bezeichnet.
Amerika.
Telegraphische Depeschen.
richtig Zusammenwirken wollen.
Pesth, 2. October. „Ellenör" bezeichnet es als unrichtig, daß die poli. tische Seite der Occupationsfrage zu der Cabinetskrtse geführt und daß bad ungarische Cabinet erklärt habe, daß es der Majorität des Parlaments nicht sicher sei. Politisch bestehe keine Meinungsverschiedenheit. Die schwiertgtei bilde nur die Geldbeschaffung. Auch sei es unrichtig, daß di- ungarischen Mlnu ster sich mit der Austastung des Finanzministers Szell vollständig tdentlsictrteit Nur weil der Finanzmtntster demtssionirte, glaubte das Cabinet gleichfalls leini Portefeuilles dem Monarchen zur Disposition stellen zu muffen. — TiSza ist heute Abend von Wien nach Pestb zurückgekehrt. _______
Lokal-Rot»,. m ,
Siegen, 3. October. Wegen des heute unter der Anklage de« Meineid« cor da« Schwurgericht verwiesenen Moses Herz Stern °°n L»nsenschw°r,, erging, n-» beendigter Verhandlung Urtheil aus ZuchthauSstrase von 3 3a&rtn unb auf SBerlu« blt bürgerlichen Ehrenrechte aus gleiche Zeitdauer, sowie dauernde UnsahigkeitSerkiärM« als Zeuge oder Sachverständiger vernommen ,u werden.
deutschen Reiches sind heute Nachmittag kurz nach 2 Uhr von Baden - Baden hier eingetroffen und werden um 6 Uhr ihre Reste nach Potsdam fortseßen.
London, 2. October. „Standard" meldet aus Bombay von gestern: Berichten aus Simla zufolge wurde dem Emir L>chir Ali Gelegenheit gegeben Abbitte zu leisten. — Die „City of Glasgow Bank" hat ihre Zahlungev
Wien, 2. October. Meldungen der „Polit. Eorresp." Belgrad, 2. d. Mehr als 4000 Insurgenten, darunter 2 Paschas, 200 Begs und ein ganzes Nizam-Bataillon flüchteten nach Serbien, woselbst sie entwaffnet und interntrt wurden: dieselben führten 3 Krnpp'sche Geschütze, einige Tausend Hinterlader, viele Pferde, Proviant und Munition mit sich. Fast täglich überschreiten kleiner- türkische Jnsurgentenbanden mit Weib, Kind und Habe die serbische Grenze. — Die Grenzregulirungs-Commstsion begab sich nach Risch. Serbien übergab den District Adlte an die Ruffen. Nach der demnächst bevorstehenden Ankunft von Ristic wird die Neubildung des Cabinets erwartet. — Konstantinopel, 2. d. Die internationale Commission für die Organisation Ostrumeliens hielt gestern eine vorbereitende Sitzung und wählte Affym Pascha zum Präsidenten und den Franzosen Rozet zum Secretär. Fcanzöstscherseits wurde der Antrag gestellt, die ottomanische Bank mit der finanziellen Organisation Ostrumeliens au betrauen.
Pera, 2. October. Der britische Botschafter Layard confertrte gestern 5 Stunden lang mit dem Sultan. — Kademkoi wurde wieder von türkischen Truppen besetzt, welche nun auf Gallipoli marschiren. Es heißt, Mukhtar Pascha würde von Kreta wieder abberusen und durch eine andere Persönlichkeit ersetzt werden.
Konstantinopel, 2. October. Der frühere tunesische Minister Khered- din Pascha ist zum Senator ernannt worden. — Die zweite Sitzung der ost- rumelischen Commission findet am Donnerstag statt. Der Gegenstand der Berathung ist der Abstimmungs-Modus. — Dem Vernehmen nach hat Sultan an Hackt Pascha telegraphirt, er mache ihn für alle Grausamkeiten verantwortlich.
Petersburg, 2. October. Der „Regierungsbote" veröffentlicht einen kafferlichen Befehl, wodurch die Polizei und Gensd'armerte ermächtigt werden, alle Fabriken und Manufacturen jederzeit zu besuchen. Durchsuchungen müssen im Beisein des Fabrikverwalters vollzogen werden.
Berlin, 2. October. Die „Prov.-Corresp." bemerkt zu dem letzten päpstlichen Schreiben: Diese Kundgebung bestätige von Neuem in erfreulicher Weise den ernsten Willen des Papstes für die Wiederherstellung des kirchlichen Friedens, sowie die Ueberzeugung desselben, daß das gleiche Streben auf Seiten der deutschen Regierung bestehe. Mit dieser Stellung aber stehe in schroffem höchst auffallendem Widerspruche die Haltung der ultramontancn Presse gegenüber jenen friedlichen Absichten und Ansichten. — Ueber die Dauer des Aufenthalts Sr. Maj. des Kaisers in Baden-Baden und den Zeitpunkt der Rückkehr nach Berlin sind demselben Organ zufolge noch keinerlei Bestimmungen getroffen.
New-Hork, 2. October. Der ehemalige Gesandte in Berlin, Ban- croft, ist durch Sturz aus dem Wagen ernstlich verletzt.
Darmstadt, 2. October. Der Kronprinz und die Kronprinzessin des
Aenderungen Annahme. 14, 15 unb werden unverändert genehmigt; § 11 unter
Streichung des letzten Absatzes und mit dem von Goßler beantragten Zusatze „gegen das Verbot findet nur Beschwerde an die Aufsichtsbehörde statt." § 16 » wird unter Streichung der Worte : „Durch aufreizende Worte- und „im Geheimen", § 17 und 18 mit kleinen redactionellen Abänderungen genehmigt. Zu § 19 wird der Helldorf'sche Antrag, wonach Die Recurs-Jnstanz aus 9 Mitgliedern (dem vom Kaiser zu ernennenden Präsidenten, 4 Mitgliedern aus der Mitte des Bundesraths und 4 Mitgliedern der höchsten Gerichtshöfe oder Verwa tungsgerichts- Behörden der Neichsbundesstaaten) bestehen soll, mit 13 gegen 7 Stimmen abgelehnt und der Paragraph wesentlich in der Fassung der ersten Lesung genehmigt. § 20 wird mit einigen Abänderungen, § 21 unverändert angenommen. Zu § 22 erklärt Graf Eulenburg, die verbündeten Regierungen beharrten nach wie vor darauf, daß keine Geltungsfrist im Gesetze ausgesprochen werden solle. Unter allen Umständen sei eine Frist von 2'/r Jahren zu kurz und vereitle die Absicht des Gesetzes vollständig, indem sie jede Beobachtung der Wirkung des Gesetzes unmöglich mache. Er bitte durch Annahme dieser Frist nicht das soeben aufgebaute. Werk zu Falle zu bringen. Der Antrag Schwarze auf eine 5jährige Frist wird abgelehnt und der § 22 in der Fasiung der ersten Lesnng (Frist von 2>/r Jahren) angenommen. Das ganze Gesetz wurde sodann mit 11 gegen 8 Stimmen angenommen. _ ,
Berlin, 2. October. Die „Nordd. Allg. Ztg." erklärt das Gerücht, die Regierung beabsichtige, falls das Socialistengesetz nicht zu Stande komme, dem jetzigen Reichstage einen anderen Gesetzentwurf auf dem Boden des gemeinen Rechtes vorzulegen, für vollständig unbegründet. Die Regierung halte eine wirksame Bekämpfung der Socialdemokratie nur durch ein Specialgesetz für möglich und werde von diesem Gesichtspunkte aus jedenfalls auch weiter
eingestellt.^ veröffentlicht eine Zuschrift des ehemaligen Vicekönigs
von Indien, Sir Lawrence, welche eine Invasion in Afghanistan ^als für die Finanzen Indiens kostspielig, mißbilligt und erklärt, es sei keine Schande für England, sich mit dem Emir Schir Ali zu vergielchen. .
Berlin, 2. October. Die „Prov.-Corresp." schreibt bezüglich der Berathung des SociaUstengesetzes: die Hoffnung auf weitere volle Verständigung in der Commission des Reichstages darf nach den bisherigen Anzeichen ernsten Willens und Strebens für das Zustandekommen innerhalb der Mehrheit der Commission wie der gemäßigten Parteien des Hauses durchaus aufrechterbalten werden. Bei Beurtheilung des bisherigen Ergebnisses der Commissionsberathungen fällt betreffs einzelner noch streitiger Punkte die Thatsache ins Gewicht, daß die betreffenden Beschlüsse nicht das Werk eurer Vereinbarung zwischen denjenigen Gruppen sind, welche das Zustandekommen des Gesetzes wirklich wollen und dasselbe zu fördern bestrebt waren (Nationalliberale und konservative), sondern das Ergebniß des Zusammenwirkens eines Theiles der Nationalliberalen mit den entschiedenen Gegnern des Gesetzes. So ist denn der Entwurf, wie er aus der ersten Lesung in der Commission hervorgegangen, noch nicht das Ergebe niß einer wirklichen Verständigung zwischen den Freunden der Vorlage, welche die eigentliche Mehrheit in der Commission bilden, vielmehr theilweise das Werk einer zufälligen Mehrheit, in welcher die Widersacher der Regierung, welche schließlich doch gegen das ganze Gesetz stimmen «ollen, das Uebergewicht hatten. Dieser innere Widerspruch bedarf der Lösung und Ausgleichung und wird sie hoffentlich in den weiteren Stadien der Berathung finden. Es muß zu einer vollen Verständigung unter denjenigen Gruppen kommen, welche mit der Regierung das Gesetz nach seinem Zweck und in seinen wesentlichen Grundlagen als unerläßlich erachten und deshalb zum Zustandekommen desselben ernst und auf-
Washinaton, 28. Septbr. Der chinesische Botschafter Tschm Lam Pin hat heute dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Beglaubigungs- Schreiben überreicht. — Bei South Norwalk m Connecticut ist der Kessel des Dampfschiffes „Adelphi" geborsten, wodurch 10 Leute um s Leben kamen und 20, zum Theil tödtlich, verletzt wurden. — In New-Orleans st ein Ausschuß ernannt worden, welcher eine gründliche Untersuchung über Ursachen des gelben Fiebers anftellen wird. Bis jetzt weist Neu-Orleans 2^58 Todesfälle auf, Memphis 2469, Vicksburg 790, Greenville 300, Grenada 274, Holly- Svrinas 133 Port Gibson HO, Canton 99, Stickman 95, Brownsville 66, Semine 58, Grand Junction 44, Louisoille 36 Patter-
svnville 33, Morgan City 30, Labadieoille 30, Chattanooga 26, andere Orte ungefähr 200. _______________________
einem T«°uss-l Ueberf6rift „Beste« Futter ®W'k(Th°«Z*f, rt
for cattle) und mit einer entsprechender Abbildung verschiedener Wer Rinder, F Pferde spukt wieder seit einiger Zeit in allen Blättern und veranlaßt so manchen tanc- trotz dem ihm angeborenen Mißtrauen, dem Hange der menschlichen Natur nach dem, QM vollen und Wunderbaren nachzugeben. Er kauft dann eine Kiste des genannten Wun w-lch.« in Heinen Packeten ;u '/. Pfd. englisch (114g) eine Miichung m>ni gemablenem £ und etwas Leinsamen enthitt, die mit 10 Pfg. für da« Packet überteuer bezahlt ist, dem sind das 40 Mk. für den Gentner. . °
Nach einer Analyse der Versuchsstation des Landwirthschaftlichen Verems fur ba« * Herzogtum Baden in Karlsruhe enthält Das genannte Pulver in 100 v
13,24 Eiweiß. In 25 Pfd. gestoßenem Leinsamenkuchen nebst 75 Pfd. fein peschrote em W sind ziemlich genau dieselben Mengen von Fett und Eiweiß enthalten. Der Cen Mischung wird sich jedoch höchsten- auf 10 Mk. stellen. . . b;. -$
In dem Thorley schen Pulver sind aber nicht immer gestoßene Leinsamen^chen, M den deutschen Landwirtben als die vorzüglichsten mit Recht anerkannt werden, enthalten, °°si°lb- enthält eine große Menge gewöhnliche« Rapßkuchenmehl, w°« be'm Anrübrm schon durch Geruch und Geschmack leicht zu erkennen tft, denn es bildet sich Da ein w flüchtiger, dem Senföl ähnlicher Stoff. 95 jt
' Das „beste Futter für Vieh," soll nach dem beigelegten Empfehlungsschreiben * Fett und stickstoffhaltige Stoffe enthalten, und kein Thier, welches das Futter genieß , i d-r Rinderpest befallen werden. Außerdem heißt ,8: „In kurz» Zeit werd da« Pf.-d
Vermischtes.
Mainz. 30. September. Gestern Abend um 83/< Uhr brach in der Joh. PH- W-an-r-fch-n Ebocoladefabrik in der N-ulh°rftratz- Feuer au«, da«i die Fabrikgebaudt in Ascke leate. Unserer Feuerwehr ist es allein zu verdanken, daß derBrand keine größeren Dimensionen angenommen hat, wäre jedoch von Anfang der ingd
nicht so groß gewesen, dann hätte noch viel mehr gerettet werden kennen. Der Brand entstand, so viel bis jetzt bekannt, in der Schreinerwerkstätte der Fabrik und^heilte sich von da aus rasch der nebenan befindlichen Selterswasserfabrik mit. Die beibm, rechts im Hofe liegenden Gebäulichkeiten, waren bald ein Flammenmeer ein gehüllt, als .plötzlich aus der SelterSwasserfabrik ein lauter Knall, ähnlich wte bet dnn Ervloston ertönte und bald darauf die Funken haushoch emporstiegm. Die Hch war mittlerweile ganz intensiv geworden, so daß das links liegende^F°bMaud alsbald ebenfalls Feuer fing. Schwarz wälzte sich der dichte Rauch über da. ganze Gebäude und im Nu schlugen auch schon die Flammen ^mmelhoch empor. Do» jetzt war hinreichend Wasser vorhanden und unsere Feuerwehr that mit bewunde « würdiger Aufopferung ihre Schuldigkeit. Nach 11 Uhr war man des F-uerS größten theils Herr geworden, nur noch Rauehwolkm bezeichneten die Stelle der^ erlosch, »a Gluth.^ Heute haben wir uns von dem Schaden Überzeugt, den das Feuer angerM hat. SDerfelbe ist sehr bedeutend, doch Dank der TbRtigkett der Feuerwehr sind bi werthvollen Fabrikationsmaschinen gerettet worden. Es wird aber "och geraume Z-c dauern, bis die Fabrik wieder ihre Thätigkeit aufnehmen kann. Ueber die EEebw. des Brandes hat man noch keine sicheren Anhaltspunkte. , j'L
— (Starker Tabak) Die verstorbene Königin von Holland btmente riw Tages auf dem Promenadewege einen Soldaten, welcher vergebliche versuche m seine Pfeife anzuzünden. „Da nehmt", rief sie, ihm einige Geldmünzen reichend, M Euch guten Tabak!" „ES ist die Königin!" flüsterte ein H^ng dem verblüh Kriegtzmanne zu. Dieser stammelte einige Dankesworte, als die Königin beme^ .Ich fürchte, unsere Tabakfabriken müssen nicht gut ein!" Der Soldat öffnete en« Tabaksbeutel und drückte der verblüfften Königin eine Handvoll Tabak in die za! Finger. „Kauen Sie nur einmal diese« Schandzeug, Madame, dann werden <S>t teilen_!ÖrMlT’3ubU5um80e^enf überreichte nach der „Schles. Schulztg." die-Temrvb« KroSkau in Schlesien ihrem Lehrer zu seinem am 2. September er. ^"gehabten fllnl? jährigen Amtsjubiläum — ein Paar derbe Stiefel! Und da will man noch W daß die Gemeinde die Dienste ihrer Lehrer nicht zu würdigen wissen — l
Darmstadt, 30. September. „Dincken ist im großen Woog zu finden , also ein Zettel, welchen eine Küchenfee am vergangenen Samstag in der Küche ihrer Herpcyas S- - ließ und verschwand. Gestern Vormittag im Woog anaestellte Nachsuchungen nach - ; blieben erfolglos, wohl aber fand man Dinchen am Nachmittag wohlgemuth in der ivi ll ■
B-rlin-i V-rtrag d-r b-s°nd-r-n V-r-inbarunz d-r b-id-n St-°t°n üb-rlafi-n. Da« Auftreten d-s Fürsten Lobanoff, welcher in Lwadia eben weitere B-s-hl- des Czaren über diese Verhandlunzen etngeholt, wird al8 durchaus versöhnlich
Wagner'« telegr. Uorrefp-ndenr-Vnrea«.
Berlin 2. October. Die ReichstagS-Commission für das Socialisten-Gesek setzte heute die zweite Lesung fort. Zu § 1 wurden Die Worte „socialdemokratische, socrallstische oder com- munistische Bestrebungen" mit 12 gegen 7 Stimmen aufrechterhalten. Die von der ^Regierung gewünschte Wiederherstellung des Wortes „Untergrabung" an Stelle des Wortes „Umsturz ward mit 13 gegen 6 Stimmen abgelehnt. Dagegen wurden dem Wunsche der Regierung entsprechend die Worte „Eintracht der Bevölkerungsklaffen" mit 13 gegen 7 Stimmen gestrichen. Der so abgeänderte § 1 wurde als Ganzes mit 12 gegen 8 Stimmen angenommen. Zu §5 beantragte Brüel den in erster Lesung zu § 20 beschloffenen Zusatz einzufugen, wonach die Beschränkung des Versammlungsrechtes sich auf Versammlungen zur Vorbereitung von Reichstagsund Landtagswahlen nicht erstrecken soll. Minister Graf Eulenburg erklärte sich lebhaft gegen den Brüel'schen Antrag, Lasker trat für denselben ein. Der Anttag wurde Darauf mit 10 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Zu 8 6 sprach der Minister den lebhaften Wunsch aus, daß der Beschluß der ersten Lesung, wonach dem Verbote einer Druckschrift eine Verwarnung vorausgehen soll wiever beseitigt toerbe- Das Alinea 2 des § 6 wurde in folgender Fassung angenommen: bei periodischen Druckschriften kann das Verbot sich auch auf das fernere Erscheinen erstrecken, sobalD auf Grund dieses Gesetzes Das Verbot einer einzelnen Nummer erfolgt ist. Der ganze $ 6 wurde mit 12 gegen 8 Stimmen genehmigt. Die §§ 7 und 8 fanden mit unwesentlichen
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I Hetzen, den 1 Troßh.


