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Falke" des Frankfurter Ruder-Verein», lauter ausgesuchte Race-Mannschaft. Distanz 3600 Meter. Pfeilschnell flogen die Boote dahin, bald hatte das eine, bald daS andere einen Vorsprung. Der Steg schwankte bis zum Ziele; denn die siegendeJacoba", welche den Cours in 16 Minuten zurücklegte, war hart vonGood Hope" gedrängt, der 16.15 Minuten gebrauchte. Die ungeheuere Menschenmenge gab ihren Beifall durch laute Zurufe kund. Am Abend fand eine Illumination mit bengalischer Beleuchtung der Insel statt.

Ein Tag aus dem Leben eines Fürsten. Im Feuilleton des WienerFremden- blattes" lesen wir folgende offenbar den Fürsten Rudolf Lichtenstein betreffende Geschichte: Ein Proceß, der demnächst die Aristokratie fesseln dürfte, ist ganz besonderer Art. Der Träger eines fürstlichen Namens und katholische Besitzer eines Ftdetcommtsses hatte vor einem Jahre im Handumdrehen seine Religion gewechselt und ist aus einem Katholiken ein Protestant geworden, wie aber ebenso im Handumdrehen wieder vom Protestantismus zur katholischen Kirche übergetreten. Zur Erklärung diene daß der­selbe, um seine jetzige Gemahlin noch bet Lebzeiten seiner geschiedenen früheren Gattin hetrathen zu können,in§ Ausland", nach Siebenbürgen gereist war, dort für einen Tag den der Trauung Protestant wurde, Tags darauf aber sofort wieder zum Glauben seiner Stammväter zurückgekehrt ist. DieserEin Tag aus dem Leben eines Fürsten" soll für ihn verhängntßooll werden, denn, wie verlautet, gedenken die Ver­wandten desselben, kraft des Fideicommiß-Statutes, laut welchem das Erbe nur auf einen katholischen Nachfolger übergehen kann, den jetzigen Besitzer desselben wegen seines ephemeren Uebertrtttes zu einer anderen Kirche als erboerlusttg erklären zu lasten. Cheoalereskerwetse aber sträubt sich der Bruder als nächster Agnat des Besitzers, den Procetz anzustrengen, während die anderen Familtenglteder ernstlich gesonnen sind, den Rechtsweg zu betreten und die jedenfalls vom juristischen Standpunkte aus nicht um interessirte Frage einer richterlichen Entscheidung oorzulegen.

Vom westlichen Taunus, 21. Mai. Das Kuckucksweibchen legt von Mitte Mat bis ungefähr Mitte Juni seine Eier, und zwar nur in Zwischenräumen von ca. acht Tagen. Diese auffallende, aber sichere Thatsache hängt unzweifelhaft mit der Nährweise und der Magenbeschaffenheit des Vogels zusammen. Der Kuckuck versorgt seine Küche fast ausschließlich mit jenen langhaarigen Raupen, die von nur äußerst wenigen Jnsectenfressern berührt werden. Dadurch wird er unseren Wäldern zum großen Segen; denn gerade unter jenen Fressern finden sich die schlimmsten Feinde des Forstes, indem z. B. die hierher gehörige Nonne und die Processtonsraupe häufig die ausgedehntesten Verheerungen anrichten. Diese Art des Nahrungsmatertals macht es begreiflich, daß der Vogel eine ganze Unzahl von einzelnen Thteren verschlingen muß, weil dieselben bei verhältntßmäßig bedeutendem Körperumfang an wirklichem Nährstoff doch nur wenig darbteten. In einem erlegten Kuckuck fand Dr. Altum außer ander­weitigem Inhalte 97 zum Drttttheile erwachsene Processionsraupen, die erst vor einigen Minuten mußten verzehrt worden sein, in einem anderen 43 entwickelte. Der Magen­inhalt eines dritten wies 173 Stück sieben Linien langer Raupen auf. In Folge dessen erscheint der Kuckucksmagen, dessen innere Wände von etngebohrten Haaren förmlich pelzartig aussehen, in ungewöhnlicher Größe und beschränkt die an sich schon enge Bauchhöhle noch der Art, daß für den Eierstock nur ein kaum genügender Raum übrig bleibt. Hierin ist es begründet, datz das Kuckuckset im Verhältnttz zum Vogel sehr klein ist und sich auch so langsam entwickelt, datz, wie bereits bemerkt, die Eierlage jedesmal nur nach bestimmten Pausen stattfinden kann. Daß der Kuckuck seine Eier unseren kleinen und kleinsten Singvögeln überliefert, ist allgemein bekannt. Don hohem Interesse ist dabei die Art, wie er's fertig bringt, auch diejenigen Nester zu belegen, deren Inneres er dtrect unbedingt nicht erreichen kann. Nach der genauen Beobachtung Adolf Müllers u. A. legt er in diesem Falle sein Ei in unmittelbarer Nähe des aus­ersehenen Nestes auf die Erde, nimmt dasselbe vorsichtig es ist außerordentlich dünn­schalig in den weitgeöffneten Schnabel und placirt's auf diese Weise in die kleine Wiege. Nach demselben Forscher besucht der weibliche Kuckuck dann und wann die Stätten, welche seine Nachkommenschaft beherbergen, und es ist nicht unwahrscheinlich, datz er dabei Veranlassung nimmt, seinem Kinde durch Entfernen des übrigen Nest- tnhaltes ein gemächlicheres Bett und einen reichlicher besetzten Tisch zu verschaffen.

(Rh. K.)

< < aJ $ a T *8' 21s;öZaL Astern wurde die Ausstellung von 85,702 zahlenden Personen besucht. 11,077 Personen fanden ferner Eintritt mit Abonnements-und Ausstellerkarten. Die Republtque Fran?aise beschwert sich seit vierzehn Tagen wiederholt darüber, daß die Säle für bte alte französische und für die alte ausländische Kunst in den Galerieen des Trocadero noch immer leer sind, da die Sammlungen sich weigern, ihr Kunstschätze herzugeben, so lange noch keine Schutzhülle gegen die Son­nenstrahlen und Sonnenhitze hergestellt ist. Die Architekten kümmern sich mehr um den Eindruck des äußeren Baues, als um den Schutz der Gegenstände im Innern und finden eine Schutzhülle unschön. Daher ein langwieriger Conflict. Gestern Abend um 6 Uhr wurde der vom Marsfelde nach Paris abfahrende Zug durch Signale bei dem Bahnhof von Grenelle zum Stehen gebracht. Die Steigung ist auf dieser Stelle sehr beträchtlich Als der Mechaniker bei freier Bahn weiter fahren wollte, mußte er drei Mal zurückfahren, um die Steigung zu bewältigen. Beim dritten Male gelang es ihm, vorwärts zu kommen, aber die zwei letzten Waggons lösten sich los und rollten zum Bahnhof des Marsfeldes zurück, wo sie mit der Locomotive eines zweiten heran­fahrenden Zuges zusammenstießen. Obgleich der Stoß nicht sehr heftig war, so bemächtigte sich doch der Reisenden eine furchtbare Angst und sie sprangen erschreckt auf die Bahn trotz der Be­mühungen des Bahnpersonals. Bei dieser Gelegenheit wurden neun Personen verletzt, zwei gefährlich; eine Dame brach das Handgelenk, ein Mann den Schenkelknochen. Letzterer war von der Imperiale des Wagens herabgesprungen.

_Sehirraberleht. Mitgethetlt von dem Agenten be8 Norddeutschen Lloyd G. W. Dietz in G i e tz e n.

Newyork, 26. Mai. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Mosel, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am öon Bremen und am 14. Mai von Southampton abgegangen war, ist gestern 4 Uhr Nachmittags wohlbehalten hier angekommen.

Baltimore, 26. Mat. Das Postdampfschiff Baltimore, Capt. A. de Limon, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 8. Mai von Bremen abgegangen war, ist gestern wohlbehalten hier angekommen.

Handel und Verkehr.

Gietzen, 28. Mai. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Pfl. 85 bis 90 H, Hühnereier, per Stück 45 Enteneier, per St. 5 X Käse, per Stück 510 H, Käsematte, per Stück 3 H, Erbsen, 1 Liter 18 H, Linsen, 1 Liter 24 A, Tauben, das Paar 65 Hühner, per Stück JL 1., Hahnen, per St. , Enten, p. Stücke -, Kartoffeln, 100 Kilo 5.. Ochsenfletsch 6870 H per Pfd , Kuh- u. Rindfleisch 58-60 Schweinefleisch 64 H, Kalbfleisch 50-56 A, Hammel­fleisch 6070 H.

Frankfurt, 27. Mai. (Fruchtbericht.) Die unerquickliche Situation am Getreide­markt hält an. Man kauft nur das Allernothwendigste. Unsere Müller sind trotz Entgegenkommen der Eigener von Waare nicht zu reizen, da der Mehlabsatz stockt. Futterstoffe flau.

Mehl Nr. 1 JL 42, Nr. 2 38, Nr. 3 Jt. 34, Nr. 4 30, Nr. 5 jl 24, Roggen­

mehl % (Berliner Marke) JL 24, do. II. (Berliner Marke) 21, Wetzen, effect. hies. ab Bahnhof hier 2324, ab unserer Umgegend JL 22.5022.75, do. fremder je nach Qualität 22.5024, Roggen je nach Qualität 3L 1617.25. Gerste JL 19 bis 22, Hafer JL. 14-16-, Kohlsamen «AL, Erbsen JL 1923, WickenH. 16, Linsen JL 1923, Rüböl, detail, JL 72. Stimmung unsicher. (Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewtcht 100 Kilo.)

Frankfurt, 27. Mai. Der heutige Viehmarkt hatte bei geringerer Zufuhr die Preise erheblich angezogen. Angetrteben waren 360 Ochsen, 150 Kühe, 190 Kälber und 350 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. JL 7073, 2. Qual. JL 6568, Kühe und Rinder 1. dual. 6264 2. Qual. JL 5456, Kälber 1 Qual. JL 6365, 2. Qual. JL 5860, Hämmel 1. Qual. JL 6063, 2. Qual. JL 5254.

H e r b orn, (an der Köln-Gießener Eisenbahn), 27. Mai. Auf den heutigen hiesigen Markt wurden gebracht: 164 Ochsen, 269 Kühe und Rinder, 871 Schweine. Der nächste Markt ist am Montag, den 17. Juni l. I.

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