magere Pferde und fette Spatzen" ist ein englisches Sprüch - wort und zwar ein wahres, denn noch i wer hat sich die Ueberzeugung bei unseren Pferden- und Viehbesitzkrn nicht Bahn gebrochen, daß es kaum eine größere Verschwendung flieht als Hafer, Mais rc. in ganzen Körnern zu füttern, anstatt sie vorher zu quetschen ober grob zu schroten, d. h. die Hülsen zn durchbrechen, daß der Magensaft eindringen kann, so daß nicht ein Theil der Körner unverdaut abgeht und als Spatzenfutter dient. Besonders ist der Verlust bei älteren Thieren sehr groß.
Wenn auch Manchen das in England allgemein eingeführte Quetschen bekannt war, so schreckte doch der hohe Preis einer guten Quetsch- oder Schrotmaschine die Meisten bisher ab.
Dem Eisenwerk Gaggenau bei Rastatt in Baden ist es gelungen, eine Maschine zu conftruiren, die nicht nur ein vorzügliches Quetschfutter liefert, sondern auch durch Massenfabrikation mittelst selbst erfundener Spectalmafchinen solche zu einem Vreffe zu liefern, der J/dem die Beschaffung ermöglicht. Eine aut gearbeitete, solide 65 Pfd. schwere Maschine, die einen Gentner Hafer-Schrot ober 2 Gentner Maisschrot per Stunbe liefert, für JL 27 — war ein bis dahin noch nie erreichtes Resultat.
Auch wurden in wenigen Monaten 2000 Stück abgesetzt, ein Beweis, daß trotz der schlechten Zeit das Gute und Zweckmäßige immer noch Anklang findet.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 2. Februar. Der heutige Heu- und Stroh-Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität p. Gtr. 2.50-3.50, Stroh p. Gtr. JL 2—2.60, Butter im Großen das Pfund 1. Qualität 90 H, 2. Qualität 80 im Detail 1. Qual. v4L 1.10, 2. Qual. JL—A. Gier, das Hundert v4L 8—10, Kartoffeln JL 7 per 100 Kilo. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfd. 70—75^, Kuh- u. Rindfleisch 55 bis 60^, Kalbfleisch 60-75^, Hammelfleisch 55-63 Schweinefleisch 70-80 Erbsen, geschälte (per 100 Kilogr.) 26—32 jl, ganze Erbsen 22—26 jl, Bohnen 30-34 jl, Linsen 30-36 ____________________________________________
Temperatur in Gießen.
Januar 1878:
Niederste...................—14,3 o r.
Mittlere..................—0,48 „
Mittel früherer Jahre..............—0,75 „
Höchste..................4-9 0 „
Niederschlag an 21 Tagen............. 2,00 Par. Zoll.
Niederschlag im Mittel früherer Jahre an 16 Tagen . . . 1,76 „
Allgemeiner Anzeiger.
sind daher,
wie
folgt, festgesetzt:
Und
und
Abends;
Eingang von der Seite.
und
und
und
nnnnnnnnnnrennnnnnnAonnnnrrnnxnUMnnnzrnnnn
Darmstadt, den 31. Januar 1878.
Hochachtungsvoll
(711
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxoxxxxxxxxxxxxxxxxxxxr"1
326) Lumpen, Werg. Metall rc. rt Louis Rothenberger, Neuenweg.
Emil Wiecliiiiaiin,
Speeialist für Hühneraugen.Z W
Achtungsvoll
Job., Dietrich., Schuhmacher.
Jeilgeöotenes.
649) Gin 4räbr. Handwagen zu verkaufen Wo? sagt d. Exped. b. Bl.
Die Annahme von Telegrammen in der Zeit von 1230 U§r Mittags bis 1 Uhr Nachmittags hat bei den betreffenden Telegraphenstellen unmittelbar zu erfolgen.
Außer den bemerkten Dienststunden sind Telegramme nach wie vor noch in der Zeit von 8 bis 9 Uhr Abends von der Packetannahmestelle des Hauptpostamts und bei der Telegraphenstelle in der Stadt in Empfang zu nehmen und zu befördern.
Gießen, den 1. Februar 1878.
Kaiserliches Postamt.
Lochmann.
Den geehrten Bewohnern von Gießen und Umgegend mache hiermit die ergebene Anzeige, daß ich die Stadt auf einige Zeit besuchen werde und im
Hotel zum „Einhorn“
von Dienstag, den 5. Februar er., von Morgen« 9 bis 4 Uhr Nachm. zu sprechen sein werde.
A. bei dem Haupt - Postamt :
1) während des Sommerhalbjahres täglich, von 7 Uhr Vormittags bis 123° Uhr Mittags „ 1 „ Nachmittags „ 8 „ Abends;
2) während des Winterhalbjahres täglich, von 8 Uhr Vormittags bis 1230 Uhr Mittags
B. bei der Zweig - Postanstalt : a. bei der Briefannahme:
1) während des Sommerhalbjahres täglich, von 7 Uhr Vormittags bis 1230 Uhr Mittags
„ 1 „ Nachmittags „ 8 „ Abends;
2) während des Winterhalbjahres täglich von 8 Uhr Vormittags bis 1230 Uhr Mittags
„ 1 „ Nachmittags „ 8 „ Abends;
b. bei der Packetannahme:
1) an den Wochentagen und zu jeder Jahreszeit von 8 Uhr Vormittags bis 1230 Uhr Mittags
Wohnungs - Veränderung.
701) Meinen geehrten Kunden und Gönnern zur gefl. Nachricht, daß ich von heute an Seltersweg C. 30, im Hause des Herrn Friseur Petri wohne.
Theercapseln.
Deutsches Fabrikat.
aus reinem schwedischen Theer.
20 Stück = 40
50 „ = 90 „
Pelikan-'Apotheke
502) von
Dr. A. Mettenheimer.
722) van Houten’s reiner Cacao empfiehlt in y4, y2 und V1 Pfund Büchsen.
____JRmil Pischbach*
Mit Genehmigung der Kaiserlichen Ober-Postdirection in Darmstadt werden vom 1. Februar d. I. ab die Annahmestellen des Hauptpostamts am Bahnhofe und der Zweigstelle in der Stadt für den Verkehr mit dem Publikum während der Zeit von 1230 Uhr Mittags bis 1 Uhr Nachmittags geschloffen.
Die Dienststunden für den Verkehr mit dem Publikum
„ 1 „ Nachmittags „ 8
„ 1 „ Nachmittags „ 8 „ Abends;
2) an den Sonntagen
von 8 bis 9 Uhr Vormittags, „ 12 Uhr Mittags bis 1 Uhr Nachmittags und „ 5 Uhr Nachmittags bis 8 Uhr Abends;
3) an den nicht auf einen Sonntag fallenden Festtagen von 8 bis 9 Uhr Vormittags,
„11 Uhr Vormitags bis 1 Uhr Nachmittags und „ 4 „ Nachmittags ,, 8 „ Abends.
Weiße Vorhänge aller Art, Rouleaux-Drell in den gangbarsten Dessins. Anfertigung jeber Decorations - Arbeit in gefckmackoollster Ausführung, bei 170) Th. Brück, Kanzleiberg B. 1.
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723) Heute treffen frische Schellfische und Kabliau ein.
«J. 1. Pusch Söhne.
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Zu verkaufen.
605) Gine große Partie altes Bauholz^ zu Lagerholz sich eignend, kann in kleinen Quantitäten abgegeben werben.
I. Blitz.


