so. Dienstag, den 5. Februar 1878.
AWner Anzeiger
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Amtlicher Theil.
Gießen, am 1. Februar 1878.
Betreffend: Das Ersatzgeschäst für 1878 /Ti;
Das Großherzogliche Krelsamt Gießen
an die Großberzoqlicken Büraermeiftereien des Kreises.
Wir fordern Sie auf, nunmehr mit Aufstellung der Stammrollen sofort zu beginnen und dieselben mit denjenigen für 187b und 1877 ungesäumt an uns einzusenden.
n vr. Boekmann. ____________ ______________________
——----- Gießen, den 1. Februar 1878.
Betreffend : Statistik der Bewequngder Bevölkerung pro 1877. , ~
Das Großherzogliche Krelsamt Gießen
an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien des Kreises.
Diejenigen von Ihnen, welche mit der Einsendung der Register über die im Jahr 1877 vorgekommenen Zu- und Wegzüge noch im Rückstand sind, erinnern wir an die alsbaldige Einsendung.
Dr. Boekmann.
der Bezirks- und Gemeinde-Conferenzen betr., geht wesentlich dahin: Im Hinblick aus Art. 81 des Volksschulgesetzes hielt die Regierung seither schon die Gemeinden für verpflichtet, den Lehrern beim Besuche der von der vorgesetzten Behörde angesetzten Conserenzen angemessene Diäten aus den Gemeindekaffen zu gewährend In Art. 16 des in der Kürze zur Publication gelangenden neuen Gehattsgesetzes der Volksschullehrer sind nun als Kosten, welche von den poli- iischer. Gemeinden zu tragen find, ausdrücklich auch „die reglementsmäßig sest- zusetzenden Gebühren der Volksschullehrer bet Dienstreisen" ausgeführt, .und ist tn den Motiven zu diesem Artikel bemerkt, daß dies geschehen sei, um die Zweifel zu beseitigen, wer die den Lehrern in solchen Fällen (z. B. bei Theil- nahme an den Kreisconferenzen) billiger Weise zu gewährenden Taggelder zu zahlen hat. Die fragliche Angelegenheit wird mithin jetzt durch Gesetz definitiv geregelt.
Darwstadt, 2. Februar. Das Großherzogliche Regierungsblatt, Beil. J Nr. 3, enthält:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen betreffend.
2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Indern, den Aus- schlag der zur Bestreitung der allgemeinen Bedürsniffe der evangelischen Kirche des Großherzogthums im Jahre 1878 erforderlichen Steuern betreffend.
3. Bekanntmachung Großherzoglicher Ober-Rechnungskammer, die Vergütung für die in 1878 in Geld zu berichtigenden Besoldungs- und Pensions- Naturalien betreffend.
4 Zusammenstellung der Ergebnisse der Staatsschulden-Tilgungskaffe- Rechnung für 1874.
5. Dekanntmachuna Großherzoglichen Kreisamts Dieburg, die Erhebung einer nachträglichen Umlage zur Bestreitung der Bedürsniffe der israelitischen Religions-Gemeinde Groß-Umstadt betreffend.
6. Ordensverleihungen.
7. Concurrenzeröffnungen. Erledigt sind: die dritte Gemeinde-Schulstelle zu Fränkisch-Crumbach mit einem Gehalt von 771 ,X 43 ; die mit einer
kath. Lehrerin zu besetzende erste Mädchen-Schulstelle zu Kostheim mit einem Gehalt von 1114 <X 29 ; die mit einer kath. Lehrerin zu besetzende zweite
Mädchen-Schulstelle zu Kostheim mit einem Gehalt von 1H4 «X 29 ; die Gemeinde-Schulstelle zu Erbenhausen mit jährlich 685 «X 71 Schul- und 85 71 H Kirchendienst-Gehalt; die dritte Gemeinde-Schulstelle zu Homberg
mit jährlich 771 eß 43 Schul- und 85 JC. 71 H Kirchendienst-Gehalt; die Gemeinde-Schulstelle zu Oppenrod mit jährlich 685 JL 71 Schul- und 92 «X 57 H Kirchendienst-Gehalt; die evang. Pfarrstelle zu Trars-Horloff. Dotationsmüßtger Gehalt: 1503 JL Dem Herrn Grafen zu Solms-Laubach steht das Präsentationsrecht zu dieser Stelle zu.
Berlin, 1. Februar. Der „Kreuzzeitung" zufolge wurde der Recurs des Gemeindekirchenraths von St. Jacobi in Sache» des Predigers Hoßbach vom Oberkirchenrath zurückgewiesen und die Entscheidung des Konsistoriums, welche der Wahl des Genannten zum Pfarrer an St. Jacobi die Bestätigung versagte, aufrechterhalten. Von einer Disciplingr-Unterjuchung gegen Hoßbach sei aber Abstand genommen worden.
Berlin, 2. Februar. Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Meldung verschiedener Zeitungen von einem drei Tage dauernden Zusammentreten des großen Generalstabs in Kaffel als total irrthünflich. Es handle sich nur um die alljährlich wtederkehrende Conferenz zur Feststellung der sämmtlichen Militär-
I Fahrpläne. Wie überhaupt sNie, wohnt Feldmarschall Moltke auch in diesem ) Jahre dieser Conferenz nicht an.
* Zur allgemeinen politischen Lage.
Die Lage, in der sich Europa gegenwärtig befindet, ist ohne Frage etwas ( gespannt. Je näher Rußland seinem Ztel kommt, je eifriger es sich bemüht, < tte Früchte seiner militärischen Erfolge einzuheimsen, um so stärker wird die Eifersucht Englands, welches seinen Einfluß im Orient durch die russischen । Siege aus Null reducirt zu sehen befürchtet. Die Entsendung der englischen Flotte in die Dardaneüenstraße schien freilich dem auswärtigen Minister Lord Derby selbst etwas zu bedenklich, wurde auch, als Rußland seine Friedens- ' bedingungen vertraulich mittheilen ließ, wieder rückgängig gemacht. Letztere haben indeß in London keinen günstigen Eindruck gemackt. Die englische Regie- ; Tuna besteht daher aus ihrer Creditforderung, jedoch darf eine friedliche Lösung der Krisis nicht ausgegeben werden. — Mit Spannung schaut Europa gegenwärtig < auf die Thätigkeit der deutschen Regierung und erwartet mit einer Zuversicht, welche uns Deutsche mit gerechtem Stolze erfüllt, daß es der weisen und star- , ken Hand, welche das Steuer des Deutschen Reiches lenkt, gelingen werde, die Aufgabe der Vermittlung zwischen den einander gegenüber stehenden Interessen der betheiligten Mächte, nachdem sie dieselbe bisher mit so glänzendem Erfolge gelöst, nun auch glücklich zu Ende zu führen. Dre Bemühungen Eng- , lante, Oesterreich aus seine Sette herüberzuziehen, haben schon deshalb aus keinen Ersolg zu rechnen, weil Kaiser Franz Joseph wohl weiß, daß er dre Jntereffen seines Staates viel sicherer auf dem Wege sreundschastllcher Ve^ ständtgung mit seinen kaiserlichen Bundesgenoffen zu wahren vermag, als durch , das Schwert. Was kann denn nun England bei seiner mehr und mehr her- vortretenden Jsolirung Befferes thun, als sich den deutschen Vermittlungsrath- schlägen zu fügen? Daß Lord Beaconsfield mit 6 Millionen Pfund, selbst wenn sie ihm bewilligt werden, nicht ernstlich daran denken kann, emen Krieg mit Rußland zu beginnen, liegt auf der Hand. Ein solcher wurde uberhaup, selbst wenn er in großartigstem Maßstabe und mit Glück geführt wurde, et der Verschiedenartigkeit beider Reiche doch nimmermehr eine vollständige Niederwerfung des Gegners erzielen. Und warum sollte es dem klugen Kopi, , er die deutsche Politik leitet, nicht wirklich gelingen, zwischen den Interessen dieser beiden so verschiedenartigen Reiche, mögen dieselben sich auch zu widersprechen scheinen, einen befriedigenden Ausgleich zu finden, zumal da Rußland unausgesetzt ve,sichert, daß es nicht die Absicht habe, d,e britischen Interessen zu ver- letzen, und bereit sei, die definitive Erledigung der Gesammteuropa berühren en Fragen desien nachträglicher Entscheidung zu unterbreiten? Daß unsere Reg erung selbst trotz aller Schwierigkeiten der Lage nach wie vor an ihrem Vertrauen auf -inen friedlichen Abschluß der Krisis festhält, beweisen di- letzten Aeußerun- geu der „Prov.-Corresp.", indem diese an die Weik he,t und Mäßigung des Kaisers Alexander, an die innig- und vertrauensvoll- Verbindung deffelb-n m t den benachbarten Mächten und an die friedlichen Neigungen Eng ands erinnert. Hat doch auch der englische Schatzkanzler so eben im Par ament eiklä t^ dab der gefordert- Credit di- Regierung nur in den Stand setzen und -Interessen Englands aus einem etwaigen Congresie der Großmächte mit Nackdrnck au vertreten. Mag daher auch der Zusammentritt eines Congresies nicht gerade^ sehr wahrscheinlich sein, di- Aussicht aus ein schli.ßliches Nachgeben Englands und die Erhaltung des Weltfriedens wird doch durch eine derartige Aeußerung nur verstärkt. _
Deutschland.
Aus Hessen. Di- Antwort der Regierung auf die Interpellation des Abg. Büchner, den Diätenbezug der Lehrer aus den Gemeindekasien bei Besuch


