— „Morning Post" will erfahren haben, daß die Radikilen im Unterhause die Einberufung der Reserven anfechten werden. Jziatieff wird beriet ben Quelle zufolge auch Berlin und Paris besuchen. — „Morning Post" schreibt ferner und zwar anscheinend officiös, daß England positiv eine ener- 6Üche Haltung angenommen habe, biete billige Aussicht auf Erhaltung des Friedens dar. Es sei höchst wahrscheinlich, daß Rußland sich durch eine über eUte feindselige Bewegung, die einen allgemeinen Krieg erzeugen dürfte, in entschiedenes Unrecht setzen würde. Das directe Resultat von Englands Politik werde somit das eifrige Bestreben fein, die Schwierigkeiten zu heben.
London, 30. März, Abends. Die diplomatische Correspondenz bezüglich des Congresies ist nunmehr dem Parlamente vorgelegt. In einer Depesche Derbys vom 13. d. heißt es: Die Vorlegung der Artikel des Friedensoertrags an den Congreß sei nicht nothwendig behufs deren Annahme, sondern damit man erwägen könne, welche Artikel der Mitwirkung der Mächte bedürften. Am 14. berichtet Derby über eine Mittheilung des österreichischen Botschafters Beust, wonach dieser von Andraffy telegraphisch benachrichtigt war, daß letzterer der Ansicht sei, es liege weder i« Interesse Englands noch Oesterreichs, Schwierig kette» betreffs dieser Frage zu erheben. Am 15. machte Derby die Mitteilung au Ruffel, daß Münster ihm eine Depesche Bismarcks übergeben habe, in welcher der Nutzen, den eine Präliminarconferenz haben würde, ausetnander- gesetzt wird. Derby antwortete Münster, er verspreche sich keinen Nutzen von einer Prälimtnar-Conferenz. Hiernach folgen die bereits am 28. d. im Unterhause ihrem Inhalte nach mitgetheilten Depeschen Schuwaloffs an Derby vom 19., Derbys an Schuwaloff vom 21. und Schuwaloffs an Derbh vom 26. März.
Italien.
iMom, 29. März, Abends. In der Deputirtenkammer erklärte der Minister des Auswärtigen, Traf Corti, er werde die heute angemeldeten Interpellationen bezüglich der orientalischen Frage am 8. April beantworten.
Verlosungen.
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Vermischtes.
Assen heim. An Sonntag Nachmittag waren ote beiden Förster von Asien- ln dem Erbstädttr Wald, wo st; am Waloesirum ein Reh an mKn8 « rJa6en; oermutheten sofort, oaß Wilddiebe in der Rio- sein mühten. Beid. Fo'-ster umgingen dehhatb den Wild und gelang es dem Engelthaler hÄifr'tS b0!ebc ktnzuholen, welche anstatt za entfliehen, Kchtt machten und aaf bfr 3a,^Ua.dJ1 durchbohrt, jetzt lebensgefä rrltch darnieder ^I^Hoffentltch^geltngt^es^den Wilddieben bald aui die Spur zn kommen.
3I; März. General Ignrtieff ist heute Vormittag 1t Uhr nach ß teröburq abzerelst.
Petersburg, 31. März. I l hiesigen gut unterrichteten Kreisen ist, oer „Agence Riffe" zufolge, die Aussicht vorherrsch.-nd daß der Rücktritt Oerby s nicht nochwendigerweise eine Verschärfung der vorhandenen Co nplica« tionen zur Folge haben werde. — Die meisten Journale heben üb.reinsti nmend hervor, daß j-der Concessio i Rußlands immer nur eine V rmehrung der Prä- rensio ien und militärischen Mchr.-geln Eiglands gefolgt sei. — Die Rückkehr Iznrtieff's wird in den nächstm Tugen erwartet.
London, 31. März „R;uter's Bureau" meldet aus Montreal »om Heutigen: Es heißt, di; Girnisoi von Moitreal nebst Artillerie werde nach yal.fax verlegt, um die bisher dort z rrniso >i ende kö iigliche Artillerie abzu- lölen, w'lche nach E igland beordert sei.
Alexandrien, 31. Mürz. Dis D cret betr. die Ernennung d'r Eo n- missio.i zur U itersuch rng der H ilfsq «ellen des La ides ist nunm'hr veröffentlicht' als Präsident der Commission sungirt Leffeps, als V.cepräsidenten W lso i und Rlaz Pascha (wie bereits gemloet). De Uitersuchuiz soll alle El-me,te der Finanzlage umfassen unter gehöriger Berücksichtigung der legitimen Rechte der egyptitchen Regierung. Mit den Kosten oer U itersuchung wird das diesjährig? Budget belastet. Die Commission soll zur Sanction des Khedines ein Arrangement in Vorschlag bringen, wodurch die Kosten des reg ilären Staatsdienstes gesichert werden unter billiger Befriedigung der Jntereffen des Landes und der Gläubiger.
Madrid, 31. März. Der Minister der Auswärtigen hatte eine lange Konferenz mit dem diplomatischen Vertreter Englands. Man glaubt, daß der Congreß morgen das Amortisationsgesetz genehmigen werde.
testirt; trotzdem werden neue dergleichen aus dem Dorfe Kanalia gemeldet - Hobart Pifcha beantragte, daß man ihm gestatte, sich durch den Augenschein' davon zu überzeugen; man hält diesen Vorschlag aber nur für einen Vorwand um von den Stellungen der Aufständischen Kenntniß zu nehmen. 1500 Alba-' nesen mach en einen ungestümen Angriff auf das Dorf Radoitza, welches von den Einwohnern ha tnäckig vertheidizt wurde.
3st"atleff ist heute Abend zur Hoftafel geladen, an welcher auch Andrassy, Nowikoff, Orczy und der Kriegsminister theilnehmen. Der rumäniiche Mlnist--r Bratiano ist Abends hier angekommen.
, . , — D»e „Polit Corresp." erfährt gerüchtweise, d,ß der Faden der Ver. Handlungen über die Theilnahme Englands am Congreffe von Petersburg aus durch neue Eröffnungen des russischen Cabmets an Lord Loftus wieder ausgenommen fein ioll. 18
Handel und Verkehr.
fahren r^ku"ße Heu- und Stroh-Markt war ziemlich be-
Mä 2 40 m m Qualität per Zentner JL 2.50-3 40, Stroh per ttentr. je 2.20
1 Sn2u4ed 1 30 40®9°6An bra8 dsund 1. Qual. Jt 1.10, 2. Qual. .* 1, im Detail ^9-6 so^er loöSl. Zer das Hundert JL 4.50-6.20, Kartoffeln
fletfA55 bM64 A fif?pr^fce: Qchsenffeisch per Pfd. 70-75 Kuh- u. Rind-
75 5 »rhf!n6 ' Hammelfleisch 55-68 Schweinefleisch 70 bis
75^ Erbsen getchalte (per lOOKilogr.) 28-32 jt, ganze Erbsen 24-26 ^ Bohnen Xannen«uch-nsch^tholz per Quadrat-Meter 10-12 »5,
_ _ Theater.
r , , E nächster Woche die diesjährige Saison zu Ende geht, häufen er4e%",he * b c denefizoorstellungen. Morgen, M-ttwoch, ist Frl^ Novotny l£?b,(5rl- ^EZeber an der Tour, und da die Benefizianten sich sämmtl.ch in der Wahl ihrer stücke eines guten Griffes erfreuten und oem Theaterpublikum manche genußreiche Stunde verschafften, so itebt -uch bet der morgenden Ben fizvorstWuna L vergnügter Abend in Lucsicht. Die Waffen des Kronprinzen ist ein oonü(S ^as deutsche Theater beherrschte, jniercffant wird es noch dadurch, daß es einen hohen Autor besitzt. Man vermuthet in der deutschen Theater- welt allgemem unter dem Pseuoonym Conrad den Prinzen Georg von P-eußen, der der dramatiichen Literatur schon manche schöne Gabe bot, i B Antiaone und ^p^n.sbe welche Stücke im Berliner Nation-ltheater, Leipzig, DttSden Halle u s w ^ch chlagende Erfolge erzielten. Rach diesen Resultaten steht auch der Erfolg der Waffen des Kronprinzen außer Zweifel. Außerdem möchten wir auch noch die beiden jugendlichen Benefizianten, welche an diesem Tage ihr erstes Benefize im immV!nTnrHArnfluJi!ina,ien Theilnahme empfehlen, damit sie auf ihrem gewiß nicht immer rosenreichen Lebenswege erwutbiat werden. —
Telegraphische Depeschen.
Wagner'S telegr. Eorrespondenz-Bureau.
^Journal te St. Pötersbourg" be- ? bec ^U(t2ri? Derby's, zählt alle von dem britischen Cabinet 6r * k n CnC? H'uberniffe auf und schließt folgendermaßen : Nachdem *rlat; Um btn ^debcn aufrechtzuerhalten, nachdem es die äußerste Nachsicht auf diplomatischem wie auf militärischem Terrain bekundet hat, wird es fortan nur seine eigenen Jntereffen und Ehre zu Rache ziehen rocnn Anderen gefällt, dieselben zu bedrohen.
»Ni k 30 diärz. Äbends. ®ie Pariser Mittheiluna. angeblich au«
^erL,u^renb > wonach Englands Entschließungen durch einen Brief des dei Ischen Kaisers an die Königin Victoria beeinflußt worden sein, ist tendeniiöS erfunden,,der Kaiser hat kein Wort an di- Königin geschrieben. 3
sB^i'^'k30' ®dr»' ®encrat Jgnolikff sprach IM Namen des Kaisers Entgegenkommen für alle Jntereffen und Wünsche wird de ^Bewe s i6”unb s-in-r Mission zu Theil g-w°,dene Empsang -,„k h fn<TV c!°I8rdc6cn' daß man in Wien nach wie vor den größten Werth Politik K?a,'ü^s '^dü"b"iß I-gt und weit entfernt ist, sich der brüSkirenden jL M 4“ n^«n, wennschon Oesterreich nicht damit zurückhält, eine
ver anat^ D ° 8-'-denSpräliminar,en zu bezeichnen, deren M°d>fic,runz eS
«Ä1,1 i,w"-
Di- Corresp." berichtet auS Athen von heute • SonfuIn in hoben gegen di- türkischen Metzeleien in Th-ffalien pro^
Versailles, 30 Mjrz. Der Senat erledigte heute eine große »lrhl von Gesetzent oürfen, insbesondere die C^editfvrderung von 5 Millionen für die Lerntorial^Armee und die Befreiung der für die Ausstellung best.mmte.i Sachen von der Abgabe der „petite vitesse * - D.e Bureaus der Kammer lebten m nt»raß -Dpuller, wonach die Kammer während der Lusstell>na
in Pans tagen dürfe, ab. ö
k a 3(>- 'Kiq. Di- „Agmc« HrvrS» m-ld-t aui Athen: ES gcht
»l®1!*. England habe um Du Ecmlchtizunz nachz-sucht, auf griechischem Boden ein Ärmec^CorpS campiren zu taffen. - Di- Kammer ist zu einer außerordentlichen Sitzung zusammenberufen worden. — Die türkischen Truppen ariller\»,€ Insurgenten an, wurden aber bis Volo zurückgeworfen.
Verltn, 31. März. Nach einem amtlichen Telegramm aus Corinto Pan^ta) hat die Regierung von Nicaragua nach dem Erscheinen des deut chen Gesch-vaders die deutschen Bedingungen angenommen stnd ist sonach die felt^rige Differenz beigelegt. Weitere Details fehlen noch.
cv r a Un'-c31‘ ®’c „Montags-Revue" meldet: Andrasiy lehnte
Zgnatieff gegenüber den Frieden von San Stefano als mit den österreichischm und europäischen Jntereffen collidirend ab und präcifirte die österreichischen For- derungen. Da Ignatieff ohne Vollmachten war, so konnte er Andrassy's Ec- klärungen nur ad referendum nehmen. Das Resultat der Mission Ignatieff's ist ein solches, daß man in diplomatischen Kreisen glaubt, Ignatieff werde «einer Regierung empfehlen, das Zusammmtreten des Congreffks thunlichst zu
Kußland.
Petersburg, 29. März. Der Rücktritt Derby's hat in den hiesigen politischen Kreisen nicht überrascht; man war auf dieses Ereigniß vorbereitet. — Die „Agence Russe" erklärt die Meldung des „Daily Telegraph" über die Antwort Gortschakoff's an das britische Cabinet für unrichtig ; der Reichskanzler KI 9efa9t cc ^üffe sich in Bezug auf die Dlscutirung der Bedingungen, die Rußland als außerhalb der Jurisdiction Europas stehend betrachte, ein Veto Vorbehalten, sondern derselbe habe stets nur für jedes Mitglied des Congresies die absolute Freiheit der Discutirung für jeden Artikel ohne Ausnahme, und damit auch die Freiheit der Ansicht und Entschließung aufrechterhalten. Das Petersburger Cabinet habe sich von dieser Antwort nicht entfernt.
Petersburg, 30. März. In dem bereits signalisirten Artikel des ,,Journal de St. P6tersbourg" heißt es, das Gleichgewicht im Mittelmeer, von a® 83rD$eaconSfMo spreche, sei lediglich durch die im Marm ara-Meer befindliche britische Flotte, sowie durch Gibraltar und Malta bedroht. Lord Derby habe seine Entlasiung schon gelegentlich der Creditforderunz der britischen Regierung aig-boten, fei aber auf seinem Posten geblieben, weil die Regierung erklärte, die Creditsorderung habe keinen kriegerischen Character uad solle nur dazu dienen, daß das Ministerium, gestützt auf das Votum der Nation, zum Congreß gehen könne. Dennoch habe die Creditforderunz zur Verwickelung der Frage und zu der Weigerung Englands, am Congresie theilzuaehmen, geführt. Die gegenwärtige Einberufung der Reserven sei trotz Der Erklärung, daß England sich nicht in Krieg verwickeln wolle, nur ein neuer Schritt auf dem Wme zur Provocation. Rußland habe alle von ihm gemachten Zusagen erfüllt und in den Friedeusvertrag keinerlei Klauseln ausgenommen, welche die Jntereffen irgend eines Dritten benachtheiligten. Rußland hege das Bewußtsein, nichts vernachlässigt zu haben, um dem Oriente eine Aera der Wohlfahrt und Europa eine lange Reihe von Friedensjahren zu sichern. Rußland werde etwaige Abirrungen (Aöerrations), welche das Werk der friedlichen Aspirationen aufhalten wurden, tief bedauern, werde aber mit den Waffen in der Hand abwarten, daß die Früchte der von ihm gebrachten Opfer abstreite, auf deren Beriet es sich durch keinerlei Drohung bestimmen lassen werde.
Türkei.
. B , ^"Nstawtinopel, 29. März. Der Sultan empfing den die Thrvn- bestelgung deS PapsteS notificirenden lateinischen Erzbischof in der wobiwollend- stcn Weise nnd überreichte demselben den Großcordon des Osmante-Ordens
Konstantinopel, 29. März. Da Rußland keine weiteren Schwieria, leiten bezüglich der U-bergabe der türkischen Gefangenen macht, fo sind türkische Conumffäre nach Sebastvpol entsendet worden, um die Einschiffung der Gefan- genen zu überwachen. ö 1


